Die Rebellion gegen die linke Sonntagspredigt

Von | 1. Mai 2017

“…..Ein halbes Jahrhundert später hat sich die Situation komplett gedreht: Der Mainstream in Medien und Politik ist im Zweifel deutlich links der Mitte, emanzipiert, ökologisch, nachhaltig, gendergerecht. Die Grünen, im Nachhall des 68er Protests gegen das bürgerliche Establishment gegründet, sind längst zur alternativlosen Staatspartei mit Hang zur Hypermoral geworden, während der rechte Flügel der konservativ-liberalen Wählerschaft zur offenen Rebellion übergegangen ist – teilweise in roher Form bis hin zu eindeutig rechtsradikalen Positionen. Das Ergebnis ist einigermassen grotesk: Die klassische Sonntagspredigt zur Verteidigung des Wahren, Schönen, Guten – vom Windrad bis zur Willkommenskultur – halten nun die einstigen Rebellen von 68 und ihre links-grünen Adepten, während die radikale Gesellschaftskritik jetzt von rechts vorgebracht wird – ein Hauch von Weimar….” (hier)

19 Gedanken zu „Die Rebellion gegen die linke Sonntagspredigt

  1. Thomas Holzer

    “Vom Verstehen der «wahren Verhältnisse» ist keine Rede mehr.”

    Vielleicht könnte es aber sein, daß die vereinigten Linken, Etatisten und deren Epigonen die “wahren Verhältnisse” noch nie verstanden haben 😉

  2. stiller Mitleser

    Schöner Artikel (und: nett, daß die gehypte Kitschistin Emcke endlich mal was abkriegt).
    Auch die anderen links zum Thema (1967, Generationskohorten) sind lesenswert!

    @ Thomas Holzer
    die eine&einzige Theorie mit absoluter Erklärungsmacht gibt’s wohl nicht; selber hantiert man doch auch nur mit Fragmenten

  3. Thomas Holzer

    @stiller MItleser
    Natürlich nicht!
    Gerade deswegen sind mir aber alle Etatisten und Sozialisten ein Gräuel, weil sie eben behaupten, im Besitz dieser einen Wahrheit zu sein und dementsprechend agieren und durch immer neue Dogmen, welche sie in Gesetze umwandeln, jedem Einzelnen ihre Ideologie aufzwingen (typische Fundamentalisten halt)

  4. waldsee

    den Lassalle frage ich heute : FRAGEN ,WAS IST ?
    Dem. Sozialismus und seinen Spielarten ist es nicht gelungen eine Staatsreligion zu werden,
    wofür sollen /werden wir in Zukunft den Kopf hinhalten? Wieder für eine ” Religion” ?

  5. stiller Mitleser

    @ Thomas Holzer
    ich muß Ihnen endlich mal sagen, wie sehr ich Ihre Geduld und Ihr Eingehen auf Unverständnis&Unwissen (auch meines!) schätze und bewundere! Sie sind eine wahrhaft libertär sozialisierende Instanz hier!
    (und falls in Kärnten dann auch wieder eine neuerliche Schlechtwetterfront die Sonne vertreibt: virtuell Spazierengehen en France rurale https://www.flickr.com/photos/renaud-camus/ Arnaud Camus konnte, weil er von den zur Kandidatur nötigen Unterschriften von 500 Mandataren kaum welche erhielt, nicht kandidieren. Er ist ein wirklicher Kenner des Landes, leider ein schlechter Maler und auch die vielen selbstvergewissernden Selbstportraits gehören halt zum Künstler und zu einem Menschen der sehr vielen Anfeindungen mit Bravour getrotzt hat. Und zu Beginn des streams gehen auch zwei Labradors mit spazieren…)

  6. Rennziege

    1. Mai 2017 – 14:17 — stiller Mitleser
    @ Thomas Holzer
    Dieses Lob Herrn Holzers teile ich gern, auch wenn wir ab und zu a wengerl hakeln, stets fair und wie sich’s gehört. Auf diese Contenance legen wir Wert, Sie zweifellos auch. Noch dazu sind Herr Holzer und ich nicht nur Kärntner, sondern auch Fans einer konstitutionellen Monarchie à la UK.
    Zu Arnaud Camus schweige ich, da mir unbekannt. Ich kenne nur den Camus mit dem Vornamen Albert. Allerdings haben wir auch einen Labrador, der hört aber auf den Namen “Herr Professor”.

