Die Frau in der U-Bahn und das Schweigen des Feminismus

Von | 8. August 2016

(MARCUS FRANZ) Jahrzehntelang haben sich Frauenrechtlerinnen und Feministinnen in teils kämpferischer Manier um die Anliegen der Frauen gekümmert. Viele dieser frauenspezifischen Anliegen waren und sind berechtigt. Manche kann man natürlich in Frage stellen und diskutieren, einige davon sind leider auch einfach nur unsinnig oder überzogen. Beim Thema Gendern etwa, bei den Quotenfrauen oder beim Binnen-I ist die Sinnhaftigkeit des feministischen Kampfes jedenfalls für die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr erkennbar, trotzdem wird in diese Themenkreise enorm viel weibliche Energie investiert.

Grundsätzlich dürfen in Demokratien alle Bürger ihre Meinungen äußern und für ihre Anliegen mit den zur Verfügung stehenden legitimen Mitteln kämpfen. Das ist nicht nur gut so, sondern im Sinne der Meinungsfreiheit und zur Weiterentwicklung von Gesellschaften auch demokratiepolitisch zu fördern.

Umso wichtiger ist es, die Position des Feminismus in der größten Frage unserer Zeit zu analysieren. Gerade jetzt, wo die europäische Kultur und die westliche Gesellschaft durch eine verfehlte Migrationspolitik in eine große Krise geschlittert sind und es angesichts des Imports von anderen kulturellen Werten auch zu einer Infragestellung der gleichberechtigten Position der Frau in den europäischen (Parallel-)Gesellschaften kommt, würde man sich ein geeintes und mutiges Auftreten der meist eher linksorientierten Feministinnen erwarten.

Doch weit gefehlt, dieses Auftreten gibt es nicht. Die Sufragetten des dritten Jahrtausend sind seltsam stumm, einfach mutlos oder gar nicht vorhanden. Anders gesagt: In der Stunde seiner größten Herausforderung versagt der linke Feminismus und fällt in sich zusammen wie ein Ballon, dem die Luft ausgeht. Es gibt (abgesehen von Alice Schwarzers neuen Texten) kaum belastbare Statements von Autorinnen, Frauenverbänden oder Frauenpolitikerinnen zu den frauenunterdrückenden, ja frauenverachtenden Haltungen, die da aus dem Orient zu uns gebracht werden . Am öftesten hört man von den linken Frontfrauen paradoxerweise Apologie-Versuche oder gewundene Argumentationen, warum man das alles verstehen müsse und dass ja eigentlich der Westen an der Misere schuld sei und dass die Krise Zeit brauche usw. Und selbstverständlich lehne man frauenfeindliche Einstellungen ab, das wird dann noch rasch hinzugefügt.

Die sogenannte normale Frau sitzt währenddessen unangenehm berührt in der U-Bahn und freut sich, wenn sie nicht aggressiv angemacht wird und vor 22 Uhr respektive vor Einbruch der Dunkelheit zuhause ist. Das allgemeine Sicherheitsgefühl hat bei den Frauen in den letzten Monaten dramatisch abgenommen, viele fühlen sich mittlerweile extrem unwohl, wenn sie alleine unterwegs sind. Das Gefühl der Gefährdung ist da und wird uns wohl so bald nicht mehr verlassen.

Und es gibt auch deutliche Signale, dass sich gesellschaftlich etwas Fundamentales anbahnt: Das Strassenbild verändert sich vor allem in den Großstädten dramatisch. Wesentlich mehr verschleierte Frauen als noch vor 1 oder 2 Jahren bevölkern die Öffentlichkeit und die Rangordnung in der orientalischen Familie wird beim Spazierengehen demonstriert: Vorne geht der Mann, ein paar Schritte hinter ihm die (verhüllte) Frau mit den Kindern. Am Arbeitsplatz nehmen langjährig integrierte Frauen plötzlich wieder den Schleier und erklären dies mit Mode, Tradition oder einem neuen Selbstbewusstsein. Dieses Phänomen wäre noch gesondert zu untersuchen.

Spricht man erklärte Feministinnen auf ihr dröhnendes Schweigen in diesen Fragen an, ist die Standard-Antwort meist: In unserer Gesellschaft ist ja auch noch so viel zu tun und man möge doch bitte vor der eigenen Tür kehren. Zuerst muss also der europäische Mann fertig kritisiert und dessen Weltbild endgültig umgewandelt werden. Das ist viel einfacher, weil der lässt sich das mittlerweile meistens ohnehin widerspruchslos gefallen. Ob das aber die Frau in der U-Bahn tröstet?

