Die linken Strache-Macher

(GEORG VETTER) Wenn uns nächste Woche mit den Protesten gegen den sogenannten Akademikerball die nächste Welle der Gewalt erreicht, wird es in der ach so verschlafenen Bourgeoisie wohl nur ein kurzes Entsetzen geben. Glaser, Tischler und Schlosser werden Sonderschichten einlegen und bald wird die Innenstadt wieder in Ordnung gebracht sein. Wieder einmal wird die Linke sich als willkommene Wahlkampfhilfe für Ihre erklärten Gegner gerieren. Die FPÖ braucht lediglich eine Tanzveranstaltung organisieren und der vielfältige Protest der selbsternannten Antifaschisten lässt Wien für ein paar Stunden zu einer anderen Stadt werden. Die Steuerzahler finanzieren Hundertschaften von Polizisten, um Schlimmeres zu verhindern. Letztlich geben sich alle den Statuts des Opfers, der adelt. Die Ballbesucher fühlen sich als Opfer eines linken Mobs. Die Linke fühlt sich Opfer des repressiven kapitalistischen Polizeistaates. Die Polizei fühlt sich von der Politik allein gelassen, deren notorisches Schweigen unheimlich wirkt. Und der Staatsbürger, dem all dies fremd ist, fühlt sich als Opfer, weil auf seine Kosten etwas stattfindet, was man in der Szene einen erlebnisorientierten Abend nennt. Selbst die Justiz darf sich in die Reihe der Opfer einreihen, weil sie anlässlich einer Unzahl von Straftaten dem Recht nur in Ausnahmefällen zum Durchbruch verhelfen können wird. Die Linke, die für sich das Recht auf Versammlungsfreiheit in Anspruch nimmt, um die Ausübung des Rechts auf Versammlungsfreiheit Andersdenkender zu verhindern, wird sich selbst diskreditieren und die Gegenseite legitimieren. Vor kurzem haben sozialdemokratische und grüne Abgeordnete im Parlament mit „Je suis Charlie“ geprotzt. Es wäre sehr verwunderlich, wenn nur ein einziger dieser Abgeordneten den Mumm hätte, gegen jene Stellung nehmen würde, die den Akademikerball verhindern wollen. Den wahren Sieger werden bald die Meinungsumfragen kundtun: Die FPÖ und ihr Vorsitzender können sich schon heute über die Gratis-Wahlkampfhilfe ihrer politischen Gegner freuen. Ein bisschen biedermännisch tanzen reicht bereits und die Linke wirft die Propagandamaschine an – für die Rechte. Ob diese Leute irgendwann verstehen werden, wessen Geschäft sie besorgen?

8 comments

  1. Rennziege

    Lieber Herr Vetter,
    die 5. Zeile von unten wäre lesbarer, wenn Sie “gegen jene Stellung nehmen würde” in “gegen jene Stellung zu nehmen” umschreiben würden. Herzliche Grüße! (Dieses Posting bedarf keiner Veröffentlichung.)

  2. Fragolin

    Man muss die Linke schon verstehen. Erlebnisorientierte Versammlungen vor einem Ballsaal voller österreichischer Burschenschafter sind physisch ungefährlicher als zum Beispiel vor einer Moschee voller tschetschenischer Djihadisten. Von den Burschenschaftern weiß man, dass sie keinen angreifen; von den Polizisten weiß man, dass sie es nicht wagen, wirklichhart durchzugreifen, wenn sie Wert auf ihre Karriere legen; von den Djihadisten weiß man nicht, ob man eine direkte Konfrontation überlebt.
    Also zelebrieren sie ihren Widerstand gegen die angeblich drohende Wiedergeburt eines vor 70 Jahren in einem eingerollten Teppich verheizten Massenmörders und halten sich vorsorglich fern von jenen, die Massenmord als ihre religiöse Pflicht betrachten. Die Burschis können derweil eine Flasche Sekt köpfen auf die künftigen Wahlsiege ihrer Partei.
    Für uns heißt es, außer Spesen nichts gewesen. Bis zum nächsten Ball oder zum nächsten Knutsch-Eklat. Einen Grund für das nächste Erlebnis-Treffen finden die Gesinnungs-Hooligans und Hobbyrandalierer immer. Kostet ja nur das Steuergeld hart arbeitender Österreicher. Und was das Wert ist, wissen wir ja.

  3. Herbert Manninger

    Diese SA-Antifa-Banden können sich gewaltmäßig nach Herzenslust austoben, mit offensichtlicher Duldung der linken Parteien und klammheimlicher der ÖsterreichischenVersagerPartei.

  4. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Eines muß ich Ihnen wirklich zugestehen: Sie neigen wahrlich nicht zu Pauschalierungen 😉

  5. Rennziege

    25. Januar 2015 – 02:02 Fragolin
    Erfrischendes Posting. Ich erinnere mich an Bernd Eichingers Film “Der Untergang” mit Bruno Ganz als Gröfaz, den ich erst vor wenigen Jahren sah. Großartig! Eine der ersten Szenen zeigt die Leiche desselben, die von Soldaten in einer Grube vor der Reichskanzlei verbrannt werden soll. Einer hält die Flamme seines Feuerzeugs vergeblich und verzagt an den Schnurrbart und sagt zu seinem Unteroffizier: “Er will nicht brennen, Herr Hauptfeldwebel. Was tun?” (Sinngemäß.)
    Schade, dass Bernd Eichinger so früh gestorben ist; von ihm wären noch viele Filme gekommen, die den heutigen Subventionsbetroffenheiten, auch Herrn Haneke, gezeigt hätten, wie man kluge und unterhaltsame Filme ohne linxxgrüne Indoktrination des Publikums macht. (Aber ohne Filmförderung, deren Produkte meist nur Schlaftabletten sind, geht eh nix mehr.)

    Zurück zum Zahnbürstenschnurrbart des böhmischen Gefreiten, der partout nicht brennen wollte. Der liefert immer noch Brennstoff für linke Agitpropper, die ungestraft die Wiener Innenstadt verwüsten dürfen, nur weil ein paar Unlinke ihren harmlosen Traditionsball abhalten, der den linken Hooligans stinkt. Worauf diese ihr Mütchen an friedlichen Ballbesuchern, Ladenbesitzern und Polizisten kühlen.
    Was die rotgrünen Platzhirsch_Innen (sorry, sind auch Hirschkälber dabei, wenn auch großteíls unfruchtbar, lesbisch, metro- oder trassexuell) der Bundeshauptstadt zu gewaltigem Jubel inspiriert — über einen alljährlich zelebrierten Verfassungsbruch.
    Lustig, gööö? Aber so regieren Proleten, die alles Unproletarische und eventuell besser Gebildete, als sie es sind, als Teufelswerk betrachten.
    Möchert’ aber sein, dass der Teufel zu den Geistern zählt, die sie selber gerufen haben.

  6. mannimmond

    @Rennziege

    Die beschriebene Szene stammt nicht aus “Der Untergang”, sondern aus “Schtonk”.
    Und es heißt: “Herr Obersturmbannführer” …

    Ein wunderbar sehenswerter Film über die Geschichte der Hitler-Tagebücher 🙂

  7. Rennziege

    25. Januar 2015 – 20:58 mannimmond
    Sie haben recht. Ich hab’ die zwei Filme verwexxxelt. Danke für die Korrektur!

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