Die Inflation, gekommen, um zu bleiben

Von | 18. Februar 2022

(ANDREAS TÖGEL ) Mittlerweile haben nicht nur die Konsumenten bemerkt, dass sie gegenwärtig mit einer kräftigen, alle wesentlichen Ausgaben betreffenden Preisinflation konfrontiert sind. Auch in der Mainstreamökonomik reift die Erkenntnis, dass sich bei einer Teuerung von 5,1 Prozent ein veritables Problem auftut (der “Exxpress” hat berichtet). Verwunderlich ist allenfalls, dass Frau Reinhardt und Konsorten so lange gebraucht haben, bis auch sie – anders als die seit Jahren die leichtfertige Geldpolitik kritisierenden Vertreter der „Österreichischen Schule“ –, den Braten riechen.

 Originell an der von Carmen Reinhardt geübten Kritik an der Politik der Zentralbanken ist der Vorwurf, dass diese nicht rechtzeitig auf die Inflation „reagiert“ hätten. Wie sollten sie denn „reagieren“? Immerhin waren und sind ja sie, indem sie die Geldmenge hemmungslos aufblähen, die Urheber der Inflation. Hätten sie nicht seit Jahren den Forderungen der Politik nachgegeben, laufend neue Liquidität ins System zu pumpen, wäre das Problem ja niemals entstanden. Denn nicht gierige Unternehmer, wie die linke Senatorin Elisabeth Warren aus Massachusetts behauptet, oder widrige Naturereignisse verschulden eine Inflation, sondern monopolistische Geldproduzenten, die gesetzliche Zahlungsmittel in jeder von den Regierungen gewünschten Menge herausgeben. Seit Jahrzehnten wächst die Geldmenge weltweit wesentlich stärker als die Güterproduktion.

Der Vater des „Wirtschaftswunders“ im Deutschland der Nachkriegszeit, Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, fand dafür folgende Worte: „Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar kriminelle Politik hervorgerufen.“

Senator Warren behauptet, dass die Unternehmen die Inflation verursachen, weil sie ihre Preise nach Gutdünken anheben, um ihre Profite zu steigern. Selten wurde eine von so wenig ökonomischem Verständnis getrübte Behauptung aufgestellt. Denn selbst wenn davon abgesehen wird, dass die Konkurrenz ja niemals schläft: auch die größten multinational agierenden Konzerne würden im Falle willkürlicher Preiserhöhungen und unter sonst gleichen Bedingungen (also bei unveränderter Geldmenge) auf großen Teilen ihrer Produktion sitzenbleiben, weil dann das Geld zu ihrem Erwerb fehlte. Sogar Koko der Gorilla würde begriffen haben, dass Frau Warren die falschen Adressaten attackiert (siehe hier).

Schuldner, deren Verbindlichkeiten entwertet werden, sind die Profiteure einer inflationistischen Geldpolitik. Wer sind die größten Schuldner? Nicht Unternehmen oder Privathaushalte, sondern Staaten. Und wer bestimmt – direkt oder indirekt – den geldpolitischen Kurs der Zentralbanken? Im Falle der USA, Englands, Chinas oder Japans die jeweilige Regierung. Im Fall der EU die Kommission und das EU-Parlament. Damit ist der Beweis im Sinne Ludwig Erhards erbracht: Die Politik hat die Hand an der Wiege der Inflation.

Zwei Zitate des ehemaligen Chefs der US-Notenbank, Alan Greenspan, bringen es auf den Punkt: „Die Vereinigten Staaten können alle Schulden begleichen, weil sie dafür immer Geld drucken können. Es besteht also keine Wahrscheinlichkeit einer Nichtzahlung.” Der Traum der Alchemisten wurde damit wahr: die Zentralbanken schaffen zwar kein Gold, aber immerhin Geld aus dem Nichts. Aus der Zeit, ehe Greenspan der FED vorstand, stammt folgende Weisheit: „Ohne den Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor Inflationsentzug zu schützen. Es gibt kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel.”

Mittlerweile haben nicht nur die Konsumenten bemerkt, dass sie gegenwärtig mit einer kräftigen, alle wesentlichen Ausgaben betreffenden Preisinflation konfrontiert sind. Auch in der Mainstreamökonomik reift die Erkenntnis, dass sich bei einer Teuerung von 5,1 Prozent ein veritables Problem auftut (der “Exxpress” hat berichtet). Verwunderlich ist allenfalls, dass Frau Reinhardt und Konsorten so lange gebraucht haben, bis auch sie – anders als die seit Jahren die leichtfertige Geldpolitik kritisierenden Vertreter der „Österreichischen Schule“ –, den Braten riechen.

 Originell an der von Carmen Reinhardt geübten Kritik an der Politik der Zentralbanken ist der Vorwurf, dass diese nicht rechtzeitig auf die Inflation „reagiert“ hätten. Wie sollten sie denn „reagieren“? Immerhin waren und sind ja sie, indem sie die Geldmenge hemmungslos aufblähen, die Urheber der Inflation. Hätten sie nicht seit Jahren den Forderungen der Politik nachgegeben, laufend neue Liquidität ins System zu pumpen, wäre das Problem ja niemals entstanden. Denn nicht gierige Unternehmer, wie die linke Senatorin Elisabeth Warren aus Massachusetts behauptet, oder widrige Naturereignisse verschulden eine Inflation, sondern monopolistische Geldproduzenten, die gesetzliche Zahlungsmittel in jeder von den Regierungen gewünschten Menge herausgeben. Seit Jahrzehnten wächst die Geldmenge weltweit wesentlich stärker als die Güterproduktion.

