Die blutige afghanische Nase

Von | 6. Januar 2019

(GEORG VETTER) Laut diversen Medienberichten begraptschte in der Sylvesternacht ein Afghane diverse Frauen und holte sich hiefür von einem resoluten Opfer eine gebrochene Nase. Beide haben nun mit einem Strafverfahren zu rechnen.
Grapscher lieben die Masse, weil die Gefahr ertappt zu werden in einer solchen Umgebung eher gering ist. Sie lieben die Anonymität und fühlen sich in ihr mächtig. Elias Canetti hat über „Masse und Macht“ ein ganzes Buch geschrieben. Es ist daher kein Wunder, dass sich potentielle Täter gerne unter die Sylvestermassen mengen. Auch wenn die Wiener Innenstadt zum Jahresausklang regelmäßig in eine halbe Festung verwandelt wird, sind Übergriffe fast unvermeidlich. Wie so oft gibt es zwei Strategien, um solcher Situationen Herr zu werden:
Die erste Strategie ist Hilfe durch den Staat, was heutzutage im Allgemeinen den Rückgriff auf das Strafrecht bedeutet. Wir erinnern uns noch gut an die Diskussion um die strafrechtliche Sanktionierung des Grapschens, die wir vor ein paar Jahren führten. Ob unser Täter wusste, dass Grapschen in Österreich unter Strafe gestellt ist, mag bezweifelt werden. Selbst wenn er es aber wusste, hätte ihn der einschlägige Paragraf des Strafgesetzbuches von seiner Tat kaum abgehalten. Ob er viele Monate nach der Tat eine Geldstrafe oder eine vermutlich bedingte Haftstrafe zu erwarten hat, wird ihn nicht wirklich zum Umdenken animieren. Dass das Strafübel möglichst rasch ausgesprochen werden muss, um seine Wirkung zu entfalten, ist eine Erfahrung, die schon junge Eltern mit ihren unfolgsamen Kindern machen. Je verzögerter eine Strafe verhängt wird, desto lächerlicher wirkt sie. Sylvesteropfer, die sich ausschließlich auf die Staatsanwaltschaft verlassen würden, wären ziemlich verloren. Es gibt nun einmal Situationen, in denen die Grenzen der Wirksamkeit des Staates (Humboldt) sehr bald erreicht werden.
Die zweite Strategie ist die Selbsthilfe, derer sich unsere Dame „reflexartig“ bediente und mit der sie in liberalen Kreisen vermutlich auf viel Sympathie stoßen wird. Wer übrigens glaubt, dass die Einstellung, Zwistigkeiten lieber ohne Staat zu lösen, auf eine derartige Kleingruppe von Intellektuellen beschränkt wäre, irrt gewaltig. Die allermeisten Menschen verstehen das Strafrecht Gott sei Dank nach wie vor als ultima ratio, auf das nur zurückgegriffen werden sollte, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Die mutigen Aussagen von Nina Proll in der Meetoo-Debatte sowie die seinerzeitigen – überwiegend positiven – Reaktionen seien diesbezüglich in Erinnerung gerufen. Aber selbst die Unterschicht liebt das „Vernadern“ nicht und löst ihre Konflikte traditionell ohne die Staatsmacht. Das Wienerische kennt aus der Tradition gegen den Habsburgischen Obrigkeitsstaat ein besonders treffendes und auch heute noch – insbesondere bei Fußballfans – gebräuchliches Wort, dass die staatskritische Grundeinstellung charakterisiert: Verwamsen. In jenen Kreisen, die dieses Wort verwenden, wäre unsere Dame aus der Sylvesternacht der Acht anheimgefallen, wenn sie sich nicht gegen den Afghanen gewehrt und ihn bei der Polizei zu verwamsen versucht hätte. Im übrigen wäre die Identitätsfeststellung des Afghanen ohne gebrochene Nase kaum durchführbar gewesen. Lichtscheue Männer (korrekterweise: und Frauen) zeigen nämlich selten freiwillig den Opfern ihre Ausweise.
Nicht nur aus Gründen des effizienten Selbstschutzes, sondern auch aus generalpräventiven Überlegungen ist die zweite Strategie daher vorzuziehen. Wenn sich bei den potentiellen Tätern herumspricht, dass in Österreich blutige Nasen ausgeteilt werden, wird die abschreckende Wirkung wesentlich höher sein als jedes zeitverzögerte staatliche Strafrecht.
Wenn ich über die Dame zu richten und zwischen staatlicher Bestrafung und staatlicher Belobigung zu entscheiden hätte, würde ich für Letzteres plädieren.

7 Gedanken zu „Die blutige afghanische Nase

  1. elfenzauberin

    Die blutige Nase wäre ein passender Anlass, die Gesetze derart anzupassen, dass die Polizei im Falle von Körperverletzung von der Anzeigepflicht entbunden ist. Ich bin mir sicher, dass die FPÖ da mitzieht.
    Also, Hr. Vetter – sprechen Sie mit ihrem Parteigenossen Moser, der ja bekanntlich das Justizministerium führt und der am ehesten den status quo ändern kann.

    In der Schweiz greift man sich jedenfalls auf den Kopf, dass eine Begrapschte genauso wie der Täter von der Polizei angezeigt wird. Unter einem Rechtsstaat stelle auch ich mir etwas anderes vor.

