5 Gedanken zu „Die Hexenjagd auf den Mann, der Athens Betrügereien aufdeckte

  1. Thomas Holzer

    Das ist doch (fast) immer so: Dann, wenn die gewählten Politiker reden und handeln sollten, schweigen sie und handeln eben nicht, und vice versa.

  2. caruso

    Sag’ die Wahrheit und man schlägt dir den Schädel ein. (ungarisches Sprichwort). –
    Man sollte jene Politiker die jetzt schweigen lebenslang einsperren. Und den Mann der die Wahrheit aufdeckte auszeichnen.
    lg
    caruso

    PS Die Schweigenden sollen sich in Grund und Boden schämen.

  3. Klaus Kastner

    Es ist nicht ganz so, dass Georgiou keinerlei Unterstützung von Berufseuropäern und anderen aus dem Ausland bekommen hat. Im Gegenteil, von so ziemlich allen Institutionen der EU (Eurogruppe, ELSTAT, etc.), vom IWF und von einigen Finanzministern wurde Partei für Georgiou ergriffen. Außerdem gab es auch einige Artikel und Editorials (inkl. NYT) zu diesem Thema. Für die Auszahlung einer der letzten Tranchen hat man sogar indirekt die Bedingung gestellt, die Verfahren gegen Georgiou einzustellen.

    Das alles hat in Griechenland keinerlei Wirkung gezeigt. Im Gegenteil, man hat es einmal mehr als Einmischung von ausländischen Institutionen in den griechischen Justizprozess, der natürlich vollkommen unabhängig ist, dargestellt. Geradezu vorbildlich hat Griechenland argumentiert, dass sich die Politik nie in einen Justizprozess einmischen darf, weil die Justiz unabhängig sein muss.

    Zum Verständnis: bis zum heutigen Tag gibt es vom offiziellen Griechenland, egal welche Partei, keinerlei Einsicht bzw. Eingeständnis, dass die große Krise seit 2010 etwas mit eigenem Fehlverhalten zu tun hat. Mag schon sein, dass Griechenland den einen oder anderen kleinen Fehler gemacht hat, aber die große Krise wurde ausschliesslich vom Ausland verursacht, weil man auf dem Rücken der unschuldigen Griechen die europäischen Banken und den Euro retten wollte. Wer offiziell anders denkt, gilt als Verräter.

    Georgiou wird zum Vorwurf gemacht, dass er absichtlich das Defizit 2009 überhöht dargestellt hat, weil die EU das so wollte, um harte Sparmaßnahmen durchzusetzen. Dass das angeblich überhöhte Defizit 2009 schon VOR dem Amtsantritt von Georgiou an die EU gemeldet wurde, interessiert niemanden.

    Das moderne Griechenland hat mittlerweile schon fast 200 Jahre an Erfahrung mit der Opferrolle und ist gewissermaßen Experte in dieser Rolle geworden. Man muss allerdings auch feststellen, dass diese Opferrolle bis jetzt immer ganz gut funktioniert hat. Von daher betrachtet, ist der Georgiou-Fall keine Ausnahme, sondern lediglich eine logische Fortsetzung einer Politik, die bisher immer ganz gute Früchte getragen hat.

  4. astuga

    @Klaus Kastner
    Um das nochmals zu betonen.
    “Zum Verständnis: bis zum heutigen Tag gibt es vom offiziellen Griechenland, egal welche Partei, keinerlei Einsicht…”

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