Die acht tödlichen Schwächen Europas

Von | 23. April 2014

“……..Die Revolutionäre der Gegenwart haben Blut geleckt. Sie wittern die Chance auf einen Umsturz. Denn der Westen ist geschwächt. Geschwächt von einer verfehlten Abrüstungspolitik der letzten 20 Jahre, geschwächt durch den schlechtesten und schwächsten US-Päsidenten seit Jimmy Carter, geschwächt durch einen sehr starken Putin, der das erkannt hat und seine Machtgrenzen testet. Geschwächt durch die Unfähigkeit Europas, für die eigenen Interessen aufzustehen, geschwächt durch überzogene Kritik an den eigenen Geheimdiensten, von denen man zur Zeit sehr gerne Informationen hätte, was Putin wirklich plant. Geschwächt durch ein Deutschland, welches meint, einen Sonderweg zwischen Ost und West gehen zu wollen. Geschwächt von einer Dekadenz im westlichen Europa, von einer langen Zeit des Friedens, von Bürgern, die vergessen haben, dass es einmal eine Zeit gab, in der man für die eigene Freiheit kämpfen musste…..” (hier)

25 Gedanken zu „Die acht tödlichen Schwächen Europas

  1. zen

    Solange für Deutschland ‘der Westen’ heisst:
    ‘Deutsche zahlen für Griechenland’
    ‘Deutsche zahlen für Ukraine’
    ‘Deutsche zahlen für teureres Gas’
    ‘Deutsche zahlen für EU-Bankenunion’
    macht Deutschland ‘der Westen’ wenig Freude!

    Warum bloß nur?

  2. world-citizen

    Putin mag recht haben. Europa ist Dekadent. Und eben diese Dekadenz ist es, die Europa so lebens- und liebenswert macht. In der Ukraine gehen die Leute auf die Straße um Teilhabe an der europäischen Dekadenz zu bekommen. Und in Russland kämpfen Bürgerrechtsgruppen wie etwa Pussy Riot dafür, die europäische Dekadenz auch in Russland zu etablieren.
    Dekadenz ist nämlich nichts anderes als die abwertende Bezeichnung für individuelle Freiheit.

  3. rubens

    Die Haie haben Blut gerochen. Aber Europa ist ja eine Friedensunion. Einfach nur mehr lächerlich.

  4. fts

    Mal eben den Google befragt.
    (Google.com nicht das total linksversiffte Google.de)
    Eingabe:
    ‘military expenditures’
    Wir finden so innerhalb von ca 6 sec. heraus, daß
    die kummulierten Militärausgaben des Westens ca. 10 mal
    so hoch sind wie die Russlands.
    (insbesondere die geradezu absurden Ausgaben der USA
    dürften wohl mit ein wesentlicher Grund dafür sein, daß die
    USA eine wandelnde Konkursverschleppung sind.)

    Helfen wird das dem Westen im Ernstfall auch nicht viel, denn auch
    heute noch brauch man Leute die bereit sind den ganzen High-Tech
    Circus zu bedienen d.h. letztendlich zu kämpfen.

    Der Westen hat viele Probleme:
    Multikulti (-> eine sich komplett aufsplitternde Gesellschaft)
    Gender,
    Fortschrittsfeindlichkeit,
    Nachfolgegenerationen die mittels Gender und Frühsexualisierung
    noch zusätzlich gezielt degeneriert werden.
    Ein Bildungssystem, daß nach vielen sozialistischen
    und etatistischen Programmierversuchen immer mehr
    zu einer Farce mutiert und ein Menschenmaterial produziert, daß
    vielleicht leicht zu lenken, sonst aber kaum noch zu gebrauchen ist
    In D noch zusätzlich eine ‘Energiewende’ die
    in ihrer Absurdität kaum noch zu überbieten ist.
    (Liste kann beliebig ergänzt werden…)

    Der Westen hat wirklich viele Probleme.
    Zu niedrige Militärausgaben gehören eher nicht dazu.

    Spätestens wenn in D in ca. 10Jahren die Babyboomer
    in Rente gehen und wenn diese in ca. 20 Jahren dann
    vollständig in Rente sind ist in D und damit auch
    in der durch D daueralimentierten EU dann endgültig
    ‘Ende Gelände’.

    Europa ist ein verwesender Leichnam, der bereits
    angefangen hat zu stinken.

  5. Herr Karl jun.

    @world-citizen
    Das kann nur jemand behaupten, der das Wesen der individuellen Freiheit nicht begriffen hat und offensichtlich Freiheit ohne Verantwortung zu denken gewohnt ist. Das Egebnis sind “world-citizens” (warum so engstirnig und kleinräumig und nicht gleich “galactic inhabitants”?), die sich ungebunden fühlen, aber tatsächlich haltlos herumirren, die sich tolerant geben, aber tatsächlich jeder Beleibigkeit frönen, die Ethik mit Nützlichkeit verwechseln und die sich so revolutionär vorkommen, aber letztlich nur furchtbar banal sind.

  6. zen

    aber vielleicht könnte man für den Krieg eine Vermögenssteuer einheben Herr Ortner! Wie würde ihnen das gefallen, damit es eine volle Kriegskasse gibt?

  7. gms

    Thomas Heck auf Achgut: “Zu Zeiten des Nato-Doppelbeschlusses in der 80er Jahren waren die Atomwaffenlager und Kasernen der westlichen Allianz die Ziele der friedensbewegten Berufsdemonstranten.”

    Damals war Helmut Schmidt in Deutschland die treibende Kraft hinter dem Nato-Doppelbeschluß und damit erklärtes Feindbild besagter Friedensbewegten. Derselbe Schmidt hält heute das Vorgehen des Westens für Unsinn. Eigenartig, nicht wahr?

    Was die einen als Folge der Altersdemenz eines Exkanzlers darstellen wollen, ist anderen die Tatsache, daß Putin auch dann weder Hitler noch Stalin ist, wenn die versammelte Medienmeute endlos lange Gegenteiliges behauptet. Henry Kissinger, der ebensowenig in Verdacht steht, eine weichgespülte Taube auf Hippidrogen zu sein, setzte sich Anfang März schon für eine Födereralisierung der Ukraine ein und erntete damit Zustimmung aus Moskau [1]. Kissinger im O-Ton: “Wenn aber dieses Land überleben und aufblühen soll, dann kann es niemandes Vorposten sein. Nein, die Ukraine sollte Brücke sein. [..] Für die Europäische Union ist es an der Zeit zu erkennen, dass ihr bürokratisches Zaudern und die Unterordnung aller strategischen Elemente unter innenpolitische Erwägungen dazu geführt hat, dass aus Verhandlungen über die Beziehungen der Ukraine gegenüber der EU eine kapitale Krise geworden ist.”

