Die AUA leidet noch heute unter ihrem Ex-Eigentümer Staat

(GEORG VETTER) Wieder einmal ist die Austrian Airlines durch Flugausfälle aufgefallen. Zu Weihnachten 2013 entfielen 5 Langstreckenflüge (Dubai, Toronto, Peking und Chicago) wegen übermäßiger Krankenstände. 24 Flugausfälle gab es im Mai 2012 wegen „unfit to fly“ gemeldeten Personals, 6 Flugausfälle im Zuge einer Betriebsversammlung am 7.11.2013.

Weder das Management noch der Betriebsrat sprechen von passivem Widerstand. Nach außen wird kein Arbeitskonflikt kommuniziert. Der Fluglinie würde Unzuverlässigkeit und damit ein weiterer Schaden in der Zukunft zugeschrieben werden, der Betriebsrat würde sich strafbar machen. Also hält man den Ball flach – auch wenn der Schaden enorm ist. Allein zu Weihnachten 2013 sollen 1.441 Passagiere betroffen gewesen sein, die umzubuchen und mit einem pauschalen Schadenersatz von EUR 600 abzufinden waren. Ergibt überschlagsmäßig locker einen Schaden von EUR 2 Millionen für die Austrian Airlines.

Ausgetragen wird die Auseinandersetzung um den Kollektivvertrag auf dem Rücken der Passagiere. Ein Blick in diesen völlig unverständlichen Kollektivertrag genügt, um das Konfliktpotential zu erkennen (http://www.kollektivvertrag.at/kv/bordpersonal-austrian-airlines-und-lauda-air-ang/bordpersonal-austrian-airlines-und-lauda-air-rahmen/2663844). Dass sich die Gewerkschaft als Kollektivvertragspartner intern an eine qualifizierte Mehrheit des „betroffenen“ Personals bindet (3/4 Mehrheit), erscheint bemerkenswert. Die französischen Erfinder des Syndikalismus hätten ihre Freude. So leidet die Austrian Airlines noch heute an den Zeiten der Verstaatlichung, als Personalvertreter über die Hintertür der Politik ihre Sonderinteressen anzutragen wussten.

Die Gewerkschaft wird es irgendwann zwischen der Verteidigung der Privilegien ihrer Mitglieder und den Interessen der beschädigten Fluggäste zerreißen. Wie lange sie diesen Spagat aushält?

 

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