Die Farce als Tragödie

(MARCUS FRANZ) “Geschichte wiederholt sich”, stellte der Philosoph Georg Friedrich Hegel einmal fest. Karl Marx fügte später hinzu: “Einmal als Tragödie, das zweite Mal als Farce.” Beim gegenwärtigen Drama der Migrationskrise weiß man noch nicht ganz genau, was am Ende herauskommen wird – vermutlich aber eine Mischung von beidem. Es steht nämlich zu befürchten, dass die aktuelle Farce gleichzeitig eine weltgeschichtliche Tragödie darstellen wird.

Die totale Wendung zum Guten
Deutschland liefert dazu gerade den Feldtest. Wo einst letaler Rassismus herrschte und auf kriegerische Weise Expansionsträume zur zerstörerischen Realität wurden, da regiert heute die völlige Umkehrung aller bösen Gedanken und aller gewalttätigen Ideologien. Die totale, ja geradezu totalitäre historische Wendung hin zum Guten, zum Edlen und zum Schönen hat endlich stattgefunden. Berlin darf nie wieder böse sein und Deutschland meint es für alle Zeiten nur mehr gut – mit sich und vor allem mit der Welt.

Die Große Buße
Gut gemeint ist aber regelhaft das Gegenteil von gut. Und so beobachten die Kritischen unter uns seit dem ominösen Einladungs-September von 2015 zahlreiche Phänomene, die einige Jahre zuvor noch undenkbar waren. Auf dem Boden eines offensichtlich unbewältigten Schuldkomplexes ergriff Deutschland (und mit ihm trotz aller nun stattfindenden Gegenrede auch der kleine Bruder Österreich) die erstbeste Gelegenheit zur vermeintlichen Großen Buße. Das Land taumelte danach in ein Szenario, das jedem Vernunftbegabten von Anfang an nur noch die Haare zu Berge stehen ließ. Und dort stehen sie noch heute.

Soumission
Mit fast nietzscheanischer Gewalt hat ab 2015 die finale Umwertung aller jener ehemaligen “Werte” stattgefunden, für die Deutschland einst in der Welt gefürchtet war. Aus dem damals so heftigen Rassismus ist der heute ebenso fanatische Anti-Rassismus geworden und aus dem eifernden Faschismus wurde der geifernde Anti-Faschismus. Aus dem monomanen Nationalismus entwickelte sich der Wahn des Internationalismus und aus den einstigen Expansionsgelüsten sind zur Selbstbestrafung die sperrangelweit offenen Grenzen entstanden.

Über diese erfolgt nun die Kolonialisierungspolitik auf dem umgekehrten Weg: Es regiert das Hinein statt des Hinaus und die selbstlose Unterwerfungsbereitschaft hat die zu unseligen Zeiten als Herrenmenschen auftretenden Deutschen zu braven Ja-Sagern einer selbstzerstörerischen Politik gemacht.

Invasion 2.0
Die fremde Invasion ins Eigene statt die eigene Invasion ins Fremde ist das Motto des neuen, guten und ewiglich geläuterten Deutschlands. Anders gesagt: Wo Heimat war, soll Fremde werden. Und über allem schwebt der vielbeschworene Geist der wiederentdeckten deutschen Humanität. So will es die Politik der neuen Menschenfreunde und so will es die Ideologie, die sich stets nur hilfreich, gut und alternativlos nennt.

Vom Weltenbrand zur Selbstzerstörung
Wie absurd und geradezu im Wortsinne pervertiert diese ganze historische Wendung im Grunde ist und wie weit weg diese Politik, die 80 Jahre nach dem von ihnen ausgelösten Weltenbrand den Deutschen ein neues Antlitz geben soll, wie weit also diese Politik von jeglichem Sinn und jedem Nutzen für Deutschland eigentlich ist, das dürfte den handelnden Personen nicht bewusst sein. Oder, und das wäre viel schlimmer als die gut gemeinte und unabsichtliche Selbstzerstörung, die Verantwortlichen verfolgen eine spezielle Agenda, deren geheimes Ziel die endgültige Auslöschung Deutschlands ist.

Wie war das nur möglich?
Faktum ist, die deutsche Geschichte der Selbstzerstörung wiederholt sich offenbar immer wieder. Und wieder wird nach dem kommenden Ende jeder Überlebende ratlos und bestürzt fragen: Wie war das denn nur möglich? Wie konnten wir das nur zulassen? Wieso haben wir die Zeichen nicht erkannt? Warum um Himmels willen sind wir so blind gewesen und frohen Mutes in den Untergang gelaufen? (TheDailyFranz)

6 comments

  1. stiller Mitleser

    sehr guter Text, es ist tatsächlich so einfach: die Umkehrung, die Negation mit irrationaler Vehemenz

