Die Konsequenz betreuten Denkens

Von | 17. April 2020

(ANDREAS TÖGEL)  Vier Wochen allgemeinen Ausnahmezustands liegen hinter uns. Die rigorose koste-es-was-es-wolle-Eindämmungsstrategie der Regierung zeigt Wirkung – freilich zwar nicht nur positive. Der Kanzler und seine Mitstreiter sonnen sich im Glanz märchenhafter Umfragewerte. Ob die von der Regierung an der Corona-Front betriebene Politik am Ende mehr geschadet als genutzt haben wird, lässt sich anhand der gegenwärtig verfügbaren Daten nicht beurteilen. Nach wie vor gibt es viel zu viele unbekannte Größen. Besonders über die wichtigsten beiden – die Letalität des Virus´ und die Immunität nach einer Infektion – herrscht nach wie vor Unklarheit. Jede Zwangsmaßnahme der Regierung, die an verfassungsrechtliche Bestimmungen keinerlei Gedanken zu verschwenden scheint, erfolgt somit in Ungewissheit.

Was allerdings feststeht ist, dass jedes dank der Diktate von Kurz & Genossen angeblich gerettete Menschenleben eine Unsumme an Geld kostet – und zwar ausgerechnet diejenigen, die kaum einer Gefahr ausgesetzt sind von der Corona-Pandemie betroffen zu sein: die Jungen nämlich.

Schulden, die die Regierung heute – koste-es-was-es-wolle – aufnimmt, werden die zur „Solidarität“ genötigten Jungen noch Jahrzehntelang belasten. Das von der Bundesregierung eilig geschnürte „Hilfspaket für die Wirtschaft“ ist allein schon immerhin 38 Mrd. schwer und die Schäden, die aus der Wirtschaftskontraktion infolge des Shutdowns folgen werden, sind noch gar nicht abzuschätzen. Die werden den Wert des „Hilfspaketes“ aber jedenfalls bei weitem überschreiten und, wie einige Fachleute vorrechnen, sogar den des 1929er-Crashs übersteigen.

Dass es sich bei der dieser Tage so häufig beschworenen „Solidarität“ um hoheitlichen Zwang handelt, der niemals solidarisches Handeln begründen kann, da diese stets Freiwilligkeit voraussetzt, sei nur am Rande vermerkt. Aber wer interessiert sich in Zeiten wie diesen schon für den Gebrauch korrekter Begrifflichkeiten?

Wie immer, wenn es gilt, einen Krieg zu führen – diesmal halt gegen einen mikroskopisch kleinen Feind -, hat die Regierung leichtes Spiel. Jeder der es wagt Kritik an ihrem unermesslichen Ratschluss zu üben, wird von der veröffentlichten Meinung entweder eisern totgeschwiegen oder gnadenlos niedergemacht, wobei – mangels Evidenz – selten in der Sache, sondern so gut wie immer ad hominem argumentiert wird. Jetzt, vier Wochen nachdem die Bürger von der Regierung nahezu all ihrer verfassungsmäßig garantierten Rechte beraubt wurden, erheben sich erstmals kritische Stimmen, die die Verhältnismäßigkeit der ergriffenen Maßnahmen in Frage stellen.

Fest steht, dass die rigorosen Eindämmungsmaßnahmen zu einem Kahlschlag in der Unternehmenslandschaft führen. Viele KMU, besonders die ganz kleinen, werden den Coup von Kurz & Genossen nicht überleben. Blumenbinder, Betreiber von Süßwarengeschäften oder kleine Handwerksbetriebe werden zu einer Fülle bürokratischen Aufwands genötigt, um lächerliche Almosen entgegennehmen zu dürfen, die meist nicht einmal die Mietkosten decken. Garantierte das bis zum Inkrafttreten des Covid-19-Maßnahmenpakets gültige Epidemiegesetz noch einen Entschädigungsanspruch betroffener Unternehmer gegen den Staat, wurden diese nun mit einem Federstrich zu Bittstellern und Almosenempfängern degradiert.

