Die falsche Angst vor dem Ende der Arbeit

“…..In Österreich fürchtet man, dass Automatisierung und Digitalisierung Arbeitsplätze vernichten. Kanzler Kern will eine «Maschinensteuer». Doch an der Wirtschaftsbasis zeigt sich ein ganz anderes Bild….” (NZZ, hier)

8 comments

  1. Selbstdenker

    Die sogenannte “Maschinensteuer” ist das verlogenste Besteuerungsmodell der jüngsten Vergangenheit.

    Mit Unterstützung der Medien (z.B. dem Profil) wird die landläufige Vermutung verbreitet, dass Roboter bzw. große Firmen mit sehr hohem Automatisierungsgrad die durch Automatisierung wegfallenden SV-Beiträge bezahlen würden. “Die Programme von Google und Facebook sowie die Roboter von Kuka zahlen unsere Pension. Wie praktisch!”

    Bei der “Maschinensteuer” handelt es sich nämlich in Wahrheit um die Wertschöpfungsabgabe: der SPÖ schwebt vor, dass alle Nicht-Arbeitnehmer (und ziemlich sicher auch Nicht-SPÖ Wähler) zusätzlich zu den bereits geleisteten SV-Beiträgen nun zusätzlich auch noch die SV-Beiträge von Arbeitern und Angestellten zahlen sollen.

    Je kleiner die Firma ist, umso größer ist die Belastung durch die Wertschöpfungsabgabe. Eine echt “geniale” Wirtschaftspolitik in einem typischen KMU-Land wie Österreich.

    Dem Papier nach und basierend auf hochaggregierten Zahlen ist die Wertschöpfungsabgabe “aufkommensneutral”. In Wahrheit werden große Firmen in Sparten mit typischen SPÖ-Wählern ein bisschen entlastet, während kleine Firmen und Sparten, in denen SPÖ-Wähler eher rar sind, zum Teil das doppelte an SV-Beiträgen zahlen dürfen.

    Betroffen von der Wertschöpfungsabgabe wären dann Ärzte, Ziviltechniker, Bauern, Privatzimmervermieter, etc. Also alles Sparten mit ganz übermächtigen ausländischen Konzernen, die mit der Automatisierung sicher gaaaanz viel zu tun haben.

  2. Fragolin

    Immer wenn die Linken mit einer “Idee” kommen, geht es nur, ausschließlich und ohne jede Ausnahme um die Vernichtung der Selbstständigen und kleinen Unternehmer.
    Kern hat ja bewiesen, was für ein toller Manager er ist: Aus einem Staatsunternehmen, dass ohne Steuergeldmästung keine drei Tage überleben würde, hat er eines gemacht, dass ohne Zuschuss nicht einen Tag überleben könnte. Reife Leistung, diese Wirtschaftskompetenz!
    Ich wäre für die Aufhebung der Wahlanonymität. Dann sollen Unternehmer, die rot wählen, bitte freiwillig eine fette “Wertschöpfungsabgabe” zusätzlich abdrücken; wer Feind seines Geldes ist, bitte. Im Insolvenzfall sollte jedoch die Haftung mit Privatvermögen wegen fahrlässiger Krida nicht vergessen werden.
    Übrigens gibt es bereits eine Abgabe auf die Wertschöpfung. Das Ergebnis der Wertschöpfung ist nämlich der Mehrwert, und der wird bereits mit satten 20% versteuert. Das ist den Sozen aber (natürlich) nicht genug…

  3. Selbstdenker

    Besonders originell ist die “Argumentation” vom intellektuell etwas herausgeforderten Präsidenten vom Sozialdemokratischen “Wirtschaftsverband”:

    “[…] Wer diese Verbreiterung der Bemessungsgrundlagen ablehnt, ist letztlich wirtschaftsfeindlich, weil mit jedem Euro, den Landwirtschaft, freie Berufe und andere künftig zahlen, eine Entlastung für die produzierende Wirtschaft eintritt”

    Genosse, bist Du gegen den Frieden?

    Darum geht’s also: die sogenannte Maschinensteuer sollen also Freiberufler, Bauern und Kleinunternehmer zahlen. Die haben mit wegfallenden Jobs durch Automatisierung sicherlich ganz viel zu tun.

    Und was den von Matznetter angesprochenen “Freibetrag” anlagt: mit einem ähnlichen Schmäh hat man vor einigen Jahrzehnten das Ehegattensplitting in Österreich abgeschafft: die Alleinverdiener- und Kinderabsetzbeträgen. Dummerweise hat man über Jahrzehnte hinweg vergessen die Höhe dieser Absetzbeträge an die Inflation anzupassen.

