Die “gespaltene Gesellschaft” und anderer Unsinn

Von | 17. März 2017

(WERNER REICHEL) Die politisch korrekte Funktionselite hat in den vergangenen Jahren die deutsche Sprache grundlegend verändert, hat ein strenges Regelwerk von oben darübergestülpt, sie in ein enges Korsett gezwängt, neue Wort kreiert,  andere verboten und die Bedeutung von Begriffen in ihr Gegenteil verkehrt. All diese Veränderungen wurden den Bürgern erfolgreich und aufs Auge gedrückt. Widerstand dagegen gab es kaum.

Wer die neuen Sprachregeln missachtet, wird von einem mittlerweile flächendeckenden Netzwerk an Denunzianten aufgespürt und von offiziellen und inoffiziellen Kräften der politisch korrekten Sprachpolizei an den Pranger gestellt, marginalisiert und immer öfter auch kriminalisiert. Erst im Jänner wurde ein kritischer Zeitgenosse und Lobbyist für legalen Waffenbesitz am Wiener Landesgericht wegen „Verhetzung“ zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Establishment bringt die Justiz gegen seine Kritiker in Stellung.

Je prekärer die Lage in Europa, je mehr Frauen vergewaltigt, je mehr Jugendliche verprügelt, je mehr No-Go-Areas entstehen, je mehr Europäer von Islamisten abgeschlachtet werden, je weiter das Bildungsniveau sinkt, desto strikter die Sprachregelungen.

Der Bevölkerung werden die sprachlichen Mittel genommen, um die Zustände adäquat beschreiben, kritisieren, analysieren, und Ross und Reiter benennen zu können. Jede Diskussion an den katastrophalen Entwicklungen und an deren Verursachern soll im Keim erstickt werden. Diese sprachlichen Regelungen funktionieren auf mehreren Ebenen. Manche sind komplex und nur schwer zu durchschauen, andere hingegen äußerst simpel. So müssen Abweichler und Dissidenten, also alle, die nicht zur politisch-korrekten Wir-Gruppe gehören, immer und ausschließlich negativ dargestellt werden. Selbst dann, wenn sie völlig harmlose unpolitische Dinge tun, selbst wenn sie das Gleiche wie ein Linker machen. Hier ein paar Beispiele, die mittlerweile jeder aus den Mainstreammedien kennt:

Rechte trinken nicht, sie saufen, sie kritisieren nicht, sie hetzen, sie die treffen sich nicht, sie rotten sich zusammen, sie gehen nicht, sie marschieren, sie fordern nicht, sie wettern, sie werden nicht diskriminiert, sie inszenieren sich als Opfer etc.

Jeder Journalistenlehrbub kennt diese einfachen Sprachgebote im Schlaf, schließlich hat er das staatliche Schul- und Hochschulsystem durchlaufen.  Diese Negativ-Zuschreibungen und andere rhetorische Tricks sind auch deshalb so simpel, weil der politisch korrekte Nachwuchs nicht gerade der hellste ist. Man darf ihn intellektuell nicht überfordern, was wahrscheinlich damit zu tun hat, dass an den Unis viel Ideologie und wenig Wissen vermittelt wird.

Eine absolut deppensichere Journalistensprachregel ist außerdem, dass nichtlinke Politiker und Gruppierungen, die bei Umfragen im Aufwind sind, die Gesellschaft spalten. Spalten ist ein ganz wichtiges Wort im politisch korrekten Satzbaukasten.

In den Niederlanden ist jetzt gewählt worden. Der große Wahlsieg von Gert Wilders ist ausgeblieben. Doch während des Wahlkampfes hatte der „Rechtspopulist“ extrem gute Werte. Deshalb titelte orf.at den politisch korrekten Sprachregelungen in einem Bericht über die Niederlande folgend: „Die gespaltene Gesellschaft“.

Diese Schlagzeile ist reine Propaganda, ihr Information- und Neuigkeitswert ist gleich Null. Denn in einer Demokratie spaltet jede Partei, die nicht zumindest auf 98% der Stimmen kommt, das Land und die Gesellschaft. Und das ist in echten Demokratien praktisch nie der Fall.