Der Untergang vieler Unternehmen bedeutet jedenfalls eine weitere Proletarisierung unserer Gesellschaft, was viele Linke im Lande in Hochstimmung versetzt. Alles was von Gewerkschaften, Grünen, Caritas, Attac & Genossen derzeit kommt, sind Forderungen, die auf eine weitere Zerstörung des liberalen, auf Privateigentum und Vertragsfreiheit basierenden Wirtschaftssystems hinauslaufen. Karl Marx hätte seine helle Freude.

Dass die Regierung angesichts der außerordentlich bürokratischen und für viele Betroffene zu spät wirkenden Staatshilfen von der veröffentlichten Meinung auch noch als Heilsbringer und Rettungsengel der Unternehmerschaft gefeiert wird, ist absurd.

Wer diejenigen, die auf die immensen Kosten des Shutdowns hinweisen, mit dem Totschlagargument zum Schweigen bringen will, dass ja gerettete Menschenleben nicht in Geld zu bewerten sind, muss daran erinnert werden, dass es stets auf die Verfassungskonformität und Verhältnismäßigkeit aller vom Staat entfalteten Aktivitäten ankommt. Um es so deutlich wie möglich zu sagen: es ist zu prüfen, ob es sinnvoll und zulässig ist, eine ganze Volkswirtschaft auf Jahre hinaus – mit allen daraus resultierenden, möglicherweise blutigen Konsequenzen – zu ruinieren, um wenigen, in so gut wie allen beschriebene Fällen Alten und Schwerkranken zu ermöglichen, eine Corona-Infektion zu überleben. Das hat nichts mit Menschenverachtung zu tun, sondern allein mit Verantwortungsethik.

Was in der medialen Berichterstattung übrigens vollkommen ausgeblendet wird: auf die im Schatten der aktuellen Hysterie stehenden Opfer, deren lange Zeit geplante Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben sind und die nun mit Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen leben müssen; um das Leid, das damit verbunden ist, sich von sterbenden Anverwandten im Krankenhaus oder im Pflegeheim nicht anständig verabschieden zu dürfen und die derzeit nach ihrem letzten Weg so gut wie unbegleitet verscharrt werden; von den vielen, die – seit Wochen eingepfercht in ihre Wohnungen – am Rande des Nervenzusammenbruchs leben, verschwendet die vermeintlich um unser aller Wohl so selbstlos bemühte Regierung keinen Gedanken.

Dass teure Gesundheitsinfrastruktur seit Wochen ungenutzt herumsteht, weil ganze Abteilungen heruntergefahren wurden, deren Kapazitäten für niemals erscheinende Phantompatienten freigehalten werden und große Teile des medizinischen Personals dazu verurteilt ist, Däumchen zu drehen, wird in den Medien kaum kolportiert – würde es doch die koste-es-was-es-wolle-Bemühungen der Regierung in einem etwas weniger günstigen Licht dastehen lassen.

Die Regierung musste zunächst in einem Zustand völliger Ungewissheit handeln und hat sich für eine Maximalvariante entschieden. Das kann man ihr nicht zum Vorwurf machen. Spätestens zu dem Zeitpunkt aber, da klar wurde, dass der unterstellte „worst case“ nicht eintritt, war sie verpflichtet, den Shutdown zu beenden. Das hat sie bis heute nicht getan und richtet damit gewaltigen wirtschaftlichen und menschlichen Schaden an.

Dass daran kaum Kritik laut wird, ist nicht nur regierungshörigen Medien, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass die Fähigkeit zu selbständigem Denken nach Jahrzehntelangem Aufenthalt im Wohlfahrtssozialismus völlig verlorengegangen ist. Die Regierung kümmert sich ja schließlich eh um alles. Und so hockt die ganze Nation Tag für Tag vor den Bildschirmen und verfolgt gebannt die unerträglichen Selbstbeweihräucherungs- und Propagandaorgien von Kurz & Genossen und unterwirft sich widerspruchslos Anordnungen, die – widerrechtlich – bis in die eigene Wohnung reichen.

Wer sich heute ernsthaft fragt, wie es in den 1930er-Jahren in deutschen Landen soweit kommen konnte wie es kam, hat die Antwort tagtäglich vor Augen.

