Die „handwerklichen Mängel“ des Spiegel

Von | 14. Juni 2017

Unter dem Titel: „TV-Dokumentation zu Antisemitismus: Mit Elan ins Minenfeld“ berichtet SpiegelOnline über den Film, der nicht erscheinen durfte, und urteilt:  „Übten Arte und WDR Zensur, als sie entschieden, eine Dokumentation über Antisemitismus nicht auszustrahlen? Kaum – der Film hat schlicht handwerkliche Mängel.“ Und weiter im Spiegel-Text: „Auch hatten die betreffenden Sender, wie für Behörden dieser Größe üblich, auf kritische Fragen denkbar täppisch reagiert.“ – „Arte“ als „Behörde“ ? Schon der WDR eher nicht, aber Arte ganz sicher nicht Aber wie war das doch noch mal mit den „handwerklichen Mängeln“ im Journalismus?

30 Gedanken zu „Die „handwerklichen Mängel“ des Spiegel

  1. raindancer

    also ich hab jetzt schon einige Dokus gesehen auf Arte, die sehr sehr einseitig waren und wenn sich solche Einseitigkeiten häufen, dann nennt man es nicht mehr handwerkliche Mängel sondern ideologisch eingefärbt.

  2. Selbstdenker

    Diese chronische Einseitigkeit, die substanzlose Arroganz sowie die unterschwellig bis offen praktizierte Sabotage öffentlicher Diskussionen sind nicht mehr zu ertragen.

  3. Thomas Holzer

    Die gestern Abend von arte ausgestrahlte „Dokumentation“ „Drei Tage im September“, litt auch unter handwerklichen Mängeln und Einseitigkeit, von der anschließenden „Diskussion“ gar nicht zu tippen.

  4. Eckhard Sperber

    Wohl eine Freudsche Fehlleistung des Spiegel.

  5. waldsee

    Ohne auf das Thema Bezug zunehmen.:
    Das war Absicht,nicht handwerklicher Mangel . Der Spiegel war immer erfolgreich in der Lesertäuschung,oder täusche ich mich jetzt?

  6. Fragolin

    Ich habe mir die Doku gestern abend über BILD-Streaming angesehen und verstehe die Kritik voll und ganz. Es ist in Deutschland ein schwerer handwerklicher Mangel, zum Thema Antisemitismus nicht nur die wahre Verquickung zwischen Linken und Radikalmuslimen und die geistige Nähe der Linken zu den Nazis zu betonen oder die Propagandalügen offensichtlich zugekiffter Linke-Politikerinnen oder evangelikaler Gutmenschinnen zu enttarnen, sondern auch nicht ein einziges Mal die Worte „Pegida“ und „AfD“ zu verwenden. Die Filemmacher haben gedacht, sie sollen neutral das Thema aufgreifen und eine Doku darüber drehen. Sie haben ihr Handwerk nicht verstanden. Das besteht im Drehen politisch korrekter Propagandafilme.
    Nicht mal den Klimawandel haben sie erwähnt, und dass die Palästinenser im Backofengefängnis Gaza ganz besonders darunter leiden.

    Ich finde es erstaunlich, dass inzwischen ausgerechnet die BILD das investigative Gewissen des deutschen Journalismus spielt. Das sagt über den Rest, insebsondere den „Spiegel“, mehr aus, als die sich vorstellen können.
    Die Doku ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=I0ffyhZ2_TE
    Kann man nur empfehlen!

  7. Herbert Manninger

    Ausgerechnet der Spiegel, das ,,Sturmgeschütz“ des manipulativen, vor Merkel&Co kriecherischen Journalismus.
    Früher bemüht objektiv mit linker Schlagseite, aber heute nur mehr ein lächerliches Blättchen.

  8. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Sie haben einen guten Magen. Arte sollte eigentlich in MNN umbenannt werden. Aber wieso „litt“, die Lobhudelei war doch absichtlich.

  9. MM

    Die fuer den Wahlkampf brisanteste Szene kam gleich zu Anfang: Abbas tischt im EU-Parlament die Brunnenvergifterthese neu auf, bekommt danach Standing Ovations und einen Handschlag von Kapo Schulz, der die Rede „inspirierend“ nennt.

    Danach gibt es allerdings auch Schwachstellen. Beispielsweise wird das Christentum als Mutter des Antisemitismus bezeichnet und das Kruzifix als antisemitisches Symbol. Es wird suggeriert, der Verraeter Judas hiesse nur so, weil die antisemitischen Christen ihm absichtlich einen Namen gegeben haetten, der sofort and „Juden“ erinnert. Vielleicht sollte man auch mal einen Film ueber Christophobie bei Arte machen.

  10. astuga

    @raindancer
    Zu ihrem Link bzw der dort besprochenen arte Doku…

    Hätte der politische Islam, was ja bloß eine Umschreibung für gewaltbereiten, expansiven Fundamentalismus ist, erst mit dem „Trauma“ des europ. Kolonialismus begonnen (welcher gerade in der Region relativ kurz und wenig nachhaltig war), dann frage ich mich, was die Ridda-Kriege, die al-Murabitun (Almoraviden), Almohaden, Mutaziliten (Minha), Assassinen bis hin zu den Wahabiten gewesen wären.