Der Vater des „Wirtschaftswunders“ im Deutschland der Nachkriegszeit, Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, fand dafür folgende Worte: „Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar kriminelle Politik hervorgerufen.“

Senator Warren behauptet, dass die Unternehmen die Inflation verursachen, weil sie ihre Preise nach Gutdünken anheben, um ihre Profite zu steigern. Selten wurde eine von so wenig ökonomischem Verständnis getrübte Behauptung aufgestellt. Denn selbst wenn davon abgesehen wird, dass die Konkurrenz ja niemals schläft: auch die größten multinational agierenden Konzerne würden im Falle willkürlicher Preiserhöhungen und unter sonst gleichen Bedingungen (also bei unveränderter Geldmenge) auf großen Teilen ihrer Produktion sitzenbleiben, weil dann das Geld zu ihrem Erwerb fehlte. Sogar Koko der Gorilla würde begriffen haben, dass Frau Warren die falschen Adressaten attackiert (siehe hier).

Schuldner, deren Verbindlichkeiten entwertet werden, sind die Profiteure einer inflationistischen Geldpolitik. Wer sind die größten Schuldner? Nicht Unternehmen oder Privathaushalte, sondern Staaten. Und wer bestimmt – direkt oder indirekt – den geldpolitischen Kurs der Zentralbanken? Im Falle der USA, Englands, Chinas oder Japans die jeweilige Regierung. Im Fall der EU die Kommission und das EU-Parlament. Damit ist der Beweis im Sinne Ludwig Erhards erbracht: Die Politik hat die Hand an der Wiege der Inflation.

Zwei Zitate des ehemaligen Chefs der US-Notenbank, Alan Greenspan, bringen es auf den Punkt: „Die Vereinigten Staaten können alle Schulden begleichen, weil sie dafür immer Geld drucken können. Es besteht also keine Wahrscheinlichkeit einer Nichtzahlung.” Der Traum der Alchemisten wurde damit wahr: die Zentralbanken schaffen zwar kein Gold, aber immerhin Geld aus dem Nichts. Aus der Zeit, ehe Greenspan der FED vorstand, stammt folgende Weisheit: „Ohne den Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor Inflationsentzug zu schützen. Es gibt kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel.”

Seit 1971, als die letzte Bindung des US-Dollars ans Gold beendet wurde, hat die Geldmenge beiderseits des Atlantiks gewaltig zugenommen. Dass eine größere Geldmenge aber nicht zu mehr Wohlstand führt, ist heute vielen Zeitgenossen nicht mehr bewusst. Weltweit scheint das Verständnis für den Wert „echten Geldes“ abhandengekommen zu sein. Die Großeltern der Babyboomer konnten ihren Nachfahren die vor 100 Jahren erlebte Hyperinflation noch aus erster Hand schildern: Geldvermögen wurden vernichtet, der bürgerliche Mittelstand ruiniert und dem politischen Totalitarismus wurde der Weg bereitet. Das interessiert anscheinend niemanden mehr. Eine expansive Geldpolitik kann nicht auf Dauer ohne negative Konsequenzen betrieben werden. Das hat sich vor 100 Jahren gezeigt und es ist heute nicht anders.  Der erste Weltkrieg wurde mit der Notenpresse finanziert – mit katastrophalen Folgen. Heute wird ein Krieg gegen jede ökonomische Vernunft aus der Notenpresse finanziert – der „Green Deal“. Die traurigen Folgen werden nicht ausbleiben. Fazit: Die Inflation ist gekommen um zu bleiben.

2 Gedanken zu „Die Inflation, gekommen, um zu bleiben

  1. sokrates9

    Treffende Analyse mit 2 Betrachtungsweisen: Di USA mit Dollar als Leitwährung schaffte es immer mit Geldentwertung für den Rest der Welt das einigermaßen in den Griff zu bekommen. erinnere mich noch wie der US Dollar ATS 26,00 Wert war!Heute mit dem Mickeymouseeuro weniger als die Hälfte!
    Da wäre eigentlich so ein kitzekleiner Krieg mit Russland bezüglich Ukraine ziemlich nützlich, zumal da ein Angriff auf den Dollar nur von China 7 russland zielführend ist.In Europa erklärt jeder Zentralbanker gegen jede Vernunft dass die Inflation von 5% nur temporär sei und übermorgen wieder fallen wird…..
    Dass allein die Rohstoffpreise und die Energiepreise gewaltig gestiegen sind, das wird von jedem Zentralbanker – alle mit Wahnsinnsgagen bestochen – nicht einmal ignoriert..

  2. Kaske Reinhard

    Nach dem Ukraine-Krieg mit der daraus folgenden Gas-Krise, ist die Inflation DAS Problem. Sie hindert uns am Sparen und damit am Häusl-Bau, an der Pensionsvorsorge und macht uns arm.
    Deshalb ist es für mich unverständlich, dass die Notenbanken – am offensichtlichsten rechtswidrig handelt die EZB – nicht viel mehr von den Medien kritisiert, ja vorgeführt werden.

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