Die Fakten zum Krieg um das Impfen

(Dr. Marcus FRANZ) Impfen ist eine wirksame medizinische Methode zur Verhütung von Infektionen. Beim Impfen mit Tot- oder Lebend-Impf-Stoffen werden abgeschwächte lebende oder eben abgetötete Erreger bzw. Teile derselben in den Körper eingebracht. Sie stimulieren dort das Immunsystem, indem sie eine Infektion mit dem jeweiligen Agens, gegen welches geimpft wird, vortäuschen. Daraufhin werden Immunzellen gebildet und im Falle einer echten Infektion sind genug „Körperpolizisten“ da, um dem Erreger Herr zu werden. Das nennt man dann Immunität.

Andere wirksame Methoden zur Infektionsverhütung sind Kontaktvermeidung, langfristige Quarantäne von Infizierten, Verbrennen von infektiösen Agentien, Vernichtung von bekannten Erreger-Pools und dergleichen mehr. Diese Maßnahmen funktionieren auch, hinterlassen aber keine Immunität.

Impfen ist vom Vorgang her fast immer harmlos, die anderen erwähnten Praktiken sind das eher nicht. Schaurige Bilder wie die apokalyptischen Berge von verbrannten Rindern in England zur Zeit der BSE-Epidemie sind uns noch gut in Erinnerung.

Die verträglichste und in der Breitenwirkung sicher optimale Methode zur Vermeidung von Ansteckung  ist also die Impfung. Aber natürlich  ist auch diese medizinische Technik wie alle Maßnahmen in der Medizin nicht ohne Risiko und man muss sich Nutzen und Risiko jeder Impfung genau ansehen.

Fakt ist: Es gibt Impfschäden und es gibt Impf-Opfer. Harmlose Nebenwirkungen einer Impfung sind zB lokale Rötungen an der Impfstelle oder Allgemeinsymptome ähnlich einer Verkühlung. Aufgrund der selten auftretenden unerwünschten Wirkungen und der wirklich extrem seltenen schwerwiegenden Komplikationen ist die Schulmedizin bei den meisten Impfungen der Ansicht, dass sie nützen und auch im Lichte der traditionellen „Primum nil nocere“-Sicht dem Menschen helfen.

Impfen ist aufgrund der Tatsache, dass es zumeist im Kindesalter erfolgt, in einer emotional sensiblen Zone angesiedelt. Aus diesem Grund entstehen immer wieder „Glaubenskriege“, in denen die Kämpfer naturgemäß weniger von wissenschaftlichen  Tatsachen, sondern viel mehr von ideologischen oder gefühlsgetriggerten Argumenten armiert werden.

In diesen Situationen ist es immer günstig, auf die Spezialisten aus den Bereichen  Pädiatrie, Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Public Health und Infektiologie zu hören. Mediale Hypes und horrible Einzelfall-Darstellungen von Dramen wie jenes aus Berlin, wo gerade ein ungeimpftes Kind an Masern starb, sind nicht geeignet, beim irritierten Publikum Sicherheit und Wissen zu verbreiten. Der Boulevard ist im Ursinn des Wortes „Boulevard“ ja immer eher ein Ansteckungsort als eine Sphäre der Aufklärung.

Wir müssen wissen: Es gibt bestimmte Impfungen, deren Sinnhaftigkeit in Expertenkreisen diskutiert und oft auch bezweifelt wird. Dazu gehört etwa die Grippe-Impfung. Hier gibt es international oft ganz verschiedene Empfehlungen und gar nicht wenige Schulmediziner raten von ihr auch ab. Es gibt vermutlich nur relativ wenige Personen, die von der Grippe-Impfung eindeutig profitieren.

Heiß diskutiert wird aktuell gerade die Masern-Impfung. Auch hier branden Ideologien, Halbbildung und boulevardeske Überspitzungen aufeinander. Was man allerdings zur Masern-Impfung sagen kann, ist eindeutig: Sie nützt fast allen. Und sie sollte daher propagiert werden. Die wissenschaftliche Datenlage ist valid und man kann mit der Impfung Todesfälle vermeiden.

Gerade das Impfen ist aufgrund seines prophylaktischen Charakters und wegen seiner gesundheitlichen Bedeutung für große Bevölkerungszahlen ein Fall für klassische Public Health-Maßnahmen. Man kann sogar als Liberaler sagen, dass Impf-Programme und Impf-Empfehlungen Sache des Staates sein sollten. Objektive Impf-Pläne können nur von unabhängigen und nicht der Pharma-Industrie verpflichteten Experten-Teams erstellt und danach national oder auch international veröffentlicht werden.

Staatliche Impf-Programme sollen aber nicht in Zwang ausarten. Es müsste genügen, mit objektiven und seriösen Empfehlungen einen Impf-Drang beim Einzelnen zu erzeugen statt ihm einen Impf-Zwang zu oktroyieren. Wer Mündigkeit beim Bürger will, darf keine Zwänge wollen. Man darf aber durchaus den Einzelnen mit Argumenten überzeugen.

 

8 comments

  1. Thomas Holzer

    Herr Dr. Franz, und keine Zwang fordernd, das ist mir neu 😉

    “Schaurige Bilder wie die apokalyptischen Berge von verbrannten Rindern in England zur Zeit der BSE-Epidemie sind uns noch gut in Erinnerung.”