    Auf welche innenpolitischen Erwägungen spielt Kissinger an? — Polen und Litauen haben noch historische Rechnungen mit Russland offen, Schwedens Rüstungskonzern Saab steht wirtschaflich auf der Kippe, Unabhängigkeitsbewegungen kommen in der EU aktuell sowieso denkbar schlecht an (Stw. Basken, Katalanen, Flamen, Venetier, Schotten, etc), und last not least würde ein bloß halbherziges Bekenntnis der Ukraine zur EU deren Eliten recht blaß aussehen lassen.

    Egal welche Reden von Putin, Lawrow oder russischen Botschaftern man heranzieht, immer wieder wird eine Kooperation mit dem Westen angestrebt ohne jede Ausschließlichkeit, die sich aus der Zugehörigkeit zu anderen militärischen oder wirtschaftlichen Verbänden ergäben könnten. Rußland braucht diese Brücken, weil es den Handel braucht, weil es ohne diesen auch und insbesondere keinen gesellschaftlichen Fortschritt im Land gib.

    Dem iditotisches Verhaftetbleiben im Blockdenken und dem dafür notwendigen Zelebrieren überkommener Feindbilder ist die aktuelle Krise geschuldet. Dasselbe Freund-Feind-Denken, das diese Krise herbeiführte und zurzeit bestenfalls vom eigenen bisherigen Versagen ablenken soll, bedingt inzwischen deren Eskalation.

    Merkel hatte sich im Herbst in der EU nicht durchgesetzt, als sie die Position der EU zur Ukraine aufweichen wollte. Die jüngsten Bestrebungen der Deutschen, außenpolitisch aktiver zu werden, verliefen im Sand, weil jeder noch so kleine Furz mit 27 anderen Ländern abzustimmen ist. Und nun baden wir die Finger im Ergebnis.

    [1] welt.de/debatte/kommentare/article125579944/So-wuerde-Kissinger-den-Ukraine-Konflikt-beenden.html
    spiegel.de/politik/ausland/krim-ukraine-henry-kissinger-hat-vorschlag-zur-beilegung-der-krise-a-957890.html

  8. S.M.

    Quo vadis, Europa?

    Zuerst möchte ich festhalten, dass mein Beitrag Europa behandelt und nicht die EU. Die Begriffe werden bedauerlicherweise immer öfter gleichgesetzt. Ob nun absichtlich oder nicht, sei dahingestellt, der Effekt ist derselbe.
    Europa leidet an keiner Krankheit, Europa liegt im Sterben! Das ist der beklagenswerte Befund, den man teilen wird müssen, wenn man sich die folgenden Worte durch den Kopf gehen lässt.
    Selbstverständlich ist dieser nahende Tod kein Tod unserer Zivilisation, vielmehr der Tod von allem, was in 2500 Jahren Geschichte aufgebaut wurde. Wer keine Angst davor hat, dass unsere Welt bald einem kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Nichts gleicht, der sollte das Lesen hier einstellen.

    Ich werde im Folgenden systematisch darlegen, warum Europa im Sterben begriffen ist und vor allem warum. Dabei kann man nicht Punkt für Punkt abhandeln, denn alles hängt miteinander zusammen und verstellt man eine Schraube, so möge sich in diesem Bereich etwas ändern, aber am Ende sich herausstellen, dass sich insgesamt rein gar nichts änderte.
    Verstellt man hingegen überall eine Schraube, so könnte sich etwas ändern; mangels Einsicht in die Gründe aber eine Veränderung zum Schlechten oder nur vorübergehend Besseren. Es ist deshalb wichtig, sich das Ganze vor Augen zu führen, die Gründe für jedes einzelne Versagen und die verhängnisvolle und verheerende Kette an schlechten Entwicklungen, die damit einhergeht.

    Europas positive Entwicklung begann zweifellos in der Antike. Noch heute kann man wertvolle Erkenntnisse gewinnen, liest man sich Mythen, Epiken und Dichtungen aus der damaligen Zeit durch. Ganz zu schweigen von juristischen, ethischen und militärischen Erkenntnissen. Noch heute basiert das österreichische und deutsche Rechtssystem auf den Schriften römischer Juristen.
    Doch Rom ging unter. Wie sehr man sich auch darauf versteift, dass Athen und Rom der Nabel der Welt und eine der größten Bereicherungen unserer Erde waren, so bleibt das Faktum, dass es sie nicht mehr gibt. Was war geschehen? Wie konnte eine derart großartige Kultur so einfach untergehen? Wie konnte ein Reich, dessen Weltmacht unangefochten war, so schnell zerstört werden?
    Es gibt für das Gedeihen einer Menschheit einen entscheidenden Faktor: die Freiheit des Einzelnen. Das komplizierte daran ist, dass diese Freiheit des Einzelnen ständig bedroht ist und auch niemals in der Geschichte der Menschheit voll zur Geltung kam. Die Freiheit des Einzelnen ist unglaublich vielen Bedrohungen ausgesetzt, die miteinander korrellieren. Wenn man dieses Grundprinzip versteht, erkennt man mit der Wucht eines mit eintausend Stundenkilometern herannahenden Zuges, wie komplex die Vorgänge in unserer Umgebung sind. Alleine schon deshalb, weil jedes Individuum mit einem Handstreich die ganze Welt verändern kann.
    Deshalb sollen hier demonstrativ und konzise die wichtigsten Bedrohungen der Freiheit des Einzelnen dargestellt werden

    a) Der Staat/das Reich/die Union/etc.
    b) Der Mensch
    c) Das politische System
    d) Die Wirtschaft
    e) Das Weltbild

    Bei schnellem Durchlesen kommt sicherlich schnell der Gedanke auf, dass viele dieser Punkte dasselbe behandeln. Tatsächlich ist das so, weil diese Punkte korrespondieren, ineinander greifen und voneinander abhängig sind.