    Wahrscheinlich die islamische Variante der Friedensbewegung und der Ökumene.
    Außerdem waren etwa die genannten Almoraviden und Almohaden (ebenso wie später die Osmanen) ihrerseits blutige Imperialisten und Kolonialmächte – und zwar in Europa.
    Teils Jahrhunderte bevor die Europäer diese Freundlichkeiten erwiderten.

  11. MM

    @astuga: Außerdem waren etwa die genannten Almoraviden und Almohaden (ebenso wie später die Osmanen) ihrerseits blutige Imperialisten und Kolonialmächte – und zwar in Europa.

    Nicht nur in Europa. Die Osmanen haben auch die gesamte arabische Welt unter ihre Kontrolle gebracht.

  12. Die neue Rechte

    Die Osmanen haben auch die gesamte arabische Welt unter ihre Kontrolle gebracht.

    Haben Sie zuviel getrunken?

  13. raindancer

    @astuga
    vielen Dank für die Info, ich hab die Doku auch gesehen und was vor allem so impertinent war in der Doku, war der Grundtonus: die ungebildeten Europäer wurden erst durch die gebildeten Araber erleuchtet. 😉

  14. Falke

    Es ist ja nichts Neues, dass Arte offenbar den Ehrgeiz hat, alle andern deutschen staatlichen Sender an links-grüner political correctness zu übertreffen; dazu gehört natürlich auch eine gute Portion Antisemitismus.

  15. Die neue Rechte

    @MM
    Und dieses Gebiet, meinen Sie, war die ganze arabische Welt? Aber sei’s drum. Ich dachte, Sie beziehen sich auf die Jetztzeit, mea culpa.

  16. Multi Kurti von der Westbahn

    der Film / „TV-Dokumentation zu Antisemitismus“ auf youtube:

  17. MM

    @Multi Kurti von der Westbahn: Danke fuer den Link. Interessant bei 3:20 „Die christliche Kultur, die Mutter allen Judenhasses, jedes Kruzifix ein Zeugnis des christlichen Plots … Um die Juden fuer alle Zeit zu stigmatisieren, heisst der Verraeter Judas“. Abartig, dieser Film.

  18. Weninger

    @MM
    Das mit den „handwerklichen Mängeln“ ist nicht aus der Luft geggriffen, davon haben mich schon die ersten 10 min überzeugt, es strotzt vor Pauschalisierungen und halbrichtigen Ansagen vermischt mit den „richtigen“ Interviewausschnitten.

  19. mariuslupus

    Die handwerklichen Mängel geschehen auf der linken Seite fast nie. Kurzer Blick in TV, im ARD kommt Genossin Maischberger. Diskussion perfekt orchestriert. Perfekte Anwendung eines bewährten demagogischen Tricks. Religion, wird mit Religion verglichen. Islam mit Christentum. Beide Religionen waren bis jetzt friedfertig, aber auch gewalttätig. Fazit – kein Unterschied zwischen Christentum und Islam, beides Religionen. Terror hat nichts mit Islam gemeinsam. So kann weiter über den friedfertigen Islam weiter diskutiert werden um alle Leute immer anzulügen.
    Die Ausgangssituation ist eine andere. Islam ist eine Ideologie, eine totalitäre Ideologie. Der einzig mögliche und zulässige Vergleich ist der, mit anderen totalitären Ideologien. Terror ist immer ein integraler Bestandteil von totalitären Ideologien.

  20. Weninger

    Schauen’s die Doku an und sagen mir, ob die halbwegs redlich gemacht ist, mir scheint nicht. Typisch aufgeregtes betroffenes Spiegel TV Gegacker, ach Luther und Shakespeare waren ja auch Antisemiten, und Julius Streicher hat sich damit in Nürnberg verteidigt, ach wie furchtbar!

  21. MM

    @mariuslupus: absolute Zustimmung. Handwerkliche Fehler sind der Normalfall. Und in diesem Film passt Arte nicht, dass Linke und Moslems negativ thematisiert werden. Allerdings gibt es trotzdem auch in diesem Film (vielleicht als Versuch die Programmdirektion milde zu stimmen?) den Versuch, den Antisemitismus als christliche und europaeische Erfindung darzustellen, die von den Nazis waehrend des Krieges nach Arabien importiert worden sei.

  22. Weninger

    @MM
    Das ist halt ein bisschen selektives Denken, … bei den „Linken“ ist jede Äußerung in Bezug auf Israel oder prominente Juden schnell mal Antisemitsmus. Rechter Antisemtismus wird immer mehr von bestritten, obwohl er dort latent genauso eine gotße Rolle spielt. Aber seit der muslimischen Immigrationswelle gibt sich die Neue Rechte betont philosemitisch und israelfreundlich. Es ist noch nicht so lange her, dass es anders war, und auch die Vetreter der FPÖ inkl. Haider und Strache haben sich immer wieder mal gerne in diese Richtung betätigt.

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