Die Masche mit “Fair Trade”

“Die Idee des «fairen Handels» ist, dass arme Kleinbauern höhere Preise für ihre Produkte erhalten sollen. Der Mechanismus wirkt nur bedingt.” (hier)

14 comments

  1. aaaaaaaa

    Das größte Problem ist doch, dass nicht wirklich mehr Geld gezahlt wird. Über das Extra-Geld können die Bauern nämlich gar nicht selbst verfügen, sondern die Fairtrade-Organisationen machen ihnen alle möglichen Vorschriften, insbesondere ist hier absurde Bio-Anbau zu nennen.

    Man kann doch schon in Deutschland und Österreich sehen, wie viel teurer Bio-Anbau ist, das geht endet in zweifache und dreifache Preise. Wenn man nun einem Kaffeebauern 50 % mehr Geld gibt, aber ihm Vorschriften macht, die 200% bis 300% Kostensteigerung verursachen, wie soll das funktionieren?

    Diese Leute sind getrieben von der Ideologie, dass Bio gar nicht teurer ist, sondern dass das angeblich nur unsere böse Lebensmittelindustrie ist, die die Preise durcheinander bringt. Leider sind die harten Fakten, dass man selbst für Weizen und Kartoffeln die dreifache Fläche für eine quantitativ vergleichbare Ernte benötigt. Von Qualität noch gar nicht zu sprechen.

  2. Christian Peter

    Am Effizientesten wäre es, die völlig überdimensionierte Subventionierung des Agrarsektors (täglich : 1 Milliarde Dollar) in den westlichen Industrieländern zu beenden. Erst dann werden die Bauern in den 3. Welt Ländern eine Chance haben, ihre Produkte zu annehmbaren Preisen auf den Märkten zu verkaufen. Es ist doch völlig verrückt, dass z.B. Afrikaner Gemüse aus Europa importieren, weil dieses günstiger ist, als Ware von afrikanischen Bauern.

  3. Mourawetz

    Fair Trade tritt als Spekulantin auf. Es wird ein Mindestpreis garantiert,um die Bauern vor Währungsschwankungen zu schützen. Laut Jean Ziegler müsste man also Fair Trade MitarbeiterInnen aufhängen. Komisch, dass es diese SpekulantInnen geschafft haben, gegen Armut aufzutreten. Obwohl sie doch daran soviel verdienen.  Ein klassisches Paradoxon, über das die Linke nicht gerne redet.

  4. Selbstdenker

    In einem anderen Beitrag habe ich erfahren, dass der Treibstoffpreis durch “die Spekulanten” mit “hundertfachen Gewinn” in die Höhe getrieben wird. Das stellt alles auf den Kopf was ich bislang über Energiepreise wusste.

    Kann mir jemand eine Liste von “Fair Trade”-Tankstellen nennen, an denen ich meinen PKW zu “sozial verträglichen” Preisen volltanken kann ohne “Ölmultis” und “Spekulanten” zu mästen?

  5. Selbstdenker

    @Christian Peter
    Das heisst aber im Gegenzug, dass der momentan künstlich niedrig gehaltene Preis für Grundnahrungsmittel schlagartig in die Höhe schnalzen wird.

    Haben Sie diesen Vorschlag überhaupt mit der Österreichischen Armutskonferenz abgestimmt? Was sagt die AK dazu?

  6. Christian Weiss

    Die Bauern dafür bezahlen, dass sie bei mittelalterlichen Produktionsmethoden bleiben. Sehr intelligent. Sicher dürfen sie auch keinen Kaffee anbauen, der “Gene drin” hat. Wie mir diese Weltverbesserer mit ihrer Ökoromantik auf den Sack gehen. Alles, was “Natur” ist, ist per se gut. Böse ist “Chemie”, “Gen verseucht”, Labor. Ein Wunder, dass die nicht noch Handwerker zertifizieren, die auf den Akku-Schrauber verzichten.

  7. Mourawetz

    wenn ich FairTrade-Produkte im Supermarkt seh, krieg ich so einen Hals! Die Schwedenbomben arbeiten auch schon mit dieser Masche und ziehen ihre Kunden durch den Fairtrade-Kakao. sind für mich gestorben.