    Ich will hier keine Abhandlung über den Untergang der Antike schreiben. Dennoch sollen kurz Erklärungen gegeben werden.
    Das römische Reich zerbröckelte nicht nur militärisch, von außen und auch nicht nur von innen durch Dekadenz. Nein, es war einem Zeitenwandel ausgesetzt, der die Freiheit der Individuen praktisch vernichtete. Rom war keine Idee, war kein Weltbild, sondern schlicht das Ergebnis der überragenden Intelligenz einiger gepaart mit großer individueller Freiheit vieler. Selbst Sklaven, wenn auch nicht rechtsfähig, waren oft geliebte Nächste, die oftmals den Betrieb führten und persönliche Freiheiten genossen.
    Was aber im Jahre Null geschah, sollte die Antike in ihren Grundfesten erschüttern und schließlich die Reiche implodieren lassen.
    Das Aufkommen des Christentums war per se nichts Schlechtes, sogar etwas Wundervolles. Aber es hielt dem Römischen Reich einen Spiegel vor, den es nicht negieren konnte. Die Menschen in Europa wurden mit einer Religion konfrontiert, die sie vereinnahmte. War das Römische Reich ein Imperium aufgebaut auf Vernunft, Intelligenz und daraus resultierender menschlicher Stärke, so hinterließ es doch ein Vakuum; eine Leere, die durch das Christentum gefüllt wurde. Der Mensch wurde nun geliebt, er war Abbild Gottes und Gott war allmächtig.
    Die Menschen in Europa begannen daraufhin ihre Welt nach diesem für sie erfüllenden Weltbild zu gestalten. Plötzlich wurden Entscheidungen nicht mehr nach Vernunft, sondern oftmals aus religiösen Gründen getroffen. Schleichend begann ein Prozess, der der antiken Idee der Vernunft und dem darauf aufbauenden System die Legitimation entzog. Das, was Juristen, Astrologen, Konsuln und Kaiser taten, wurde in Frage gestellt. Ein System, das auf einer einzigen Idee aufgebaut war, musste irgendwann kollabieren, es war schlicht zu inflexibel, um dieser neuen Macht zu begegnen. So bestand das Reich noch jahrhundertelang, aber seine Einheit war schon lange zerbrochen. Die Idee des vernunftbegabten, intelligenten, alles bestimmenden Menschen wurde von der Idee von der Allmacht Gottes und des Menschen als seines Abbilds verdrängt. So wunderschön für den einzelnen Menschen diese Religion war, so zerstörerisch war sie für die Freiheit des Einzelnen.

    Die Folge war das Mittelalter. Und es ist nicht schwer nachzuweisen, dass in dieser Zeit die Freiheit des Individuums immer stärker eingeschränkt wurde. Gebildet waren nunmehr nur noch Geistliche, die mit ihrer Bildung und ihrer Autorität Kraft Gottes die Macht an sich rissen und die Welt nach dem Abbild Gottes gestalteten. Frauen mitvorehelichem Sex wurden Huren, Fortschritt war Hexerei, die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
    Wenn Sie jetzt noch nicht schockiert sind, werden Sie es ob des folgenden Satzes sein:

    Und trotzdem war die Religion, das Christentum der Grundstein für noch etwas viel Besseres.

    Viele sprechen vom finsteren Mittelalter. Dem war nicht so. Das Mittelalter brachte unglaubliche Persönlichkeiten und Erfindungen hervor. Es war schillernd in Farbe und Form. Ist dies aber nicht ein WIderspruch zu den Worten, die ich soeben schrieb?
    Das Christentum hatte etwas Inhärentes, was diesen Widerspruch auflöste. Selbstverständlich hatte der Klerus sehr viel Macht und natürlich schränkte diese Macht die Freiheit des Einzelnen stark ein. Aber die Kirchen waren nicht überall und kirchliche Herrschaft wurde immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Aber das Bekenntnis und die Idee blieb. Die Idee vom von Gott erschaffenen Menschen, der die Welt beherrschen sollte. Aber auch die christliche Nächstenliebe!
    Letzteres war der entscheidende Faktor, der den Menschen die Freiheit zurückbrachte. Wenn man den nächsten lieben sollte, ihn achten sollte und wir vor Gott alle gleich waren, dann ist dies der Grundstein für die Aufklärung.
    Dies sind große Worte und ich nehme sie nicht leichtfertig in den Mund. Die Aufklärung basierte auf dem Gedanken, dass alle Menschen gleich sind. Kants kategorischer Imperativ ist der beste Beleg dafür. Nur in einer Gesellschaft in der der Nächste so wertvoll ist, wie man selbst, kommt man auf den Gedanken, dass der Nächste nicht mehr oder weniger Macht haben sollte, als man selbst.
    Die christliche Nächstenliebe führte dazu, dass Menschen sich gegenseitig halfen, dass sie sich privat organisierten und das Bild vom Menschen als Abbild Gottes sorgte dafür, dass der Mensch im Mittelpunkt stand, der Mensch etwas Gutes, ja sogar das Beste ist und dass alles, was er macht, gut ist.
    Diese zwei Elemente, die Aufklärung als Befreiung des Menschen des Menschen aus seiner Unmündigkeit mit der daraus resultierenden Lossagung von der Allmacht des Staates (denn ein Kaiser/König/Landesfürst war eben auch nur ein Mensch und nicht Gott) und das christliche Bild vom von Gott erschaffenen Menschen sorgten dafür, dass sich über Jahrhunderte hinweg die Freiheit des Einzelnen immer weiter durchsetzte.

    Wie wir alle wissen, kulminierte diese Entwicklung in den Revolutionen in Amerika, in Frankreich, ja im ganzen Westen. Die Revolutionen spülten das Machtgefüge von über eintausend Jahren hinweg und befreiten die meisten Menschen. Schönstes Beispiel dieser Behauptung ist § 16 ABGB:
    “Jeder Mensch hat angeborne, schon durch die Vernunft einleuchtende Rechte…”

    Der Mensch war nun frei und diese Freiheit zeitigte sehr rasch die gewaltige Energie, die die Freiheit des einzelnen wundervollen Individuums freisetzte. Die industrielle Revolution folgte. Lassen Sie mich an diesem Punkt eines festhalten:
    Wir leben in der heutigen Welt auf Grund von Individuen und ihren Ideen. Sämtliche revolutionäre Fortschritte des Menschen beruhen auf der Idee, der Tatkraft und der unheimlichen Energie freier Individuen. Ich könnte hier mindestens dreißig Menschen aufzählen, die diese Erde so gewandelt haben, wie keine Macht der Welt es vermögt hätte.

