Die Flucht der Millionäre aus Europa

(C.O.) Während in den vergangenen zwei Jahren hunderttausende meist mehr oder weniger mittellose Menschen aus Afrika, Nahost und Afghanistan in die EU drängten und damit für erhebliche politische Verwerfungen sorgten, hat – zunächst weit abseits der öffentlichen Wahrnehmung – eine höchst diskrete Wanderbewegung in die andere Richtung stark an Fahrt aufgenommen: Immer mehr wohlhabende Privatpersonen aus der EU verlassen Europa und ziehen weit weg, nach Australien, Neuseeland oder in die USA, aber auch nach Israel oder Dubai. “Die Nerze verlassen das sinkende Schiff”, kalauerte jüngst das Magazin “Stern”, und das deutsche “Manager-Magazin” befand trocken: “Tausende Millionäre verlassen Deutschland.”

Zum Exodus der Wohlhabenden oder gar Reichen liefert die Beratungsgesellschaft New World Wealth bemerkenswerte Zahlen: So verließen im vergangenen Jahr 12.000 Millionäre Frankreich und 4000 Deutschland – Tendenz extrem stark steigend. Noch 2015 waren es bloß 1000 Millionäre, die sich aus Deutschland absetzten, und in den Jahren davor gar nur jeweils ein paar hundert. Zahlen über Österreich liegen nicht vor, dürften sich aber parallel zu jenen in Deutschland entwickeln. Und das heißt für die Zukunft nichts besonders Gutes. Denn die erhebliche Zunahme reicher Auswanderer ist laut der Studie “zunehmenden Spannungen in der Gesellschaft” geschuldet. Für Großbritannien, die Niederlande, Österreich, Schweden und Belgien befürchten die Experten daher künftig ebenfalls eine starke Abwanderung der Wohlhabenderen.

Für all jene, denen ein möglichst hohes Maß an Gleichverteilung des Besitzes ein zentrales Anliegen ist, mögen das Good News sein. Denn wenn die Zahl der Wohlhabenden in einem Land abnimmt, steigt automatisch rein mathematisch die Gleichheit der Einkommensverteilung. Was ja gerade in Österreich als besonders erstrebenswert gilt. Gleichzeitig sinkt damit in der Realität das Durchschnittseinkommen, was rechnerisch die Anzahl der Armen verringert.

Der einzige kleine Nachteil dieser statistischen Effekte: Kein einziger wirklich Bedürftiger hat deswegen auch nur einen einzigen Euro mehr in der Hand. Dass die Reichen gehen, macht die Armen nicht weniger arm. Zu begrüßen, dass Wohlhabende weggehen, kann daher nur niedrigen Gefühlen wie Neid geschuldet sein – die Fakten geben keinerlei Grund zur Freude her.

Ganz im Gegenteil: Wenn Wohlhabende oder Reiche abgehen, fehlen natürlich in der Folge erhebliche Steuereinnahmen, etwa aus der Mehrwertsteuer, aber in aller Regel auch aus Einkommensteuern. Und damit letztlich staatliche Ressourcen, mit denen Bedürftigen geholfen werden kann.

Vor allem aber ist es ein ganz schlechtes Zeichen, wenn “die Nerze das sinkende Schiff verlassen”. Nicht selten verfügt diese soziale Gruppe über ein ganz gut entwickeltes Gespür für Chancen und Risiken; wenn diese Leute Grund genug sehen wegzugehen, kann das durchaus auch als Indikator für drohende soziale Probleme verstanden
werden.

Was ja nicht ausschließt, dass dem einen oder der anderen schlicht und einfach die Steuer- und Abgabenlast im Westen Europas zu hoch geworden ist. (“WZ”)

21 comments

  1. Thomas Holzer

    Australien und Neuseeland machen -relativ unbemerkt von desinteressierten Durchschnittseuropäern- aber langsam, dafür umso sicherer, die “Schotten dicht(er)”

    Das Durchschnittseinkommen sinkt auch durch die ziemlich hohe Zahl an Neubürgern, kommt den vereinigten Sozialisten in Österreich aber entgegen

  2. Gerald

    Welche Gefühle hegen Linke sonst noch außer Neid? Da fällt mir gerade nichts ein.

  3. stiller Mitleser

    Die Vermögen flüchten, aber nicht die Personen (wer möchte schon in Dubai leben? dann schon lieber in Tanger)

  4. sokrates9

    Zusätzlich zu den Steuerausfällen leiden natürlich alle Luxusunternehmen denen eine ganze Käuferschicht wegbricht!

