Die Entmachtung der Bürger

Von | 20. April 2021

(JOSEF STARGL) Zahlreiche Bürger erkennen nicht den Unterschied zwischen Normverfassung und Realverfassung, und sie bemerken nicht ihre Entmachtung durch die Geldpolitik.

Der Mythos, dass der Staat und die Politik der „Gemeinsamen Sache“ dienen und der Mythos von einem durch Währungsreserven „gedeckten Geld“ sind immer noch weit verbreitet.

In Wirklichkeit dient die antimarktwirtschaftliche Politik vor allem Sonderinteressen und immer mehr „Geld aus dem Nichts“ fördert keineswegs den „Wohlstand für alle“.

Zahlreiche Politiker wissen nicht mehr, was es bedeutet, den Bürgern zu dienen.

Die Mitglieder einer (supranationalen) Nomenklatura wollen über eine Schuldenunion und über eine „EU-Haftungsgemeinschaft“ zur „Fiskalunion“ und zu einem zentralistischen „EU-Bundesstaat“ gelangen.

Ihr Vertrauen in die ihrer Macht dienende „expansive Finanz- und Geldpolitik“, in das „Geld aus dem Nichts“ und in die „Zinsmanipulation“ ist grenzenlos.

Die Entmachtung der Bürger durch die machtbewußten Etatisten und Bürokraten findet im Staatenverbund und im Staat statt.

In diesem Land freuen sich die Mitglieder oligarchisch strukturierter Parteiapparate noch immer über das „Listenwahlrecht“.

Sie lehnen mehr innerparteiliche Demokratie und ein persönlichkeitsorientiertes Mehrheitswahlrecht sowie kürzere Legislaturperioden und politische Ämter auf Zeit genau so ab wie mehr direkte Demokratie (Vorbild Schweiz).

Zahlreichen Politikern und Bürgern fehlt nicht nur eine der liberalen rechtsstaatlichen Demokratie und Marktwirtschaft entsprechende, sondern auch eine geldpolitische Aufklärung, um die (EU-)Realverfassungspolitik und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beurteilen zu können.

Die europäische Günstlingswirtschaftsordnung mit Kredit- und Schuldenpyramiden ist für viele Bürger kaum transparent.

Sie reflektieren nicht über das Eigenkapital der EZB, über die Anteile der nationalen Zentralbanken der Eurozone am EZB-Eigenkapital, über die Mehrheitsentscheidungen im EZB-Rat, über die Währungsreserven der EZB und der nationalen Zentralbanken der Eurozone über die „aggregierte Bilanzsumme“ der EZB und des Eurosystems (10,3 Bio Euro), über die permanente gigantische Geldmengenausweitung sowie über die Staatsverschuldung in der gesamten Eurozone (11000 Mrd Euro) und in den einzelnen Mitgliedsstaaten.

Die Bewußtseinsbildungsindustrie will verhindern, dass die Bürger als Einkommensbezieher, als Steuer- und Abgabenzahler, als Konsumenten, als Sparer und als Investoren mehr als bisher über die Veränderung des Geldwertes nachdenken.

Die supranationale und die nationale Zwangsumverteilung von Einkommen und von Vermögen, die Enteignung der Sparer, die Zerstörung der privaten Altersvorsorge, die „kalte Progression“, die Preissteigerungen für Vermögens- und für Konsumgüter, der Abbau des Kapitals und die Kapitalaufzehrung lassen sich aber auf Dauer ebensowenig verschleiern wie die Rechtsbrüche in der EU, die geldpolitische Staatsfinanzierung und die Günstlingswirtschaftsordnung (ohne Währungswettbewerb), die immer mehr an die Stelle einer marktwirtschaftlichen Wettbewerbsordnung tritt.

Die entmachteten Bürger werden sich ihrer Entmachtung bewußt werden.

Ein Gedanke zu „Die Entmachtung der Bürger

  1. Kurt Waldherr

    “Die entmachteten Bürger werden sich ihrer Entmachtung bewußt werden.”
    Wohl kaum und falls doch, zu spät.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.