Die Renaissance des Abendlandes

(von Peter STIEGNITZ) Ein Schweizer Lehrer und Journalist glaubt, dass sich seine muslimischen Schüler beleidigt fühlen, wenn die Schweizer Schüler auf ihrem T-Shirt ein Kreuz tragen: das Schweitzer-Kreuz. Eine englische Fluggesellschaft verbietet ihren Angestellten, im Dienst Halskettchen mit einem kreuzförmigen Anhänger zu tragen, um muslimische Fluggäste nicht zu irritieren, dafür dürfen indische Bedienstete ihren Turban weiter tragen. Die größte islamische Organisation Schwedens verlangt die Einführung eigener, staatlicher Gesetze für Muslime. In Belgien werden im Gegensatz zu Nichtmuslimen die Anhänger des Islam bereits nach drei Jahren eingebürgert.

Das waren jetzt einige wenige, doch durchaus für die europäische Unterwerfungsmentalität charakteristischen Beispiele. Alle diese und viele andere Beispiele entsprechen unserer Gesinnung aus einer Welt ohne Selbstrespekt und Selbstachtung. Die Antworten auf die Bedrohung durch einen immer radikaleren Islamismus münden entweder in der Aufgabe der eigenen Kultur des Abendlandes oder in rassistische Hassausbrüche über den Umweg eines „Kampfes des Kulturen“.

Da diese beiden Extremvarianten falsch und nutzlos sind, fällt unseren geistlichen und weltlichen Repräsentanten nichts anderes ein als der Vorschlag zum „Dialog“. Sie vergessen dabei darauf, dass nur gleich berechtigte und gleichwertige Partner einen zielgerichteten Dialog führen können. „Dialoge“ sind Gespräche, die zwischen zwei Gruppierungen geführt werden, um die eigenen und die gegenseitigen Standpunkte kennen zu lernen. Unser Standpunkt sollte die abendländische Tradition und Gegenwart widerspiegeln.

Der geo-politische Begriff „Abendland“ beschränkte sich ursprünglich nur auf Europa, das im Westen, in Richtung untergehender Sonne liegt. Um jedweden Eurozentrismus zu vermeiden, gilt der „Westen“ als Okzident, als Abendland, im Gegensatz zum Morgenland, zum Orient.

Nach dem deutschen Alt-Bundespräsidenten Theodor Heuss ruht das Abendland auf drei Hügeln: Akropolis, Kapitol und Golgotha. Nach moderner Auffassung kommen noch dazu der Berg Zion und die Leichenberge der Französischen Revolution. Somit ergänzen Judentum und Aufklärung die anderen Quellen des Abendlandes.

Auch das Abendland ist nichts Monolithisches; es speist sich wie alle Kulturen der Welt aus zahlreichen Quellen, wie beispielsweise die mesopotamischen und die ägyptischen Hochkulturen. Hier zeigt sich der erste wesentliche Unterschied zum islamischen Orient, der sämtliche asiatischen Kulturen wie Buddhismus, Hinduismus, außer Acht ließ; deshalb auch die scharfe Abgrenzung des Islams zu allen „ungläubigen“ Kulturen.

Die erste große Gestalt des vereinten Abendlandes war Kaiser Karl der Große, der sich im Jahre 800 zum „römischen“ und nicht mehr nur zum fränkischen Kaiser krönte. Das zweite große Symbol des Abendlandes ist ohne Zweifel das „Heilige Römische Reich deutscher Nation“ (1474-1806). Dieses erste große multiethnische Reich war genau genommen weder „römisch“, noch „heilig“ und keineswegs „deutsch“. Diese lebendige und erfolgreiche Verkörperung unserer Tradition war ein eher seltsames Gebilde; es hatte keine Hauptstadt, sein Oberhaupt wurde von sieben Kurfürsten gewählt und vom Reichstag in Regensburg bestätigt. – Zwar versank das Reich unter Napoleons aufklärerischem Imperialismus, doch blieb  der Gedanke des europäischen Abendlandes weiterhin ungebrochen bestehen. So manche Dichter und Denker, wie Novalis und die Brüder Schlegel bekannten sich offen zum hellenistisch-romanisch-germanischen und christlichen Erbe des Abendlandes.