13 Gedanken zu „Die Konsequenz betreuten Denkens

  1. Susi

    Aha, jetzt da die Gefahr gebannt scheint, kommen die (überlebenden) Kritiker aus ihren Verstecken? Herr Tögel, haben sie mal über die Grenzen geblickt und zB. das chaotische Management unserer Nachbarn gesehen, die Schreiduelle der Ministerpräsidenten in Deutschland, das stoische Gesicht der Kanzlerin Merkel beim “Ablesen” der Notizen bei den wenigen Pressekonferenzen, die verschiedenen Vorgehensweisen der Länder, den falschen Zahlen des RKI? Ich bin DANKBAR, dass Herr Kurz und sein Team SOFORT reagiert haben und, es gibt immer welche, die KEINE VERANTWORTUNG für UNS übernehmen aber “hinterher” immer alles besser wissen.

  2. Andreas Tögel

    Verehrte Susi, ich wage mich keineswegs erst jetzt aus der Deckung, sondern habe den totalitären Kurs von Kurz & Genossen schon vor Wochen scharf kritisiert. Die bloße Zahl von (angeblich, nichts Genaues weiß man ja bis heute nicht) akut geretteten Kranken ist ja nicht der einzige Parameter, der Kurz & Co. zu interessieren hat. Wie ich schrieb, sollten beispielsweise diejenigen nicht aus dem Blick verloren werden (von denen mir einige persönlich bekannt sind), die jetzt – der Hysterie der Regierenden sei Dank – keine medizinische Betreuung erhalten und darunter zu leiden haben.

    Die gewaltigen Verteilungskämpfe, die im Zuge einer Pleitewelle und der daraus resultierenden Massenarbeitslosigkeit auf uns zukommen, sind in ihrer verheerenden Wirkung noch gar nicht abschätzbar. Das spielt Ihrer Meinung nach keine Rolle? Kollektiver Suizid, damit ein paar 80Jährige (auf Kosten aller anderen) 81 werden können? Wenn das tatsächlich sinnvoll ist, dann ist ja alles paletti.

    Ein Wort zur Politikerverantwortung: die ist reine Chimäre. Alles was Kurz & Co unternehmen, tun sie – wie alle Politiker – auf fremder Leute Kosten, völlig haftungsbefreit und damit letztlich eben unverantwortlich. Ihre Einkommen sind – wenn sonst schon nichts – gesichert.

    Im Übrigen zeigt das Beispiel Schwedens, dass es auch anders geht. Dort hat man bisher auch weniger als 1.000 Corona-Tote zu beklagen und alles läuft, als ob nichts wäre. Kommen Sie mir also bitte nicht mit “Alternativlosigkeit”.

  3. sokrates9

    Andreas Tögel@ Hervorragende Zusammenfassung! Erste Reaktion diverser Kritiker: Woanders ist es noch schlimmer! So wird heute eine emotionsbasierte Argumentation geführt! Der spontane Lockdown von Kurz – angeblich auf Empfehlung von Netanjahu- ist als Panikreaktion nachzuvollziehen! Hervorragende Arbeit der öffentlichen Fakenewsmedien! Bedenklich ist dass sofort Verfassung außer Kraft gesetzt wird, populär Koste es was es wolle – in nicht vorhandene Steuertaschen der Österreicher – nur die werden das bezahlen – gegriffen wird, längst für nicht mehr existierende gehaltene Naziparolen ähnliche Begriffe wie Gefährder ( Volksschädling?) wieder auftreten, ,die Zensur und Manipulation 300 Coronatote – Hunderttausende Menschenleben werden in Österreich gerettet – auftauchen. Schlimm finde ich dass sich die Unternehmer die um ihre Existenz bangen diverse Nonsensvorschriften gefallen lassen. Segelfliegen – wegen Ansteckungsgefahr verboten, diverse andere Sportarten ebenfalls – Skitouren – Österreichs Gesundheitssystem darf nicht mehr belastet werden -Friedhöfe riesige Infektionsgefahr -Wieso lässt sich die sedierte Bevölkerung derartige irrationale Argumente gefallen? Jetzt soll Gaststronomie in 2 Wochen – was wird bis dorthin besser – wieder aufgesperrt werden – bis 18 Uhr im Hochsommer? Ist Virus nachtaktiv da er von Fledermäusen abstammt ?

  4. CE___

    @ Susi

    “…Herr Kurz und sein Team SOFORT reagiert haben…”

    Jo’ eh’, irgendwann Anfang / Mitte März.

