Die Kunst des Anpatzens

(MARTIN VOTZI) Nehmen Sie mal an, es gibt Beweise, dass Sie ihrem Nachbarn bei seinen Freunden schlecht gemacht haben, via Email und auch mit gemeinen Postings auf Facebook. Natürlich anonym, aber jetzt sind Sie aufgeflogen. Die Spur führt zu Ihnen. Eindeutiger geht es nicht mehr. Und da Sie und Ihr Nachbar gemeinsame Freunde haben, wenden sich diese empört vom Ihnen ab. Mit diesen Gemeinheiten wollen sie nichts zu tun haben. Sollen Sie doch im eigenen Dreck baden. Und wer weiß, fragen sich die Freunde, wer von ihnen wäre als nächster die Zielscheibe Ihrer Verleumdungen.

Sie sind zerknirscht. Das hätte nicht passieren dürfen. Sie glauben, dass Ihr Nachbar Ihr Wlan angezapft hat. Beweisen können Sie das leider nicht. Nach einem Tag des Grübelns schenken Sie sich am Abend einen doppelten Whiskey ein und überlegen. Was könnten Sie nur tun, um aus diesem Schlamassel herauszukommen? Eine Möglichkeit wäre, sich beim Nachbarn in aller Form zu entschuldigen und Ihren Freunden gegenüber tätige Reue zu zeigen, indem Sie gemeinsam mit dem Nachbarn zu einer großen Versöhnungsparty einladen.  Natürlich würden Sie alle Kosten tragen. Aber würde der Nachbar trotz Entschuldigung mitspielen, würden die Freunde dem plötzlichen Frieden trauen und die Einladung annehmen?

Sie haben das Glas geleert und schenken sich noch einen doppelten Whiskey ein. Nach einem kräftigen Schluck kommt Ihnen die Idee, den Nachbarn noch viel mehr anzupatzen. Sie werden behaupten, dass er Ihr Wlan gekapert hat und all diese Nachrichten, die jetzt Ihnen angelastet werden, verbreitet hat. Warum? Ganz einfach. Um Ihnen die gemeinsamen Freunde abspenstig zu machen, denn Sie waren doch der Erfolgreichere, der Eloquentere, der bessere Unterhalter und natürlich auch der Großzügigere.

Gesagt, getan. Alle Freunde können Sie nicht überzeugen, aber doch einige. Die Verunsicherung ist groß. Wie war es nun wirklich? Sie laden ohne Nachbarn zu einer großen Party ein und der Nachbar macht das Gleiche, zur selben Zeit.

Welch Überraschung. Nur weniger Freunde kommen zu Ihnen und noch weniger zu Ihrem Nachbarn. Die meisten sagen unter irgendeinem Vorwand ab oder sind nicht erreichbar.

Bitte stellen Sie keine Assoziation zum aktuellen Wahlkampf her. Es ist nur eine Geschichte.

12 comments

  1. Historiker

    Genauso ist es ! Nur noch viel schlimmer, weil es nämlich keine “Geschichte” ist, sondern die WAHRHEIT.
    Und als Folge dessen, verabschiede auch ich mich von all meinen Aktivitäten für Österreich, auch von allen liebgewonnenen Postern hier, – und sage zum Abschied leise SERVUS . . .
    Mein grundsätzlich aufrechter Charakter erträgt diesen politischen Sumpf nicht mehr und mich täglich mit windigen Gestalten wie Tal Silberstein und seinen Auftraggebern auseinanderzusetzen, schlägt sich auf meine überwiegend gute Laune.
    Adieu.

  2. sokrates9

    Historiker@ Hoffe dass Sie ihr Vorhaben nicht durchsetzen! Dieses Verhalten ist analog dem Vorsatz nicht mehr wählen zu gehen kontraproduktiv!
    Hätten wir das Internet und all die kritischen Kommentare nicht und wären wir voll den Medien- die nie fakenews verbreiten – voll ausgeliefert, würde das Ergebnis der Wahl sicherlich ein anderes sein!
    Man darf die Silbersteins – die immerhin etliche Wahlen für den Auftraggeber gut arrangiert haben – nicht gewinnen lassen!

  3. Historiker

    @sokrates9
    Glauben Sie mir : ES IST VÖLLIG SINNLOS !
    Gestern wurde mein TWITTERPORTAL https://twitter.com/EuropeUnion mit fast 10.000 Followern von Twitter GESPERRT, weil ich ein paar Bilder von der POLIZEIGEWALT in Katalonien gepostet hatte ! Monatlich hatte ich dort 1 MILLION Impressionen, täglich 35.000 Aufrufe ! ALLES ZERSTÖRT in 1 SEKUNDE ! MAAS und die Zensur der EU-Diktatur lassen grüßen ! Und dann soll man WEITERMACHEN ? Womit ? Mit dem Anrennen und dann der eiskalten LÖSCHUNG oder BLOCKADE ?
    Mir persönlich geht es bestens, nur die Sorge um unsere kulturelle Abschaffung macht(e) mir Sorgen, – ERGEBNIS : Man wird vernichtet innert Sekunden, wenn man auf einem Portal, das sich mit der EU befasst, nicht EU-genehm schreibt !
    Ende Gelände.
    Ich werd mich jetzt halt um mich kümmern, mein überflüssiges Geld nicht mehr für Server, Portale und soziale Netzwerke verbraten, sondern in guten Restaurants dinieren, wo ich mit Genuß im Beisein meiner Frau exklusive österreichische Weine verkosten werde ! PROST ! Und SERVUS (TV).