Im Gegensatz zur bürgerlichen Bewegung der Aufklärung, welche die Entstehung der Nationalstaaten und der Diktaturen begünstigte, bevorzugte die abendländische Tradition die judeo-christliche Reichsidee einer Überstaatlichkeit, die wir heute als Europäische Union mehr erleben als feiern. Dass die liberal-laizistischen Politiker unserer Zeit „Gott“ und „Religion“ – geschweige denn das „Christentum“ – in der EU-Verfassung nicht sehen wollen, ist ein dummer, dumpfer und ungerechter Bruch mit unserer Tradition. Daher  stehen wir wie Kinder, die ihre Eltern verleugnen, in Folge dieser inneren Aushöhlung unserer Tradition dem Islam gegenüber mit leeren Händen da.

Emanzipation gegen Tradition

m Schatten des immer wieder aufflammenden „Krieges des Kulturen“ entdecken  wir die entscheidende Formel des Unterschiedes zwischen Orient und Okzident: Während unser Okzident die Emanzipation ohne Tradition pflegt, frönt der Orient einer Tradition ohne Emanzipation. Auch die Kehrseite beider Eigenschaften ist bedrohlich: Das Wissen ohne Glauben im Okzident ist töricht und der Glaube ohne Wissen im Orient ist gefährlich.

Jetzt haben wir Adam und Eva gerächt: Gott hat die beiden Apfelesser aus dem Paradies gejagt, wir vertreiben Gott aus unserer armseligen Welt und erklären die Europäische Union abendland- und religionsfrei. Das Rezept gegen diese seelische Leere heißt die Wiederentdeckung der abendländischen Tradition.

Bekannt sind die fünf Quellen des Abendlandes: die griechische Philosophie, die römische Politik, die jüdische Religion, die christliche Religionsverbreitung und schließlich die Aufklärung:

  • Die griechische Philosophie schuf unter anderem die Idee des Dualismus (Sokrates, Platon, Aristoteles und Plotin) und die des Absoluten (Platons Archetypen), die Öffnung zum Humanismus des Protagoras („Der Mensch ist das Maß aller Dinge“) und die Lehre des Aristoteles (Vernunft als Tugend) schufen die Grundsteine unserer Kultur.
  • Ohne Roms Politik zwischen dem 6. Jahrhundert vor und dem 6. Jahrhundert nach Christi könnten wir kaum vom Abendland sprechen. Und wenn, dann eher von einem Schließ-, als von einem Wachdienst der westlichen Kultur. Das römische Jahrtausend kann mit der Kurzformel „Gewalt-und-Politik“ am besten charakterisiert werden. Rom schuf nicht nur das erste europäische Reich, sondern auch die Basis für Kunst und Wirtschaft.
  • Die jüdische Religion, diese Instrumentalisierung des ägyptischen Ein-Gott-Glaubens Echnatons, vereint drei Begriffe in sich: Gott, Gesetz und Geschichte. Erst in der jüdischen Diaspora – und davor im babylonischen Exil – wurde nur die Religion zum Bindeglied dieses Volkes. Auch das, was heute in unserem westlichen Leben selbstverständlich und für die gesamte Entwicklung unverzichtbar  ist – Wissen, Forschung und Publikation -, ist jüdischen Ursprungs. Das Wissen erwuchs aus dem verpflichtenden Studium der Thora, die Forschung aus den Kommentaren im Talmud und die Publikation aus dem Niederschreiben dieser Kommentare.
  • Warum nur die christliche „Religionsverbreitung“? Weil das Christentum keine originelle abendländische Religion ist, sondern die Fortsetzung, die universelle Öffnung der jüdischen Religion ist.  Der wirkliche Begründer des Christentums war nicht der jüdische Wanderprediger Jeschua, sondern der römisch assimilierte Jude Saulus von Tarsus, der sich ab nun Paulus nannte und als „Völkerapostel“ und grandioser Umetikettierer die Lehre Jesu in die Welt brachte. Ohne das paulinische Christentum könnten wir heute von keinem Abendland sprechen.
  • Die Zivilisation der Aufklärung, dieses Kind des evangelischen Ungehorsams gegen Papst und Klerus, diese niedliche Tochter der humanistischen Emanzipation, hatte einen wirklichen Vater: Immanuel Kant, an dessen Händen, im Gegensatz zu den französischen Revolutionären, höchstens Nasenblut klebte, der die Marschroute für die aufklärerische Epoche des Abendlandes vorgab. Der Mensch solle „seinen eigenen Verstand bedienen“ und sich von „seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ befreien. Während sich in Frankreich die Henker anschickten, Überstunden zu machen, mussten Fixangestellte auch in deutschen Landen Mehrarbeit leisten; allerdings waren es nicht die Henker, sondern die Schreiber und Drucker von Büchern und Zeitschriften. Diese Kindeskinder des Martin Luther setzten die jüdische Tradition fort: sie dachten frei, ohne kirchlichen Zwang nach, kommentierten Gott und die Welt und bereiteten unsere heutige Demokratie samt Säkularismus und Wohlstand vor. Auf den Schultern der französischen „Leidtragenden“ und der deutschen „Leittragenden“ erblühte die große Zivilisation der Aufklärung.