    Nachdem in der VR China eine Stadt mit 11 Mio Einwohnern am 23. Januar militärisch abgeschottet wurde und bis Ende Januar eh’ nur unbedeutende Länder wie Russland und die USA schon radikal mit Grenzschliessungen aktiv waren.

    “…es gibt immer welche, die KEINE VERANTWORTUNG für UNS übernehmen …”

    Wer sollen “welche” und “uns” denn sein? Der Hrn. Tögel für Sie?

    Also ich benötige für mein Leben keinen höchst(über)bezahlten Bundeskanzler als Glucke und Anstandswachtel.

    Reicht es nicht schon aus ein ausgepresster und nun auch geschädigter Steuerzahler zu sein?

    Ausserdem, wo ist die “Verantwortung” einer Regierung?

    Die haben sich doch alle bis heute nicht durchgerungen ihre Gehälter zu kürzen.

    Warat’ eh’ nur wegen @TeamAustria, sozialer Gerechtigkeit oder anderem Agitprop.

    Politiker anderer Länder haben das aber sehr wohl für sich zustande gebracht, zB. Singapur.

  5. Falke

    Sehr gute Analyse der Lage, besonders der letzte Satz bestätigt mir das, was ich schon seit Wochen als besonders erschreckend betrachtet habe, nämlich die Antwort auf die ständig gestellte Frage, wie denn ein Drittes Reich möglich gewesen sei. Man muss nur der Bevölklerung genügend Angst machen, sich als Retter in der Not präsentieren – und schon nimmt das Volk alle diktatorischen Maßnahmen freudig und ohne Widerstand zur Kenntnis. Wobei erst vor Kurzem bereits ein in die gleiche Richtung weisendes Ereignis änliche Reaktionen (oder besser: Nichtreaktionen) hervorrief: als nämlich eine Bundeskanzlerin ein demokratisches Wahlergebnis mit einem Federstrich einfach als ungültig erklärte.

  6. Der Realist

    Wie schon gesagt, Wastl & Co haben sich auf die sichere Seite gestellt, weil das Argument mit den tausenden Toten halt immer ein Argument ist. Aktuell hilft ihnen die tägliche Inszenierung zu exzellenten Umfragewerten, aber die Mühen der Ebene kommen nach der Krise, nicht nur für Wastl & Co, sondern in erster Linie für die Steuerzahler.
    Kann es sein, dass Kurz tatsächlich glaubt über Wasser gehen zu können? Warum er medial kaum kritisiert wird, ist allein dem Umstand geschuldet, dass auch die Grünen in der Regierung sitzen, und die Medien sind ja durchwegs linksverseucht.
    Und weil Herr Tögel die 1930er-Jahre anspricht, ich sage immer, wenn die Zeit für etwas reif ist, dann kommt es auch, unabhängig von dem ausgelutschten “niemals wieder”.

  7. Werner Lange

    Herr Tögel, wir in D sind vermutlich noch schlimmer dran als Sie… Denn wir müssen ja nicht nur D retten sondern die ganze Welt. Ich bin beruflich öfter mal in Südkorea – auch wenn mir die Staatsform nicht übertrieben demokratisch vorkommt – die haben es ähnlich wie die Schweden sehr gut gemacht und nicht einfach angefangen den Staat zu ruinieren. Was mir noch extrem sauer aufstößt ist unser “Gesundheits”-Minister, der in Januar erzählte dass das Virus nicht über die Luft übertragen wird und knapp eine Woche vor dem Ausbruch in D treuherzig erzählt hat dass D “bestens vorbereitet” ist. Ich mag keine Lügner, und besonders mag ich die Lügner nicht die sich von meinen Steuern ernähren!

  8. Andreas Trapel

    Wenn Menschenleben über allem stehen verstehe ich nicht, warum Krankenkassen oftmals teure Medikamente und Behandlungen ablehnen! Dürfen wir uns jetzt wieder eine Verbesserung unseres Gesundheitswesens erwarten? Immerhin zahle ich hunderte Euro im Monat nur in die Krankenkasse und muss 3 Monate auf eine Untersuchung warten…

  9. Kurt mit K

    @Susi,
    “Aha, jetzt da die Gefahr gebannt scheint, kommen die (überlebenden) Kritiker aus ihren Verstecken?”

