Die Kompetenz der Kompetenz-Checker

Von | 14. Januar 2016

(MARTIN VOTZI) Die bei einer Pressekonferenz am 12. 1. präsentierten Ergebnisse des Pilotprojekts „Kompetenzcheck von Menschen mit positivem Asylbescheid“ sind überraschend und auf dem ersten Blick auch vielversprechend.
Immerhin kann man daraus ablesen, dass der Bildungsgrad der Asylanten aus dem Irak, dem Iran und Syrien höher ist als in Österreich.
Jetzt könnte man Zweifel an diesen Auswertungen vorbringen. Es konnten ja nur 30% der Teilnehmer auch entsprechende Zeugnisse vorlegen. Selbst die könnte man noch in Frage stellen, denn nicht alle dieser Zeugnisse müssen auch echt sein. Allerdings wäre dies eine Diskussion unter Nichtwissenden und daher eher eine Glaubensfrage.
Viel interessanter erscheint mir aber die Frage, mit welcher Kompetenz dieser Pilot durchgeführt worden ist. Beginnen wir bei der Auswahl der Teilnehmer. Ganz abgesehen davon, dass fast gleich viele Frauen wie Männer teilgenommen haben, was nun nicht unbedingt die Realität der Geschlechterverteilung der Asylanten widerspiegelt, stellt sich die Frage, wie diese Teilnehmer ausgewählt worden sind. Dazu erfährt man auf der Pressekonferenz ganz offenherzig, dass sich die Teilnehmer überwiegend freiwillig gemeldet haben. Bei mir kommt der Verdacht auf, dass sich Bessergebildete eher gemeldet haben als gänzlich Ungebildete. Ist aber nur eine Vermutung.
Die präsentierten Ergebnisse dieses über 5 Wochen laufenden Kompetenzchecks enthalten aber gar keine Aussagen über Kompetenzen, z.B. die Baumeister unter den Asylanten konnten mit einem Bauplan etwas anfangen oder sogar sinnvolle Änderungen darin vornehmen oder die FriseurInnen sind in ihrem Job auf dem Niveau österreichischer FriseurInnen und so weiter und so fort. Es wird lediglich eine Verteilung der Bildungsabschlüsse vorgestellt, also dass die asylberechtigten Frauen aus dem Iran zu x% einen Hochschulabschluss angeben.
Komisch, müsste das beim AMS nicht längst bekannt sein? Man darf annehmen, dass die Teilnehmer bereits beim AMS gemeldet waren, denn nur so haben sie auch Anspruch auf die Mindestsicherung. Hat man da keinen Angaben über das Bildungsniveau, gleich ob durch Zeugnisse belegt oder nicht, erhoben? Ist es nicht die Aufgabe der AMS-Mitarbeiter, das Potential der Arbeitssuchenden, gleich ob Asylant, Österreicher oder EU-Bürger, festzustellen, um passenden freie Stelle für diese zu finden?
Das alles lässt mich an der Kompetenz der Kompetenz-Checker  stark zweifeln.

15 Gedanken zu „Die Kompetenz der Kompetenz-Checker

  1. sozialrat

    “Der Bildungsgrad der Asylanten aus dem Irak, dem Iran und Syrien höher als in Österreich.”

    Ein Rücktrittsgrung für unsere Bildungsministerin.

  2. Alfred Reisenberger

    Ich denke, dass man da gar nicht lange zweifeln muss. Die Antwort liegt im Ergebnis der Studie selbst. Wir Oesterreicher sind schlechter ausgebildet (nennen wir die Dinge beim Namen: wir sind dümmer, zumindest laut Studie! Die Studie wird als die Mutter aller Luegen in die Geschichte eingehen) und daher haben mit hoher Wahrscheinlichkeit Analphabeten lauter Harvard-Absolventen befragt. Das muss auch unserem Wernerle zu denken geben, dass da Leute ins Land kommen, die mit großer Wahrscheinlichkeit besser gebildet sind als er. Aber das hat selbst der dümmste Oesterreicher bereits gewusst.
    Eines ist noch unglaublich für mich als Oekonom. Wir wissen alle, dass das BIP eines Landes kein perfekter Indikator für den Wohlstand und damit auch nicht für die Ausbildung eines Landes sind. Nur, wenn ein Land wie Syrien ein BIP pro Kopf hat, das ca. 5% von Oesterreich beträgt, dann ist das Ergebnis der Studie noch viel mehr anzuzweifeln.

  3. Fragolin

    Jetzt verstehe ich auch, was Frau Nahles meinte, als sie sagte, 90% der Eindringlinge wäre am Arbeitsmarkt unvermittelbar – die sind alle überqualifiziert! Wir brauchen Elektriker und bekommen Atomphysiker, wir brauchen Kinderärzte und bekommen Hirnchirurgen… Also schnell ein paar Universitäten und Kliniken bauen um Arbeitsplätze für all die Experten zu schaffen ist oberstes Gebot! Sonst rutschen die noch in die Enttäuschungsfalle und werden durch unsere Ignoranz in die Salafistenszene gedrängt!