„Lernen Sie … Sicherheit“

Die mittlerweile klassisch gewordene Mahnung Bruno Kreiskys („Herr Redakteur, lernen Sie Geschichte!“) ist heute aktueller denn je. Wenn wir einerseits den Dialog mit dem Islam auf Augenhöhe führen und andererseits die Integration („Einbindung in ein Ganzes“) mit den muslimischen Migranten vorantreiben wollen, ist es notwendig, die eigene kulturelle Position zu kennen, die Wurzeln, die Sicherheit vermitteln.

 

An die Kreiskysche Mahnung erinnerte mich die Frage eines muslimischen Freundes: „Wie sollen wir Eure Religion, Eure Kultur ernst nehmen, wenn ihr sie überhaupt nicht mehr kennt …?“  Und Recht hat er. Wie sollen wir von den Migranten dieses Glaubens eine äußere Anpassung, eine gewisse Annahme unserer abendländischen Kultur erwarten, wenn wir unsere Kultur selber nicht kennen? „Schau“, so mein Freund, wir bemühen uns, die Gesetze des Korans zu befolgen. Das solltet ihr akzeptieren und nicht kopfschüttelnd missdeuten. Wir verlangen von euch Respekt. Doch ,Respekt` ist keine Einbahnstrasse; auch wir wollen eure Kultur respektieren, doch wir sehen sie nicht, sie scheint nicht mehr vorhanden zu sein – und eure soziale und sexuelle Freiheit, sicherlich auch Folgen der Aufklärung, sind für uns zu wenig.“

 

Alle Menschen dieser Welt haben Sehnsucht nicht nur nach Freiheit, sondern auch nach Ordnung, Halt und Tradition. Auch der Satz Wittgensteins („alles, was passiert ist, die Wiederholung von etwas zuvor Geschehenem ist“) bezieht sich auf das Kennen des bereits Geschehenen das wir erlernen müssen um in unserer Zeit besser dastehen zu können.

 

Unser gängiger Fehler, die „Aufklärung“ zur alleinigen Quelle unserer Tradition zu erheben, störte bereits die Lehre Freuds: „Die Psychoanalyse warnt uns  vor dem Autonomieideal der Aufklärung, die zu einer psychologische ,Kultur des Narzissmus` degeneriert.“ (Eli Zaretsky in „Freuds Jahrhundert“).

Der notwendige Dialog zwischen Orient und Okzident bedingt nicht nur die jeweilige Stärke (aus der Tradition) der Gesprächspartner, sondern auch das Kennen des Anderen. So auch in unserem konkreten Fall. Im Gegensatz zur jüdischen Traditionsliebe, zum katholischen Universalismus und zur protestantischen Weltlichkeit ist die islamische Tradition kontravers. Da Mohammed das Gotteswort nicht auf alle Lebensbereiche ausdehnte, verlief die Sunna (Tradition) mehrschichtig. Auch damit muss man im Dialog rechnen. Gleichzeitig sollten wir nicht vergessen, dass Tradition unser aller Leben beeinflusst. Wird sie entleert oder gar aus dem historischen Bewusstsein gedrängt, so muss man mit einer allgemeinen Verunsicherung rechnen und Verunsicherung ist die denkbar schlechteste Position in jedem Dialog.

Wir werden nur dann mit den Problemen der Gegenwart fertig, wenn sich das Abendland auf seine Geschichte besinnt. Heute ist die politische Weltsituation zwischen Orient und Okzident noch anders: Menschen des Abendlandes ohne Geschichte verstehen die Gegenwart nicht und haben keine Zukunft; Menschen des Morgenlandes ohne Zukunft verharren in der Geschichte und halten diese für die Gegenwart.