    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160820_OTS0017/swv-matznetter-wertschoepfungsabgabe-bringt-wirksame-senkung-der-arbeitgeberbeitraege

  4. Selbstdenker

    @Fragolin:
    “Das ist den Sozen aber (natürlich) nicht genug…”

    Die Sozis wollen ja eine Mehrwert-Steuer, die andere zu zahlen hätten und die nur ihnen (ihren Pensionsansprüchen) zugute kommt.

  5. Thomas Holzer

    Prognosen sind halt schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen!
    Wer hätte nach dem Platzen der dot.com-Blase geglaubt, daß das Internet nur wenige Jahre danach einen solchen Siegeszug antreten würde.
    Welcher Politikerdarsteller hat nicht an die “Verheißungen” des Berichtes des “Club of Rome” aus den 79er Jahren geglaubt (peak oil ist noch immer nicht erreicht)
    Und alle Vorhersagen, daß die Elektromobilität die Zukunft für den verkehr darstellt (egal ob individuell oder öffentlich) werden in spätestens 10, 15 Jahren Lügen gestraft werden, und “unsere” Politikerdarsteller, welche diesen Vorhersagen durch die Vernichtung von Steuergeld zum Durchbruch verhelfen wollten, werden ihre “schönen” Pensionen genießen dürfen, ohne für ihre Fehlentscheidungen je zur Rechenschaft gezogen zu werden.
    Der Beispiele sind Legion

  6. Selbstdenker

    @Thomas Holzer
    Die “Prognose” dient ja nur dazu Leute aus garantiert SPÖ-freien Segmenten neue Belastungen aufzuhalsen. Es stimmt ja nicht einmal, dass die Einnahmen für die SV wegbrechen. Nur wird halt (ohne Not) noch viel mehr ausgegeben, als das rasante Wachstum der Beitragseinnahmen hergibt.

    Höhere Automatisierung ist eigentlich ein Segen bei einer rückläufigen Demographie und einem scharfen internationalen Wettbewerb. Eine hohe Arbeitsproduktivität ist der beste Schutz gegen aggressive Konkurrenz aus Billiglohnländer. Sie würde sogar Reallohnsteigerungen ermöglichen.

    Die SPÖ hat ein anderes Problem mit der Automatisierung: ihr brechen die Schäfchen weg bzw. aus. Deshalb karrt man künftige Kundschaft für den Sozialstaat herbei und lässt andere die Rechnung begleichen.

  7. Fragolin

    Irgendwie tun sich da (ach, wen wundert’s) logische Lücken auf. Da nach sozialistischer Ideologie und gelebtem Recht es ja einzig und allein die Arbeit ist, die uns krank macht, weshalb ja auch der Arbeitgeber den Krankenstand zu finanzieren hat, hat er mit seiner gesundheitsschädlichen Ausbeutung doch den armen Arbeiter ruiniert, müsste doch der Wegfall der Arbeit und die Übergabe physischer Mühen an Maschinen zu ungeahntem Aufblühen der Volksgesundheit führen. Hunderttausende Freizeitbeschenkte leben glücklich und kerngesund – also für wen und was sollen die Maschinen jetzt welche Sozialversicherung bezahlen? Die Kassen müssten ob der Entlastung doch blühen und gedeihen? 100% Arbeitslosigkeit als Traumziel: Wenn keiner mehr arbeitet wird auch keiner mehr krank!
    Oder stimmt die Propaganda so nicht? Dann verstehe ich nicht, warum die Firma den Krankenstand zahlen muss. Gilt da nicht das Verursacherprinzip?

  8. sokrates9

    Dank Computerisierung ist unsere Produktivität massiv gestiegen! Hat eine Sekretärin früher für eine komplexe Anlage 1 Angebot pro Woche geschrieben, kann sie heute dank copy und paste täglich ein Angebot legen!
    Früher gab es die Bejaformel: 1/2 Produktivitätszuwachs und Inflation ergibt höheren Lohn! Gleichzeitig wurde Arbeitszeit 48 Stunden auf 38, Urlaub 2 Wochen auf 6 dramatisch gesenkt! Warum geht das jetzt nicht mehr? weil Staat gesamten Mehrwert und noch viel mehr schluckt! Herabsetzung auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich wäre mit gutem Willen jederzeit möglich! Die Maschinen sollen arbeiten!!

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