  7. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser, Rennziege
    Sie beide belieben maßlos zu übertreiben!

  8. Rennziege

    1. Mai 2017 – 15:09 — Thomas Holzer
    Das Wort “maßlos” kenne ich nur vom Oktoberfest, wenn jemand zu lang auf sein Bier warten muss. 🙂

  9. mariuslupus

    “Die Grünen eine treibende Kraft”, eine absurde Behauptung. Aber, trotzdem sind den Grünen einige bemerkenswerte Leistungen gelungen. Zuerst, haben sie im Namen der politischen Korrektheit die Sprache vergewaltigt. Die Sprache hat sich nicht gewehrt, denn bis dato gut erzogen. Es hat ihr auch niemand geholfen, alle sind herumgestanden und weggeschaut.
    Als nächstes haben sich die Grünen die Landschaft vorgenommen. Haben beschlossen sie mit Windrädern, Sonnenkollektoren, Gaskraftwerken und Kohlekraftwerken bis zur Unkenntlichkeit zu verschandeln. Alles im Namen des “CO2 Eisbärs”, den Al Gore dabei ist zu retten.
    Als nächstes Opfer ist die Redefreiheit an der Reihe. Nicht nur das, die Grünen haben es geschafft sich in den Synapsen mit ihren Axiom vom bevorstehenden Weltuntergang festzusetzen. Wer an den Weltuntergang nicht glaubt, den nur eine Linksgrüne Diktatur zu vermeiden vermag, wird den Schergen der Verleumdung ausgeliefert.

  10. CE___

    Mit Verlaub, durch einige in meinen Augen extreme Realitätsverzerrungen insgesamt ein Fünfer.

    Das Highlight: Die Grünen libertär ???

    Ein weiteres Gustostückerl: “setzt dem Protest von rechts die bewährten Prinzipien von Demokratie, Toleranz und Rechtsstaat entgegen”…

    wtf ?!?!

    Ich sehe eher dass links-grün in Deutschland DDR-Methoden, Bigotterie und Willkürherrschaft gegen politsche Gegner einsetzt.

  11. Rennziege

    1. Mai 2017 – 17:27 — CE___
    Hat Substanz, was Sie schreiben. Aber das laut auszusprechen, selbst im engen Kreis, kostet Freunde. Die sich damit als entbehrlich entpuppen.

  12. Thomas Holzer

    @Rennziege 15:09h
    Deswegen sprechen die Bayern von “einer Mass” 😉

  13. Wanderer

    Guter Artikel. Im Unterschied zu den heutigen Rechten ist es den 68ern aber in kurzer Zeit gelungen, die wesentlichen Schalthebel im politischen System (z.B. Bildung, Medien) zu besetzen und bis heute zu halten. Ich glaube nicht, dass sich das in naher Zukunft ändern wird.

  14. Johannes

    Um ehrlich zu sein ich habe, jedenfalls erinnerlich, noch nie eine Diskussion gehört oder gesehen von Linken und Grünen in der der politische Gegner wenn er von rechts kam nicht massivst als moralisch verwerflich empörend, unerhört, jenseits von jedem auch nur erdenklichen Recht auf eigene Meinung beurteilt wurde.
    Die Linken “leben“ , meiner Meinung nach, davon politisch konträre Meinungsträger auszugrenzen, möglich ist das nur durch massive Unterstützung durch die Medien. Dieses System beginnt nun zu bröckeln, zu eintönig, durchsichtig und was wohl am schwersten wiegt, schädigend für das Land ist dieses Verhalten geworden und so beginnt die Verkrustung aufzubrechen, schon hört man öfter andere Meinungen für die man noch vor ein paar Jahren mit dem ewigen Bann der Stigmatisierung belegt worden wäre.
    Wir haben zu danken vor allem Männer und Frauen aus islamischen Länder die den Linken den Spiegel vorhalten und ihnen sagen was sie von der Toleranz für Untolerante halten.

  15. Wanderer

    @stiller Mitleser
    Renaud Camus ist mir nach Ihrem Beitrag gerade wieder untergekommen. Von einem seiner Bücher (Le grand replacement) leiten die Identitären ihr Schlagwort vom großen Austausch ab.

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