Trotzdem werden sie vom ORF und den anderen linken Mainstreammedien niemals hören, dass ein linker Politiker die Gesellschaft spaltet. Das bleibt so fiesen und widerlichen Typen wie Wilders oder Trump vorbehalten. Das heißt, Gesellschaften sind immer nur dann gespalten, wenn ein Bürgerlicher, ein Konservativer, ein Liberaler oder eine „Rechtspopulist“ an der Macht ist. Umgekehrt sind Linke stets Brückenbauer, stellen das Gemeinsame vor das Trennende und so weiter und so fort. So viel zur Objektivität und Glaubwürdigkeit des gemeinen ORF-Journalisten.

Diese in Stein gemeißelte Einteilung der Welt in Gut und Böse gründet darauf, dass diese Menschen zutiefst davon überzeugt sind, zu wissen, was die richtige und die falsche Meinung ist. Wer die falsche Meinung hat, spaltet, wer die richtige hat, verbindet. Und weil die Deutungshoheit der Linken bröckelt, fahren die Hüter der vermeintlich richtigen Meinung immer schwerere Geschütze auf.

Eine Strategie, die immer schlechter funktioniert. Immer weniger Menschen lassen sich vom Establishment und seinen Medien für dumm verkaufen.

 

15 Gedanken zu „Die “gespaltene Gesellschaft” und anderer Unsinn

  1. Mona Rieboldt

    Offensichtlich lassen sich noch genug Leute für dumm verkaufen, wie man bei Wahlen sehen kann. Und in D wird Merkel wieder Kanzlerin und regiert dann mit SPD Schulz. Und so geht es dann weiter Jahr für Jahr, Wahl um Wahl.

  2. Thomas Holzer

    @Werner Reichel
    “Erst im Jänner wurde ein kritischer Zeitgenosse und Lobbyist für legalen Waffenbesitz am Wiener Landesgericht wegen „Verhetzung“ zu einer Haftstrafe verurteilt”

    Gibt es dazu u.U. auch eine weiterführende Lektüre, vielleicht sogar einen “link”?

  3. Der Realist

    Viel über das “gespaltene Land” wurde ja im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf geschrieben, und kein noch so mieser Schreiberling in den selbsternannten “Qualitätszeitungen” konnte sich dem entziehen. Das hat echt schon genervt, schon aus Gründen wie von Herrn Reichel beschrieben. Dass auch frühere Wahlen ein ähnliches Ergebnis gebracht haben, ist diesen “Eliten” natürlich entgangen, oder sie haben es einfach nicht gewusst.
    Bemerkenswert ist auch, wie brav sich der biedere Bürger den Regeln der Sprachpolizei unterwirft, und sei die neue Wortschöpfung noch so irreführend. In der Vergangenheit hat jeder gewusst, was mit Neger gemeint war, und diese Bezeichnung hat in unseren breiten niemand abwertend verwendet.
    Waren früher Behinderte größtenteils von der Gesellschaft Ausgestoßene, so hat sich das heutzutage Gott sei Dank gebessert, das liegt aber bestimmt nicht an der neuen Bezeichnung für diese Menschen.

  4. Falke

    Noch eine ganz häufige und “wichtige” Sprachregelung: Wenn Rechte demonstrieren, also “sich zusammenrotten” und – was ganz selten passiert – Scheiben einschlagen oder gar Personen verletzen, sind das gefährliche “Gewalttäter” und “Nazis”. Wenn sich Linke “friedlich” gegen die “Gefahr von rechts” vereinen, Autos und Geschäfte demolieren und Polizisten mit Steinen bewerfen – was fast jedesmal bei diesen Gelegenheiten passiert – sind das “Aktivisten”.

  5. Der Realist

    @Falke
    und sehr beliebt sind medial auch die “Autonomen”, ist doch den wenigsten die Bedeutung nach heutigem Sprachgebrauch bekannt, klingt aber zumindest in der ursprünglichen Bedeutung von “autonom” recht harmlos.

