DIe Lust der Deutschen an der Entmündigung und Verschafung

“…Staatsgläubigkeit und Staatsmystifizierung haben eine lange Tradition in Deutschland. Und obwohl den Deutschen in Ost und West im vergangenen Jahrhundert bitterste Lektionen darüber erteilt wurden, was aus jeder Art von Staatsgläubigkeit erwachsen kann: Geändert hat sich nichts. Sie lassen sich weiterhin vom Leviathan Staat freiwillig entmündigen und als Sozial-Untertan an der Leine führen….” (hier)

11 comments

  1. Fragolin

    Aber aber, erst vorgestern hat uns Herr Dr. Unterberger belehrt, wie klug die Deutschen seien, haben sie doch die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt und damit das Gängelband des Staates gegenüber seinen Bürgern wieder ein wenig gestrafft.
    Heinrich Manns Untertan Diederich Heßling lebt…

  2. Christian Weiss

    Die deutsche Staatsgläubigkeit zeigt sich (neben dem pathologischen Antiamerikanismus) auch in der Diskussion um TTIP. Die Vorstellung, es könnte Schiedsgerichte geben, die nicht mit den allwissenden Staatsrichtern beschickt sind, macht ihnen ebenso Bauchschmerzen wie die Vorstellung, es könnten allenfalls tiefere Standards in Sachen Konsumentenschutz eingeführt werden. Die besagten Standards bringen zwar dem Endverbraucher herzlich wenig ausser einem höheren Preis, weil sich der Produzent mit administrativem Quatsch rumschlagen muss, aber he, der Staat ist schliesslich gut. Die “Konzerne” sind böse. Die schauen nur auf den Profit. Und Profit ist im Gegensatz zum Steuern Eintreiben unmoralisch.

  3. Christian Weiss

    Der Autor tönt es ja an: Nachvollziehbar ist diese Staatsgläubigkeit angesichts der deutschen Erfahrungen nicht. Stasi, Gestapo, Weltkrieg, Trabant, Kaffeeersatz kontra Wirtschaftswunder, VW Golf, Ferien am Mittelmeer oder sonst wo auf der Welt…

  4. Thomas Holzer

    Trifft doch nicht nur auf die Deutschen zu! Die Österreicher wollen die Deutschen wieder einmal links überholen, und noch staatsgläubiger, solidarischer und gerechter als (nicht nur) die Deutschen sein

  5. Thomas F.

    “Die meisten Menschen wollen die Freiheit nicht wirklich, weil Freiheit Annahme von Verantwortung bedeutet, die meisten Menschen zittern vor solcher Annahme.” – Sigmund Freud

    Der Mensch ist eben ein Herdentier und läuft instinktiv am liebsten irgendeinem aufgeblasenen Alphamännchen hinterher.

  6. sokrates

    Ein gewisser österreichischer Kunstmaler hat ja, nachdem er in Österreich kläglich gescheitert ist, eindrucksvoll bewiesen wie der deutsche Michl jeden Führer nachrennt und begeistert schreit: Ja wir wollen den totalen Krieg…

  7. Thomas Holzer

    @Sokrates
    Die Österreicher waren um nichts besser!
    Und der Nationalsozialismus hatte auch z.B. in GB und USA seine Anhänger; und die Rassetheorien hatten ihren Ursprung hauptsächlich in Frankreich

  8. sokrates

    Thomas Holzer- Gebe Ihnen großteils Recht!..Die Österreicher waren um nichts besser!.. nur in Jubelchöre ausbrechen wenn man fragt ob man den totalen Krieg will, ist mir aus Österreich nicht bekannt! Man brüllte zu Beginn und es waren mehr als kolportierte 3 – 4 Hansln und ein paar Zuschauer am Heldenplatz, doch anscheinend hat der Österreicher früher erkannt wohin die Reise geht! Die Deutschen glauben dafür noch immer an die EU, dass die Griechen morgen ihre Schulden zahlen, die Friedensmission Ukraine und wollen halb Afrika in Europa!