  5. stiller Mitleser

    @ sokrates9
    Luxusunternehmen sind doch längst international, gehobene regionale Anbieter (aber wie viele gibt’s davon noch? denken Sie an die Geschäftsentwicklung im Wiener 1.Bezirk!) verlieren Kunden

  6. Christian Peter

    Weit mehr Sorgen als Millionäre bereitet mir der Mittelstand, dieser ist die tragende Säule des Staates. Multinationale Unternehmen und Vermögende können sich der Besteuerung leicht entziehen.

  7. sokrates9

    stiller mitleser@ Ich habe den Begriff Luxusunternehmen weiter gefasst! Darunter verstehe ich nicht nur den internationalen Handel von zB Modemarken, sondern auch Luxusrestaurants – es werden nicht alle vom Pizzaservice Klima bedient – sondern auch viele kleine Firmen wie ein Lederhosenerzeuger, der 2000€ von seinen Kunden verlangt und ähnliches..

  8. Thomas F.

    Wenn einer eine Hand voll Millionen gemacht hat und dann noch so blöd wäre, hier zu bleiben und sich den Großteil vom Staat zwecks Vergeudung wegnehmen zu lassen, dann wäre er vermutlich nicht zu den Millionen gekommen.

  9. mariuslupus

    Auch als bekennender Nicht-Millionär (leider), frage ich mich, was ich hier eigentlich noch verloren habe………

  10. Thomas Holzer

    @mariuslupus
    Kämpfen! Gegen die Ignoranz, Dummheit, den Untergang!

    Sprich: Kämpfen gegen Windmühlen 😀

  11. Gerald Steinbach

    mariusplus

    …wir brauchen keine guten Ingenieure, keine Unternehmer,…wir brauchen gute Migrationsbeauftragte , Flüchlingsmuttis und ,–Papas , halt Menschen die auf der richtigen Seite stehen

  12. Fragolin

    Sehen wir es positiv. Auf den schnöden Mammon der G’stopften können wir doch allemal verzichten. Unser kommender Gottkanzler hat bereits verkündet, dass unsere Ankommenden wertvoller sind als Gold.
    Also, so lange Schulz, Merkel, Göring-Eckhart und sämtliche Eiingefallenen uns erhalten bleiben, schwimmen wir im Reichtum, egal wohin das Geld wandert.
    Und jetzt noch einen Joint…

  13. Rudolf Winter

    Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt. Ihr werdet denen, die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihn bezahlen. Ihr werdet keine Brüderlichkeit schaffen, indem ihr den Klassenhass schürt. Ihr werdet den Armen nicht helfen, indem ihr die Reichen ausmerzt. Ihr werdet mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, wenn ihr mehr ausgebt, als ihr verdient. Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem Einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt. Ihr könnt Menschen nie auf Dauer helfen, wenn ihr für sie tut, was sie selber für sich tun sollten und könnten.

    Abraham Lincoln

  14. Tom Jericho

    …und auch hier gilt wieder: Die Mehrheit will es so! Demokratie bedeutet ja nicht “Herrschaft der G’scheiten”…

  15. Johannes

    Wenn man davon ausgeht und vieles spricht dafür, dass wir am Anfang einer Epoche stehen bei der uns die Ereignisse eigentlich überrollen ohne das wir Europäer konstruktiv das Geschehen beeinflussen können, so scheint die Perspektive tatsächlich dunkelschwarz.
    Wir erleben im Moment die größten Völkerwanderungen wie es sie seit Jahrhunderten nicht gegeben hat.
    Der Druck der NGO diese Völkerwanderungen bis zum Exzess voranzutreiben führt ins Chaos, es gibt keine Perspektive für Millionen von Zuwanderer, das ist ein Faktum. In Europa herrscht eine Wirtschaftskrise und eine Rekordarbeitslosigkeit. In diesen Zeiten wäre es notwendig Neuausrichtungen und Reformen zu entwickeln um Staaten wie Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Ungarn weiterzuentwickeln das Gefälle des Wohlstandes abzubauen eben einfach an den vielen Baustellen Europas die Ruinen gleichen etwas voranzubringen.
    Stattdessen lassen wir Zuwanderung zu die auch in den sogenannten reichen Ländern zu einschneidenden Sozialausgaben führen wird die, meiner Meinung nach, das Sozialwesen hoffnungslos überfordern und die Steuer und Abgabenquote in die Höhe treiben wird ohne das es irgendeinen wirtschaftlichen Impuls bedeuten wird.
    Europa wird zum Sozialfall und da wollen die Wohlhabenden nicht zur Eier legenden Wollmilchsau degradiert werden. Ich kann sie verstehen, Solidarität mit der Dummheit ist Selbstmord mit Anlauf.

  16. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Windmühlen würde noch gehen, aber gegen dumme Riesen, jeder mit 4 Raffarmen und 7 Mäulern, in 7 Köpfe,n auf 7 Wendehälsen, zu kämpfen ? Wie sind die Aussichten ?

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