4 comments

  1. ricbor

    Kommentatoren in Internet-Foren der Magazine und Zeitungen sind eine unbedeutende Minderheit. Zwar behauptet jeder einzelne dieser Typen, als einziger die Welt, die politische Lage und die speziellen Zusammenhänge genau zu durchschauen. Das behaupten Insassen einer Irrenanstalt aber auch. Der Verfasser des Artikels kann sich also beruhigt zurücklehnen.

  2. gms

    Putzig! Dieter Schnaas will in der “Wirtschaftswoche” eine ganz vornehme Partie gegen seine Leser spielen und versemmelt sie doch schon spektakulär mit dem Eröffnungszug: “Ich kann nicht schreiben, was ich denke, was ich will, weil ich einen inneren Zensor im Kopf habe, der nicht auf den Namen des Verlegers, des Geschäftsführers oder des Chefredakteurs hört, sondern auf die Namen „Mehrheitsmeinung“ und „Political Correctness“. Dieser Zensor, so wird mir unterstellt, raubt mir nicht nur den Mut zur „Wahrheit“, sondern auch die Chance, überhaupt nur in ihre Nähe zu geraten.”

    Sein Zensor heißt also, ganz entgegen der irrigen These seiner Leser, nicht PC-Herdentrieb, sondern stattdessen Verleger-Geschäftsführer-Chefredakteur. Das ändert natürlich alles! Gleich am Anfang den eigenen König umlegen und hernach noch auf Sieg spielen wollen — soviel Mut ringt einem in Wahrheit (ohne Anführungszeichen!) Respekt ab, oder zumindest Mitleid.

    “Man nimmt von mir an, ich bewegte mich im Reich der Vorurteile und Pauschalurteile, des normierten Denkens und blinden Glaubens, der faktenblinden Einseitigkeit und wahrheitswidrigen Beschönigung.”

    Und so wird emsig ein Strohmann nach dem anderen gebastelt und hernach wortreich rituell verbrannt, aufdaß des Lesers Urteile dahinschmelzen mögen wie Ginvorräte unter der Obhut eines Alkoholikers.
    Seinen den Gehaltsscheck schreibenden Zensor wird’s gewiß überzeugen, und viel mehr — um den gespielten Ball der Motivunterstellung aufzugreifen — kann auch nicht beabsichtigt gewesen sein. Es wäre nämlich ein Leichtes gewesen, die Aufzählung des behaupteten Nichtzutreffenden um “Gehorsam gegenüber dem Brötchengeber” zu erweitern, wollte man tatsächlich das Bild eines unabhängigen Freigeistes vermitteln, der niemand anderem als dem Leser Rechenschaft schuldet.

    “Putins Russland seine Bevölkerung mit gezielten Falschinformationen verhetzt [..] Wer diese Praktiken marginalisiert und im selben Atemzug das „Meinungskartell“ beispielsweise in Deutschland beklagt, der arbeitet im Dienste der Ideologie am Abbau der Aufklärung und ist – mit Verlaub – nicht ernst zu nehmen. Und als solcher, ich wiederhole es, auch kein Adressat meiner Informationsbearbeitung.”

    Offenbar hat der Redakteur seine Popanze rund um Aufklärung, Kartelle und Ideologie nicht nur gebastelt und zerstört, sondern die glühenden Reste noch gehetzt verschlungen. Im Rausch geschieht dann schon mal der Fingerfehler, indem man der Falschinformation der Gegenseite eine Informationsbearbeitung aus eigener Hand gegenüberstellt. Shit happens. Wer sich selbst dermaßen atemringend marginalisiert, kann sich bereits den ersten und unwiederholten Hinweis schenken, fürderhin Lesern mit Restverstand nicht mehr bereitstehen zu wollen.

    “Gebt mir Grau, bitte – oder übt euch im Schweigen!”

    Sogar im Märchenschach gibt es Regeln, und die Felder dabei bleiben schwarz-weiß.

  3. Erich Bauer

    So ein PaperWriter-Journalör hat’s heut’ schwör…

    “Teacher, leave them kids alone!”

  4. herbert manninger

    Wirre Gedanken eines Typen, der zwar kein PC-Knecht sein will, aber definitiv einer ist.

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