13 Gedanken zu „Die Frau in der U-Bahn und das Schweigen des Feminismus

  1. Nattl

    Der (linke) Feminismus funktioniert nun mal nur mit domestizierten, kupierten Männchen. Daher genügt der gestrenge Blick z.B. eines Türkmännchens, um die Femanzen, brav hechelnd auf die hinteren Plätze samt Kopftuch zu verweisen.

  2. Passant

    “Gerade jetzt, wo die europäische Kultur und die westliche Gesellschaft durch eine verfehlte Migrationspolitik in eine große Krise geschlittert sind…” Diese Aussage birgt gleich zwei Irrtümer: Zum einen handelt es sich nicht um die Ursache der Krise sondern um den Ausfluss der Krise europäischer Kultur und westlicher Gesellschaft, welche sich seit langem entwickelt hat, und für welche auch der irrationale Feminismus ein Anzeichen ist, zum anderen kann im Zusammenhang mit dem Migrationsdesaster von “Politik” – im Sinne von planvoller Gestaltung eines Gemeinwesens – keine Rede sein, vielmehr zeigt sich darin die Unfähigkeit zur Politik als weitere Folge der Krise von Kultur und Gesellschaft.
    Der Konfrontation mit den Folgen des orientalischen Zustroms ist es zu danken, dass diese – unsere (!) – Krise in handgreiflicher Weise offen gelegt wurde. Vielleicht sind es gerade die zu Recht viel kritisierten Feministinnen, die das als erste begreifen. Jedenfalls liegt in der Erkenntnis eine Chance. Ob wir sie noch wahrnehmen können, bleibe dahingestellt.

  3. sokrates9

    Dieses Schweigen der Emanzen zu dem immer größer werdenden Problem Islam, der ja eine totale Unterdrückung der Frau bringt ist tatsächlich sonderbar! Hängt es vielleicht damit zusammen, dass es kaum intellektuelle Frauen gibt die es schaffen über den Rand von “Brigitte” Frau und Welt” hinauszudenken?? Jede Frau die sich mit Philosophie, Geschichte des Islams, die Stellung der Frau im Islam und ähnlichen Themen beschäftigt würde sofort erkennen müssen, dass das Weltbild des Islam nicht Genderkonform ist!

  4. Fragolin

    Der Feminismus hat nichts mit der Gleichberechtigung der Frau zu tun, sonst würde er sie nicht immer als schwaches, positiv zu diskriminierendes Tschiepchen darstellen. Selbst Frau Schwarzer hat das schmerzhaft begriffen.
    Der Feminismus ist eine der Waffen, mit denen der soziale Kitt der Gesellschaft aufgelöst und die Familie zerstört werden soll. Somit reiht er sich nahtlos in das ganze Waffenarsenal vom familienzerstörenden “Sozialsystem” von Kinderkrippe bis Altenheim über den Zwang der Frau an den Arbeitsplatz bis eben zur Unterwanderung der Gesellschaft durch aggressiv-zerstörerische Paralelgesellschaften ein.
    Feminismus und Wellkammismus haben nur vordergründig verschiedene Ziele, und beide sind NLP-konform “positiv formuliert” um jeden Gegner kaltzustellen (hier war erst jüngst das Beispiel “Genosse, bist du gegen den Frieden?” zu lesen, das die Agitprop-Genossin Merkel sicher auch kennt), aber unter dem Strich dienen beide der Zerstörung des “alten” bürgerlichen Gesellschaftssystems.

  5. stiller Mitleser

    Mit Christina von Brauns weithin rezipiertem Buch wurde die Kopftuchkritik zum Unterschichtendiskurs, eine ganze Generation (auch ich) erinnerte sich mit ihr an “unter die Haube”, die Kränze und Brautschleier und all das,… http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/bitte-nicht-uebers-kopftuch-kluegeln-1439442.html
    Für Jüngere ist dieser Diskurs (noch dazu mit einer mitsamt Kopftuch so hübschen Frontfrau) “verpflichtend”:
    http://ein-fremdwoerterbuch.com/

  6. sokrates9

    Fragolin@ Voll d àccord! Die Frage die ich habe sind die Frauen so blöd dass sie nicht kapieren in welche Richtung sie da instrumentalisiert werden!?? Letztendlich wird selbst die allerblödeste unter der Burka schwitzen und sich freuen zu den Männern aufschauen zu dürfen!

