Die Austeritäts-Lüge

Von | 4. März 2013

“….Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Person kennen, die in 2008 12% mehr ausgegeben hat, als sie verdient hat, und im nächsten Jahr 31% mehr ausgegeben hat, als sie einnahm, in 2010 dann 25% mehr ausgegeben hat, als sie eingenommen hat, und in 2011 26% mehr ausgab, als sie verdiente. Würden Sie sagen, dass diese Person sparsam ist? Und würden Sie dieses Ausgabenverhalten als tragfähig erachten?
Und genau das ist es, was die spanische Regierung getan hat. Die spanische Regierung hat damit unter Beweis gestellt, dass sie nicht fähig ist, ihren Kurs zu ändern. Und perverserweise wird diese „Austerität“ dann auch noch für die schrumpfende spanische Wirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht….”

60 Gedanken zu „Die Austeritäts-Lüge

  1. Lodur

    Wollekaspar hat wohl nicht erfasst, dass es in meiner Argumentation um die GLOBALE VERTEILUNG DER ERTRÄGE AUS DEN WERTSCHÖPFUNGSPROZESSEN geht.

    Jede weitere Diskussion mit solchen einfältigen Philistern ist daher absolut SINNLOS.

    Bei genauerer Analyse sind die globalen Verteilungsdisparitäten sogar noch viel extremer:

    “Die Armutszahlen, die die Weltbank vorlegt, müssen nach oben revidiert werden. Das fordert der Armutsexperte Thomas Pogge von der Columbia University. Er hält das bisherige Berechnungsschema für unpräzise. Die Weltbank legt regelmäßig Daten über Verteilung und Ausmaß der globalen Armut vor. Der Philosoph Thomas Pogge hält diese Statistiken jedoch für fragwürdig. Denn die Weltbank misst die Armut in Bezug auf das Einkommen. Sie legt die Armut mit einer Einkommensschwelle von einem Dollar pro Tag fest, genauer gesagt mit der Kaufkraft von einem Dollar pro Tag in einem bestimmten Basisjahr. Die Kaufkraft wird mit einem Faktor multipliziert, der ausgleichen soll, dass man in Entwicklungsländern mehr Kaufkraft hat als zum Beispiel in Österreich. Zum einen kritisiert Pogge, dass die Weltbank Kaufkraftparitäten verwendet, die auf der Annahme beruhen, dass man in Entwicklungsländern um dasselbe Geld drei bis sieben Mal mehr kaufen kann als in den USA. Das sei ein Irrtum, denn die Preise seien von Ware zu Ware sehr unterschiedlich. Manche Produkte können in reichen Ländern bis zu hundert mal mehr kosten als in armen Ländern. Zum anderen werden die falschen Waren beachtet. “Bei der Bewertung der Kaufkraft der verschiedenen Währungen werden alle möglichen Waren und Dienstleistungen berücksichtigt, von denen die Mehrheit für die Armen natürlich völlig irrelevant ist. Es ist für die Armen irrelevant, wie viele Dienstleistungen, Flugtickets und Handys sie sich kaufen können. All das kaufen sie nicht. Die einzigen Güter, die für die Armen relevant sind, sind Grundnahrungsmittel und die medizinische Grundversorgung”, meint Pogge im ORF-Radio. “Auf die Preise dieser wenigen Bedarfsgüter kommt es an. Man müsste also, um die Kaufkraft von Währungen vernünftig einzuschätzen, speziell für diesen Zweck einer Bewertung der Entwicklung von Armut – sich auf diese Güter und ihre Preise konzentrieren.” Der Armutsbegriff muss von menschlichen Grundbedürfnissen ausgehen, so das Modell Pogges. Er ist mit seinem Buch “Global Justice”, das im Blackwell Verlag erschienen ist und demnächst auch auf deutsch auf den Markt kommt, zum gefragten Armutsexperten avanciert. Pogge meint, es müssen Güter bestimmt werden, mit denen diese Grundbedürfnisse gedeckt werden können. Als arm hätte dann zu gelten, wer sich die Kombination dieser Bedarfsgüter nicht leisten kann. Dieses Modell wäre gerecht und würde global eine einheitliche Bedeutung haben. Mit diesem Berechnungsmodell würde die Ungleichheit noch viel deutlicher dargestellt. Die soziale Ungleichheit steigt sehr stark an – sowohl zwischen Ländern als auch zwischen den Menschen weltweit, meint Pogge. Und zwar insofern, als ein größerer als proportionaler Anteil des Wirtschaftswachstums den Reichen zugute kommt. Die Armen haben nicht einmal ihren proportionalen Anteil am Wachstum – als Zuwachsrate im Haushaltseinkommen. Die globale Ordnung ist ein wichtiger Faktor, der diese Phänomene beeinflusst.”

  2. wollecarlos

    @Lodur
    “Jede weitere Diskussion mit solchen einfältigen Philistern ist daher absolut SINNLOS.”

    wie oft haben Sei das schon geschrieben?
    20 oder 40 Mal?
    Haben Sie dafür einen Textbaustein gesetzt?

