4 comments

  1. A.Felsberger

    Die Vorstellung, dass die Welt massiv überschuldet sei, baut zumeist auf dem Vergleich zwischen D (nominale Schuld) und Y(r) (reales Produkt). Dann werden Zahlen präsentiert, wonach der Quotient D/Y(r) unentwegt steigt und in vielen Erdteilen 300%, 400%, ja 500% erreicht. Was übersehen wird, ist folgendes:

    1) Es ist nicht zulässig eine nominale Zahl (D) mit einer realen, d.h. inflationsbereinigten, zu vergleichen. Nicht mein reales Einkommen entscheidet, ob ich meinen Kredit tilgen kann, sondern mein nominales. Wenn man aber D mit dem nominalen Produkt (Yn) vergleicht, dann fällt der Quotient deutlich niedriger aus.

    2) Die kumulative Schuld (D) beinhaltet auch die Verschuldung der Banken untereinander. Im Aggregat hebt sich diese jedoch auf, der Bankensektor ist im Verhältnis zu den drei anderen Sektoren (Unternehmen, Haushalte, Staat) neutral. Die Schuldverhältnisse existieren bloss zwischen den Haushalten als Netto-Gläubiger und den Unternehmen und dem Staat als Netto-Schuldner.

    Daraus folgt: Das Verhältnis D zu Y(n) korrekt berechnet, ist deutlich niedriger als gemeinhin angenommen. Beispielsweise käme man für die USA, wenn man den Bankensektor aussortiert, auf ein Verhältnis von ca. 200%.(und nicht, wie gemeinhin behauptet, 350%). Ob diese Schuldenlast zu tragen ist, entscheidet sich im Regelfall durch die Profitabilität der Unternehmen. Dass Haushalte sich nicht zur Verschuldung eignen, liegt auf der Hand, weil sie anders als die Unternehmen kaum Sachwerte haben, und ihr Einkommen auch nur von dem der Unternehmen abgeleitet ist. Der Staat als Schuldner ist ein Sonderproblem, weil seine Art der Schuldentilgung in der Regel über Inflation geleistet wird. Er zahlt nicht zurück, sondern er treibt über eine erhöhte Geldmenge die Preise in die Höhe und entwertet dadurch seine Schuld. Das ist der Modus der Schuldenbewältigung der vergangenen hundert Jahre und ich sehe nicht, was sich daran ändern sollte. Nicht die Welt ist in einer Krise, sondern die Menschen sind es: Sie glauben nicht mehr an die Tragfähigkeit der Schuld.

    http://blog.fuw.ch/nevermindthemarkets/index.php/35759/das-monster-lebt/

  2. Ähm

    “Sie glauben nicht mehr an die Tragfähigkeit der Schuld.”

    An Luftschlösser kann man auch nicht glauben. Felsberger Sie werden nie behirnen dass der Hansi Müller und seine Bank niemals dadurch reich werden können, indem er Kredite auf fiat- money- Basis aufnimmt. Glauben Sie es mir, Sie werden es nie begreifen!!! Ihre Präpotenz allein reicht aus, um ein Verständnis für Wirtschaft zu entwickeln.

  3. A.Felsberger

    >Felsberger Sie werden nie behirnen dass der Hansi Müller und seine Bank niemals dadurch reich werden können, indem er Kredite auf fiat- money- Basis aufnimmt.> Gerade, indem ich behaupte, dass die Summe aus Forderungen und Verbindlichkeiten Null ist, behaupte ich auch: dass eine Null kein Vermögen sein kann. Geht das in Ihren Kopf hinein?

  4. Ähm

    Schon klar, aber die Tatsache, dass Forderungen und Verbindlichkeiten im aktuellen Geldsystem eben nicht 0 sind, sondern minus- weiß- was- ich- wie- viel, scheint ihren Dickschädel nicht penetrieren zu können.
    Die Forderungen mögen zwar mathematisch so hoch wie die Verbindlichkeiten sein, aber wie man am Beispiel Hypo sieht, übersteigen die Forderungen die Möglichkeit, die Verbindlichkeiten zurückzahlen zu können um ein Vielfaches.
    Um es in einer Sprache auszudrücken, die Sie hoffentlich verstehen: die Bilanz verkürzt sich gewaltig.
    Um es in der Sprache der Realität auszudrücken: Billione an Forderungen werden abgeschrieben werden müssen und somit keine Ahnung wie viele Menschen am Hungertuch nagen.

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