Die Eliten bitten zur Kasse

Von | 27. März 2013

„...Nach dem Brechen der Euro-Verträge, also der No-bail-out-Klausel, dem verbotenen Kaufen von Staatsschuldpapieren in unbegrenzter Höhe und nun dem Enteignen der Ersparnisse wird sich der Bürger daran gewöhnen müssen, für das Versagen einer „Elite“ zur Kasse gebeten zu werden, deren „alternativlose“ Politik er kaum beeinflussen kann. ..“ (Welt)

13 Gedanken zu „Die Eliten bitten zur Kasse

  1. Passant

    „postdemokratisch“ ist der entscheidende Begriff in dem Artikel und er trifft nicht nur auf den Regierungsstil zu, sondern auf das gesamte System unserer Politik, der nationalen und der übernationalen. Die EU sehen wir kritischer, weil wir mehr Abstand dazu haben, doch dort wiederholt sich nur, was wir auf nationaler Ebene längst haben: Die Begriffe „Eliten“ und „Demokratie“ sind zu sinnentleerten Phrasen verkommen. Nicht diejenigen regieren, welche für den Wohlstand sorgen, sondern jene, die ihn verteilen und darin noch wetteifern, obwohl wir längst mehr verbrauchen als wir produzieren.

    Der EURO, gerne als Fehlkonstruktion gegeisselt, ist kein „Fehler“, er stellt nur bloss, woran es wirklich krankt. Seine Krise könnte ein Glücksfall sein, wenn wir daraus die richtigen Konsequenzen zögen, aber es ist fraglich, ob unser System überhaupt noch regenerierbar ist.

  2. Eiserner

    @Passant
    Ihr Kommentar trifft es auf den Punkt. Wir leben in keiner Demokratie mehr. Ein Ausweg wäre der Weg der skandinavischen Länder gewesen, ihre Schulden abzubauen. Aber dieser Weg ist durch das hirnlose Vorgehen unserer Regenten und die Zwangsinstallierung wieder besseren Wissens des Euro verbaut. Die von allen Ländern nach Brüssel entsandte zweite Politikergarde hat gewonnen – und damit die Planwirtschaft. Zumindest im Moment – denn so ein System hat noch nie sehr lange bestanden.
    Es scheint aber im Moment kein Weg am großen Crash vorbei zu führen.

  3. manfred

    Was ist bitte falsch an der Letztversion der zypriotischen Lösung, ausser dass 10 mrd hinfließen und die EZB usw. wieder einmal gleicher sind ?

    Aktien ausradiert, Nachränge ausradiert, Bonds tlw.? ausradiert, Einlagen tlw. ausradiert, Einlagesicherung zahlt – natürlich nur bei Banken, die pleite sind. Das ist KAPITALISMUS und richtig, auch wenn wir es nicht mehr gewohnt sind.
    Die erste Lösung mit alle zahlen war kommunistischer Palawatsch.

  4. Thomas Holzer

    @manfred
    Der Fehler ist, daß die Sparer als „erstrangige“ Gläubiger herhalten dürfen, den Eigentümern und Anleihehaltern der Banken die Möglichkeit gegeben wurde, sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen, willkürlich die Laiki-Bank „abgewickelt“ wird, die BoC jedoch als „überlebenswert“ erachtet wird.
    Das alles hat rein gar nichts mit Kapitalismus zu tun, das ist reine politische Willkür

  5. FDominicus

    @Thomas Holzer
    Langsam nervt mich die Blindheit. Da will mir tatsächlich verkauft werden, das alles sei schon richtig so. Was an Willkür, Gesetzesbrüchen, brechen von bestehenden Verträgen etc so toll sein soll, können offensichtlich aller außer Liberale erklären.

    Hier wurde eklatant gegen jedes Recht verstoßen. Enteignung für eine Bank dürfte auch in Zypern nicht durch ein Gesetzt gedeckt sein. Das es sowieso unrecht ist, lass‘ ich mal außen vor.

    An manfred: Annahme Sie haben ein Konto von über 100 000 € bei der abgewickelten Bank. Es ist noch nicht einmal klar das 100 000 davon einfach ohne Ihre ja bei der Bank von Zypern landet.

