Die Nationalratswahl rückt näher: Auf zur Wählerbestechung

Von | 25. August 2017

(ANDREAS TÖGEL) Vorwahlzeiten kommen die wenigen verbliebenen und weiterhin ständig weniger werdenden Nettosteuerzahler Österreichs, gewohntermaßen teuer zu stehen. Kurz vor Torschluss werden von der Regierung regelmäßig wunderbare Geschenkpakete geschnürt. Das laufende Jahr bildet da keine Ausnahme. Ohne jede Notwendigkeit, von der zur Stimmenmaximierung erforderlichen Wählerbestechung abgesehen, wird von der abgewirtschafteten rotschwarzen Koalition nun eine außertourliche Pensionserhöhung beschlossen. Um genau zu sein, natürlich nur für die Bezieher kleinerer Renten, was der Sache ein ungemein „soziales“ Bild verleiht. Welche an einer demokratischen Wiederwahl interessierte Regierung kann schon der Versuchung widerstehen, sich ums Geld fremder Leute Geld als Wohltäter zu gerieren?

Dass im Zuge der anstehenden Pensionsaufbesserung nun ausgerechnet diejenigen, die am wenigsten oder gar nichts zum Erhalt des SV-Systems beigetragen haben, dafür auch noch mit überproportionalen Wohltaten belohnt werden, kann indes nur ein in der Wolle gefärbter Sozi als gerecht erachten. Denn im Gegenzug sollen ja dafür diejenigen, die als „Besserverdiener“ in ihrer Doppelrolle als Beitrags- und Steuerzahler vom Fiskus bereits Jahrzehntelang maximal ausgeplündert wurden, sich mit geringeren Erhöhungen abfinden oder – nach der Vorstellung besonders rabiater rotgrüner Umverteiler – gänzlich um die Steigerung ihrer Ruhegenüsse gebracht werden. So schaut Gerechtigkeit nach dem Gusto der herrschenden Klasse aus. Der rote Sozialminister ist sogar stolz auf diese Art der Umsetzung seines neidgetriebenen Klassenkampfes, den der angeblich bürgerlich-konservative Koalitionspartner unbegreiflicherweise auch noch bereitwillig mitträgt. O tempora, o mores!

Am Ende werden es die heute Jungen sein, die zu ihrem namenlosen Unglück über keinerlei politische Interessenvertretung verfügen, die für den kostspieligen Sozialkitsch aufzukommen haben, der Älteren und Alten geboten wird. Das liegt übrigens in der Natur des Wohlfahrtstaates, der, dank Zerstörung der Familien und Pönalisierung jeder Individualverantwortung, auf lange Sicht stets zum nicht überdachten Altersheim verkommt, in dem auf die Interessen der Jüngeren gepfiffen wird. Das wiederum wirft ein grelles Schlaglicht auf die Verantwortungslosigkeit jeder linken Verteilungspolitik, die über das Brett vorm Kopf niemals hinaussieht.

Der ökonomische Unverstand, der die Regierung beherrscht, denn im Grunde sollte man die Jungen ja bei Laune halten, die für die Chose gegenwärtig und zukünftig aufzukommen haben, wird auch an anderer Stelle deutlich: Im Zuge der von deutschem Boden ausgehenden, maßlos überzogenen Kampagne gegen den Dieselmotor, wird soeben auch in der Alpenrepublik ein ganzes Arsenal planwirtschaftlicher Folterwerkzeuge ausgepackt. Das auf den ersten Blick am nettesten anzusehende davon, ist das steuerlich geförderte Angebot von „Umstiegsprämien“ an die Adresse der Besitzer älterer (Diesel)Fahrzeuge.

Hier ist nicht der geeignete Platz, um auf die fatalen Konsequenzen der weltweit grassierenden CO2-Hysterie einzugehen. Der Sorge um die CO2-Bilanz eingedenk, mutet es aber geradezu bizarr an, dass ausgerechnet gegen moderne Dieselmotoren polemisiert wird, also gegen jenes Antriebskonzept, das im Hinblick auf seine geringe Emission von Kohlendioxid, wie auch auf seine insgesamt günstige Umweltbilanz, absolut unschlagbar ist. Diese Groteske lässt sich allenfalls mit quasireligiöser Verblendung erklären.