  6. Winnfried Gardner

    Schon vor Jahren wurde eine sprachliche Unterscheidung deutlich……
    Jugentlicher Straftäter 23 und links, gegenüber einem jungen Mann 16 und rechts.

  7. Thomas Holzer

    @Tom, wbeier
    Danke!
    Auch die Dummheit “unserer” Richter scheint grenzenlos zu sein; man darf/muß ihnen aber zu Gute halten, daß “unsere” Politikerdarsteller für die Vorgaben verantwortlich sind.

    off topic:
    “unsere” Politikerdarsteller haben 2016 wieder einmal knapp 180 Millionen Euro für Eigenwerbung -nicht! Parteiwerbung- sondern Bewerbung der für die Untertanen verpflichtenden Gesetze etc. verbraten.
    Warum das noch immer nicht strafrechtlich relevant ist, liegt natürlich einzig und alleine an eben diesen Politikerdarstellern.

    Wenn man sich dies so en Passant zu Gemüte führt, könnte man fast zum “Staatsfeind” werden. und zwar ohne obskure Hintergedanken 😉

  8. mariuslupus

    Absolut zutreffend, Verdummung der Gesellschaft beginnt mit der Sprache. Die Sprache ist ein Werkzeug der Despoten, dass sie zuerst usurpiert haben, um es an die von ihnen ferngesteuerten Medien weiterzugeben.
    Das III, Reich hatte eine eigene Sprache, die “Lingua tertii imperii”, in der es von Lebensunwerten Untemenschen, nur so gewimmelt hat. Die Diktatur in der UdSSR hat zuerst Menschen als Schädlinge bezeichnet, um sie anschliessend zu liquidieren und auszurotten.
    Clinton hat auch von deplorables mit arroganter Verachtung gesprochen .Deutsche Politiker haben ihre eigene Bevölkerung als Dumpfbacken und Pack beschimpft. Trump als Hetzer, Lügner, Frauenschänder.
    Alle verbalen Insulte der Linken werden in der Presse zuerst, da wo es opportun erscheint, kolportiert, später für nicht existent erklärt.
    Sprache ist aber häufig, eigentlich meistens, die Vorstufe des Handelns. Die hasserfüllten Reden und Schreibprodukte, gegen konservative, liberale, bürgerliche Menschen, werden nicht ohne Folgen bleiben.
    Den Worten werden Taten folgen. So war es bis jetzt in jeder Diktatur. Dieses Muster, wird wieder realisiert werden. Mit voller Unterstützung der Wählerinen und Wähler.

  9. Rennziege

    So was fängt man sich ein, wenn man (wie die gesamte deutsche Polit- und Medienschickeria) einen US-Präsidenten als Kandidaten und Amtsinhaber nur angespuckt hat.
    http://nypost.com/2017/03/17/trump-doesnt-shake-hands-with-merkel-during-photo-op/
    Das Filmchen der “New York Post” zeigt Angela Merkel mit verzweifeltem Grinsen und Donald Trump, der sie keines Blickes würdigt und ihr Ansinnen auf den üblichen Handshake für die Bildreporter einfach ignoriert. Ansonsten: Außer Spesen nichts gewesen. Null.
    Trump mag halt keine Speichellecker, erst recht keine doppelzüngigen.

  10. mariuslupus

    @Rennziege
    Die gleiche Sequenz auch auf Fox News. Beim Erdogan, hat sie sicher viel besser aufgehoben gefühlt. Die Merkel eigenen Medien werden, auch aus diesen Besuch, einen grossen Triumpf der Kanzlerin fabrizierenj.

  11. Stefan Scholz

    Das Bild des selbstbewußten, tüchtigen Bürgers, der seinen Standort kennt und auch verteidigt, ist Kultur-Marxisten, die polical correctness als politisches Instrument erkennen und einsetzen, ein unerträglicher Anblick.

  12. Falke

    @Rennziege
    Ich frage mich ja überhaupt, wie die beiden miteinander reden, nachdem Trump Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik (durchaus nachvollziehbar) als geisteskrank bezeichnet hat, während der auch von Merkel freudig unterstützte und gewählte neue Bundespräsident Steinmeier Trump einen “Hassprediger” genannt hat.

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