    Mit der Aufklärung begann auch die Einsicht, dass der Staat stets ein Feind ist. Der Staat hat die absolute Macht, die Freiheit einzuschränken (dasselbe, vielleicht noch viel mehr, gilt für größere Entitäten) und genau aus diesem Grund wurden Abwehrrechte verankert. Maßgeblich in Österreich war hier das Staatsgrundgesetz 1867.

    Wenn man an einem Punkt der Geschichte sie enden lassen wollte, müsste es der Anfang des 20. Jahrhunderts sein. Wir erfanden das Auto, legten den Grundstein für die Atomkraft, den Laser, fingen an zu fliegen, kurz, wir emanzipierten uns von unserer Umwelt und setzten die gewaltige gestalterische Kraft von freien Individuen frei.
    Doch dann kam der zweite Weltkrieg, dann kam Hitler und dann kam das Gelddrucken und mit ihm der Wohlfahrtsstaat.
    Ersterer vernichtete den Glauben an die gute, absolut positive Kraft des freien Einzelnen, indem er das schlimmste Verbrechen beginn, dass man sich bis dahin nicht einmal vorstellen konnte.
    Zweiteres vernichtete alles, was die Aufklärung jemals errungen hatte.

    Beginnen wir bei Hitler, denn dieser Kausalzusammenhang ist leichter veranschaulichbar. Fünf Millionen Menschen vergasen, erschießen, foltern, in Lagern verrotten lassen, wie ist das möglich? Aus diesem Umstand konnte für die Kriegs- und die Nachkriegsgeneration nur der Schluss gezogen werden, dass der Mensch von Grund auf schlecht ist. Der Mensch war nunmehr nichts mehr von Gott Erschaffenes, kein wundervolles Wesen, das die Erde und seine Umgebung zu allem Besten gestalten konnte. Der Mensch war fürderhin ein Monster. Die Konsequenzen sehen wir heute anhand von unzähligen Beispielen. Vordergründig erkennbar ist die Regulierungswut des Staates oder heute eher der EU. Alles muss geregelt werden, denn der Mensch ist ohne Regeln nicht fähig, positiv zu sein. Ohne Regeln zerstört er die Umwelt, vergast er Menschen, zieht den Menschen gierig mit Hedgefonds das Geld aus der Tasche, zerstört er die Wirtschaft und schadet der Gesundheit. Kurzum: homo homini lupus est ist heutzutage der Leitsatz sämtlicher westlicher Gesellschaften. Daraus ableitbar ist so ziemlich alles, was ein freiheitsliebender Mensch verabscheut: Interventionen des Staates, Unzahl von Normen, Schutz des Konsumenten vor dem bösen Unternehmer, Behauptung des Klimawandels (daraus resultierende unzählige Freiheitseinschränkungen), Rauchverbot, Drogenverbot, Waffenverbot, Terrorismuswarnungen (und wiederum daraus resultierende massive Freiheitseinschränkungen inklusive Zerstörung der Privatsphäre), Staatsfeindlichkeit im Sinne von EU- Liebe um den Frieden zu wahren und Fremdenliebe, die soweit führt, dass wir unsere Kultur aufgeben und uns massenhaft von Völkern unterwandern lassen, die rein gar nichts mit unserer Kultur zu tun haben und das auch nicht wollen!

    Wenn man dies akzeptiert, weiß man, warum Europa im Sterben begriffen ist und wie ungemein schwer abwendbar dieses Ereignis ist. Denn den Glauben wiederherzustellen, dass der Mensch das Wundervollste auf der Erde ist und der Mensch die Fähigkeit hat, alles besser zu machen und dass daher die Freiheit des Einzelnen mächtiger und schöpferischer ist, als wir uns je zu träumen gewagt hätten, ist fast unmöglich in kurzer Zeit (und mit kurz meine ich noch Jahrzehnte).

    Die Vernichtung der Ergebnisse der Aufklärung durch Gelddrucken und Wohlfahrtsstaat ist schon schwerer verständlich.
    Sehen wir uns dafür kurz die Entwicklung des 20. Jahrhunderts bis heute an. Die Zentralbanken wurden geschaffen (mit den zwei Folgen der Weltkriege und Hyperinflation aber das ist nicht so bedeutend). Mit den Zentralbanken kam eines Tages die Idee, Geld aus dem Nichts zu erschaffen und nur mit diesem Mittel war es den Staaten des Westens möglich, Wohlfahrtsstaaten aufrecht zu erhalten, ohne die Freiheit des Einzelnen zu schnell zu stark einzuschränken.
    Was bedeutet nun der Wohlfahrtsstaat? Auf den ersten Blick etwas Gutes (wie immer), aber sieht man sich die Auswirkungen an, so ist er verheerend für uns. Nicht nur erodieren dadurch unsere Finanzen und werden dadurch nicht schon genug Freiheiten eingeschränkt, weil der Staat durch immer mehr und höhere Steuern die Wohlfahrt finanzieren muss. Nein, das Schlimmste ist, dass der Staat durch die Wohlfahrt die Beziehung zwischen Menschen aushöhlt. Sieht man sich nur einen einzelnen Menschen an, wird das schnell greifbar:
    Herr A hatte nicht die beste Erziehung und nicht die klügsten Eltern, also entscheidet er sich dafür, das Leben zu genießen. Er will keine Ausbildung, denn das kostet Freizeit. Herr A ist nunmehr Niedrigverdiener (wie die meisten in unserem Land). Er ist daher abhängig vom Staat, da er nur durch dessen Sozialleistungen ein halbwegs normales Leben führen kann. Er ist aber nicht nur abhängig vom Staat, das Fatalste ist, dass er nunmehr e contrario unabhängig von seinen Mitmenschen geworden ist! Wenn in seinem Leben etwas schief läuft, hat er den Staat. Herr A hat also nur noch seine engsten Verwandten, Freunde und den Staat. Auf seine Mitmenschen kann er pfeifen, denn er ist auf ihre Hilfe nicht mehr angewiesen.
    Alle Niedrigverdiener- und zunehmend auch die untere Mittelschicht- stehen also nur noch in einem Bürger- Staat- Verhältnis. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich logischerweise dann weg von den Mitmenschen hin zum Staat. Wenn also Probleme auftauchen, rufen sie nach dem Staat, anstatt Konflikte unter sich zu lösen. Bestes Beispiel sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Stark riechendes Essen und lautes Reden werden als unangenehm empfunden. In einer starken Zivilgesellschaft stellt sich so etwas gar nicht erst ein, weil man auf die Mitmenschen angewiesen ist und eine moralische Strafe, also Asozialität, sehr stark wirkt. Oder aber eine starke Zivilgesellschaft lässt es zu; im Einzelfall kann man das Problem aber sehr viel schneller und effektiver durch Reden lösen.
    Heute wird nach dem Staat gerufen, weil man den Kontakt zu den Mitmenschen verloren hat und man sich daran gewöhnte, dass der Staat alle Probleme löst. Das Telefonieren in Zügen, das Essen in U- Bahnen, usw. ist nunmehr verpönt. Der Mensch distanziert sich derart nur noch weiter von der Gesellschaft. Diese Entwicklung ist schon so weit, dass der Mensch sich schon gegen andere richtet, ein Denunziantentum ist entstanden. Eine Entwicklung, die sich völlig gegen die Zivilgesellschaft richtet und sie zerstört und die die Abhängigkeit vom Staat noch weiter erhöht.