    Dieser Satz ist wohl mehr als nur entbehrlich

  2. Enpi

    Seh ich auch so. Statt Zwang muß hier Eigenverantwortung zum Tragen kommen. Wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen so ist das ihre Sache. Wenn die Kinder deshalb jedoch Schäden erleiden oder gar sterben, so müssen die Eltern eben dafür gerade stehen und einer Anklage wegen unterlassener Hilfeleistung oder gegebenenfalls natürlich auch Mordes entgegensehen.

  3. Michael Haberler

    was mich als Laien interessieren würde, ist der Zusammenhang zwischen nicht-Impfen und Ansteckung anderer. Wenn es einen solchen geben sollte, dann sehe ich das nicht mehr als ausschliesslich elterlichen Prärogativ.

    Die Abwicklung der Flurschäden vertrottelter Eltern auf Gerichte abzuladen halte ich aber für beschränkt zielführend.

  4. H.Trickler

    Ein langer Text aber kein Wort darüber, dass die fragwürdige Vermengung unterschiedlicher (und z.T. wenig nützlicher) Impfungen das Risiko ungemein erhöht hat.

    Kein Zweifel, dass die Schluckimpfung gegen Polio sinnvoll und sehr risikoarm ist, man also schon sehr anti-gläubig sein muss, seine Kinder nicht dagegen zu impfen.

    Bei Masern bin ich mir dagegen echt nicht sicher. Ein sonst robustes und gesundes Kind wird äusserst selten Nachteile dieser Krankheit erleiden, sofern allfällige Komplikationen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

    Alle unsere Kids hatten damals die Masern und sind jetzt folglich auch immun ^_^

  5. Christian Peter

    @H.Trickler

    was viele nicht wissen : Impfungen bieten nur einen 80 – 90 % Schutz gegen Krankheiten, man kann trotz Impfung erkranken. Die Behauptung, durch Impfzwänge bzw. hohe Durchimpfungsraten ließen sich Krankheiten ausrotten, ist ein Märchen. So treten in China Masern, Mumps und Röteln nicht weniger häufiger auf, obwohl eine Impfzwang besteht und 99 % der Bevölkerung geimpft sind.

    Die Kriterien zur Zulassung von Impfstoffen extrem lasch, diese erfolgt anhand einer einzigen Studie der Hersteller. Die Langzeitwirkungen der Impfstoffe ist völlig unerforschtes Gebiet, da sich die Studien stets auf sehr kurze Zeiträume beziehen. Die Nebenwirkungen der Impfstoffe und Impfschäden sind weit häufiger als die veröffentlichten Zahlen, da 95 % der Fälle gar nicht gemeldet werden bzw. nur ein kleiner Teil der gemeldeten Fälle sich mit Sicherheit auf Impfungen zurückführen lässt, falls diese überhaupt registriert werden : In Österreich werden Nebenwirkungen von Impfungen statistisch gar nicht erfasst.

    Zum Masern – Impfstoff : Impfstoffe ohne Nebenwirkungen gibt es nicht. In den USA starben in den vergangenen 10 Jahren 96 Menschen an dem heutigen Masern/Mumps/Röteln – Impfstoff (MMR) (Quelle : US – Regierung, Datenbank VAERS), wobei die Dunkelziffer etwa beim Zehnfachen liegen dürfte, von sonstigen Nebenwirkungen ganz zu schweigen.

  6. Fragolin

    Was diskutieren wir hier eigentlich? Es gibt einen MuKi-Pass, in dem Untersuchungs- und Impfplan festgeschreiben stehen. Wer sich nicht dran hält, bekommt Kindergeld gestrichen.
    Welcher Zwang soll denn noch her?
    Ich bin als Kind geimpft worden. War eine Entscheidung meiner Eltern. Ich habe meine Kinder impfen lassen, war meine Entscheidung. Wenn andere anders entscheiden, dann ist das eben so. Eltern entscheiden eine Menge. Ob das Kind ordentlich Zähne putzt. Ob es Gemüse oder Junkfood futtert. Schokolade oder Obst. Ob es Passivrauch ausgesetzt wird. Ob es Sport treibt oder vor der Glotze hängt. Ob es am PC geschützt ins Internet geht oder ihm jede Pronoseite offensteht. Will das der Staat alles regeln, mit Zwang versehen und sich bis in die persönlichsten Ecken einmischen? Eltern haben Verantwortung, wie sie die wahrnehmen geht den Staat einen Dreck an.
    Würden wir um Pest oder Pocken diskutieren, gäbe es zumindest ein gewisses Verständnis, dass die Interessen der Gemeinschaft über dem Einzelner steht, wenn es ums nackte Überleben geht. Wobei sogar dort jedem selbst klar sein sollte, um was es geht.
    Was für eine Zeitverschwendung, überhaupt darüber zu diskutieren!

  7. Christian Peter

    Tabuthema Impfschäden : Wenn Impfungen aus gesunden Menschen Krüppel machen.

  8. Christian Peter

    @ Michael Haberler

    Es ist umgekehrt : Geimpfte gefährden Ungeimpfte, da sich die Sterblichkeit an Masern durch Impfungen dramatisch erhöhte. Früher, als es noch keine Impfungen gab, hatte fast jeder Masern, aber die Sterblichkeit an Masern war extrem gering.

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