Die Frauenquote als Eigentor

(M. FRANZ)  Das Ansinnen, die Rechte der Frauen durch Quotenregelungen zu stärken und deren Gleichstellung dadurch zu verbessern, ist derzeit im politischen Alltag sehr aktuell.  Heerscharen von Frauen (und auch Männern) stimmen in den Chor dieser Forderung mit ein. Auf den ersten Blick erscheint eine gleichwertige Aufteilung aller gesellschaftlichen Positionierungen und Aufgaben auch sinnvoll, denn  die Welt besteht ja zur einen Hälfte aus Männern und zur anderen aus Frauen.  So weit, so trivial. Und wenn man die totale Gleichberechtigung will, dann muss man die Quote einführen, so lautet die aus dieser Trivialität konstruierte Logik. Die Politik gerät dadurch unter Druck, denn Politik reagiert auf Gemeinplätze immer am schnellsten. In Deutschland etwa wurde deswegen kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das der Privatwirtschaft fixe Frauenanteile in den Vorständen oktroyiert.

Doch allem „logischen“ und trivialen Anschein zum Trotz: Geschlechtsbezogene Quoten sind unsinnig und schaden den Frauen mehr als sie ihnen nützen. Zwangseinteilungen und verordnete Gleichstellungen haben noch nie etwas bewirkt – außer Widerstand. Wenn sich der Feminismus heute einer sexistisch unterlegten Argumentation befleißigt (und die Quotenforderung ist nichts anderes), dann tut er der Sache der Frau damit nichts Gutes. Ebenso entspricht die oft gehörte Erklärung, der Zweck würde auch in dieser Angelegenheit die Mittel heiligen, eher einer alten leninistischen Doktrin als einem modernen und liberalen Weltbild.

Wer wirklich die Position der Frauen in einer sinnvollen Art stärken will, muss andere Denkmuster als die feministischen Derivate der 68er wagen.  Man kann sich da durchaus an den Vorkämpferinnen der Frauenbewegung orientieren: Die Suffragetten demonstrierten bereits vor über 100 Jahren mit dem Slogan „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“. Das ist eine faire Ansage. Will heißen: Rosinen picken geht nicht. Wer Rechte will, muss auch die Pflichten nehmen. Quote haben wollen und mit 55 in Pension gehen, dafür aber im Schnitt 7 Jahre länger leben als die Männer ist nicht fair und eine Umkehrung der noch existierenden Benachteiligungen der Frauen in klare Nachteile für die Männer.

Wenn Frauen in objektiver Art andere Verhältnisse für sich erstreiten wollen, dann müssen sie die geschlechtsbezogene Argumentation verlassen, ein fair gestaltetes Gesamtpaket anstreben und sich letztlich wieder an den heroischen Suffragetten orientieren. Der heute so gern getätigte populistische Ruf nach der Quote bewirkt nur die Entwertung von weiblicher Qualifikation und weiblichem Leistungswillen. Frauen schaden damit Frauen. Und die mitrufenden Männer tun dies ebenfalls: Entweder aus mangelnder Reflexion oder ganz gezielt, weil sie schlaue Machos im Schafspelz eines perfide gewendeten Feminismus sind.

15 comments

  1. Thomas Holzer

    “Geschlechtsbezogene Quoten sind unsinnig und schaden den Frauen mehr als sie ihnen nützen.”

    Irrelevant!
    Es hat den Staat -“unsere” Politikerdarsteller- einfach nicht zu interessieren, nach welchen Kriterien Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft aussuchen; geschweige denn hat er dies per Gesetz zu reglementieren.

  2. Ähm

    Ein Liberaler sollte sich erst gar nicht sachlich mit einer Quotenregelung auseinandersetzen. Eine Quote ist ein massiver Eingriff in das Eigentumsrecht und somit absolut unzulässig!
    Oder sollten wir auch diskutieren, unter welchen Umständen man Menschen töten darf? Für und Wider abwägen praktisch.

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    Wie ist das mit dem “freien Mandat”? Jemand bewirbt sich um einen Sitz im Nationalrat, egal ob Mann oder Frau. Da hat zwar auch (üblicherweise) eine Partei mitzureden, aber die Partei hat nicht in Form eines bereis “vorformulierten Clubs” Quoten festzulegen. Zumindest ich will auswählen können ob ich einen Mann oder eine Frau wähle, oder auch nicht zur Wahl gehe.
    Aber qued Frau B. scheint ein abschreckendes Beispiel dafür zu sein, wenn man Quoten berücksichtigen muss?

  4. rubens

    Ähm
    Das müssen Sie mir erklären, warum ein Liberaler sich nicht in die öffentliche Diskussion einbringen darf? Diskussionsverbote sind nicht liberal.

  5. rubens

    Quotenregelungen sind ein Mittel der Macht und damit gegen die Rechte und Pflichten der Menschen, die Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Freiheit mit sich bringen.

