Die Gefahren der indirekten Demokratie

Von | 20. Januar 2018

“Es besteht die Gefahr, dass sich der Staat nicht zu einer echten Demokratie entwickelt, sondern zu einem oligarchischen System mit demokratischer Legitimation. Dieses System besteht dann aus einer Führungsschicht von Politikern, Beamten und manchmal auch Geldgebern, die gemeinsame Interessen in wechselnden Koalitionen vertreten. So verknöchert der Staat. Die führenden Schichten haben in der indirekten Demokratie viele Einflussmöglichkeiten. Darin sehe ich eine Schwäche der traditionellen Demokratie. Das hat dazu geführt, dass indirekte Demokratien immer wieder zusammengebrochen sind und durch Diktaturen ersetzt wurden….” (Interessantes Interview mit Hans-Adam von Liechtenstein, hier)

14 Gedanken zu „Die Gefahren der indirekten Demokratie

  1. Chrisamar

    Sehr wichtige und richtige Analyse. Das Problem sind wirklich die Beamtenpolitker / Funktionäre, bzw. deren Auswüchse in den Körperschaften öffentlichen Rechts. Wer in Deutschland kein Studium meistern will oder kann, der geht auf die Verwaltungsfachschule. Da wird er dann ein Politischer Beamter. Die werden auch nicht “gewählt”, sondern kommen durch Ämterpatronage / Parteiarbeit, ins Amt. Voraussetzung ist: Sich rechtzeitig bei der Jugendorganisation der Partei Ihrer Wahl anmelden.

  2. Christian Peter

    @Chrisamer

    Nicht Beamte sind das Problem, sondern die politischen Parteien, welche sich in Ländern wie Österreich und Deutschland den Staat seit Jahrzehnten gnadenlos zur Beute machen.

  3. bill47

    Der Mathematiker Nassim Nicholas Taleb, der in seiner Rolle als Berater von Börsenfonds mehre Ereignisse, wie die Krise 2008, den BREXIT und die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten korrekt vorausgesehen hat sieht einen zunehmenden Aufstand Aufstand der Massen gegen eine selbsternannte Elite, die glaubt alles zu wissen, keine Ahnung davon hat, was sie alles nicht weiß und trotzdem überzeugt davon ist, zu wissen, was die Leute denken.
    https://www.zerohedge.com/news/2017-02-07/not-fascism-nassim-taleb-warns-theres-global-riot-against-psuedo-experts

  4. Christian Peter

    Das Vernünftigste wäre die Abschaffung von Wahlen und politischen Parteien. Politische Ämter sollten im Losverfahren auf Zeit an geeignete Bewerber vergeben werden, wie ehemals im antiken Griechenland.

  5. Christian Peter

    Für alle, die es nicht wissen : Demokratie gibt es seit ca. 2400 Jahren, politische Parteien hingegen erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Noch niemals gab es eine schlechtere Form der Demokratie als die heutige Repräsentativ – Demokratie. Dieses System hat ausgedient, der gesamte Staat dient lediglich als Beute der Berufspolitiker – Schmarotzer und der parasitären Parteien.

  6. G.

    CP
    Sie sprechen mir aus der Seele! Weg mit den Parteien und die Mandatare per Los ermitteln. So wurde Demokratie im alten Griechenland ausgeübt.

  7. Johannes

    Ich halte Parteien für enorm wichtig, sie sind im besten Fall Kräfte die ein gebündeltes Angebot an professionellen Vorstellungen, Vorhaben und Umsetzungsmöglichkeiten bieten. Der Wähler soll jene Partei wählen von der er glaubt das sie am besten arbeiten werden.

    Was in Zukunft viel stärker beachtet werden muß ist Transparenz, alles was die Regierenden aber auch die Opositionsparteien tun soll durchschaubar sein.
    Wer es ehrlich meint und auf sein Programm vertraut braucht keine taktischen Spielchen, er kann es den Bürgern präsentieren und dazu stehen.
    Die größte Gefahr Politik zu einer polemisierenden Schmierenkomödie verkommen zu lassen besteht dann wenn der Wille zur Macht stärker ist als die Liebe zum Land und seinen Menschen.
    Parteien die abgewählt werden sollen es zur Kenntnis nehmen, in sich gehen und bei den nächsten Wahlen alles versuchen um das Vertrauen zurückzugewinnen.

