Die Planung von Gewinnern und Verlierern

(JOSEF STARGL)  Henry Hazlitt (1894-1993) erkannte, dass die Geldmengenausweitung und die Zinsmanipulation durch eine Zentralbank eine geplante (und eine politisch gewollte) „Politik der Geldentwertung sowie der Neuverteilung von Realeinkommen und von Vermögen“ ist.

Die (Regierungs-)Politiker wollen mehr Geld ausgeben. Sie schätzen daher die Monetarisierung der Staatsschulden, die „Weginflationierung von Schulden“, die „Inflation als versteckte Steuer“, die Ermöglichung eines zunehmenden Interventionismus und eines paternalistischen Etatismus, die Möglichkeit einer (zusätzlichen) Bedienung von Sonderinteressen und der Finanzierung des „Wählerstimmenkaufs“ in einem (überdehnten) Versorgungsstaat.

Die Profiteure der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die Vorteile auf Kosten von anderen haben, ersehnen eine permanente Geldentwertung und freuen sich über die Zwangsumverteilung von Einkommen und Vermögen.

Wenn in diesem Land immer mehr Bürger als Sparer, als Konsumenten, als Investoren und als Steuerzahler zu den Verlierern dieser (Geld-)Politik zählen, dann wird durch diese Politik nicht nur das Vertrauen in die Marktwirtschaft, sondern auch in eine „Gemeinschaft freier Menschen“ und in die liberale rechtsstaatliche Demokratie ausgehöhlt.

Es war Ludwig Erhard (1897-1977), der eine „Lebens- und Wirtschaftsordnung für freie Menschen“ befürwortete, da er davon überzeugt war, dass „die Marktwirtschaft (mit einer soliden Währung) sozial ist“ und, dass eine am „Geist der Freiheit, der Eigenverantwortung und des Leistungswettbewerbes“ orientierte Unternehmerwirtschaft den „Wohlstand für alle“ fördert.

In einem „Zeitalter der zunehmenden Gegenaufklärung und des Stammesdenkens“ gerät die „Tradition der individuellen (wirtschaftlichen) Freiheit, Verantwortung und Vorsorge“ immer mehr in Vergessenheit.

Zahlreiche Politiker (in allen Parteien) kennen offensichtlich nicht mehr den Unterschied zwischen einer „Gemeinschaft freier Menschen mit gemeinsamen Aufgaben“ und einem paternalistischen Versorgungsstaat/einer Transfer-, Haftungs- und Versorgungsunion mit einer kollektivistischen und etatistischen Orientierung sowie mit einer sonderinteressenorientierten Machtpolitik in einer (europäischen) „Günstlingswirtschaft“.

Wir brauchen (Geld-)Politiker, die sich nicht „die Welt machen wollen, wie sie ihnen gefällt“. Eine Planung der Gewinner und der Verlierer durch die (Geld-)Politik führt in die Knechtschaft.

Eine gegenüber dem Rechtsstaat(enverbund) „unabhängige Zentralbank“ ist mit einer offenen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung nicht vereinbar.

One comment

  1. sokrates9

    Warum hat der Kommmunismus Millionen von Anhängern?Weil das System relativ primitiv ist und von vielen so lange als Vorteilhaft gesehen wird, bis man selnber drinnen steckt. erst dann erkennt man was Begriffe wie “Freiheit”, “individuelles Entscheiden”, “Marktregularismus” tatsächlich bedeuten.Alles Dinge die in der EU keine Rolle mehr spielen…

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