Die krude Welt der Agrosozialisten

“… Der Borkenkäfer wütet, was den Schadholzanteil in österreichischen Wäldern stark steigen lässt. Damit die Waldbauern auf diesen Beständen nicht sitzen bleiben oder, Gott behüte, diese unter Anwendung marktwirtschaftlicher Prinzipien billiger verkaufen müssen, will Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger potenzielle Abnehmer – etwa Papier- und Sägeindustrie – per Forstgesetznovelle zwingen, ihren Bedarf aus heimischen Schadholzlagern zu decken. mehr hier

8 comments

  1. Rado

    Ist mir schon öfter aufgefallen. Bauernbündler oder deren Peripherie sind sowas wie der linke Flügel der ÖVP. Jedenfalls die Funktionäre, welche dort das Sagen haben. Wenn man die Namen rekapituliert, von Fischler über die Prölls, Ruprechter, Konrad, …

  2. Selbstdenker

    Wenn die allseits beliebten „urbanen Eliten“ glauben, sich über vermeintliche Privilegien der andern echauffieren zu müssen, entbehrt dies nicht einer gewissen unfreiwilligen Ironie.

    Insbesondere dann, wenn sich Journalisten, die selbst einer rekordverdächtig subventionierten Branche angehören, über Subventionen in anderen Branchen auslassen.

    Um etwas Kontext zu geben:

    Borkenkäferbefall tritt gehäuft im regionalen Umfeld von Betrieben der Papier- und Sägeindustrie auf, die ihrerseits regelmäßig Schadholz aus dem Ausland importiert (negativer externer Effekt).

    Wenn ein Waldbestand vom Borkenkäfer befallen ist (erheblicher Wertverlust), muss dieses Schadholz meist binnen zweiwöchiger Frist abtransportiert werden, um eine weitere Ausbreitung auf umliegende Waldbestände zu verhindern (negativer externer Folgeeffekt).

    Ein Waldeigentümer, der dieser Aufforderung nicht nachkommt, riskiert nach geltender Rechtslage, dass das Schadholz per staatlicher Zwangsmaßname abgeliefert wird (Eigentumseingriff). Der Wertverlust ist bereits bei Borkenkäferbefall enorm; im Falle einer staatlichen Zwangsmaßname ist es ein dunkelrotes Verlustgeschäft.

    Was wir hier sehen, ist eine praktische Anwendung vom Coase-Theorem. Wenn die heimische Papier- und Sägeindustrie schon die heimischen Waldbestände gefährden, sollen sie im Gegenzug das dadurch gehäuft anfallende Schadholz prioritär abnehmen.

    Ich habe mir den Gesetzestext auf der Parlaments-Website angesehen. Einen „Skandal“ kann ich hier weit und breit nicht erblicken. Unredlichen Journalismus bei der regelmäßigen Skandalisierung einer ganzen Berufsgruppe hingegen schon.

  3. Selbstdenker

    Was mir schon länger auffällt, ist, dass Politik und Medien die erwerbstätige Bevölkerung gezielt gegenseitig aufhetzt.

    Der wahre Gegensatz besteht aber nicht zwischen Berufsgruppen, sondern zwischen den schrumpfenden und immer mehr geknechteten produktiven Teil der Bevölkerung und dem wachsenden und immer gefräßiger werdenden nicht-produktiven Teil der Bevölkerung.

    Man kann es abstrakt auf folgende Formel bringen:

    Jene, die sich an die Regeln der Reziprozität halten, werden immer mehr geknechtet, während jene, die sich nicht an die Regeln der Reziprozität halten mit immer mehr Macht ausgestattet werden.

    Ausgezeichnetes Video von John Mark zum Thema Reziprozität:
    https://thelandofthefreeblog.wordpress.com/2019/09/21/reciprocity-the-right-wings-moral-authority-and-counter-to-the-lefts-equality/

  4. Johannes

    Die “krude Welt“ der Presseförderung würde ich niemals kritisieren, man wird sich etwas dabei gedacht haben, wird die Notwendigkeit evaluiert und die Lebensfähigkeit einer freien Medienwelt und Meinungsvielfalt mit Steuergeld unterstützen und so am Leben erhalten, weil es wichtig ist.