    Und weil Ihnen der Witz offenbar entgangen ist. Zu den 6-7 Mrd („Eigenleistung“ ha ha ha ha) kommen mal eben 11 Mrd dazu. Schlappe 15741 € pro Zypriot. Was sollich daran „gut“ finden?

    Zypern sollte sagen, leckt uns und eine ehrliche Lösung angehen, die zwar immer noch weh tun wird aber da Land nicht auf absehbare Zeit verelenden lässt. Es ist nicht besonders schlau ein Land völlig zu Grund richten zu wollen.

    Aber die zyppriotischen Politiker, kennen ja nur noch eins. Sich als „armes „Opfer darzustellen und dann noch die Leute gegen alle aufwiegeln, die nach dem Bankrott etwas hätten retten können,.

    Thomas Holzer hat völlig recht „reine politische Willkür“

    Nicht anders kann man von dieser Ekelsthaften Union bekommen. Not, Elend und bald auch Tote, daß ist da „Friedensprojekt“ der Delebets.

  6. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    Sie sollten sich informieren. Eigentümer der Laiki – Bank ist der zyprische
    Staat (84 %), Aktionäre und Anteilseigner sind somit die zyprischen Steuer-
    zahler.

  7. gms

    @Christian Peter

    Auf welchen Widerspruch oder welches Informationsdefizit mag „Sie sollten sich informieren“ hinweisen?

    Wollten Sie zum Ausdruck bringen, wonach jeder, der privat mit einem Unternehmen verbandelt ist, in dem zu 84% statt zu 10% der Staat das Sagen hat, zwangsweise mit Willkür rechnen muß, und selbige daher keine Willkür darstellt? Etwas anderes gibt Ihre Wortmeldung nämlich nicht her.

    Wer aber tatsächlich informiert ist, der weiß, wonach Zypern und somit die dortigen Steuerzahler für beide Banken haften, so wie Kärnten dies für die dortige Hypo tat. Die CoC als die größere von beiden ist inzwischen mit einer verbliebenen Marktkapitalisierung von rund 350 Mio im Bankenwesen bloß eine Imbißbude mit einem marmorierten Eingangsbereich.

    Dem gegenüber stehen allein 10 Milliarden und ein paar Zerquetschte, für die Zypern über seine eigene Zentralbank (Stichwort ELA) bei der EZB in der Kreide steht. Angesichts dieser Summen dünkt es doch recht opportunistisch, ausgerechnet die privaten Anteilseigentümer der kleineren Laiki via Bad Bank Lösung mit Nonvaleurs abzuspeisen, und jene der größeren CoC noch hoffen zu lassen.

  8. gms

    @gms

    P.S. Wenn ich den Deal richtig beurteile, betrifft die Ungleichbehandlung nicht nur die privaten Anteilseigner und sonstigen Gläubiger der Banken, sondern auch die Einlagen auf den Konten. Bei der Laiki ist alles über 100T Euro Teil der neuen Bad-Bank und damit defacto enteignet, bei der CoC werden Einlagen über 100T nur herangezogen, bis eine bestimmte Mindest-Rekapitalisierung erreicht ist. Der Begriff „Willkür“ paßt recht passabel.

  9. Christian Peter

    @gms

    Das bezog sich auf die widersprüchliche Aussage Thomas Holzers, die
    Eigentümer der zyprischen Banken hätten sich rechtzeitig aus dem Staub
    gemacht (während die armen Sparer zur Kasse gebeten wurden), was Un-
    sinn ist, denn die Eigentümer sind die zyprischen Steuerzahler.

  10. Thomas Holzer

    @Christian Peter
    LESEN! please; ich habe nicht geschrieben, daß sich die Eigentümer der Laiki-Bank aus dem Staub gemacht hatten, auch wenn u.U. die verbliebenen 16% Privateigentümer der Laiki-Bank dies taten.
    Ich habe angeprangert, daß willkürlich Bank „A“ liquidiert wird, deren Sparer wesentlich mehr zur Kassa gebeten werden als die Sparer der Bank „B“, welche nicht liquidiert wird.
    Und abschließend: der crash Zyperns ist primär dem politisch gewolltem „haircut“ Griechenlands zu „verdanken“

  11. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    Sie sind nicht der Einzige, der diesem Fehler unterlag. Nicht wenige
    Kommentatoren ist es offenbar entgangen, dass sich die zyprischen
    Banken in Staatseigentum befinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.