    Der Staat aber will immer mehr Macht. Nun gibt es diesen ominösen Staat ja nicht. Aber ein Staat oder eine EU besteht aus Menschen. Menschen an Machtpositionen sind sehr leicht zu korrumpieren, sie werden außerdem abhängig vom Geld des Staates. Das Ergebnis ist stets, dass sich die Menschen, die im Staat die Macht haben, gegen die eigene Bevölkerung richten, weil der Verlust ihrer Stellung ihren Ruin bedeutete. Sie klammern sich mit aller Macht an ihre Position und so sind sie stark daran interessiert, dumme Bürger zu erzeugen. Eine aufgeklärte, gebildete Gesellschaft lässt sich nicht steuern und ist viel eher bereit, die Macht des Staates und eben seiner Profiteure einzuschränken.
    Der dumme Bürger von heute jedoch ist das Ergebnis dieses staatlichen Interesses. Der Staat machte die Bürger von sich abhängig und schaffte damit, dass sie ihm aus der Hand fressen. Die Ergebnisse der Aufklärung sind zerstört. Der neue Gott sind die Medien, denn der dumme, vom Staat abhängige Bürger glaubt alles, was ihm der Staat an Information serviert. Damals wurden Glaubenssätze der Religion nicht hinterfragt, heute hinterfragt man nicht einmal so dumme Behauptungen, wie dass die EU für unseren Wohlstand verantwortlich ist, es ohne sie Krieg gäbe oder gar dass die Menschen mit einem einzelnen Gas, das es seit Jahrmillionen in zum Teil zwanzig Mal so hohen Mengen gab, die gesamte Erde vernichten würde.

    Europa stirbt: der Mensch hat alle Aufklärungserrungenschaften über Bord geworfen, sein neuer Gott heißt Massenmedien, sein neuer Adel sind Parteien (nur dass Parteien kein Interesse am Erhalt eines Staates haben), sein neuer größter Feind ist er selbst!

  9. gms

    S.M.,

    “Kurzum: homo homini lupus est ist heutzutage der Leitsatz sämtlicher westlicher Gesellschaften.”

    Bedenkt man, wonach Wölfe untereinander ziemlich sozial agieren, kann obiger Spruch nur zutreffend auf jene wenigen angewandt werden, die ihn zum Dogma ihres Handelns bezogen auf alle Menschen machen.

    Vertrauen in das Umfeld und ein grundlegend positives Bild vom Nächsten wirken im menschlichen Zusammenleben ebenso selbsterfüllend, wie deren gegenteilige Zugänge. Aufgedoppelt wird dies um die Tatsache, wonach für gesellschaftliche Entwicklungen weniger von Belang ist, wie Sachverhalte tatsächlich sind, sondern vielmehr wie sie interpretiert werden. Aus Gift in den Köpfen folgt somit zwangsweise auch reales Gift auf den Tellern und damit das Siechtum derer, die dieses Mahl nolens volens verspeisen.

    Der Sozialismus und der damit einhergehende Siegeszug von Neid, Mißgunst und Erosion mitmenschlicher Bande sind nun mal genuin europäische Hervorbringungen. Flappsig ließe sich festhalten, Sozialismus sei das gemeinsame Kind deutscher Gründlichkeit und französischer Naivität. Eingedenk seiner Herkunft ist nicht verwunderlich, wonach Kommunismus als Exportartikel zum historischen Strohfeuer wurde, während er auf heimatlichem Boden professionell auf kleinerer, aber dafür umso nachhaltiger Flamme zubereitet wird.

    Vor über hundert Jahren schon wurde ausführlich geschrieben, wie die bürgerliche Gesellschaft zu zerschlagen und das vorgeblich Böse zu vernichten sei, auf daß in einer neuen utopischen und egalitären Gesellschaft alles gut würde. Seit ebenso langer Zeit zeigen Mahner das Wesen und Wirker derer auf, die zu diesem Zwecke Gift in die Gesellschaft träufeln. Im Verborgenen geschah dabei da wie dort rein garnichts.

    Warum hörte man nicht auf die Stimmen der Vernunft? — Der Befund flächendeckender Naivität mag überzogen sein, und dennoch war es naiv, die Skrupellosigkeit und Hartnäckigkeit derer zu unterschätzen, die ausgerechnet diese Untugenden auf ihre Fahnen hefteten, als sie sich offen deklariert auf ihren langen Marsch des Hobelns und Schleifens machten, um irgendwann alle Unterschiede beseitigt zu haben. Einer Verschwörung bedurfte es hierfür nicht, dafür war schon das Mem der kollektivistischen Utopie zu wirksam, um immer wieder aufs neue dieselben Irrtümer in sendungsbewußte Menschen zu pflanzen, die daraufhin selbst als Demiurgen agierten.

