“Die EU ist ein antieuropäisches Projekt”

Von | 3. Mai 2016

“Was ist Europa? Anscheinend gibt es keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Europa ist nicht wirklich ein Kontinent. Europa ist auch keine politische Einheit oder Vereinigung. Es ist kein vereintes Volk. Die beste Definition mag daher tatsächlich sein, dass Europa das Ergebnis eines langen historischen Prozesses ist. Dieser Prozess brachte nicht nur einzigartige Institutionen hervor, sondern auch eine einzigartige Vision, wie Menschen leben und sein sollten. Es entstand die Idee, dass Menschen frei von gewalttätiger, staatlicher Einmischung leben sollen.        Europa hat keine Gründerväter. Die Geburt Europas war nicht geplant, sondern gänzlich spontan. Europas Entwicklung war nicht das Ergebnis einer Auseinandersetzung von Armeen und Staaten, sondern sie ist das freiwillige Produkt von Klerikern, Händlern, Knechten und Intellektuellen, die danach strebten, frei miteinander handeln zu können. Europäer wurden durch ihre Freiheiten vereint und durch ihre Staaten getrennt. Anders gesagt, Europa wurde gegen Staaten und ihre willkürlichen Einschränkungen, nicht von Staaten errichtet…..” (hier)

7 Gedanken zu „“Die EU ist ein antieuropäisches Projekt”

  1. Rupert Wenger

    Leider basiert das ganze Gedankengebäude Rouanets über Europa auf einer falschen Basis: “Ebenfalls wird Europa durch nur eine einzige Zivilisation – der lateinisch-christlichen Zivilisation – definiert.” Europa muss wohl auf Grund der gemeinsamen Wurzel der altgriechischen Philosophie und seines Freiheitsbegriffes, der in der Demokratie mündete, auch den byzantinischen Kulturkreis, also die Orthodoxie umfassen. Dieser hat zwar mit seinem Fall im Westen die Renaissance ausgelost, selbst aber an der Aufklärung nicht teilgenommen, und auch nie die Trennung von Kirche und Staat vollzogen. Und dann gibt es noch einige Länder im Osten Europas, die zwar überwiegend katholisch längere Zeit unter russischem Einfluss standen, also zumindest die Entwicklung des Westens im 19. und 20. Jh. nicht mitmachen konnten. Daher kann man Europa nicht über die lateinisch-christliche Zivilisation definieren, ohne dem byzantinischen Kulturkreis und dem Übergangsbereich unseren Wertekanon aufzuzwingen. Wenn wir vom lateinisch-christlichen Kulturkreis Europas sprechen, stimmen alle weiteren Folgerungen des Autors.
    Das heißt aber andererseits, dass wir zuerst eine gemeinsame Basis mit dem byzantinischen Kulturkreis erarbeiten müssen, bevor wir die Integration von Ländern anderer Kulturkreise andenken können. Auch dies hat man in der Führung der EU vollkommen übersehen. Der daraus entstandene Riss zwischen West- und Osteuropa ist ja wohl schon klar erkennbar.

  2. Thomas Holzer

    “Daher ist die Idee, dass eine zentralisierte Autorität – in unserem Fall die Europäische Union – für den Freihandel notwendig ist, eine reine Fantasie……….”

    Ja eh! Die EU, wie jede staatliche, nationale, supranationale Institution ist definitiv mehr als nur nicht notwendig für Freihandel, steht diesem vielmehr diametral entgegen.
    All diese Institutionen dienen nur dazu, Politikerdarstellern eine Bühne zur Selbstdarstellung zu geben.