Die Elektrolobby und ihre Symbionten in der Politnomenklatura, verfügen offensichtlich über hervorragende Marketingagenten. Jetzt sollte uns traditionell begriffsstutzigen Normalverbrauchern halt noch einer aus diesem erlauchten Kreis erklären, wohin denn die vielen, vielen kalorischen Kraftwerke gestellt werden sollen, die erforderlich werden, wenn ab 2030 tatsächlich nur noch Elektrokarren zugelassen werden! Windräder allein werden nicht ausreichen, da wir ja schließlich auch bei Flaute unsere Batterien laden wollen. Oder ist etwa daran gedacht, klammheimlich megagefährlichen Atomstrom aus dem Ausland zu importieren, um das Problem auf diskrete Art zu lösen?

Dass es Wahnsinn ist, bestens funktionierende Geräte (ältere Dieselfahrzeuge) –also Kapitalvermögen – einer dubiosen Ideologie wegen zu vernichten, braucht nicht näher ausgeführt zu werden. An die Mär von einer Konjunktur dank Wertevernichtung, glauben ja allenfalls noch die Teilnehmer an veganen Sesselkreisen. Jeder Cent, der in überflüssige Ersatzbeschaffungen gesteckt wird, fehlt nämlich an anderer Stelle. „Butter oder Kanonen“ – hieß es einst. Beides zugleich geht aber auch heute nicht.

Es ist eine recht einfache arithmetische Übung, die Zahl der wegen der verrückten Antidieselkampagne nicht gebauten Häuser, oder das Volumen der nicht getätigten Investitionen in Produktivkapital, zu errechnen. Von derlei Wirtschaftlichkeitsüberlegungen aber haben die rotschwarzgrünen Genossen ebenso viel Ahnung, wie von Physik und Technik, weshalb sie auch allen Ernstes glauben, ein Elektrokarren ließe sich frei von jeder Umweltbelastung betreiben. Klar, denn schließlich hat er ja keinen Auspuff…

56 Gedanken zu „Die Nationalratswahl rückt näher: Auf zur Wählerbestechung

  1. Der Realist

    Sehr geehrter Herr Tögel!

    Sie liefern zumeist hervorragende Beiträge. Hier schreiben Sie, dass gerade jene, die am wenigsten bis gar nichts zum Erhalt des SV-Wesens beigetragen haben, mit überproportionalen Wohltaten bedacht erden. Haben Sie schon den Unterschied der Pensionserhöhung ausgerechnet, angenommen bei einer Pensionshöhe von 1500 Euro, von 1,6 % oder 2,2%, netto versteht sich. Und sind Sie wirklich der Meinung, dass all jene, die sich ihr Leben lang abgerackert haben um über die Runden zu kommen, nichts für das SV-System beigetragen .haben.

  2. Andreas Tögel

    Verehrter Realist,
    in einem Versicherungssystem, das diesen Namen auch verdient, ist eine einzige Größe relevant: Die Höhe der Einzahlungen. Jede private Erlebensversicherung funktioniert so (sofern sie nicht vom Staat zu einer abweichenden Politik gezwungen wird – etwa im Rahmen der “Gleichbehandlung” von Männern und Frauen). Ist eine Valorisierung Vertragsbestandteil, so gilt die eben. Anders das “Sozial”versicherungssystem, das dem Versicherungsprinzip hohnspricht, indem es bestimmte Gruppen zu Lasten anderer privilegiert. Nominalwerte von Pensionserhöhungen zu vergleichen, nutzt nur denen, die aus ideologischen Gründen im Trüben fischen wollen. Denn für den “Bessergestellten”, der ja – verdientermaßen – einen höheren Lebensstandard pflegt, verteuert sich das Leben ja ebenso wie für den lebenslänglichen Minderleister, der nun mit Geschenken aus der Tasche der anderen beteilt wird. Weshalb sollte der sich mit weniger abfinden müssen als ihm – rechtmäßig – zusteht? Wer eine kleine Rente erhält, der hat halt sein Lebtaglang wenig bis nix eingezahlt. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein, ändern aber nichts am Faktum.

    Das Leben ist kein Ponyhof und jedermann ist seines Glückes Schmied. Wenn die Politnomenklatura meint, das ändern zu können/zu müssen, dann tut sie das, indem sie das Recht (der auf Grund ihrer verhältnismäßig kleinen Zahl politisch weniger wichtigen Personen) bricht. Und das lehne ich ganz entschieden ab.

  3. Der Realist

    Sehr geehrter Herr Tögel!