  4. Lisa

    @Fragolin: Die Ungarn, die 1956, die Tschechen und Polen, die 1968 und 72 wegen der Sowjets in die Schweiz flüchteten, waren meist gut ausgebildet, es gab Akademiker zuhauf – und was haben sie gearbeitet? Alles: auf dem Bau, in Fabriken, auf der Post, als HAushalthilfen und Putzfrauen. Und keiner war sich zu gut dafür – das Wort überqualifiziert” gabs gar nciht. Natürlich haben sie sich via Sprache und guter integration/Assimilation wieder in ihre alten Berufe zurück gearbeitet. Ich vermute mal, das hatte auch mit dem “Wert der Arbeit” in den kommunistischenLändern zu tun – das ist bei Orientalen nicht der Fall: Händler, ja, Arbeiter, nein. Anwalt ja, Maurer, nein.Fragen Sie doch mal unter Asylanten/Migranten, welches ihr Wunschberuf wäre… Zudem ist der Einäugige unter Blinden König: in Ländern, wo noch die halbe Bevölkerung analphabetisch ist, glaubt einer, der ein wenig schreiben und im Koran lesen kann, schon mal, er gehöre zu den Gebildeten und habe es “daher” nicht nötig, körperlich zu arbeiten.

  5. sokrates9

    Man sollte auch mal ein bisschen die Studieninhalte hinterfragen! Was wird in einer Koranschule gelehrt? Das rezitieren vom Koran – womit ist das Vergleichbar? Maximal mit einem Doktorat der Volkswirtschaften die mit Vorliebe Karl Marx zitieren und nichts verstanden haben??. Ist in Afghanistan die Erkenntnis, dass ein Kamel mehr wert ist als eine Frau identisch mit dem Bildungsniveau unserer Neuen Mittelschule?? –

  6. Thomas Holzer

    @sozialrat
    Deswegen empfehle ich der österr. Bundesregierung, den geschlossenen Exodus des Altstaatsvolkes in die Bildungsparadiese Irak, Iran und Syrien zu veranlassen.
    Hat den Vorteil, daß sich “unsere” Bundesregierung nicht mehr mit ungebildeten “Autochthonen” herumschlagen muß; außerdem stünde den Neubürgern genügend Wohnraum und Arbeitsplätze zur Entfaltung zur Verfügung 😉

  7. Reini

    … die Flüchtlinge könnten doch die verursachten Kosten für das dass sie in Freiheit leben (unentgeltlich) abarbeiten. In öffentlichen Bereichen oder zum Bsp. ihren Mist den sie überall hinterlassen zusammenräumen!

  8. Tom K.

    @Reini

    Sie scheinen mir ein “Schlawiner” (im nicht abgewerteten Sinne) zu sein … – vielen Dank, auch vor dem Ende eines langen Tages ist es gut, zu Lachen …

  9. Gerhard

    @Martin Votzi und Kommentatoren:
    Diese “Studie” ist eine Auftragsarbeit einer bestimmten Stelle, um eventuelle Vorbehalte der Bevölkerung zu entkräften. Es fehlen dazu alle erforderlichen Hinweise und Daten, wie die Hochrechnung nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte.
    Also: ab in den Papierkorb!

  10. Der Realist

    in Syrien ist auch der Präsident ein bestens ausgebildeter Arzt, wer zweifelt also noch am Bildungsstand der Syrer, zweifeln muss man eher am Gesundheitszustand unserer politischen “Elite”, die glaubt nämlich das Ergebnis dieser Kompetenzstudie auch noch.

  11. waldsee

    @sozialrat
    dafür bin ich auch,fürs kollektive auswandern.aber was nehmen wir mit?
    unlösbar erscheint mir diese frage.ein sozi (der bleibt wahrscheinlich hier) die voest?ein övpler die stifte und einen vierkanter,ein fpöler die gipfelkreuze…..
    werden die zuwanderer uns am weggehen hindern?die deppen ,die
    ihnen speis,trank und….gaben.
    wir werden es ja sehen.

  12. mariuslupus

    Das ganze Design dieser Erhebung folgte dem Grundsatz rubbish in, rubbish out. Mit anderen Worten man hat auf die “Daten” so lange eingeprügelt, bis das herausgekommen ist , was im Sinne der politischen Korrektheit erwünscht, war. Im Klartext eine Annsammlung an Halbwahrheiten. Aber Dummheit ist ansteckend. Sogar die NZZ hat gestern auf der ersten Seite diese Pseudergebnisse der AMS “Studie” völlig unkritisch, und als Tatsache, publiziert.

  13. Fragolin

    @Lisa
    Ich gebe Ihnen vollkommen Recht! (Übrigens danke, dass Sie nach anfänglichen Zweifeln sich doch entschieden haben, hier zu posten, ich empfinde Sie und auch alle weiteren, die nicht weiter schweigen wollen, als wichtige Bereicherung.) Für jene Menschen, die heute kaltschnäuzig zu Vergleichen herangezogen werden (Flüchtlinge aus dem sozialistischen Osten bis gewaltsam Vertreibenen aus den Ostgebieten) die sich mühsam millimeterweise ohne jegliche Hilfe außer argwöhnischer Duldung eine neue Existenz aufbauen konnten, muss dieses Eindringlingen-hinten-Reinkriechen wie ein brutaler Schlag ins Gesicht vorkommen.

  14. FXS

    Laut ‘EductionNext’ (http://educationnext.org/the-international-pisa-test/) gehöhrt Syrien, ebenso wie die Türkei, Ägypten, Algerien und Kolumbien zu jenen Staaten, deren Schüler beim “TIMMS”-Test 2007 weltweit am schlechtesten abgeschnitten haben. Offenbar ist also die intellektuelle Elite Syriens bei uns angekommen.

  15. mariuslupus

    Breaking news. Vatikan setzt sich für die Ausbildung der Migranten ein. Der Papst lud cca. 1000 Miggranten zu einer Zirkusvorstellung ein . Zu sehen waren u.A. Vorführungen der Messerwerfer. Sicher eine Qualifikation die im späteren Einsatz in Europa nützlich sein wird

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