  8. Thomas Holzer

    Ich darf -ausnahmsweise- Christian Peter, in diesem Falle. uneingeschränkt zustimmen!

  9. Fragolin

    @Mourawetz
    Die Kunden werden verschaukelt, weil sie verschaukelt werden wollen. Einkaufen gehen zu 80% immer noch die Frauen, und die lassen sich mit solchem Schwachsinn breitflächig verschaukeln, ja fahren regelrecht auf jeden Mist ab, der sozial gerecht ist und fair und bio und genfrei. Wenn es nicht bestens funktionieren würde, den lieben Kundinnen das Geld ihrer Männer auf solch blödsinnige Weise aus der Tasche zu luchsen, käme keiner auf die Idee, mit glücklichen Kühen, genfreien Hühnern und ähnlichem Schwachsinn auf Kundenfang zu gehen. That’s market.

    @T.Holzer
    Schließe mich Ihren Worten an. Jede Art der Subvention gehört ausnahmslos abgeschafft. Das herbeigeredete Problem höherer Nahrungsmittelpreise existiert erstens nicht, weil in diesen Preisen für uns die Subvention für andere bereits eingerechnet ist (z.B über die Mehrwertsteuer) und zweitens, selbst wenn, interessiert es kaum weil das Streichen aller Subventionen, Förderungen und Bestechungsgelder das Steueraufkommen locker halbieren würde und die Menschen so mehr Geld zum Kaufen hätten. Aber manche zahlen lieber 50% Staatsquote auf ihr Einkommen und freuen sich dann über billige Erdäpfel von s-budget. Kauzig.

  10. perry

    @christian peter
    volle zustimmung!
    @ christian weiss
    tatsache ist: es gibt nur “natur”!

  11. Selbstdenker

    Die Streichung von Subventionen wäre sicher ein richtiger Ansatz. Man sollte auch die zahlreichen Eigentumsbeschränkungen, Produktionsbeschränkungen und Einflussnahmen auf die Preisbildung in der Landwirtschaft massiv entrümpeln bzw. abschaffen.

    Allerdings – auch das muss man sagen – betreiben bestimmte Grossabnehmer der Forstwirschaft ein massives Lobbying gegen die freie Vertragsgestaltung und Preisbildung forstwirtschaftlicher Rohstoffe. Zu einer freien Marktwirtschaft zählt meines Erachtens die Freiheit beider Vertragsparteien zu entscheiden was, wieviel, in welcher Menge und zu welchen Preis verkauft wird.

  12. Fragolin

    @Selbstdenker
    Wenn sich die Politik konsequent aus der Regulierung des Marktes heraushalten würde und alle Marktentscheidungen einzig und allein den Produzenten und den Kunden überließe, dem Angebot und der Nachfrage, wäre Lobbbying obsolet. Es wäre ein einziges Gesetz mit einer sehr überschaubaren Seitenzahl, das tausende Seiten Rechtsgerümpel der letzten hundert Jahre außer Kraft setzt und die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit des Marktes bestimmt, notwendig. Aber es würde zigtausende unvermittelbare Arbeitslose schaffen – alle aus dem Dunstkreis der Paragraphenschmiede, ihre Erfüllungsgehilfen und Systemverwalter. Und alles ihre besten Freunderln. Deswegen soviele “könnte” und “würde” und “müsste” aber niemals ein “es wird!”

  13. aaaaaaaa

    @Selbstdenker, Christian Peter: Immerhin ist seit diesem Monat endlich die europäische Milchquote Geschichte.

  14. Christian Weiss

    “tatsache ist: es gibt nur “natur”!”

    Das wollte ich mit den Anführungs- und Schlusszeichen ausdrücken. Aber erklären Sie das mal diesen Ökotanten, die eine völlig spiritualisierte Naturvorstellung haben. Die glauben, es gebe ein metaphysisches Leben “im Einklang mit der Natur”. “Die Natur ist perfekt” und “Die Natur ist im Gleichgewicht” sind auch so Floskeln aus dieser Ecke. Dass es alle paar Millionen Jahren zu einem gigantischen Artensterben kommt, weil das ganze System kippt, ist denen scheinbar nicht bekannt.

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