  6. sokrates9

    Quotenregelung ist nichts anderes als Eingriff einer unzuständigen Stelle um zu verhindern, dass die Beste Lösung zustandekommt!

  7. Thomas Holzer

    Und die Frau Bures will auch noch Strafen verhängen, bei Nichteinhaltung……..
    Die Dummheit ist wirklich grenzenlos

  8. Ähm

    @ rubens

    Da scheinen Sie etwas misszuverstehen. Das sollte kein Diskussionsverbot verbalisieren, sondern schlicht daran erinnern, dass für einen Liberalen ein derartiger Eingriff indiskutabel ist, egal mit welchen Begründungen unterlegt.

  9. Mona Rieboldt

    Wo gehen denn Frauen mit 55 in Rente? In D müssen Frauen genau so lange arbeiten wie Männer.

    Ich halte die ständigen Eingriffe in die freie Wirtschaft für eine Dreistigkeit der Politik. Sollen sie doch erst bei sich anfangen, in den Ministerien gibt es sehr viel mehr männliche Staatssekretäre als weibliche. Davon abgesehen, eine Quotenregelung, insbesondere für Akademikerinnen, ist falsch und absurd. Es dient lediglich der ganz persönlichen Karriere einiger Frauen.

    Bei sonders gefährlichen und schmutzigen Arbeiten wie Minensuchen und Kanalreinigung gibt es keine Frauenquoten. Dafür sind dann wieder Männer gut genug, die ihr Leben dafür einsetzen können wie Bomben entschärfen und Minen suchen.

  10. Thomas Holzer

    “Zumindest ich will auswählen können ob ich einen Mann oder eine Frau wähle,……………”

    Das geht gar nicht! Weil Auswählen ist eindeutig diskriminierend, müsste daher eigentlich verboten werden 😉

  11. Fragolin

    Wenn ich als Unternehmer in dem mir allein gehörenden Unternehmen jemanden einstelle oder ablehne, geht es den Staat einen mehr als feuchten Kehrricht an, ob der, die oder das dick, dünn, schwul, hetero, männlich, weiblich, alles beides oder keins von beiden, religiös, links, rechts, oben, unten oder quer durch das Universum ist!
    Es geht den Staat einen Dreck an, ob ich Männer oder Frauen, Chinesen oder Türken, Buddhisten oder Moslems allein, vorwiegend, selten oder aus Prinzip gar nicht in meine Firma einstelle und von meinem Geld bezahle. Es hat ihn nicht zu interessieren, welchen Leistungsumfang ich für welche Bezahlung verlange, wie gleich, gerecht, fair, sozial oder wie diese ganzen schwachsinnigen Schwurbelvokabeln so heißen ich die Leute entlohne, einsetze, bevorzuge, benachteilige oder ignoriere.
    Wem es nicht passt, der muss bei mir nicht arbeiten.
    Und wenn das dem Staat nicht passt, muss er ja die üppigen Steuerzahlungen meinerseits und auch jene meiner Angestellten nicht annehmen. Wir würden seinen empörten Verzicht durchaus begrüßen.

  12. rider650

    @ Fragolin
    Hätte ich nicht besser sagen können.

    Und zur Frage, warum Männer tendenziell besser verdienen als Frauen: welche Frau will einen beruflich wesentlich schlechter als sie selbst gestellten Partner? Die wenigsten. Umgekehrt ist es Männern relativ egal, wie weit ihre Partnerin beruflich unter ihnen angesiedelt ist. Könnte das vielleicht eine kleine Motivation für Männer sein, beruflich Gas zu geben? Eine Motivation, die bei Frauen schlicht nicht vorhanden ist?

  13. PP

    Fragolin, Sie irren, wenn Sie glauben, dass Ihnen in diesem Staat irgendwann irgendwas wirklich allein gehört, nur weil Sie dafür bereits üppig Steuer bezahlt haben.

  14. Syria Forever

    Als meine Frau das erste mal in Deutschland war und einen “Frauenparkplatz” sah hatte sie gemeint; “Was sind denn die Deutschen chauvinistische Sexisten! Denken die wir Frauen können nicht parken wie jeder Mann auch und brauchen Idioten Parkplätze?!” (gut darüber lässt sich streiten, wegen dem parken, hatte ich gemeint um ehrlich zu sein).
    Quoten sind schlimmste Diskriminierung! Es hat auch nichts mit Frauen allgemein zu tun sondern geht es ausschliesslich um die politische Mafia in Europa oder wie viele Frauen von der Strasse bekommen ein Angebot als Vorstand oder Aufsichtsrat??
    Europa ist in Geiselhaft des politischen Mobs und die Bezeichnung Mob ist vollkommen treffend kommen doch der Grossteil dieses Mobs aus der tiefsten Gosse. Shalom

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