  7. mariuslupus

    Eigentlich war schon immer nicht klar was diese feministische Propaganda eigentlich sollte. Es wurde ein
    Feindbild – “Der Mann” aufgebaut. War das ein Versuch die Gesellschaft zu spalten ? Auf der einen Seite die Opfer, immer die Frauen, auf der anderen Seite die Täter, pig male chauvinists, die Männer.
    Aber wieso jetzt plötlich in der Konfrontation mit Machos islamischer Prägung, die plötzliche Unterwürfügkeit der Feministinen vor diesen Männern.
    Immer wieder wurde die Solidarität der Frauen beschworen, die Unterstützung der unterdrückten Geschlechtsgenossinen. Aber plötzlich kein Wort beim Import der islamischen Folklore nach Europa – Verachtung der Frau, zwangsweise Verschleierung, Zwangsehen, auch Kinder mit alten Männern, genitale Verstümmelung. Das ist plötzlich alles in Ordnung, für die Feministinen.
    Ergänzung zu Zwangsehen – Die zwangsweise Verheiratung von Minderjährigen mit alten Männern ist eine Kindesmisshandlung, sexuelle Ausbeutung, eine Straftat, damit ein Fall für den Staatsanwalt. Ein Offizialdelikt, der nach dem Gesetz verfolgt werden muss.
    Welches Berufsethos haben Juristinen, die auf Weisung von oben, von ganz oben, die Augen verschliessen und die Straftaten tolerieren ?
    Welches Berufsethos haben Journalistinen, die über diese Fälle der Kindessmishandlung, nicht berichten ?
    Welches Berufsethos haben Sozialarbeiterinen die Fälle von Kindesmisshandlung durch die vereinigte Tyrannei der Väter und Ehemänner, kennen und nicht anzeigen ?

  8. sokrates9

    Mariuslupus@ Berufsethos – das gibt es nicht mehr! Das Wort Ethos wird nicht mehr gelehrt, schon längst abgeschafft zu Gunsten : wie schreibe ich einen Bewerbungsbrief der den Unternehmer überzeugt, obwohl ich strutzdumm bin und lesen und schreiben nicht meine Stärke ist? Es gibt nur Political correctness und das heißt das zu tun was die oberen wollen und ja nicht auffallen sonst ist man sofort rechtsradikal!

  9. Dr.Fischer

    Die älteren Frauen haben bis heute wenig am Hut mit Feminismus, die leben ihre seit jeher gefestigte Rolle auf gewohnte Weise. Die jungen Frauen sind in einer sie wertschätzenden Entwicklung sozialisiert worden und kennen`s nicht anders. Den weitaus meisten sind die feministisch-emanzipatorischen Kämpfe gar nicht bekannt oder bewußt. Und jene, die sich für Feminismus und Emanzipation stark mach(t)en, haben längst das nächste Kapitel, nämlich die künstlich-widersinnige Gleichmacherei, Genderismus und Quotenfrauerei, aufgeschlagen.
    Diese Vorreiterinnen sind derzeit schmähstad und planlos – es sei denn, Glawischnig hat schon subtil mit einer Vorgabe des Weges begonnen, als sie das Kopftuch ihrer Großmutter in die Diskussion einbrachte…

  10. Mona Rieboldt

    Es war doch von vornherein klar, dass mit moslemischen Männern nichts zu machen ist mit Gender, Feminismus. Daher setzen sich diese Feministinnen erst gar nicht dem Kampf aus mit dem Islam. Sie kämpfen nur dort, wo ihnen kein wirklicher Widerstand droht. Das ist ähnlich der Schwulen-Lesben-Parade, die in Hamburg gegen Homophobie demonstrieren, obwohl das sinnvoller in Teheran wäre.

    Nachdem der deutsche Mann erfolgreich zum braven Haustier mutiert ist durch das ewige Geschrei von grünen Feministinnen, wünschen sie sich jetzt halt den starken wilden Orientalen.

  11. gms

    mariuslupus,

    > [Feindbild – „Der Mann“] War das ein Versuch die Gesellschaft zu spalten?

    Siehe das kommunistische Manifest und darin jenes Kapitel, was mit der bürgerlichen Gesellschaft passiert, so man die Familie zerstört. Der Text mag vielleicht alt sein, doch er ist relevanter denn je.

  12. Thomas Holzer

    @mariuslupus
    “Welches Berufsethos haben Sozialarbeiterinen die Fälle von Kindesmisshandlung durch die vereinigte Tyrannei der Väter und Ehemänner, kennen und nicht anzeigen ?”

    Anscheinend eines von “unseren” Politikerdarstellern verordnetes!
    Ich erinnere mich an einen Fall von vor ein paar Wochen, in welchem eine Mutter den (versuchten) Mißbrauch ihres Sohnes durch einen “Mitbewohner” des Flüchtlingsheimes anzeigen wollte, sie aber von der Heimleiterin vorerst davon abgehalten wurde.
    Hat irgendwo in der Steiermark stattgefunden

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