    Die beiden Killerargumente in Gestalt von “Kreuzfahrtschiff Diamond Princess” sowie “Norditalienische Zustände” wurden noch vor den drastischen, hierzulande ergriffenen Maßnahmen trefflich widerlegt. Begossen im eingeschränkt sichbaren Eck stehen stehen allenfalls jene rechten Romantiker, die mit dem Verweis auf eine vorgebliche Gefährlichkeit des Viruses frühzeitig Grenzschließungen forderten und aktuell immer noch vom Ende des Globalismus träumen. Endsiegphantasien gibt es hüben wie drüben, bloß kann sich jeder ausrechnenen, welche berechtiger sind.

    Massive Kritik gab es bereits frühzeitig, gebügelt wurde diese mit herbeiphantasierten Leichenbergen und Parolen, man möge doch bitte, bitte zusammenstehen und Kritik allenfalls erst im Nachhinein äußern, wo doch aktuell der rotäugige Elephant im kollektiven Kirschbaumgarten wütet.
    Feinspitzen in Sachen inszenierter Massenverblödung sei pars pro toto die Schmierenkomödie rund um Colleen Smith und das Elmhurst-Hospital in New York empfohlen, womit erfolgreich die Lunte der Plan-Demie in den USA gezündet wurde.

  10. astuga

    @Kurt mit K
    “jene rechten Romantiker, die mit dem Verweis auf eine vorgebliche Gefährlichkeit des Viruses frühzeitig Grenzschließungen forderten…”

    Nun, das hat die linksbürgerliche Regierung ohnehin getan, nur eben zu spät und natürlich nicht für Asylwerber.
    Die bösen Rechten hätten es wahrscheinlich früher und konsequenter umgesetzt.
    Und völlig unabhängig von der Gefährlichkeit des Virus hätte es dessen Schleppung ins Land verhindert oder deutlich verzögert.
    Eventuell lange genug um zu sehen, dass die anfänglichen Horrorszenarios übertrieben waren und gelindere Maßnahmen ausreichend sind.

    Jetzt kann sich die Regierung darauf ausreden, ihre radikalen Maßnahmen hätten das verhindert.

  11. fxs

    Über die Anzahl Corona-Toten sind die Mediziner ja geteilter Meinung. Ein Gerichtsmediziner in Hamburg etwa obduzierte die “Coronat-Toten” seines Bezirks und stelle fest, dass keiner davon AN Corona gestorben ist, sie waren zwar mit Corona infiziert, starben jedoch an anderen Krankheiten, die sie zusätzlich zu Corona hatten. Interessant ist auch dass in Europa, im fraglichem Zeitraum (erstes Viertel 2020) insgesamt weniger Leute verstorben sind als zum Jahreswechsel 2016/17. Betrachtet man einzelen Länder, ergibt sich ein unterschiedliches Bild.
    http://www.euromomo.eu/

  12. Isa

    Herr Tögels Beschreibungen der Lage decken sich mit meiner Wahrnehmung.
    Vor ein paar Wochen meinte Bundeskanzler Kurz, es wird nicht lange dauern und jeder von uns wird jemanden kennen, der mit/an Corona gestorben ist…
    Nach einem Monat Shutdown kenne ich zwar niemanden, der Corona hatte oder daran gestorben ist, aber ich kenne Menschen, die als Selbstständige vor dem Ruin stehen, als Arbeitnehmer entweder in Kurzarbeit oder arbeitslos sind, und andere, deren medizinische Behandlungen von heute auf morgen auf unbestimmte Zeit unterbrochen (!) wurden.
    Ich denke auch, vor einem Monat hätte die Bevölkerung in Österreich einen anderen Weg als den Shutdown wohl nicht mitgetragen – zu groß war die Angst vor dem Unbekannten. Doch allmählich lässt sich die naturgegebene Sterblichkeit des Menschen nicht mehr verdrängen. Es mag furchtbar für Ärzte sein, entscheiden zu müssen, wer eine Behandlung bekommt, wenn nicht mehr genug Kapazitäten frei sind, doch ist es wohl kaum klüger, wenn aktuell Politiker darüber entscheiden.

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