    Die niederträchtigste Form des sich nicht eingestehen einer vom Volk erteilten Niederlage ist das Hausieren gehen in Europa mit der Bitte um Sanktionen für das eigene Land.

    Politik soll erklären, soll Pläne präsentieren, soll auf Fachbereiche und die Umsetzung von Vorhaben fixiert sein.
    Ich würde mir wünschen wenn in Zukunft kein Abgeordneter mehr seine wertvolle Redezeit damit verbringt irgendwelche platten, abgelutschten, zum gefühlten hunderttausendsten mal gehörten polemisierungs Stehsätze zu formulieren.
    Ich fordere eine neue Diskussionskultur im Parlament.die mit Fakten unterlegt wird und die der Intelligenz der Wähler nicht spottet.

  8. Christian Peter

    Korrektur : Demokratie gibt es bereits seit 2400 Jahren, die Erfindung der politischen Parteien erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts, also seit ca. 160 Jahren, in Österreich etwas später gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Eines ist klar : Die repräsentative Demokratie heutiger Prägung ist die entartetste Form der Demokratie, die jemals existierte, die Erfinder der Demokratie würden sich im Grabe umdrehen wenn sie wüßten, was aus der ursprünglichen Idee einer Volksherrschaft wurde.

  9. Christian Peter

    @Johannes

    Politische Parteien sind die verheerendste Erfindung der Geschichte der Menschheit, im 20. Jahrhundert mussten wegen politischer Bewegungen in Europa und Russland etwa 150 Millionen Menschen sterben.

  10. Johannes

    Wer soll denn ihrer Meinung nach die politischen Parteien auflösen und was machen Sie mit den Millionen Menschen die nicht einverstanden sind mit der Auflösung weil sie einer politischen Partei angehören oder mit ihr sympathisieren?

    Wie schaut ihr Konzept aus ? Wie oder in welcher Form soll ein Staat regiert werden? Wer hat die Verantwortung für Justiz und Polizei, für Bildung und Äußere Angelegenheiten, wer kümmert sich um Sozialwesen und Pensionen, wer verwaltet die Steuern?

    Irgendjemand muß das machen und allein über Volksabstimmungen können Sie nicht regieren, weil über was wollen Sie abstimmen? Über Alles das jeder einbringen kann?

    Ich bin schon sehr gespannt was für ein Konzept Sie haben das besser sein soll als das jetzige.
    Das jetzt nicht alles gut ist lag an manchen handelnden Personen nicht am System nach meiner Meinung.

  11. Christian Peter

    @Johannes

    Habe ich bereits oben beschrieben. Eine moderne Demokratie benötigt weder Wahlen, Parteien und Parlamente. Politische Ämter sollten an geeignete Bewerber im Losverfahren auf Zeit vergeben werden, wie ehemals in der griechischen Antike. Dieses System wäre der heutigen Repräsentativ – Demokratie um Welten überlegen, es kommt alle paar Jahre zu (echten) Regierungswechsel und die Regierenden können auch unpopuläre Maßnahmen ergreifen, weil sie niemandem verpflichtet sind und auch nicht wiedergewählt werden können.

  12. Johannes

    @Christian Peter

    Wer bestimmt wer geeignete Bewerber sind, warum glauben Sie sind diese Bewerber weniger korrupt, unfähig, und mit allen jenen negativen Eigenschaften ausgestattet wie die von ihnen so verachteten Politiker?
    Was wenn der Bewerber A mit dem Bewerber B nicht kann, wenn B mit A und C überhaupt keine Gemeinsamkeiten hat, weder weltanschaulich noch in der Sache. Wenn Bewerber D A,B und C verachtet und mit E und F sich auf ein Packl haut?
    Was dann lieber Christian Peter, was dann? Sind Sie dann die oberste Instanz um dieses Schlamassel zu beenden?

  13. Christian Peter

    @Johannes

    Geloste Volksvertreter müssen nicht unbedingt bessere Eigenschaften als Berufspolitiker aufweisen, das Prinzip der Rotation sorgt jedoch dafür, dass möglichst viele Bürger Regierungsämter ausüben und nach einer Regierungsperiode wieder von der Bildfläche verschwinden, während ein und dieselben Berufspolitiker in Ländern wie Österreich und Deutschland nicht selten jahrzehntelang politische und sogar Regierungsämter bekleiden.

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