  3. Feldheld

    Karl Markt :
    Merke: Der Staat ist ein Dienstleister und Umverteiler. Der Staat kann zwar keinen Wert schaffen (sofern er nicht als profitabler Unternehmer tätig ist), er kann aber auch keine Kaufkraft vernichten.

    Wie wärs, wenn Sie erstmal selbst beginnen, was zu merken? Aber dann wären Sie wohl kein Linker mehr.

    Jede Umverteilung durch Zwang vernichtet Kaufkraft. Die Kaufkraft des Geldes entspricht der Menge an Gütern und Leistungen, die für Geld angeboten werden. Umverteilung ist bei den Empfängern UND bei den Gebern Anreiz, weniger zu leisten und zu produzieren. Jeder Euro, der zwangsweise und ohne Gegenleistung den Besitzer wechselt, ist defacto eine Geldentwertung.

    In Zeiten technologischer Quantensprünge mag man sich diesen dekadenten Luxus eine zeitlang erlauben können ohne daß es auffällt. Aber diese Zeit geht bei uns deutlich dem Ende entgegen, wie man an der Überschuldungskrise der Schnullerstaaten erkennen kann.

  4. Karl Markt

    @Feldheld
    „Tatsache ist, dass sich das Arbeitsvolumen, das heißt, die Zahl der effektiv geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf der Bevölkerung von 1900 bis zum Jahr 2000 recht genau halbiert hat. … Richtig ist, dass heute – jedoch aufgrund des Produktivitäts-Fortschritts – pro Kopf der Bevölkerung die sechsfache Menge an Gütern und Dienstleistungen erwirtschaftet wird wie vor 100 Jahren“.

    Die sechsfache Menge? Ja und Sie sagen es wird weniger produziert.

    100€ Kaufkraft bleiben 100€ Kaufkraft. Ob da der Staat kommt und diese 100 auf 3 aufteilt oder nicht, ändert nichts daran. Wahrscheinlicher ist sogar, dass insgesamt mehr ausgegeben wird, da sonst ja evtl. gehortet würde.

    Der Staat verbrennt das Geld nun mal nicht. Geld ist nie weg, es hat nur jemand anders.

  5. Karl Markt

    Der Wettbewerb der Unternehmer untereinander sorgt dafür, dass immer mehr produziert werden muss. Wenn da nachher die Löhne besteuert werden andert das gar nichts.

  6. wollecarlos

    Karl Markt :
    Der Wettbewerb der Unternehmer untereinander sorgt dafür, dass immer mehr produziert werden muss.

    Vielleicht sollten SIe in Ihre Überlegungen auch die PARAMETER

    >Qualität
    >Deckungsbeitrag
    >notwendige Investitionen und deren Wirtschaftlichkeit >>> Investitionsrechnung
    >Nachhaltigkeit

    einfügen.

    So, wie Sie das hier marxistisch einschränken, funktioniert Wirtschaft nicht.
    Es ist nicht das “immer mehr”, sondern das “immer besser”!

  7. Karl Markt

    @wollecarlos
    “Es ist nicht das “immer mehr”, sondern das “immer besser”

    Siehe Pferdefleischskandal!

    Das immer besser? Ein Smartphone ist zwar besser, aber nicht teurer als ein Handy der 90er. Wie macht so ein Handyhersteller wohl Gewinn? Doch nicht etwa über die Menge oder?

    Wollecarlos reitet geschwind
    durch geistige Umnachtung
    in neoliberalem Rückenwind

  8. wollecarlos

    @Karl Markt
    Im Gegensatz zu Lodur halte ich Ihnen ja zugute, daß Sie eigene Gedanken einbringen.
    Insofern macht der Austausch mit Ihnen ja auch Spaß´, wenn man die Zeit dafür vergeuden (eine Gemeinheit, ich gebe es zu!) will.

    Nun sollten Sie dem geneigten Leser also mal klarmachen, was der Pferdefleischskandal mit dem Parameter “Qualität” zu tun hat….

    Und bei Ihrer Entgegnung immer daran denken:
    kriminelles Verhalten wird auch (und gerade ??) von Liberalen nicht goutiert!

  9. wollecarlos

    @Karl Markt
    … und. lieber Karl, was den Umgang mit der Sprache, der Lyrik usw. angeht, empfehle ich ihnen doch mal den folgenden Link:

    https://www.vhs.at/suche.html?suche=sprache&suche_submit=suchen&tx_indexedsearch%5Bsword%5D=sprache&suche_all=0

    Vielleicht können Sie daraus Nektar saugen, auf jeden Fall wünsche ich es Ihnen und erhoffe es für mich, denn das was Sie so schreiben, tut einem in der Seele weh, zumindest also, was es Ihre dichterischen Fähigkeiten anbelangt.

    So mal als Beispiel:

    Weder das Versmaß stimmt,
    noch der Reim,
    also lieber Karl,
    lass es doch sein!

    Das hätte doch was, meinen Sie nicht auch ?

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