  3. Lisa

    Europa ist vor allem ein geografischer Begriff. Sog. europäische Werte gibt es z.B. nicht:die sind regional (natürlich gewachsen). national (aufgezwungen und/oder akzeptiert). Eine EU kann als Wirtschaftsunion schneller und billiger Waren tauschen als wenn jeder Tourist ein Visum braucht, die Fernfahrer an Grenzen anhalten und Papiere abstempeln lassen müssen, womöglich bei jedem Land Devisen umgerechnet und Zölle erhoben werden.Touristen freuen sich, wenn die Steckdose zum mitgebrachten Rasierer passt – aber einige ärgern sich auch, dass gerade das, was das Reisen noch erzählenswert machte, durch die Uniformierung von Gurken und Pizza und Glühbirnen schal und langweilig werden lässt. Vereinfachen, was Wirtschaft und Wohlstand verhindert – aber nicht politisch etwas dazudichten wollen. Europa kann in seiner Vielgestaltigkeit und seinen so verschiedenen kulturellen Regionen niemals zu einer Union “zusammenwachsen”. Es ist ein Vielvölker(teil)kontinent – und jedes “Alle Menschen werden Brüder”, so schön das klingt, gilt eben nur für die Freude – bei Problemen hauen sich Brüder gern mal den Schädel ein…

  4. gms

    Lisa,

    “Vereinfachen, was Wirtschaft und Wohlstand verhindert – aber nicht politisch etwas dazudichten wollen.”

    Das ist ein veritabler innerer Widerspruch, sobald “vereinfachen” als politischer Imperativ verstanden wird. Ein freies Spiel der Kräfte vereinfacht von sich selbst heraus. Die Vorstellung, auch wenn Sie diese selbst nicht ausformulierten, es bedürfe einer politischen Instanz, der es gestattet sei, sich standardbildend einzubringen, ist eine intellektueller Schuß in den Ofen.

    Klingt ja auch irgendwie anheimelnd und melodisch: ‘Harmonisieren’. Wer wollte da noch eine anmaßende Kaste in die Wüste schicken, die sich justament diesem Ziel verschreibt und als ach so weiser Schiedrichter über Marktkräfte urteilt und mal da und dort einen elektrischen Außenseiter aus dem Spiel kickt, dessen Stecker nicht in die gängigste Buchse paßt?
    ‘Plain level field’ — Welche eine idiotische Vorstellung, allen ging es besser, weil man irgendwelchen Leuten gestattete festzulegen, was für alle gelten solle. Gut? Schlecht? – Egal, solange alle unter den selben Widrigkeiten leiden müssen.

    Die EU ist nicht nur antieuropäisches Projekt, sie ist zugleich eines wider die Vernunft, die Bürgern top down immer und immer wieder dasselbe mentale Gift einträufelt.

  5. Johannes

    Ich habe gerade gelesen, die EU will alle Staaten die sich weigern an der Zwangszuteilung von Migranten teilzunehmen mit 250 000 Euro pro verweigerten Migrant und Jahr strafen. Mehr ist nicht hinzu zu fügen, die EU schafft sich ab. Was hier gerade an Porzellan zerschlagen wird ist die Zerstörung der Identifikation vieler Einzelner mit der Institution EU. Dieser Image Schaden ist gewaltig, man geht in Brüssel auf Konfrontation mit Staaten die mit gut 60 Mill. Einwohnern und einer sehr geschlossenen Bevölkerung hinter ihren Regierungen zu respektieren wäre. Wenn da nicht vollkommen realitätsferne Beamte am Werk wären müßte man glauben diese Böswilligkeit ist Absicht, ich frage mich wem wollen die Brüsseler Beamten in die Hände arbeiten?

  6. Selbstdenker

    Die EU-Politiker und -Bürokraten sollten rasch die Biege machen.
    Ihre blau-goldenen Wimpel können sie sich gendergerecht ins Karriere-Loch stecken.

  7. Falke

    @Rupert Wenger
    Es fehlt ein ganz wesentlicher Kulturfaktor: nämlich der jüdische. Ohne die jüdische Kultur ist das heutige westlich-christlich-lateinisch-greichisch geprägte Europa nicht denkbar.

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