Die Erosion der Mittelschicht

“….Die Konjunktur boomt, die Jobs sind sicher – und dennoch steigt die Überschuldung der Haushalte weiter an. Besonders alarmierend: Vor allem die Mittelschicht, Rückgrat der Gesellschaft, ist betroffen…..” (hier)

4 comments

  1. sokrates9

    Es ist doch heute für Junge Leute aus der Mittelschicht ohne Hilfe oder Erbe in diesem Segment zu bleiben!Wer kann heute mit einem Durchschnittsgehalt noch Eigentumswohnung oder Haus kaufen? Erinnere mich gerne an die 70er Jahre, als der Chef fragte ob einem das Arbeiten nicht mehr freut wenn man nur 30 Überstunden ( Sonntags 200%, steuerfrei)hatte! Dazu nur die halbe Steuerbelastung, Anleihen mit 9%, Kauf mit Kurs 95, Endfällig 1 Jahr später zu 100% (bei etwas höherer Inflation)!

  2. Selbstdenker

    @sokrates9:
    Wir erleben aktuell das Endspiel vom pathologischen Gleichheitswahn.

    Das was Sie beschreiben, charakterisiert wirtschaftliche Rahmenbedingungen, in denen das individuelle Ergebnis (hier: das Gehalt) noch ein Resultat einer individuellen Leistung war.

    Unter den heutigen Rahmenbedingungen wird es den Normalsterblichen („die Mittelschicht“) politisch systematisch verunmöglicht, sich aus eigener Kraft noch etwas aufzubauen. Dafür hat ein Mittelmäßigkeitskartell aus Politik, Gewerkschaften und Feministinnen gesorgt.

    Man hat nicht nur die Umverteilungspolitik extrem intensiviert, sondern auch dem einzelnen Arbeitnehmer schrittweise die Möglichkeiten genommen, sich über eigene Leistung, die über das gewerkschaftlich definierte untere Mittelmaß hinausragt, seine Lage zu verbessern.

    Sehr deutlich erkennbar ist dies am Thema Überstunden. Im Durchschnitt – wobei es immer individuelle Ausnahmen gibt – leisten Männer häufiger Überstunden als Frauen. Aus Sicht der Feministinnen wie auch der Gewerkschaften, muss das Ergebnis (hier: das Gehalt) aber möglichst gleich – also unabhängig von der erbrachten persönlichen Leistung – sein.

    In den 1970iger und 1980iger Jahren war es durchaus noch üblich, dass jene, die eine Familie gegründet haben, die ein Haus gebaut oder ein Eigenheim erworben haben oder die den Absprung in die Selbständigkeit gesucht haben, sich mittels Mehrleistung den erforderlichen finanziellen Rahmen aufgebaut haben. Diese Möglichkeiten haben ihnen (parteiübergreifende) strange bedfellows schrittweise genommen.

    In den letzten Jahrzehnten hat nicht nur eine Verlagerung der öffentlichen Wertschätzung von der Produktion von Gütern und Dienstleistungen hin zum Konsum von Gütern und Dienstleistungen stattgefunden, sondern es hat sich – speziell durch das Wirken vom Umverteilungsstaat – der individuelle Konsum von der individuellen Leistungserbringung immer mehr entkoppelt.

    Wertvolle Güter und Dienstleistungen zu erbringen, kann nicht jeder. Um sie zu verbrauchen, bedarf es hingegen keiner besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten.

    Die Konsequenzen:
    – Verlagerung von langfristigen Investitionen hin zu kurzfristigen Konsum
    – Konsum wird vermehrt über Kredite finanziert
    – Beschädigung der Work Ethics bzw. der Leistungsfähigkeit
    – Verschlechterung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
    – Fehlendes Geld für Familien- bzw. Unternehmensgründung
    – Runterdrücken von Mehrleistern bei gleichzeitiger massiver Einschränkung sozialer Aufwärtsmobilität
    – Schaffung eines Grundsicherungsempfänger-Proletariats

    Man könnte auch sagen: die Ergebnisgleichheit frisst die Chancengleichheit. Sowas passiert eben, wenn der Sozialismus von Koks auf Crack umstellt.

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