  4. Thomas Holzer

    Die Crux an den momentanen Vorgängen bei SPÖ und ÖVP ist ja die, daß sämtliche Kosten für Klagen etc. ohne gefragt zu werden, natürlich wieder einmal die Steuerzahler berappen werden dürfen.

    Auch die ach so stolze Aussage des Herrn Pilz, daß sein Plakat dem Steuerzahler keinen Cent gekostet hat, weil er -nämlich Pilz- die € 42,– aus eigener Tasche beglichen hat, wurde von den Journalisten -vom Wahlvolk sowieso nicht- natürlich nicht in Frage gestellt.

    Bleibt leider nur festzuhalten, daß die allgemeine Verblödung munter voranschreitet,

  5. sokrates9

    Historiker@ Wenn 35.000 Aufrufer kapieren was da in der EU abläuft hat das a la longe Wirkung! Das Fass, physikalisch bereits am überlaufen braucht nur mehr einen Tropfen, um dann auch wieder weiter auszulaufen als es rein physikalisch eigentlich darf ( Oberflächenspannung!) So gesehen ist jeder Tropfen wichtig, auch wenn er scheinbar das Fass nicht beeindruckt!

  6. Rennziege

    6. Oktober 2017 – 12:08 — Historiker
    Wär’ schade oder auch nicht, wenn Sie sich in die private Diaspora zurückziehen würden. Ist ja gar nicht nötig. Ebenso unnötig ist jedes Engagement bei Twitter, Instagram, beim Gfrießabiachl und so weiter. Und für diese olfaktorisch unerträglichen Müllhaufen geben Sie auch noch Geld aus? Welcher Teufel hat Sie dabei geritten?
    Dort begegnen Sie doch sowieso nur Grenzdebilen, Verschwörungsfuzzies und zeitgeistig angepassten Analphabeten (ich fühle mich versucht, nach “Anal” einen Bindestrich zu setzen, werde aber auch so verstanden).
    Lassen S’ doch diese teuren, sinnlosen Extravaganzen sausen, Historiker. Von Geschichte hat dort eh kein Borstentier einen blassen Schimmer. Hier, denke ich, können Sie sich wesentlich billiger ausweinen. Und werden ganz ohne Blockschrift verstanden. Unser Hausherr, vermute ich, hält sogar Taschentücher bereit, mit denen Sie Ihre Tränen trocknen können. 🙂

  7. Johannes

    Im Wahlkampf einen Fehler zugeben das kann die Niederlage bedeuten. Die SPÖ ist dazu verdammt den Rest des Wahlkampfes mit dem Versuch zu verbringen auch bei der ÖVP einen Skandal zu finden und findet man ihn nicht so muß man ihn aus einer Nichtigkeit konstruieren.
    Dabei kommen die wichtigen Themen und Botschaften unter die Räder, Nutznießer ist dann eindeutig die Protestpartei FPÖ.

  8. Historiker

    @Rennziege
    Alle großen, besonders die linken Zeitungen in Deutschland posten im Minutentakt und sind absolut meinungsbildend. Wenn keiner mehr dagegenhält, überlassen wir absolut alles nur mehr einer bestimmten Reichshälfte. Mit 3 Twitter-Accounts (1 in englisch, 2 in deutsch) erziele ich eine Reichweite von 2,5 Mio Impressionen pro Monat. Es scheint also doch irgendwie ein Bedürfnis nach einer etwas anderen Perspektive, (wie sie ja auch hier bei Ortneronline produziert wird) zu geben. Würden Sie Herrn Ortner auch vorschlagen hinzuschmeissen ? Wohl kaum.
    Sie schreiben: “Lassen S‘ doch diese teuren, sinnlosen Extravaganzen sausen, Historiker. Von Geschichte hat dort eh kein Borstentier einen blassen Schimmer.” – Das stimmt absolut NICHT !
    Jedes namhafte Medium ist dort vertreten, auch von österreichischer Seite (Krone, Presse, Kurier, Der Standard sowieso) und ich habe in den Social-Media-Kanälen mehr Geschichte gelernt, als im Gymnasium.
    Und was das Geld betrifft, das dabei verbraten wird, so ist es immer die Frage, wieviel man hat. Und glauben Sie mir, dieser finanzielle Einsatz beeinträchtigt meinen Lebensstil in keinster Weise. Außerdem zahlen das alles ohnehin nur meine völlig linksgebürsteten Erben, denen ich am liebsten GAR NICHTS hinterlassen würde, was hier nicht möglich ist, – dazu müßte ich in die USA auswandern, was aber auch nicht so “mein Ding” ist.
    Aber da Sie mich ohnehin nicht vermissen, spielt das auch keine Rolle mehr. Anyway.
    Bis zur Wahl schau ich noch zu und dann kümmere ich mich wieder um andere Lebensbereiche, – um solche, die auch meine Frau interessieren, denn diese findet das Ganze ohnehin nur verschwendete Lebenszeit. Servus.

  9. Fragolin

    @Historiker
    Nicht so negativ. Die große Zahl der Konsumenten scheint sich ausgewirkt zu haben, denn Ihre twitter-Seite ist wieder sichtbar. Nach einer lächerlichen Warnung, der Inhalt könne “verstörend” sein, kommt man direkt hin (wohl eine Schneeflöckchenwarnung und ein Mittel zur Nachvollziehbarkeit der Herkunft der Klicks – naja, das ist mir beides vollkommen egal).
    Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
    Ja, es ist viel Zeit und Mühe, aber es ist besser als Nichts zu tun!

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