    “.. but you cannot fool all the people all the time!” — Das mag stimmen, doch offenbar reicht es zum Niedergang aus, wenn das falsche Spiel mit ausreichend vielen einige Jahrzehnte betrieben wird. Ein ewiges Verschaukeln aller Menschen war nicht notwendig.
    Zugleich ist es für gegenwärtig Lebende wenig tröstlich, wenn Europa in ferner Zukunft die rote Besatzungsmacht in den Köpfen wieder abgeschüttelt und der Spruch sich final bewahrheitet hat.
    Die meisten liberalen Denker wurden im Alter Pessimisten. Dies nicht etwa deshalb, weil sie vom Schlechten im Menschen ausgingen, im Gegenteil, sondern weil sie in der Gesellschaft zuwenig Widerstand gegen die permanenten Lügen und Verdrehungen einiger Weniger erkannten.
    Man mag mir als Atheisten die Bezugnahme nachsehen, aber es scheint kein Zufall, wonach “Diabolo” seinem Wortursprung derjenige ist, der auseinander dividiert. Das deutsche “dividieren” und englische “to divide” zeugen heute noch davon. Andere etymologische Pfade münden im “durcheinander würfeln” und “verdrehen”.

    Das Juden- und Christentum waren lange Bollwerke wider den Kommunismus, setzen beide doch auf das Individuum und dessen Freiwilligkeit, sich dem Guten zuzuwenden. Nur der ungezwungene Mensch, der von sich aus das Gute will, ohne sich statt dessen hierfür einer irdischen Macht zu unterwerfen, kann nach diesen religiösen Vorstellungen Teil einer harmonischen Gesellschaft sein. Demgemäß war und ist der ewige Konflikt mit dem Sozialismus aufgelegt, die heutige Propaganda nicht minder, inklusive filmischer Machwerke, in denen historische Kleriker konsequent als Irre und Verbrecher dargestellt werden und jegliches kirchliche Wirken auf Kreuzzüge, Intrigen und Frauenquälerei reduziert wird.

    Die vom Staat als Substitut offerierte Religionen firmiert unter Gerechtismus, wonach jenes edel und gut sei, das von der herrschenden Klasse als gerecht proklamiert wird. Die Wahrheit wird dabei nicht mehr gefunden, sie wird erzeugt und hernach verordnet. Die Allmacht des Menschen findet nach dieser Religion ihre höchste Ausprägung im Positivismus. Das mag diabolisch sein, aber offenbar kommt man damit durch.

  10. Mario Gut

    @world-citizen:
    Nur so nebenbei, Dekadenz war in der Geschichte NIE eine Auszeichnung, sondern die Einleitung zum Niedergang einer Gesellschaft (vom alten Rom bis Frankreich). Wie sie also Dekadenz als etwas “Liebenswertes” hinstellen ist an sich schon wieder dekadent.
    UND PS: Der Inbegriff der dummen Dekadenz sind wohl die weiblich dekadenten Pussy Irgendwas Kasperl und Inninen (Gendern bis zum Geht-Nicht -Mehr ist übrigens auch dekadent).

  11. Mario Gut

    @S.M.
    Danke für Ihren Beitrag, der in meiner Datenbank gelandet ist – ein sehr profunder Überblick – selten in einer Zeit der “quatschenden Experten” in allen Lebenslagen, aber ohne Substanz.

  12. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>> Nur so nebenbei, Dekadenz war in der Geschichte NIE eine Auszeichnung, sondern die Einleitung zum Niedergang einer Gesellschaft <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Dekadenz ist ein Begriff aus der Kampfrhetorik totalitärer Regime. Dass diese ihren Niedergang befürchten und aufzuhalten versuchen ist irgendwie logisch. Zugleich ist es eine abwertende Bezeichnung für Freiheit und Individualismus.
    Dass altes stirbt und durch neues ersetzt wird ist der ganz normale natürliche Lauf der Evolution, welchen totalitäre Regime immer gerne vergeblich aufzuhalten versuchen.
    Aber die "Dekadenz" hat die blutrünstigsten Regime und die mörderischsten Kriege überlebt und sie wird auch Putin überleben.

  13. fts

    Dekadenz ist das Gegenteil von Freiheit.
    Dekadenz ist das Ausgeliefertsein an die eigenen Triebe.

    Deshalb versuchen totalitäre Regime wie die EUDSSR auch
    eine Bevölkerung heranzuzüchten, die mittels Konsumismus,
    Frühsexualisierung, Zerstörung von Sprache und Werten
    in leicht kontrollierbaren, dekadenten Zustand verbracht,
    bzw. in diesem gehalten wird.

    Weil jeder freie, selbstbewusste Bürger zur Gefahr für dieses
    Regime wird.

    Wie in der Geschichte üblich versuchen sich die Apolegeten
    dieser totalitären Staats- und Bevormundungsregimes
    zur Verschleierung dieser Tatsachen im
    orwellschen Neusprech.

    Bliebe noch zwei Dinge anzumerken:
    1. Jedwede ‘Dekadenz’ muß auch irgenwie finanziert werden.
    Sie wird also letzlich erst durch Ausbeutung Dritter ermöglicht, denen
    in diesem Zusammenhang dann ebenfalls die Freiheit genommen wird.
    2. Zwar bricht die ‘Dekadenz’, im Lauf der Geschichte immer
    wieder hervor und man mag dieses wiederholte Auftreten auch
    als ‘Überleben’ der ‘Dekadenz’ bezeichnen.

    Nicht überlebt haben jedoch die ‘Dekadenten’ selbst.

    Und das wird auch nie geschehen. Dem stehen einfachste
    Naturgesetze entgegen.

  14. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>> Deshalb versuchen totalitäre Regime wie die EUDSSR auch eine Bevölkerung heranzuzüchten <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ach nee – wieder so ein Verwirrter, der die EU für ein totalitäres Regime und Putin dagegen für einen lupenreinen Demokraten hält. Stalin, schau runter!

