Die Grünen und der Sport-Kommunismus

Von | 28. August 2016

(A. UNTERBERGER) Die Grünen sind zwar zum Glück derzeit politisch nicht wichtig. Aber bisweilen sollte man sich ihre Vorschläge doch auf der Zunge zergehen lassen. So wie etwa jetzt jenen zum Thema Sport, wo ja angesichts des (regelmäßig) schwachen Abschneidens Österreichs bei Sommer-Olympia (regelmäßig) fast jeder Politiker Ideen abzusondern versucht.

Die Grünen verlangen nun, dass der für Sport zuständige Minister selbst jene Sportarten definieren soll, die künftig speziell gefördert werden. Damit zeigen die Grünen wieder einmal, dass sie immer noch ein deutliches Stück sozialistischer denken als die SPÖ. Denn das sind Modelle wie in Zeiten des staatlichen Sportkommunismus. In der Sowjetunion oder DDR hat ja auch die Politik anzuordnen versucht, wer wo künftig Medaillen zu gewinnen hat (Skifahren war es zum Glück für Österreich nicht).

In Russland dürfte das übrigens noch heute der Fall sein. Oder zumindest bis vor kurzem, als der Staat in breiter Front sogar das Doping organisiert hat (obwohl das nicht nur Betrug, sondern eindeutig gesundheitsschädlich ist).

Aus linken Köpfen ist einfach nicht herauszukriegen, dass sich der Staat ohnedies schon in viel zu viel einmischt. Nein, ihnen fallen ständig noch mehr Bereiche ein, wo er sich noch mehr einmischen (und dafür noch mehr Steuern kassieren und Beamte beschäftigen) sollte. Aber auch die Neos wetteifern mit den Grünen in Sachen noch mehr Sport-Sozialismus: Sie fordern wiederum, dass es ein „zentrales Fördersystem“ geben solle.

Gegen all das klingt sogar der Vorschlag von Sportminister Doskozil, eine Sport-GmbH zu schaffen, wo wenigstens die Politik nicht direkt entscheidet, fast liberal. Fast.

Wirklich liberal wäre natürlich nur die Aussage: Der Staat hat zwar im Dienste der allgemeinen Gesundheit im Breitensport eine Aufgabe, viele Möglichkeiten zu schaffen, und auch im Schulsport. Im Spitzensport jedoch sicher nicht. Dort mögen Vereine und Sponsoren nach ihrer freien Entscheidung aktiv sein, aber nicht der gezwungene Steuerzahler.

Wohl zum ersten Mal in meinem Leben kann ich da die Formel 1 lobend erwähnen. Dort engagiert sich die Auto- oder etwa Getränke-Industrie nach ihrer Wahl. Aber es fließen keine Steuergelder hinein (zumindest so viel man weiß).   (TB)

 

7 Gedanken zu „Die Grünen und der Sport-Kommunismus

  1. Fragolin

    Grundsätzlich richtig, aber wenn man die Formel1 als Beispiel nimmt muss man auch erwähnen, dass Olympia nach diesem Modell dann keine Nationen mehr kennen würde; da treten die Sportler nicht mehr für Österreich oder Italien an sondern für die Sponsoren, also McDonalds gegen Coca-Cola oder so. In diesem Falle gäbe es gar keine Medaillen für Österreich, und das wäre ja auch richtig so, denn Österreich hätte auch keinen anderen Beitrag geleistet als zufällig der Geburtsort von Hubert Maier zu sein, der für Monsanto Gold geholt hat.
    Und die Eröffnungs- und Schlussveranstaltungen wären der größte Werbe-Event des Planeten. Fraglich, ob das dann noch jemanden interessiert.

  2. Thomas Schwalb

    @Formel 1 in Österreich: In Spielberg wurde sehr wohl Steuergeld investiert und Umweltverträglichkeitsgutachten zum Schaden der Allgemeinheit hingebogen.

  3. Fragolin

    @Thomas Schwalb
    Bitte nicht die Betreiber des Sportes mit den Ausrichtern der Events verwechseln.
    Da gibt es natürlich noch ganz andere Schweinereien.

  4. sokrates9

    Leider geht es bei Unterberger, einem wirklich brillianten TOP 5 Journalisten Österreichs nie ohne Russlandbashing! Jetzt das gesamte russische Team von den Paraolympics auszusperren ist eine typische politische Maßnahme! In Russland hat Behindertensport einen wesentlich höheren Stellenwert wie im westen bekannt! Klar – sind ja alle gedopt!:-)

  5. mariuslupus

    Eigentlich sollte die Grünen für ein Öko-Doping sein. Erythropoetin, Blutkonserven alles Öko. Ein Schritt näher zu den grossen Vorbilder in der DDR.

  6. Christian Weiss

    “Eigentlich sollte die Grünen für ein Öko-Doping sein. Erythropoetin, Blutkonserven alles Öko. Ein Schritt näher zu den grossen Vorbilder in der DDR.”

    Erythropoetin zur Verabreichung wird gentechnisch hergestellt. Das ist bei den Grünen des Teufels. Eigenblutdoping geht hingegen, auch wenn es wegen der Infektionsgefahr nochmal gefährlicher als EPO ist. Wenn der Sportler ausschliesslich “Bio” isst, sind auch seine Blutkonserven “bio”.

  7. Christian Weiss

    Sowohl die DDR, wie auch die Sowjetunion und heute Russland betrieben bzw. betreiben ihre Staatsdoping-Programme zur Förderung des nationalen Ruhms. Die Überlegenheit der eigenen Sportler gegenüber denen der Konkurrenz soll möglichst erdrückend sein.

    Wenn jetzt die Grünen ein staatliches Sportförderprogramm wollen, damit österreichische Sportler an Olympischen Spielen erfolgreicher abschneiden, dann ist das, gelinde gesagt, irritierend. Ich dachte immer, die Grünen wollten Nationalstaat und Nationalismus überwinden. Und jetzt wollen ausgerechnet sie, Programme zur Stärkung des Ruhms der Nation?

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