  9. Fragolin

    @sokrates
    Einspruch! Nicht “die Deutschen” sondern die Chefideologen der deutschen Parteihäuser. Der kleine Michl kann sein Kreuz machen, wo er will, gegen die großkoalitionäre Einheit über den Inhalt der alternativlosen Staatsdoktrin hat er keine Macht. Und triebt ihn dieses Gefühl der Machtlosigkeit auf die Straße, wird er mit der geballten Macht des medialen Leumunds und unter Aktivierung systemnützlicher Randalierer und Chaoten als Nazi abgestempelt und diffamiert.
    “Der Deutsche” ist “dem Österreicher” ähnlicher, als mancher glaubt: Beide sind gelernte Untertanen und die Politik ihrer Staaten spiegelt nicht unbedingt den Willen der Bevölkerungsmehrheit wider, denn die Mehrheit hat gelernt, sich zu ducken und den eigenen Vorteil zu wahren.

  10. sokrates

    Fragolin@ Bin nicht ganz überzeugt von ihrer Österreicheranalyse! Der Österreicher ist viel mehr Querulant als der Deutsche, und wird auch viel mehr als Kritiker gefürchtet! Haider wirkte weit über Österreich hinaus, und viele Querschüsse kommen aus der österreichischen Ecke. In Deutschland gibt es nur Linksparteien, eine Partei wie die FPÖ ist schon absolute Nazipartei, Ablehnung begonnen von der EUI bis zu TTIP ist in Österreich am höchsten! Dass der kleine Franzi wie der Michl gegen die Ideologen und das ungebildete Journalistenproletariat wenig ausrichten kann, stimme ich mit Ihnen überein!

  11. Fragolin

    @sokrates
    Ich sehe den Österreicher nicht als Querulanten (der was tut) sondern nur als Suderer (der mault). Ablehnung gegen die EU? Wenn man fragt hat niemand dafür gestimmt, auf den Stimmzetteln kamen aber 66% zusammen. Wenn ich noch eine Gemeinsamkeit zwischen Deutschen und Österreichern sehe, dann bei der situationsflexiblen Betrachtung dessen, was den Unterschied zwischen Quatschen und Tun ausmacht.
    Und die FPÖ ist sowas von links, die fordert alles wortgleich den Kommunisten und Sozialisten, mit nur einer einzigen Einschränkung: all die Segnungen des Sozialismus sollen ausschließlich nachweislich geborenen Volksgenossen zukommen. Das ermöglicht ihrer Konkurrenz am linken Rand, ihr das Nazimascherl umzuknüpfen und sie nach rechts zu schieben, wo sie einsam und verloren steht weil sie dort nicht hingehört (den Linken aber ein zusätzliches Argument liefert, die wirklich nach rechts gehörenden Liberalen und Libertären gleich in den selben Nazitopf zu werfen, obwohl die nun gar nichts mit national oder sozialistisch am Hut haben sondern genau das Gegenteil vertreten – aber wenn man dem politischen Gegner eine reinwürgen kann, tut man es eben mit Genuss). Haider war ein strahlender Glücksfall (so eine Persönlichkeit ist für jede Partei einer) und wäre in Deutschland nicht einmal ignoriert worden, wenn die österreichischen Roten ihre europäischen Genossen nicht aktiv gegen ihn aufgewiegelt und damit erst das Interesse an seiner schillernden Person geweckt hätten.
    Und in Deutschland gibt es sogar wirkliche Naziparteien; seien es NPD oder Reps, aber die dümpeln genau an jenem prozentuellen Existenzrand herum, der der Zahl der wirklich überzeugten Nazis entspricht. Und das ist auch gut so. Der FPÖ entspricht am ehesten noch die CSU, und der wirft keiner vor, eine Nazipartei zu sein – eben weil die wirklichen Nazis bei den Republikanern sitzen und somit jeder Vorwurf ins Leere geht.

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