  2. aneagle

    Faktum ist auch, dass mit jedem weiteren Selbstzerstörungsanfall Deutschlands ganz Europa mitschwankt. Wenn sich z.B.ganz Schweden zu Malmö entwickelt, aus welchen Neurosen auch immer oder lediglich aus purem Kultur- und Intelligenzdefizit, kostet das Europa höchstens ein bedauerndes Achselzucken. Deutschland aber, ist in seinen Totalitätsanspruch und seiner Wirkmächtigkeit für seine Nachbarn gefährlich. “Was du tust, das tue ganz” wußte schon Goethe über die Natur Deutschlands zu sagen- heute also, statt der Weltherrschaft, die Selbstzerstörung, ohne Rücksicht auf das Schicksal der notgedrungenen Mitläufer.
    “Wollt ihr die totale Selbstauflösung?” tönen viele kleine Heiko Maas durchs Land- und tausende Claudia Roths brüllen begeistert “Jaaaaahhh”
    Unheimlich das Ganze und wahrscheinlich psychopatho-soziologisch unheilbar( ein anderes Wort für alternativlos). Deutschland hätte Siegmund Freud nicht in die Emigration drängen sollen- eher einen anderen Österreicher. Das dieser seelische Webfehler 80 Jahre zu seiner gruseligen Wiederkehr braucht, hatte wohl kaum jemand auf dem Schirm.

  3. Fragolin

    Ist das deutsche Volk denn wirklich so ein Volk der Extreme? Muss es entweder die ganze Welt oder sich selbst zerstören? Kann es nicht einfach friedlich leben, Selbstverantwortung übernehmen und sich mal nicht von durchgeknallten Irren in die Zerstörung führen lassen?
    Und muss das österreichische sich da wieder blind dranhängen?

  4. Thomas Holzer

    Leitet sich aus dem Geschriebenen die Forderung eines Herrn Gauck ab, daß Deutschland mehr Führungsverantwortung in der Welt! übernehmen solle? (vor ein paar Tagen öffentlich geäußert)

  5. Hanna

    Es gibt nur eine Art von “friedlichem Widerstand”, nämlich genau diese Dinge, wie im Artikel beschrieben, anzusprechen und alle Verfechter der ungebremsten Einwanderung und Befürworter der Scharia (= des Islam) als staatsfeindlich zu bezeichnen, basierend auf psychologischen Problemen wie Schuldkomplexen und Selbsthass, Uninformiertheit und beabsichtigtem Verrat an der eigenen Kultur. Immer und immer wieder muss das entgegengehalten werden und auch, dass gerade die Eindringlinge derartiges Verhalten zutiefst verachten. Man muss nur mit gemäßigten Moslems bzw. Einwanderern reden. Die schauen einen an, schütteln grinsend die Köpfe und sagen “Aber ihr macht ja nichts, ihr wollt ja, dass wir euch sagen, was ihr zu tun habt.” Wollen “wir” nicht! Wir werden nur von unseren eigenen Regierungen gefesselt und geknebelt. ABER: Obige Vorwürfe gelten für alle, egal, in welcher Position, Regierung, Medien oder nicht. Wir müssen den Spieß umkehren und sofort und immer auf unsere Rechte und auf den Verrat dieser und unserer selbst pochen! Wenn jemand einen besseren Vorschlag hat – nur zu!

  6. mariuslupus

    Selbstverständlich soll man nicht verallgemeinern.
    Die deutsche Geschichte seit 1871 hat einen anderen Verlauf genommen als in anderen Staaten in Westeuropa. Noch ein weiterer Rücblick in der Geschischte England hat den absolutem Monarchen bereits 1640 geköpft, in Frankreich war Ludwig XVI 1796 an der Reihe. Die Königsmörder haben die Monarchien deutlich geschwächt, in England nach Oliver Cromwel die konstitutionelle Monarchie, Frankreich wurde trotz Napoleon I und III, sowie der Restauration der Bourbonen, Republik.
    Deutschland wurde zu einen zentralistischen Staat mit einen absolutistischen Monarchen an der Spitze umgebaut.
    Deutschland als Staat und die Deutschen als Bürger dieses Staates, haben nie eine absolutistische und totalitäre Herrschaft von innen aus beseitigt. Zweimal haben sie sich dem Willen der Siegermächte beugen müssen, die versucht haben den Deutschen Demokratie beizubringen. Dass, dieses Vorhaben auch dieses mal, gescheitert ist, zeigt die Entwicklung Deutschlands im 21. Jahrhundert.
    In Deutschland wird die Restauration der DDR, als totalitärer Staat, vorangetrieben. Die Flüchtlings Invasion ist nur ein äusseres Zeichen des Umbaus von einer Demokratie mit checks and balances, zu einem Staat, in dem die von oben gesteuerte Willkür herrscht. Gesetze werden gebrochen, die Bevölkerung wird belogen, das Parlament hat sich selbst abgeschafft, die Redefreiheit wird eingeschränkt, die Medien sind gleichgeschaltet.
    Bis jetzt wured von der Obrigkeit erst eine Schmierenkomödie geboten, die aber bereits für eine grosse Anzahl von Untertanen zu Tragödie geworden ist. Die eigentliche Fratze der Obertanen wird erst erscheinen sollten sie ernsthaft durch das Volk, durch die Wähler in Frage gestellt werden. Sollte die AfD, oder FN, oder die FPÖ,
    in den Wahklen die absolute Mehrheit erreichen, wird die Reaktion der Obrigkeit schnell und unmissverständlich sein. Diese Lektion werden sich die Untertanen merken.

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