Die Energiewende war ein Irrtum, sozusagen

Japans Regierung will im April einen Teil der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima aufheben. Es werden etwa 300 Menschen in der Stadt Tamura westlich des Atommeilers in ihre Häuser zurückzukehren. Im Verlauf der nächsten zwei Jahre sollen dann bis zu 30.000 Menschen in die Sperrzone zurückkehren können. – Und deswegen ist Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen?

7 comments

  1. Quentin Quencher

    Dieser Wiedereinstieg in die Kernkraftnutzung in so vielen Ländern scheint dem deutschen Umweltministerium größere Bauchschmerzen zu verursachen. In der jüngsten Pressemitteilung werden Reisen von hochrangigen Beamten in Länder wie China, USA, Indien und Japan mit Klimaschutz begründet, in Wirklichkeit geht es lediglich darum, irgendwie noch zu verhindern, dass die Kernkraft weiter an Akzeptanz gewinnt. Nur was die Deutschen als Alternative anzubieten haben, die Energiewende, die will keine Sau haben.

  2. Manuel Leitgeb

    Lustig auch: Die japanische Regierung will die Strahlenbelastung langfristig auf 1 Millisievert bringen. Das ist 1/3 der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung in Österreich (von der höheren in Gebirgslagen ganz zu schweigen)! Sollten wir nicht längst gewisse Gebiete in Österreich evakuieren und als “Todeszone” deklarieren? 🙂

  3. Michael Haberler

    Und deswegen ist Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen?

    Nein – weil Frau Merkel geglaubt hat, dass sie die Grünen ausbremsen kann, wenn sie vor ihnen über die Klippe springt (der deutsche Wohlstand in freien Fall hinterher). Soviel zum rationalen Einsatz von Mitteln zur Zielerreichung – und dem Meanstream gefällts auch.

  4. gms

    The Church of Global Warming als Geldquelle — wenn der Ablaßhandel mangel Sünder stagniert, werden die Ablaßpreise erhöht. Die Chronologie in Facetten:

    Laut “Presse” vom April 2012 [1] : ” „Wir haben die Kyoto-Lücke geschlossen“, frohlockte Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP). Selten hat sich ein österreichischer Minister so darüber gefreut, eben 160 Millionen Euro an Steuergeldern für Verschmutzungsrechte im Ausland ausgegeben zu haben. Doch er ist sicher, ein Schnäppchen gelandet zu haben. „Der Preis war mit fünf Euro pro Tonne so günstig, wir mussten handeln.“ [..] 530 Millionen Euro hat [die Republik] schon bisher dafür ausgegeben. Mit den zusätzlichen 160 Millionen soll nun auch die restliche Kyoto-Lücke von 32 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten geschlossen sein.”

    Ein paar hundert Milliönchen? — Peanuts, angesichts heutiger Milliardendebatten.

    Laut “Standard” vom Mai 2013 [2] : “Mittlerweile grundeln die Preise der Zertifikate, die den europäischen Unternehmen die Emission von jeweils einer Tonne CO2 erlauben, bei der Drei-Euro-Marke herum.
    Dies hängt, wie berichtet, mit dem großen Überschuss an Zertifikaten zusammen, die am Markt zirkulieren. Der Wunsch der zuständigen EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard, eine ordentliche Zahl an Emissionszertifikaten aus dem Markt zu nehmen und den Preis damit in die Höhe zu treiben, wurde aber selbst vom EU-Parlament nicht goutiert.”

    Im Jahr 2013 hatte insbesondere in Deutschland die FDP eine Verknappung resp. Verteuerung gegen die Absichten der CDU verhindert. Nach den Neuwahlen sieht im November 2013 das Bild schon anders aus [5] : “SPD macht Weg für Reform des CO2-Handels frei. CDU und SPD legen sich beim CO2-Handel auf eine gemeinsame Position fest: Beide befürworten die Reform des Geschäfts mit Verschmutzungsrechten. Die deutsche Einigung könnten den gesamten EU-Prozess beschleunigen. ”

    Das “Handelsblatt” prognostiziert die Steigerung des Unsinnes und behält recht, was im Anlaßfall aber nicht wirklich schwierig war.

    Laut “Presse” von heute [3] : “Der Preisverfall bei Emissionszertifikaten muss gestoppt werden: Darüber herrscht seit gestern EU-weit Einigkeit. Nachdem das EU-Parlament einen entsprechenden Vorschlag der Kommission bereits Anfang Februar gebilligt hatte, stimmten am Montag auch die 28 Mitgliedstaaten für einen befristeten Eingriff in den Emissionshandel. [..]
    Die schwächelnde Konjunktur hatte den Bedarf an solchen Verschmutzungsrechten reduziert. Da die Rechte an der Börse gehandelt werden, ist dort der Preis verfallen. Dies schmälerte zudem die staatlichen Einnahmen durch den Verkauf der Rechte.”

    Nun fragt man sich, wo die staatlichen Einnahmen herkommen sollen. Die Antwort ist simpel: Staaten handeln Zertifikate untereinander. Für Private gilt: Wer ungedeckt emittiert, muß auf der Börse nachkaufen oder – seit 2014 – vom Staat, und zahlt zusätzlich für jedes zuvor fehlende Zertifikat 100.- Strafe.

    Folgt man den Priestern [4] der Church of Global Warming, so läßt das Anziehen der Schrauben im Ablaßhandel Manna vom Himmel regnen: “Die Chancen von CO2-Preisen zur Reduzierung von Haushaltsdefiziten in Europa. [..] Mit einem verschärften EU-ETS und einer Erhöhung des CO2-Preises könnten in ganz Europa pro Jahr durchschnittlich weitere €30 Milliarden (0,2 Prozent des BIP von 2013) zusätzlicher Einnahmen erzielt werden.”

    Na bitte, wer wollte da nicht gläubig werden? Russland, Kanada, Japan, Neuseeland, USA, China und Australien folgen übrigens dem Irrsinn nur von der Seitenoutlinie, weswegen sich die restlichen Länder gerade mal um 15% des Ausstoßes prügeln, oder zumindest so tun als ob.

    [1] diepresse.com/home/wirtschaft/international/746484/Preissturz-bei-CO2Zertifikaten_Osterreich-kauft-sich-frei
    [2] derstandard.at/1363710873611/Niedrigst-Preise-bei-CO2-Zertifikaten
    [3] diepresse.com/home/wirtschaft/international/1566827/Emissionshandel_Weniger-CO2Zertifikate
    [4] foes.de/pdf/2012-06-21_VIV_Carbon_Min_DE_v1.pdf
    [5] handelsblatt.com/politik/deutschland/verschmutzungsrechte-spd-macht-weg-fuer-reform-des-co2-handels-frei/9026510.html

  5. Rennziege

    Eine Schnapsidee landet endlich dort, wo alle Trunkenheit landet: im Pissoir oder im WC unseres geliebten Weltwürgers. Der wird aber, anders als der Rest der Welt, keine Lachkrämpfe über die kontraproduktive Energie-Phantasterei der EU kriegen, sondern in seine Klomuschel weinen. Von wo aus seine Tränen schnurstracks in eine Biogas-Klitsche wandern, deren Insolvenz sie um 30 Sekunden aufschieben.
    Wie ergreifend, dass es noch ein paar Aufrechte gibt, die Mutter Gaia den Klodeckel die Stange halten! 🙂

  6. Thomas Holzer

    @gms
    An wen werden eigentlich all diese Milliönchen bezahlt?!
    An das PIK?! 😉

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