Die kommende Spaltung der Europäischen Union

Mit Jeanclaude Juncker an der Spitze steuert die EU auf eine Existenzkrise zu, prophezeit die FAZ. Hier.

2 comments

  1. gms

    Thomas Mayer: “Die Aufstellung von Spitzenkandidaten für die Europawahl treibt die Spaltung zwischen den Föderalisten und Antiföderalisten voran.”

    Aus dieser Subüberschrift des Artikel ist das Nachfolgende nahezu vollständig ableitbar. Warum? — Mayer befleißigt sich, wie die meisten medial wirkenden EU-Phoriker, der gezielt falschen Verwendung des Begriffes ‘föderal’. In der damit einhergehenden propagandistischen Bedeutungsumkehr werden Unitaristen zu Föderalisten und alle anderen, insbesondere auch Föderalisten, zu Antiföderalisten.

    Nachdem der Autor sein Mindset dergestalt offenbarte, verwundert auch nicht, wenn er schreibt bzw. unterstellt: “Das nach dem Krieg beschämte Deutschland fand den Bundesstaat attraktiv, in dem es die kompromittierte Nationalität abstreifen zu können glaubte.”

    Dem Leser soll also vermittelt werden, Deutschland hegte zumindest damals den Wunsch nach einer Selbstauslöschung. Wie diese demnächst umgesetzt werden soll, verrät uns der Autor ebenfalls: “Natürlich handelt es sich dabei um einen besonders engen Staatenbund, der in der Tiefe der Integration über historische Vorbilder hinausgeht. Aber alle Gemeinschaftsaufgaben müssen aus souveränen Beschlüssen nationaler Parlamente abgeleitet sein.”

    Wir halten fest: Das Ganze möge unitarischer sein als alles Bisherige, und darüber zu bestimmen hätten die Parlamente, nicht etwa die Bürger. Die Wortwahl ‘aber’ sowie ‘souverän’ sollen dabei wohl eher der Selbstvergewisserung des Autors dienen, denn der Überzeugungskraft in Richtung Leser.

    P.S. Der Moderator einer Podiumsdiskussion [1] stellt Mayer vor, indem er artig dessen Wikipedia-Eintrag [2] vorliest. Dessen Wirken beim IWF und Goldman Sachs läßt er dabei aber unter den Tisch fallen. Die Ausführungen Mayers sind im Großen und Ganzen sehr vernünftig, zugleich aber bleibt der Eindruck, wonach er zwar die vertiefte Integration anstrebt, diese aber seiner Einschätzung nach bis auf Weiteres an der Unreife (sic!) der Bürger scheitern würde.

    [1] youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=5LTp_HqlqN0
    [2] de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Mayer_(Volkswirt)
    [3] wsj.de/article/SB10001424052702304743704577379853445209174.html?mod=WSJDE_Welt&mg=reno64-wsjde
    “Die Einführung des Euro war hochpolitisch. Andererseits ist die Frage der Stabilität der Währung immer eine hochpolitische Frage. Wenn die nicht gewährleistet ist, dann denke ich, wird man Mittel finden, etwas anderes zu machen. Ich halte nichts von dem Merkelschen Satz: Scheitert der Euro, scheitert Europa. Sie sollte diesen Satz zurücknehmen.”

  2. Rennziege

    Jeder Spaltpilz der EU ist mir überaus willkommen. Kleines Problem: Diese Biester vermehren sich durch Spaltung.

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