    Nun wissen wir alle das Wälder Schutz bedeuten, Schutz vor Lawinen, vor Überschwemmungen, sie sind Lebensraum für Tiere und Erholungsraum für Menschen welcher von den Forstwirten gratis zur Verfügung gestellt wird. Auch darf man darin Radfahren, Pilze pflücken, wandern und vieles mehr.
    Sie liefern wertvollen Sauerstoff sind also unsere grüne Lunge. Viel Co2 kann darin gebunden werden und so die Bilanz verbessern und unsere Gesundheit fördern.
    Das alles wird gratis geleistet.

    Nun weiß ich nicht ob Herr Urschitz eine 6 Kg Motorsäge den ganzen Tag bedienen könnte in einem Wald mit 40 Prozent Gefälle und zahlreichen von Stürmen umgeworfenen Fichten.
    Diese Stämme liegen teilweise übereinander und wenn sie nicht vollkommen abgebrochen sind so haben sie eine irrsinnige Spannung welche beim durchtrennen frei wird den Baum und mit ihm oft andere Bäume meterhoch in die Luft schnalzen lässt, daher eine enorme Gefahr für die Bauern darstellt.
    Viele Bauern, auch Jungbauern und Familienväter sind bei Unfällen gestorben. Die Forstarbeit gilt als die körperlich anstrengenste und gefährlichste Arbeit aller Tätigkeiten in Österreich.

    Im Gegensatz dazu gibt es leider auch Österreichische Firmen die in Rumänien Urwälder mit großen schweren Maschinen abholzen. Am Tag werden mehrere Hektar mit speziellen Maschinen abgeholzt, entästet, zugeschnitten, verladen und abtransportiert.
    Zurück bleiben riesige Bracheflächen welche durch Erosion geschädigt, Mondlandschaften gleichen.

    Das alles sollte nach meiner Meinung abgewogen werden, die Kosten-Nutzen Rechnung ist oft komplizierter als es sich in einem gemütlichen, geförderten Büro wahrnehmen lässt.

    Ich weiß auch nicht wie viele Ernten Herr Urschitz schon eingebracht hat, ich vermute aber er hat hier eine vollkommen falsche, weil romantische Vorstellung die sich mit der Realität wohl auch in keinster Weise deckt.

    Alles in allem muss ich Ihnen leider zugute halten das Sie nach meiner Meinung keine, nicht die geringst Ahnung von Landwirtschaft haben. Aber bitte schreiben sie nur weiter was immer Sie möchten, schließlich müssen Sie ja auch irgendetwas tun für die Förderungen von denen Sie eben auch indirekt leben.

  5. Johannes

    Wenn Sie vielleicht sich die Mühe gemacht haben zu schauen wo Sägewerke in Österreich angesiedelt sind so werden Sie feststellen das es dort ist wo reichlich Waldflächen bewirtschaftet werden.
    Hier herrscht in den meisten Fällen eine Symbiose mit gegenseitiger Wertschätzung.
    Ich denke die meisten Sägewerkbesitzer sind gar nicht angewiesen auf Ihre Ratschläge und wissen sehr wohl die Nähe zum Waldbauern zu schätzen.

    Die industrielle Vernichtung von Urwald in einzigartigen Reservaten kann nicht das Maß der Waldraumbewirtschaftung sein. Ich halte das Eingreifen der Politik in eine solche Umweltzerstörung für eine Pflicht.

  6. Selbstdenker

    Warum wird mein Beitrag zensiert?

    Können jene, die sonst gerne gegen andere austeilen etwa nicht im selben Ausmaß einstecken?

  7. Johannes

    @Selbstdenker:
    Auch ich lese ihre Beiträge gerne, gerade wegen der fachlich sehr fundierten Fakten die sie vortragen.

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