Die Niedergangsgesellschaft und ihre Totalitaristen

“…..Mittlerweile findet geradezu ein Wettrennen um die Pole-Position beim Gutes tun statt. Aber dieses Gute wird über Anweisungen, Regeln und Gesetze angepeilt und nicht durch Ermöglichung eines sozialen Reifeprozesses. Die Niedergangsgesellschaft spült dabei Totalitaristen in die Machtpositionen, die unseriös einfache Lösungen für komplexe Situationen anbieten….” (hier)

One comment

  1. gms

    Unter dem vom Autor Konrad Kustos treffend gewählten Titel “Neue Ideologie des Totschützens” lassen sich neben den beschriebenen noch unzählige weitere Schutzfelder benennen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Systematik oder Orthogonalität), namentlich gesellschaftliche Gruppierungen, soziale Errungenschaften, Währungen, Friede, Klima und Konjunktur.

    Geschützt und über alles andere erhoben wird dabei nicht nur das gewählte Ziel, sondern auch jedes hierfür eingesetzten Mittel. Waren es bei den französischen Jakobinern hunderttausende Köpfe, die zum Schutz der Revolution der Schwerkraft folgend in Körbe fallen mußten, sind es heute ebenso viele evidente Lügen oder offen konzedierte Vertragsbrüche, die sich heute aufsummiert als verrottender Berg gehobelter Späne vor den Bürgern auftürmen und eben diesen die Luft zum Atmen wie zugleich die Sicht auf die realen Verhältnisse raubt.

    Je restriktiver und überschießender das gewählte Mittel zum Schutz ‘der Menschen’, desto überzeugter wirken jene schutzwütigen Totalitaristen, die damit den Humanismus, unter dessen Flagge das Ganze betrieben wird, in sein Gegenteil verkehren. Wie ein renitenter Zögling zu seinem Glück geprügelt wird der Bürger auch heute, bloß sind die Praktiken hierfür subtiler. Mangels Gegenwehr könnte man meinen, es gäbe inzwischen ein allseitig anerkanntes Gewohnheitsrecht aufs Guillotinieren.

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