Die Enteignung geht weiter

(JOSEF STARL) Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank belohnt die Schuldner und bewirkt Vermögensverluste für die Sparer. (Über-)Konsum (auf Kredit) und Entsparen treten immer mehr an die Stelle von Konsumverzicht. In „Zeiten der Vergabe zinsfreier Kredite in unbegrenzter Höhe für unbegrenzte Zeit“ (von Notenbanken an Notenbanken) erfreut sich die Illusion eines Lebens auf Pump immer größerer Wertschätzung.
Billiges Geld ist die Basis für die Staatsverschuldung, für zahlreiche Leistungen des antisubsidiären Sozialstaates, für die Ausweitung von (Problem-)Krediten und für Fehlinvestitionen geworden.
Eine gigantische Erhöhung der Geldmenge führt(e) vor allem zu einer Erhöhung der Vermögenspreise und in die Vermögensillusion.
In der ehemaligen noch nicht ausgehöhlten rechtsstaatlichen Marktwirtschaft mit einer Förderung des Privateigentums gab es ein „Lob des Sparens“, da es als eine Voraussetzung für eine (zielorientierte) Ersparnisbildung, für eine Vermögensbildung und für die Kapitalbildung betrachtet wurde.
Eine „liberale bürgerliche Gesellschaft mit Privateigentum, Verschenken und Vererben“ ist mit Sparen verbunden. In einer Eigentümergesellschaft wird der Wohlstand durch Sparen, durch Kapitalbildung, durch produktive Investitionen und durch eine Steigerung der Produktivität bewirkt.
Immer mehr „Geld aus dem Nichts“ schafft keinen Wohlstand, sondern mehr Staat, mehr Schulden und „Blasen“. Die Geldpolitik der Umverteilungszentrale EZB ist mit einer gigantischen Einkommens- und Vermögensumverteilung (ohne Wertschöpfung) verbunden.
Es ist an der Zeit, das Sparen im Verhältnis zum (schuldenfinanzierten) Konsum und zur Spekulation mit „Geld aus dem Nichts“ wieder attraktiver zu gestalten, um den Bürgern wieder mehr individuelle Freiheit, Unabhängigkeit sowie eigenverantwortliche Absicherung und Vorsorge für eine ungewisse Zukunft beziehungsweise für das Alter zu ermöglichen.
Der Weg der (Teil-)Enteignung der Sparer und der Zerstörung der privaten Altersvorsorge führt(e) in die Abhängigkeit vom Staat(enverbund). Paternalistische Bevormundung ist jedoch mit keiner Sicherheitsgarantie verbunden.
Immer mehr Zwangsumverteilung zerstört die Freiheit. Das Sparen der Bürger eröffnet die Chance auf Freiheit.
Auch das Sparen bei öffentlichen Haushalten und in den Sozialversicherungsanstalten kann einen Beitrag zur Schaffung von mehr Möglichkeiten für privates Sparen und für eine private Vermögensbildung leisten.
Nicht die verteilenden (Geld-)Politiker und die Funktionäre der Interessenvertretungen schaffen Wohlstand. In einer Unternehmerwirtschaft sind Sparen für Kapitalgüter, Innovationen, produktive Investitionen und Wertschöpfung in den Betrieben eine Voraussetzung für Einkommen und für Konsum.
Ein Lob der Sparsamkeit des klugen Sparers – Kapitalbildung statt Kapitalaufzehrung!

2 comments

  1. Luke Lametta

    10 Jahre immer mehr „Geld aus dem Nichts“ haben 10 Jahre lang für das genaue Gegenteil gesorgt: Gute und stabile Konjunktur, weniger Staat, weniger Zinslast und damit weniger Schulden. Aktienmarkt auf Rekordkurs. Anleihemarkt auf Rekordkkurs. Immobilienmarkt auf Rekordkurs. 41% GDP QE und Inflationserwartungen auf einem Eurozone-Lifetime-Low, knapp über 1%. Die ECB hätte kein Pulver mehr? Wer 41% GDP QE fahren kann, kann auch 82% GDP QE fahren. Anleihekäufe problematisch? Würd eher auf “unökonomisch” erkennen wollen, nicht vom Mandat gedeckt, so war das nie geplant.

    Ja und? Interpretiert Luxemburg so ein Mandat halt neu. Oh, schon erledigt. Machma halt jetzt WiPol bei der ECB. Mit Brüssel verbinden Macron und Merkel religiöse Gefühle und mit dem dafür integralen Euro a fortiori? Hui, da hamma schon viel “Unökonomisches” gemacht in den letzten 12 Jahren. Klar, “wir” könnten reicher sein. Aber wie säh dann unser gebenedeites Friedensprojekt Europa aus? Fürcht mich davor, dass mich der böse, schwarze Nationalismus-Mann auffressen kommen könnte. Will sagen: Auch schon wurscht, noch mehr “WiPol”. Inkaufnahme eines niedrigeren Wohlstandsniveaus zwecks Bedienung spiritueller “Europa”-Bedürfnisse der politischen Eliten. Kirchensteuer.

    MMT? Lange status quo. Krisenmetall Gold? Schläft vor sich, scheint keine Krisen zu wittern. Bargeld? Immer noch nicht verboten. Bitcoin? Steuer-ähem-optimierungs-Feuchtraum. Auch schon wieder verdreifacht gegen Draghicoin, allein seit Jahresbeginn. Lagerungskosten: Null. Hoffentlich, hoffentlich versteuern das auch alle brav. Der Staat, der uns alle liebt, wüsste sonst von genau nichts.

    Entscheidende Frage: Warum sollten die Zinsen zu niedrig sein? Warum nicht zu hoch? Weil sie niedriger sind als früher? Auch nur Kurse, schwanken halt. Wo sollten die Zinsen denn stehen? Werden Sparer enteignet, wenn niemand zum Sparen gezwungen wird? Ist das nicht zu normativ? Sicher, dass nicht Kredite zu teuer sind? Wie kommt man darauf? Die richtigen Leitzinsen – bitte wenns geht vorrechnen. Und wie? “Blasen” solls geben? Wie misst man das wiederum? Hui, mit sowas kann man ein Riesenvermögen verdienen, Timing wär da wichtig. Aber ein schwieriges Geschäft, weil beste Szene aus The Big Short:

    “How do you know it’s a bubble?”
    “Because nobody can see it.”

  2. Falke

    Richtig: Sparen erhöht die individuelle Freiheit. Genau deswegen wird in der EU mittels der EZB alles getan, damit Sparen unattraktiv, ja sogar unmöglich wird.

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