Die antibürgerlichen Tugendwächter

Von | 14. Mai 2021

(JOSEF STARGL) Eine schon jahrzehntelang in Kindergärten, Bildungs- und Kulturinstitutionen sowie Medien praktizierte kollektivistische Bewusstseinsbildung, die sich am Stammesdenken orientiert, hat eine „Austreibung von Individualität und Wettbewerb“ bewirkt.
Die „Entmachtung der erziehenden bürgerlichen Familie“ führte zu immer mehr staatlicher Fürsorge und Bevormundung. Das Versprechen von Glück und (sozialer) Sicherheit hat ein Anspruchsdenken und eine Vollkaskomentalität im paternalistischen Versorgungsstaat gefördert.
Moralisierende Tugendwächter haben mit ihrem Gerede über „soziales Lernen“, „soziale Intelligenz“, „Sozialkompetenz“ und „Teamfähigkeit“ einen Gruppenkult, ein kollektivistisches Denken und einen Verlust der individuellen Freiheit bewirkt.

Der neojakobinische Anspruch auf Unfehlbarkeit ist stets mit einer moralisierenden Elimination von sachlichen Argumenten, mit einem „andere zum Schweigen bringen“ (statt Aussagen zu widerlegen), mit Einschüchterung und (im Interesse von Ergebnisgerechtigkeit sowie von Ergebnisgleichheit) mit einer Förderung der Anpassungsfähigkeit und mit einer Selbstzensur verbunden, die zur „Schweigespirale“ führt.

Menschen entwickeln in Kollektiven oft eine Angst vor der Freiheit, vor der Selbständigkeit, vor einer Orientierung ihres Denkens und Handelns am Selbstinteresse und vor einer Vielfalt im Wettbewerb. Es fehlt ihnen immer mehr der Mut zur Zivilcourage, zu einem selbständigen Denken und Handeln, zum Risiko der Abweichung, zum „Ausgang aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit“ und zu Lernprozessen.

Einschüchterung, Indoktrination und Propaganda helfen mit, den Einzelnen zu krümmen und eine „Mentalität der Untertänigkeit“ zu unterstützen.

Die Öko-Realsozialisten fördern in der Bewußtseinsbildungsindustrie einen „Geist der zivilisationsrevolutionären Wachsamkeit“. Ihre Behauptung, dass „alles, was Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft tun, anderen Menschen schadet“, dient im Namen der Schaffung eines „Himmels auf Erden“/eines „irdischen Paradieses“ der Steuerung, der Manipulation und der Kontrolle des Denkens und des Tuns.

Apokalyptische Szenarien und Katastrophenberichte sollen aufzeigen, mit welchen Folgen bürgerliche Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen (angeblich) verbunden sind.
Der „Stamm der Öko-Totalitaristen“ will mit der Erzeugung von Angst mehr Zustimmung zu seinem Konzept einer „geschlossenen Gesellschaft“ bewirken. Feindbilder werden gepflegt, Verdächtige werden mit einem System von Zuträgern überwacht, das vermeintliche oder das tatsächliche Fehlverhalten Andersdenkender wird aufgezeigt und die „Feinde“ werden „bekämpft“.
Moralbonzentum und Tschekismus erleben eine Renaissance. In einem „System des moralisierenden Tugendterrors“ werden abweichende Meinungen verurteilt und verfolgt.
Eine „Freiheit für Einzelne“ gibt es im Kollektiv nur für Auserwählte, für die Avantgarde der moralisierenden Tugendwächter. Sie besitzen einen Tugendausweis, der ihnen ein „global-sozial-gerechtes“, ein multizivilisatorisches sowie ein „nachhaltiges“, ein klima- und umweltbewußtes, Denken und Handeln bescheinigt.

Diese „Nomenklatura der Guten“ verbreitet „Anleitungen zur Zerstörung der bürgerlichen Ordnung“. „Diskurshoheit“ und „geistige Hegemonie“ in den Bewußtseinsbildungsindustrien sind für sie Teil einer Strategie des Ausbaues von Macht und ein Herrschaftsinstrument zur „Ausschaltung ideologischer Gegner“.

Die Tugendwächter engagieren sich für den „Schutz vor den Folgen des Gebrauches bürgerlicher Freiheiten“ und für die „Rettung der Welt vor dem (durch die Bürgerlichen verursachten) Untergang“. Freunde der Freiheit, vereinigt euch.

3 Gedanken zu „Die antibürgerlichen Tugendwächter

  1. CE___

    Sehr guter Artikel.

    Nationalsozialismus.

    Kommunismus.

    Klimaismus.

    Covidismus.

    Alles ein totalitären Zeug von “Mitmenschen” um andere Menschen zu schurigeln.

    Die beiden letztgenannten erleben wir gerade eben.

  2. Kluftinger

    Herr Stargl hat es wieder einmal auf den Punkt gebracht! Wobei der “fehlende Mut zur Zivilcourage” einer der zentralen Punkte ist. Dies hat aber zwei Seiten: einmal der fehlende Mut den Moralaposteln zu widersprechen wenn es erforderlich wäre, ein andermal auch die fehlende Wissenskompetenz. Wenn ich keine begründbaren Gegenargumente habe, bin ich bald ausgehebelt?
    Da stößt man aber auf ein weiteres Phänomen: Literatur trifft auf Google . Es nützen alle seriösen Studien nicht, wenn Google etwas anderes sagt. Die Aufforderung sich mit eingehenden Studien zu befassen wird – Google sein Dank – abgelehnt. Wozu lesen und sich eingehender informieren wenn es kürzer auch geht?

  3. sokrates9

    Völlig richtige Ansätze! Eine Ursache liegt darin dass es keinen Individualiamus es mehr gibt.Die pädagogischen Kindergärtnerinnen haben striktes Zeitschema: Bis 11 Uhr spielen auf kommando, dann essen, dann Mittagsschläfchen, alles auf 5 Minuten genau getaktet. Da kann nur der sozialistische Einheitstrottel rauskommen!

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