Die Griechen bitten zur Kasse

Von | 12. September 2013

Nach der deutschen Bundestagswahl am 22.September kommt höchstwahrscheinlich ein neuer Schuldenschnitt für Griechenland. Geschoren werden diesmal die Steuerzahler in Deutschland oder Österreich. Wie dieser Schuldenschnitt, der nicht Schuldenschnitt heissen wird, in der Praxis funktioniert, erläutert Wolfgang Münchau anschaulich hier.

10 Gedanken zu „Die Griechen bitten zur Kasse

  1. Reinhard

    Erstaunlich, dass sie es mit Hilfe gezielter Desinformation in gekauften Systemmedien immer noch schaffen, die Leute glauben zu lassen, “Banken” und “Politik” wären grundverschiedene Spielfelder. Es gibt keine Bank, die nicht in der Politik verankert ist und keine Politik, die nicht mit Banken verfilzt ist.

  2. Rennziege

    12. September 2013 – 12:33, @Reinhard
    Vollkommen richtig. Die Banken sind die Dealer, die Politiker die Junkies. Zwecks beiderseitigen Wohlergehens lassen die einen die anderen nicht verkommen.

  3. Christian Peter

    @rennziege

    seit einigen Jahren läuft es umgekehrt : der Staat der Dealer, Banken die Junkies.

  4. Rennziege

    12. September 2013 – 13:45 – Christian Peter
    … und dann rechnen Sie noch die peinlich misslingende “Energiewende” hinzu, die (sogar laut Beschwichtigungsminister Peter Altmaier, also geschönt) den deutschen Michel am Ende des laufenden Jahrzehnts eine Billion Eulen gekostet haben wird — und Sie sind vollends in Bilde, was die Uhr geschlagen hat.

  5. Christian Peter

    @rennziege

    Ein Übel gegen ein anderes aufzurechnen bringt uns nicht weiter.

  6. Rennziege

    12. September 2013 – 14:48 – Christian Peter
    Ich rechne nicht auf, sondern zusammen. Wie eine schlichte Beiselwirtin die Zeche, auf einem Bierzettel. Jetzt verstanden?

  7. Christian Peter

    @rennziege

    Sie haben schon Recht mit der Energiewende, das ist aber wieder ein anderes Thema als die horrenden Banken-Bailouts unserer Tage.

  8. Klaus Kastner

    Dies ist sicherlich kein Meisterstück von Wolfgang Münchau; er verwechselt einfach Begriffe.

    Ein Schuldenschnitt ist ein Schuldenschnitt; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein Schuldenschnitt bedeutet, dass die ursprüngliche Nominale der Schulden reduziert oder sogar eliminiert wird. Bei Staatskrediten, besonders bei Staaten der Ersten Welt, sollte ein Schuldenschnitt die große Ausnahme sein, vor allem dann, wenn die Krise erst ein paar Jahre alt ist.

    Alles andere ist eine ‘Schuldenrestrukturierung’ und eine solche Schuldenrestrukturierung ist das Normalste in der Welt bei Finanzschwierigkeiten, vor allem bei Staatskrediten.

    Eine Schuldenrestrukturierung bedeutet, dass Zinssätze und/oder Laufzeiten neu verhandelt werden. Z. B. können Zinssätze stark reduziert werden; Zinsen können kapitalisiert werden; Fälligkeiten können extrem verlängert werden. Natürlich kann sich daraus ein niedrigerer Barwert ergeben, das ist jedoch kein Schuldenschnitt. Zinsen werden bei langfristigen Finanzierungen laufen neu verhandelt und bei jeder Veränderung ergibt sich eine Erhöhung/Verminderung des Barwertet.

    Kurz und gut: dass Gescheiteste, was die Troika mit Griechenland machen kann, ist, die Laufzeiten weit in die Zukunft zu verlängern und einen großen Teil der Zinsen zu kapitalisieren. Dabei wird nicht unbedingt etwas verschenkt; der rechtliche Anspruch auf volle Bezahlung bleibt aufrecht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.