Die Macht der Torheit

Von | 28. Februar 2021

(JOSEF STARGL) Schon Erasmus von Rotterdam (1466 – 1536) erkannte die „Stärke der Torheit“ und lobte sie als „Würze für ein angenehmes Leben“ sowie für den „gemeinschaftlichen Genuß des Glücks“. Er wußte, dass „den Menschen der Schein mehr gefällt als die Wahrheit“.
Wir haben schon lange kein Erkenntnisproblem. Die „Idee des Glücks und des Wohlstands durch Politik“ ist mit der Macht der Torheit verbunden.

Alexis de Tocqueville (1805 – 1859) erkannte die Folgen der „Gleichheitsliebe“ für die Freiheit.
Kollektivisten und Egalitaristen ertragen nicht die Ungleichheit freier Bürger. „Verschiedenheit ist Ihnen verhaßt“ und „inmitten von Gleichförmigkeit wirkt die kleinste Verschiedenheit anstößig“. Schon „die geringsten Unterschiede kränken“.

Zahlreiche Politiker können „freie und eigenverantwortliche Bürger (im Wettbewerb) nicht scheitern sehen“ und „entwöhnen sie (daher) der freien Selbstbestimmung“. Sie wollen ihnen sogar „die Sorge zu denken und die Mühe zu leben abnehmen“.

Von zahlreichen Bürgern wird „der Verlust von Freiheit und Würde als Wohltat empfunden“. Sie akzeptieren und ersehnen die „Gleichheit im (sanften) Despotismus/in der (milden) Knechtschaft“ und sie haben „keine Lust frei zu sein sowie selbständig zu denken und zu handeln“.
Tocqueville fordert, die Freiheit (unter dem Recht) zu suchen und der Ungleichheit der Bürger zu vertrauen, denn „nichts kann uns über den Verlust der Freiheit und der Selbstverantwortung trösten“.
Im „Wohlfahrtsdespotismus“ soll der Wohlstand durch die politische Bewirtschaftung des Neides und durch eine (ergebnisgerechte) Zwangsumverteilung von Einkommen und von Vermögen gesichert werden. Das planwirtschaftliche Denken und Handeln verantwortungsloser Etatisten ist mit Regulierungs- und Interventionskaskaden und mit einer „Selbstversklavung im Geiste der Knechtschaft“ verbunden.

„Das Wohl des Einzelnen habe sich dem Wohl mehrerer unterzuordnen.“ Paternalismus, Fürsorge und Bevormundung werden im Versorgungsstaat als Wohltat empfunden.
Eine Vollkaskomentalität befürwortet immer mehr Überschuldung, Angriffe auf das Privateigentum, Enteignungen, Eingriffe in die Vertragsfreiheit und zahlreiche Verbote.

Immer mehr (Ergebnis-)Gleichheit führt zum Verlust der Freiheit.

Der „Regulierungs- und Interventionsspiralen – Egalitarismus“ ist nicht die Lösung. Eine Renaissance der „liberalen/rechtsstaatlichen Marktwirtschaft“ und eine Änderung der Realverfassung in Richtung Normverfassung des politischen Systems sind gefragt.

Mit Verhaberung, mit Verfilzung, mit Cliquen, mit Seilschaften, mit höfischen Strukturen, mit Intrigen, mit oligarchisch strukturierten Partei- und Verbändeapparaten, mit einem Verzicht auf eine Bundesstaatsreform und auf einen Wettbewerbsföderalismus, mit mächtigen „Gerontokraten der Hinterbühne“ und mit den Inszenierungen der Marionetten der Vorderbühne schaffen wir nicht mehr „Wohlstand für alle“, sondern Wohlstandsverluste.

Die Macht der Torheit hilft die Ohnmacht der Politik zu verschleiern und ebnet den Weg in die Knechtschaft.
Wie lange soll in diesem Land noch die Torheit gelehrt, gelernt und politisch umgesetzt werden?

3 Gedanken zu „Die Macht der Torheit

  1. Susi

    DDR fällt mir dazu nur ein. Also, das Land aus dem Frau Merkel ursprünglich stammt und in das sich Deutschland in meinenAugen langsam wieder hinentwickelt. Ich verstehe also gar nicht wieso so viele Leute aus der DDR flüchten wollten und nun diese Entwicklung mittragen?