  15. fts

    Ein Nachtrag:
    Natürlich könnte man auch, falls man Spenglers Morphologie der Weltgeschichte folgen will,
    die sich innerhalb der totalitaristischen EUDSSR zunehmend ausbreitende Dekadenz
    als Symptom des bevorstenden Niedergangs und Zerfalls der EUDSSR anstatt
    als deren Ursache deuten.

  16. S.M.

    @ Mario Gut

    Ich danke Ihnen. Sie können den Text gerne weiterleiten, es würde mich freuen, wenn er eine anregende Debatte anstößt.

    @ Weltfremdbürger

    Viel armseliger finde ich die Tatsache, dass ein Mann, der behauptet von Welt zu sein, nicht die totalitären Parallelen zwischen der Russischen Föderation und der EU sieht.
    Wenn Sie die EU tatsächlich für demokratischer als Russland halten, dann haben Sie dringenden Aufholbedarf an juristischen Grundkenntnissen.

  17. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>> Viel armseliger finde ich die Tatsache, dass ein Mann, der behauptet von Welt zu sein, nicht die totalitären Parallelen zwischen der Russischen Föderation und der EU sieht. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Die da wären??????????????????

  18. S.M.

    Da weiß man nicht, wo anfangen. Da diesen Thread nur noch Wenige lesen und Sie sowieso ein unverbesserlicher “Weltbürger” mit Hang zu einer Weltregierung sind und Sie sowieso Fakten, selbst wenn Sie Ihnen direkt in Ihren undurchdringbaren Schädel einhämmert, nicht einsehen wollen, fasse ich mich kurz.

    Da wär zum einen die Kommission, die ein zutiefst antidemokratisches Organ ist, aber judikative Elemente besitzt, eine Exekutive ist und gleichzeitig das Gesetzesinitiativenmonopol hat, also Pustekuchen mit Rechtsstaat weil Null Gewaltenteilung.
    Dann ist da das Faktum, dass ein Großteil elementaren Rechts Richterrecht vom EuGH ist, wiederum absolut antidemokratisch. Der EuGH wiederum ist eines Höchstgerichts nicht wert. Hier hantieren Vollidioten, die von der nationalen Exekutive ausgesucht werden, am Richterstuhl und setzen sowieso zu über zwei Dritteln das um, was der Generalanwalt vorgibt!
    Die EU verbietet Staubsauger, Glühbirnen, Duschköpfe, Kaffeemaschinen, “Diskriminierung” (früher hieß das mal Vertragsfreiheit) und zeigt eindeutig totalitäre Züge, wenn es um bestimmte Themen gibt. Beim Klimawandel, bei Genderismus, beim “alternativlosen” Euro und bei “Rechtspopulisten und Rechtsextremen” (das sind jene Parteien, die es wagen, die Segnungen dieses Elitenprojekts in Frage zu stellen) kennt diese EU keinen Spaß.
    Subventioniert wird alles, was der EU- Propaganda Vorschub leistet, diffamiert und denunziert wird alles, was der EU nicht passt.Und Sie fragen ernsthaft, wo da die Parallelen liegen?

    P.S.: Falls man den Fall Krim tatsächlich als Annexion sieht, muss man dazu sagen: die EU annektiert nicht, sie hindert nur mit allen Mitteln jeden Staat daran, aus der EU auszutreten und schiebt all jenen Nationen, die sie gerne unter der Fuchtel hätte, Steuergeld massenhaft in den Hintern. Ganz Widerspenstige wie die Schweiz… nunja, man braucht sich nur die Reaktion der EU- Granden ansehen, als diese bösen faschistischen Nazischweizer tatsächlich es wagten, die Zuwanderung zu beschränken!

  19. world-citizen

    Das was Sie hier aufzählen sind einerseits gewisse Demokratiedefizite, wie sie in allen demokratischen Staaten vorhanden sind und andererseits erwünschte Gewaltenteilungen. So z.B. können und dürfen Gerichte niemals gewählt werden, weil sie dann nicht mehr von der Politik unabhängig wären. Diese Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit sind aber tragende Säulen der Demokratie.

    Die charakteristischen Merkmale eines totalitären Staates sehen wie folgt aus:

    Eine alles durchdringende totale Ideologie, die nicht auf ein kritisches Bewusstsein, sondern auf Überzeugung setzt, wie zum Beispiel der Nationalsozialismus, teilweise der Marxismus-Leninismus oder Juche mit einem zentralen integrativen Feindbild (Juden, Monopolkapitalismus) und der Schaffung eines neuen Menschen.
    Unterordnung des Einzelnen unter die Gemeinschaft (Volksgemeinschaft, Klassenlose Gesellschaft, Diktatur des Proletariats), nach dem Grundsatz: „Gemeinsinn geht vor Eigennutz!“, „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ (Nationalsozialismus) bzw. „Vom Ich zum Wir“ (in der DDR). Dieser Kollektivismus bedingt die Unterdrückung des Individuums und den Verlust der persönlichen Freiheit.
    Keine Gewaltenteilung. Legislative, Exekutive und Judikative sind nicht unabhängig und getrennt voneinander, sondern „liegen in der Hand“ des Diktators oder der herrschenden Partei.
    Überwachung: Der Machthaber (also der Diktator oder die Partei) versucht, die Bevölkerung seines Staates zu „erfassen“, so dass dem Einzelnen kein Privatleben und kein Freiraum mehr bleibt. Aber nicht nur das äußere Handeln, sondern auch das Denken und Fühlen der Menschen soll beeinflusst werden. Mittel dazu sind Propaganda und Erziehung im Sinne des Staates, die ständige Indoktrination und die Manipulation „von der Wiege bis zur Bahre“.
    Keine bürgerlichen Freiheiten bzw. die Missachtung der Menschenrechte, keine Meinungsfreiheit, keine Medienfreiheit, de facto keine Religions- und Gewissensfreiheit, keine Freiheit der Kunst und Lehre. Das Pressewesen wird weitestgehend durch den Diktator bzw. die herrschende Partei beeinflusst. Die Meinungsfreiheit wird durch die Zensur unterdrückt oder ist gar nicht mehr vorhanden.
    Spitzeltum, Geheimdienst, Geheimpolizei bzw. Politische Polizei, willkürliche Verhaftung und Repression der Bevölkerung sollen jedes unabhängige Denken im Keim ersticken und die Menschen einschüchtern.
    Oft auch Konzentrationslager, Arbeitslager wie z. B. das sowjetische Lagersystem Gulag, Geheimgefängnisse bzw. Folter von Häftlingen.
    Häufig auch Militarismus im Leben der Bevölkerung, Allgemeine Wehrpflicht und entweder eine aggressive Außenpolitik oder diplomatische und sonstige Isolation. (http://de.wikipedia.org/wiki/Totalitarismus)

    Einziges, in der EU teilweise leider noch vorhandenes Merkmal ist die allgemeine Wehrpflicht, was aber nicht Schuld der EU ist, sondern an den Staaten liegt, die an dieser Freiheitsberaubung festhalten.