    Ihre Überlegungen mögen ja stimmen. Ob allerdings alle “Bessergestellten” verdientermaßen einen höheren Lebensstandard pflegen, ist zu bezweifeln, man denke nur an Abgeordnete zum Nationalrat, die ihr ganzes Berufsleben kommod im Parlament verbracht haben, Natürlich gibt es lebenslängliche Minderleister, dazu zähle ich aber bestimmt nicht den Bergbauern, den Industriearbeiter oder die vielzitierte Billa-Kassierin.
    Sie wissen aber bestimmt auch, dass unser Sozialversicherungssystem auf dem Solidaritätsprinzip aufgebaut ist, dieses Solidaritätsprinzip wird aber in letzter Zeit durch “Schutzerflehende” arg missbraucht.
    Und wenn der Staat für einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling nur für die Grundversorgung knappe 3000 Euro monatlich bereitstellt, und für das Asyl(un)wesen jährlich Milliarden ausgegeben werden, so werden doch einige hundert Millionen auch noch für die Bezieher kleiner Pensionen da sein.
    Jedermann ist seines Glückes Schmied, stimmt zum Teil, mansche fallen halt auf die Butterseite, der andere strudelt sich ab und kommt auch nicht weiter. Und noch was, die Besserverdiener, der Herr Direktor in der Firma, die alle verdienen nur deshalb gut, weil es den kleinen Mann in der Verwaltung oder Produktion gibt . Ich weiß schon, dass klingt etwas klassenkämpferisch, ist es aber nicht, ich verwehre mich nur, vom hohen Ross herab mit dem Finger auf die sogenannten “Minderleister” zu zeigen.

  4. Andreas Tögel

    Verehrter Realist,
    sollte ich den Eindruck vermittelt haben, Bezieher kleiner Einkommen geringzuschätzen, tut mir das leid. Da ich selbst nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde und Zeitlebens vor keiner miesen Arbeit zurückgeschreckt bin, ist das mit Sicherheit nicht der Fall. Ich schätze vielmehr jedermann, der auf ehrliche Weise sein Geld verdient (was Politiker und deren Symbionten in der Finanzindustrie sowie Gewerkschafter und Kämmerer von Vornherein ausschließt).

    Sie haben recht, wenn Sie anmerken, dass es Typen gibt, die halt einfach “auf die Butterseite gefallen” sind und deshalb Pensionskaiser sind. Das sind allerdings durchwegs Leute, die im Dunstkreis des Staates leben und Privilegien auf Kosten ASVG-versicherter (oder selbständiger) Sklaven genießen. Deren Pensionsprivilegien sind daher nicht dem von mir angesprochenen Versicherungsprinzip geschuldet. Ganz im Gegenteil.

    Ich bleibe dabei, dass ein Sozial- oder Pensionssystem dauerhaft nicht zu halten ist, in dem die Einzahlungen mit den Ausgaben nicht im Gleichklang stehen. Die Zuwanderer wirken hier lediglich als “Brandbeschleuniger”, denn ein Umlagesystem folgt in einer alternden Gesellschaft so und so dem Schneeballprinzip und das kommt unweigerlich früher oder später zu seinem unerfreulichen Ende.

  5. fxs

    Egal, ob eine Pesionserhöhung um 2,2% oder 1,6% und die Schlechterstellung höherer Pensionen sachlich gerechfertigt ist, dass diese Erhöhung just vor den Wahlen beschlschlossen wird, gibt dem Beschluss einen schalen Beigeschmack.

  6. humanist

    wie immer brillant, Herr Tögel!
    “Solidarität” ist für mich als Unternehmer ein Wert per se. Jene, die Leistung zu erbringen bereit sind und brav steuern zahlen, wurde er durch die Eltern gelehrt. Solidarisch bin ich gerne jenen gegenüber, die der Möglichkeit beraubt sind, selbst Wohlstand zu generieren. Aber NIEMALS dem fetten, blöden Staatsapparat und seinen wertevernichtenden bütteln gegenüber.
    Werter Realist, die Vernichtung des Wohlstandes unserer Kinder durch Pampern der Elenden der Welt muss und wird freilich enden. Aber auch, wenn uns das Pampern hiesiger einst arbeitsfähiger nichtleister sympathischer sein mag, führt uns auch das ins Nichts, weil “wir” zulassen, dass der Grundrechnungsarten Unfähige die KOSTEN ad infinitum steigern und von den Zwangseinnahmen entkoppeln. davon spricht Herr Tögel.

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