  2. CE___

    Die Information, dass die von besagten Afghanen Begrapschte (und ich gehe voll von der Richtigkeit der Anschuldigung aus da Afghanen zusammen mit Tschetschenen aufgrund bisheriger Track-Records eine Hochrisikogruppe darstellen, die mein Vorurteil und Schuldüberzeugung, welche ich mir nicht nehme lasse, voll rechtfertigen) von Amts wegen angezeigt wurde, Gesetz hin Gesetz her, erzeugt bei mir wirklich Übelkeit.

    Und Brechreiz dazu wenn weitergedacht auch eine vergewaltigte Frau (mit)angezeigt werden müsste die ihrem Vergewaltiger in Augenblicken nach begangener Untat das Unterkiefer bricht?

    In dem Wissen aber wieder, das ein guter Teil von europäischen Frauen ja doch den illegalen Massenimport von solchen Fremden aus brutalisierten und moslemischen Gesellschaften gutheisst und nicht genug davon haben kann (solange es halt nicht auf eigene direkte und mittelbare Kosten erfolgt !), müsste eine salomonische Staatsanwaltschaft folgendes tun:

    Einholung von Auskunft bei den Schweizer Behörden ob der politische Hintergrund der Begrapschten herausgefunden werden kann, zB. mit einer Parteimitgliedschaft, Tätigkeit in einschlägigen Illegalen-Import-Betreuungs-Organisationen wie Caritas, etc. bzw. deren Schweizer Pendants.

    Keine Resultate? Im Zweifel für die Begrapschte, kein Verfahren.

    Resultat Ablehnung v. Illegalen: Kein Verfahren, dazu ein Glückwunschschreiben dass die Dame einem Fremden über hiesige kulturelle Gepflogenheiten kostenlos Nachhilfe gegeben hat.

    Resultat Mitgliedschaft bei Schweizer Roter oder Grüner Partei, oder oben angeführter Organisationen: Strafverfahren, Höchststrafe für solche Körperverletzungsdelikte. Und dazu die Verfügung sich bei der nächsten Polizeidienststelle einzufinden wo sie besagter Afghane gleich noch einmal “von Amts wegen” auch in die andere Po-Backe zwicken darf.

    Ich will eigentlich nur mehr dass Links-Rote/Grüne/Schwarze DIESE SUPPE auskosten und auslöffeln sollen die sie anderen Unbeteiligten seit 2015 einbrocken, und ja daran spucken und würgen.

  3. fxs

    Die Staatsanwaltschaft ist doch dem Justizministerium gegenüber weisungsgebunden. Wo bleibt also die Weisung die Weisung des Justizministers an die Staatsanwaltschaft, sich hier herauszuhalten?

  4. dna1

    Ich kann verstehen, wenn im Fall einer Körperverletzung immer ein Jurist entscheiden muss, ob eine strafbare Handlung vorlag, oder nicht. Diese Entscheidung soll weder ein Polizist und schon gar nicht die Bevölkerung auf Basis eines Zeitungsartikels treffen. In diesem brisanten, weil in der Öffentlichkeit Aufsehen erregenden Fall stünde der Staatsanwaltschaft jedenfalls ein zeitnahes Handeln gut zu Gesicht.
    Aufregen kann man sich dann, falls die Schweizerin wegen Notwehrüberschreitung eine Strafe bekommt, so nach dem Motto: “Sie hätte ihm zwar eine “Watschn” geben können, aber dabei nicht gleich die Nase brechen dürfen”, da würde mein Verständnis enden.

  5. Falke

    Formal ist bei einem Nasenbeinbruch natürlich eine Anzeige zwingend vorgeschrieben. Diese sollte allerdings dann von der Staatsanwaltschaft nach Prüfung der Sachlage natürlich sofort zurückgezogen werden. Spätestens bei Gericht müsste hier einen glatten Freispruch erfolgen.
    Wenn der Herr Vetter auch noch wüsste, wie man “Silvester” richtig schreibt, nämlich mit “i”, wäre der Artikel natürlich wesentlich besser lesbar. Sylvester mit “y” ist lediglich der Vorname des Schauspielers Stallone und hat mit dem Jahreswechsel überhaupt nichts zu tun..

  6. sokrates9

    Wenn eine Frau begrapscht wird müsste es doch einen Juristen mit Hausverstand auch ohne nötige Intelligenz möglich sein schnellstens festzustellen dass es sich hier um Notwehr gehandelt hat und er sofort das Verfahren gegen das Opfer einstellen muss!

  7. Johannes

    Wenn man als Frau für eine Notwehrreaktion angezeigt wird so verlange ich von unseren Gerichten aber auch vom Gesetzgeber und den sonst so umtriebigen Frauenkämperinnen von SPÖ und Grüne eine Erklärung ab wann eine Frau einem Angreifer die Nase brechen darf.

    Wie es ausschaut ist ein Griff auf den Po nicht ausreichend, also ich meine das wirklich ernst, ab wann darf man sich so wehren das auch ein Naserl dabei brechen kann?

    Wäre es bei einem gleichzeitigen Griff auf Po und Busen schon möglich oder müsste noch mehr passieren?

    Wenn der Frau jetzt ein Verfahren wegen Körperverletzung aufgehalst wird so wird man den Frauen in Zukunft damit einen Bärendienst erweisen.
    Oft ist es nur ein Bruchteil einer Sekunde in der eine Frau entscheiden muss wie sie sich zu wehren hat, verpasst sie diese Entscheidung kann es sein das sie nicht mehr in der Lage dazu ist.
    Wenn ein Urteil dazu führt das Frauen in Zukunft um den Bruchteil einer Sekunde zu spät reagieren so kann viel Leid damit produziert werden und jeder Selbstverteidigungskurs ist für die Fische.

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