  20. S.M.

    Ich meine das jetzt wirklich nicht beleidigend, aber sind Sie dumm oder so? Sie zitieren hier einen Wikipediaartikel, der so ziemlich alles auflistet, was die EU erfüllt und Sie merken es nicht einmal? Wie weit fehlt es bei Ihnen überhaupt?
    Sicher sollen Richter unabhängig sein, aber meine Kritik war, dass große Teile des europäischen Rechts vom EuGH stammen und Recht sollte in einer Gewaltenteilung von wem kommen? RICHTIG! VOM PARLAMENT, dem GEWÄHLTEN GESETZGEBER!
    Die Kommission haben Sie in Ihrem Anfall von Dummheit völlig übergangen, passt wohl nicht in Ihren Kram.

    Eine alles durchdringende totale Ideologie, die nicht auf ein kritisches Bewusstsein, sondern auf Überzeugung setzt, wie zum Beispiel der Nationalsozialismus, teilweise der Marxismus-Leninismus oder Juche mit einem zentralen integrativen Feindbild (Juden, Monopolkapitalismus) und der Schaffung eines neuen Menschen

    So wie die Überzeugung des Klimawandels oder die Schaffung des politisch korrekten Menschen? Hoppla, das ist ja Essenz der EU.

    Keine Gewaltenteilung. Legislative, Exekutive und Judikative sind nicht unabhängig und getrennt voneinander

    So wie die Kommission und der EuGH, der legislativ wirkt? Hoppla, schon wieder EU.

    Überwachung: Der Machthaber (also der Diktator oder die Partei) versucht, die Bevölkerung seines Staates zu „erfassen“, so dass dem Einzelnen kein Privatleben und kein Freiraum mehr bleibt.

    So wie die Vorratsdatenspeicherung und die Kooperation mit der NSA? Hoppla, wiederum EU.

    Aber nicht nur das äußere Handeln, sondern auch das Denken und Fühlen der Menschen soll beeinflusst werden. Mittel dazu sind Propaganda und Erziehung im Sinne des Staates, die ständige Indoktrination und die Manipulation „von der Wiege bis zur Bahre

    So wie die Indoktrination seitens der Massenmedien? So wie Umerziehung des Menschen zum politisch Korrekten, der Energie spart, den Klimawandel nicht leugnet und den Euro als alternativlos akzeptiert? Hoppla, was macht die EU zur Zeit?

    Sie zählen hier exemplarisch mit diesem Linkipediaartikel sehr deutlich auf, wie totalitär die EU schon ist und merken es nicht einmal? Verzeihung aber etwas derart Ungebildetes und Dummes hab ich noch nie erlebt. Selbst der Bauer aus Hintertupfing würde erkennen, dass dieser Beitrag aus dem Wiki fast auf den Punkt genau die EU beschreibt. *lol* Sie sind mir kein Wort mehr wert. Verrotten Sie in Ihrem totalitären Gedankengut und sterben dumm, mir egal.

  21. world-citizen

    @ S.M.

    Gibt es in den USA einen Kongressabgeordneten der sich unverhohlen für die Zerschlagung der USA ausspricht. So einer dürfte erst gar nicht kandidieren.
    Gibt es in Russland einen Abgeordneten in der Staatsduma, der sich unverhohlen für die Zerschlagung der Russischen Föderation ausspricht – der würde wahrscheinlich schon im Knast landen bevor er überhaupt kandidieren könnte.
    Nur in der EU ist man so tolerant, dass man den erklärten Feinden Plätze im Parlament gewährt, wo sie nichts anderes tun, als durch Schreiorgien den parlamentarischen Ablauf stören und nicht die geringste Absicht haben, am politischen Prozess konstruktiv zu beteiligen. Und gerade die besitzen dann auch noch die Unverfrorenheit, die EU als totalitäres System zu bezeichnen. Man darf gespannt sein, wie lange die fütternde Hand noch bereit sein wird, sich beißen zu lassen.
    Die UKIP z.B. hat wegen des britischen Mehrheitswahlrechtes nicht die geringste Chance auf einen Einzug in das britische Parlament. Dafür lassen sie sich ins EP wählen, wo das Verhältniswahlrecht gilt und nehmen auch gerne das Geld derer, denen sie den offenen Kampf erklären.
    Aber Europa ist keine Macht, die auf Expansion ausgerichtet ist, sondern eine Pflanze, die langsam aber kontinuierlich wächst.

  22. gms

    WC,

    “Nur in der EU ist man so tolerant, dass man den erklärten Feinden Plätze im Parlament gewährt, wo sie nichts anderes tun, als durch Schreiorgien den parlamentarischen Ablauf stören ..”

    Geht’s vielleicht noch eine Nummer größer? Wie wäre es mit “infernalischen Schreiorgien unter Hinzuziehung von Knallkörpern zur Verunmöglichen jeglichen Parlamentsbetriebes”?

    “.. und nicht die geringste Absicht haben, am politischen Prozess konstruktiv zu beteiligen.”

    Einmal mehr der Klassiker schlechthin — wenn’s keine Argumente gibt, kommt Psychogequatsche.

  23. world-citizen

    @gms

    Leide ist es so. Im EP geht’s manchmal zu wie im Reichstag zur Zeit der Weimarer Republik. Für die NSDAP war ja der Rechstag auch nur eine “unnütze Quasselbude” den sie zerschlagen wollten. Wehret den Anfängen!

  24. gms

    WC,

    “Leide ist es so.”

    Mit einer beliebig eng gefaßten Definition von “politischer Prozeß” wird das wohl so sein.

    “Wehret den Anfängen!”

    Den Zug haben wir in den 90ern schon verpaßt.

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