  2. Franz Meier

    Früher sind die Kommunisten/Sozialisten sehr brutal, sehr radikal, sehr plump vorgegangen bei der Erreichung ihrer Ziele. Die Methoden von Stalin, Mao, Pol Pot, Hitler & Co. kennen wir aus der Geschichte zur Genüge. Heute geht das im Westen nicht mehr: Massenerschiessungen, lebenslange Lagerhaft, Zwangsarbeit, Folterkeller etc. das geht nur noch in einigen wenigen Ländern. Nein, heute funktioniert das viel subtiler. Das geht heutzutage (fast) ganz ohne Gewalt, wenn man von der Antifa-Gewalt einmal absieht. Erfunden, ausgeheckt und umgesetzt hat das die feine Dame in Berlin. Sie hat dazu seinerzeit eine hervorragende psychologische Ausbildung in Ostberlin erhalten, sie hat sich auf diesem Gebiet spezialisiert, sie ist ein grosses Naturtalent und sie hat den richtigen Macht-Instinkt. Sie hat ihr Know-how über 30 Jahre im Westen/20 Jahre an der Spitze der Partei/15 Jahre im Kanzleramt beständig verfeinert und ergänzt, die Mechanismen ganz genau studiert und gut verstanden. Die Kunst der Intrige, das Ausschalten von Gegnern und Kritikern parteiintern und extern, die Manipulation, die Verdrehung von Tatsachen, das Aussitzen von allfälligen Problemen oder Fehlentscheiden, das gelegentliche Abtauchen wenn es brenzlig werden könnte. Ein neues Lehrbuch, ein neues Kapitel in der Geschichte des Sozialismus: Wie man die Demokratie auf leisen Sohlen unterwandert und immer mehr aushebelt, wie man viele Gesetze und die Verfassung bricht, wie man die Presse auf Kurs bringt und zum reinen, willenlosen, unkritischen Propagandainstrument umfunktioniert, wie man all die naiven, gutgläubigen linken Idealisten in allen Lebensbereichen und Berufskategorien der Republik auf ihre Linie bringt, wie man das Parlament immer mehr ausschaltet (Führerprinzip), wie man den politischen Gegner vollkommen dämonisiert und vernichtet, wie man der Bevölkerung jeden nur erdenklichen Blödsinn aufzwingt, wie man irgendwelche utopischen Ideen und Konzepte verfolgt, wie man hunderte Milliarden und jetzt sogar Billionen ausgibt, während für die eigenen Bürger und Bürgerinnen nur Einschränkungen/Opfer/Verbote/hohe Energiekosten/ständig neue Regulierungen verfügt werden. Wie man die eigene Geschichte umschreibt und dauerhaft umnutzt/ wie man der Bevölkerung ein dauerhaft schlechtes Gewissen anerzieht – das gehört zu dem Erfolgsrezept dieser höchst interessanten Person. Und das geschieht alles ohne dass die Bürger und Bürgerinnen es merken, es auch nur im Entferntesten begreifen. Diese willenlosen Lemminge klatschen sogar noch Beifall, haben sie mehrfach wiedergewählt und ihr damit ermöglicht dieses Spinnennetzwerk ihrer Ideologie, ihrer Inkompetenz in Sachen Wirtschaft und Demokratie immer mehr im System zusammen mit ihren Parteigängern/Wasserträgern zu implementieren und immer stärker zu verfestigen. Viele haben natürlich auch Angst vor ihr, mit der willst Du keinen Ärger haben – die macht Dich fertig. Ein Wort von ihr genügt, ein Wink, eine kleine Bemerkung und Du bist Deinen Job und Deine Rente los – findest keine Arbeit mehr. Ein absolutes Meisterstück in politischer Psychologie. Die Selbstverständlichkeit mit der sie es umsetzt ist nicht nur erstaunlich, sondern geradezu bemerkenswert.

  3. Falke

    @Susi
    Gerade in den Bundesländern der Ex-DDR tragen viel weniger Menschen diese von Merkel initiierte Entwicklung zur DDR 2.0 mit. Dort ist einerseits die AfD (also die – eigentlich einzigen echten – Gegner Merkels) und andererseits die Linke (also jene, die sich die ursprüngliche, echte DDR zurückwünschen) am stärksten.

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