Die Diskriminierung Schwarzer durch Araber hat Tradition

“…Wie schon die #MeToo-Bewegung bringt auch «Black Lives Matter» die arabischen Gesellschaften eher in Verlegenheit als in Wallung. Araber sind eben nicht nur Opfer, sondern auch Täter. NZZ, hier

7 comments

  1. Hanni

    Also sind AraberInner “Weiße”? Hm. Wie schaut’s dann mit Rassismusvorwürfen seitens der arabischen MigrantInnen gegen EuropäerInnen aus, Weiße diskriminieren Weiße? Und man beachte den Ursprung des Wortes “Araber” von der Wurzel “fremd”.

  2. astuga

    “In einigen arabischen Ländern hat sich die Sklaverei bis in die 1960er Jahre gehalten.”

    In einigen arabischen bzw muslimischen Ländern hat sich die Sklaverei bis in die Gegenwart gehalten…
    In Mauretanien etwa wurde die Sklaverei viermal verboten (das erste mal unter den Franzosen), erstmals unter Strafe gestellt wurde Sklavenhaltung aber erst 2007.
    Bis heute existiert sie allerdings dennoch weiter.
    Legendär auch die Sklavenaufstände, wie jenen der afrikanischen Zandj im heutigen Irak.
    Auch in der Türkei lebt bis heute eine kleine schwarze Minderheit sog. Afrotürken (siehe Google) – Nachkommen afrikanischer Sklaven.
    Allerdings hat man im isl. Raum männliche Sklaven überwiegend gleich zu Beginn ihrer Gefangenschaft kastriert.
    Nur jene die das überlebten gerieten dann in die eigentliche Sklaverei.
    Die Nachkommen der weißen Sklaven von Nordafrika über die Türkei und Vorderasien bis Arabien erkennt man hingegen nicht so einfach.
    Aber die westlichen Gesichtszüge die man mitunter erkennt kommen nicht von ungefähr.
    Anders als bei den Afrikanern wurden aber, vor allem in späteren Jahrhunderten, Europäer teilweise wieder freigekauft (wenn man Glück und genug Geld hatte, und der “Besitzer” einverstanden war).

    In der Türkei wurde nach Druck aus Europa der öffentliche Sklavenhandel 1855 verboten (aber nicht die Sklaverei selbst wie man oft liest).
    Das betraf aber nur das türkische Kernland, nicht das gesamte Osmanische Reich, wie eben Arabien.
    Tatsächlich abgeschafft wurde sie nominell wohl erst mit der Gründung der modernen Türkei unter Ata Türk.
    Die letzten weißen Sklaven die gehandelt wurden waren Überlebende des Armeniergenozids.

    Und weil immer versucht wird die Sklaverei im isl. Raum zu relativieren und zu beschönigen.
    Auch im Westen ging es nicht allen Sklaven schlecht, ein Verbrechen bleibt es dennoch.
    So gab es beispielsweise in den USA Schwarze die selbst schwarze Sklaven hielten, aber auch Weiße in Arbeitsknechtschaft (zB. William Ellison, Anthony Johnson).
    Ein solcher erstritt sich sogar vor Gericht das Recht, Sklaven lebenslang zu halten (Casor lawsuit).
    Was quasi in den damals noch jungen USA überhaupt erst die Sklaverei auf ein juristisch legitimes Fundament stellte.

    https://news.osu.edu/when-europeans-were-slaves–research-suggests-white-slavery-was-much-more-common-than-previously-believed/
    Wikipedia: Slavery_in_21st-century_Islamism
    Youtube: “Slave market”

  3. astuga

    @Hanni
    Der Bezeichung “Araber” lässt sich bis zu den Assyrern zurückverfolgen.
    Ironischerweise bedeutet er “westlich”, weil aus Sicht der Assyrer die Siedlungsgebiete der ihnen benachbarten arabischen Stämme in der westlichen Himmelsrichtung lagen.

  4. Hartmut Pilch

    Was heißt hier “Rassismus” und “Diskriminierung”? Man sollte mit diesen hypochondrischen Schein-Delikten auch dann nicht um sichwerfen, wenn man damit mal einen Unsympathen treffen zu können glaubt.
    Den Arabern kann man 1000 Jahre brutaler Eroberung und auch eine entscheidende Rolle im Sklavenhandel vorwerfen. Das ist ernster als “Rassismus” oder “Diskriminierung”, aber es ist auch ein normaler Gang der Geschichte. Quelle der Sklaverei waren auch hier die Versklavungskriege, die diejenigen untereinander führten, die man jetzt besser nicht nennt, da ihre Leben zählen.

  5. Johannes

    Ob Araber Schwarze diskriminiert haben ist aus realpolitischer Gegebenheit vollkommen ohne Bedeutung.
    Zum einen würde es ein mühsam gepflegtes Narrativ der Welcome-NGO`s zerstören.
    Zum anderen ist dort einfach nichts zu holen, aus einem einfachen Grund, Araber scheren sich, überspitzt ausgedrückt, einen Dreck ob irgendwelche Ungläubige im Abendland so etwas thematisieren.

    Während in Europa die Menschen die Selbstgeisselung perfektionieren wollen und in einen seltsamen Masochismus verfallen, gefällt sich der arabische Raum darin diese dekadente Gesellschaft zu übernehmen.

  6. astuga

    Die realpolitische Bedeutung ist sehr wohl gegeben.
    Dieser Sachverhalt wird auch unter Afrikanern bzw Schwarzen zunehmend thematisiert.
    Wobei richtiger wäre, unter Schwarzen außerhalb Afrikas.
    Denn in Afrika selbst sind sie durchaus geschichtsbewusster in diesem Punkt.
    Lediglich viele schwarzafrikanischen Muslime relativieren das, auch weil das Ganze mitunter eine ethnische Konotation hat (es geht auch um die Versklavung bestimmter schwarzer Ethnien durch andere).
    https://www.perlentaucher.de/vorgeblaettert/tidiane-n-diaye-der-verschleierte-voelkermord.html

    Das Thema spaltet bis heute Nationen, etwa in Mali und Niger.
    Wo ehemalige Sklavenjäger und Händler wie die Tuareg ua. als Minderheit in von Schwarzafrikanern dominierten Nationalstaaten leben und wenig beliebt sind.
    Ein Umstand den sich dort auch Gaddafi zu Nutze machte, und unter diesen Gruppen Söldner rekrutierte.
    Und nicht nur in Mauretanien, auch in Ländern wie dem ehemaligen Sudan (heute Nord- und Südsudan), Libyen oder Nigeria ist Versklavung Schwarzer bzw von Nichtmuslimen bis heute Realität.

  7. Johannes

    astuga@ Habe die ersten zwei Absätze einige male gelesen. Kann es sein das sie widersprüchlich sind?
    Unter realpolitisch verstehe ich das etwas soviel Bedeutung hat das es eine Wirkung zeigt.
    Sie können mir gerne über die Wirkung, welche die Vorwürfen des Sklavenhandels auf arabische Länder ausübt, berichten, ich bin ganz Ohr.

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