 

 

 

 

 

 

 

9 comments

  1. Fragolin

    „Dialoge“ sind Gespräche, die zwischen zwei Gruppierungen geführt werden…

    Irrtum. Dialoge werden zwischen legitimierten Vertretern dieser Gruppierungen geführt. Der Islam kennt keinen legitimierten Vertreter, keinen “Papst” und keinen “vatikanischen Gesandten”. Man kann mit jedem beliebigen Muslim dialogisieren bis zum Umfallen, aber niemals mit “dem Islam”. “Dem Islam” kann man sich unterwerfen oder man kann sich dagegen wehren.
    Warum diese einfache Tatsache so schwer zu begreifen ist, bleibt mir ein Rätsel.

  2. Selbstdenker

    @Peter Stiegnitz
    Sie scheinen ein sehr feinfühliger Zeitgenosse zu sein – ich bitte Sie daher meine Kritik nicht persönlich zu nehmen. Es geht um die Sache, nicht die Person.

    Zweiter Absatz: “…oder in rassistische Hassausbrüche über den Umweg eines ‘Kampfes des Kulturen’.”

    Dieser Teil ist grundfalsch! Sie geben hier unhinterfragt eine Immunisierungsfloskel wieder bzw. unterstellen einen Zusammenhang zwischen Rassismus und einer kulturvergleichenden Betrachtung. Wenn man dem Werk von Samuel Huntington einiges abgewinnen kann ist man also ein verkappter Rassist. (Zum Glück ersparen Sie uns was Sie von Leuten halten, die Nietzsche oder Freud lesen und vielleicht sogar noch Wagner hören…)

    Wenn die säkulare (kulturvergleichende) Betrachtung bereits im zweiten Absatz eliminiert ist, kann man sich primär einer theologischen Sichtweise zuwenden. Ihre weiteren Ausführungen zur Entstehung des Abendlandes lesen sich wie eine kreationistische Abhandlung zur Entstehung der Kontinentalplatten.

    Achter Absatz: “Dass die liberal-laizistischen Politiker unserer Zeit ‘Gott’ und ‘Religion’ – geschweige denn das ‘Christentum’ – in der EU-Verfassung nicht sehen wollen, ist ein dummer, dumpfer und ungerechter Bruch mit unserer Tradition. Daher stehen wir wie Kinder, die ihre Eltern verleugnen, in Folge dieser inneren Aushöhlung unserer Tradition dem Islam gegenüber mit leeren Händen da.”

    Das wirklich Allerletzte was die Menschen in Europa benötigen, ist eine EU, die sich – neben Euro, Klima, Gender und Anti-Diskriminierung – nun auch noch für (europaweit vereinheitlichte?)

    Über die Erwähnung von “Gott” in einer EU-Verfassung erhoffen Sie sich also die “Renaissance des Abendlandes” – offenbar als christlicher Gottesstaat in Analogie zum islamischen Gottesstaat. Nachdem sich bereits mehrere Millionen Moslems in der Europäischen Union befinden, könnte sich diese Idee rasch gegen ihren Erfinder wenden.

    Der Islam als vergleichsweise spät entstandene Religion hat parasitäre Wesenszüge. Er erlebt seine Blütephase in einer Zeit in der andere Kulturen unterworfen und ausgeplündert werden können. Auf sich gestellt ist der Islam langfristig gar nicht lebensfähig.

    Christen sollten sich vor Augen halten, was ihre Religion aus Sicht vom Islam ist: eine Wirtsreligion. Ich kenne die sehr naive Einstellungen vieler Christen so gut um zu wissen, dass sie der Steigbügelhalter für den Islam sind.

  3. Thomas Holzer

    Leider waren und sind die vereinigten Linken, sowohl national als auch EU-weit, darin ziemlich erfolgreich, den geschichts- und traditionslosen Menschen zu “schaffen”;
    sie haben aber anscheinend in ihrem Wolkenkuckucksheim nicht bedacht, daß in einer von ihnen erwünschten multikulti Welt dieser geschichts- und traditionslose Mensch dem Untergang geweiht ist, und mit ihm auch alle Verfechter aller Spielarten von sozialistischen Paradiesträumen

  4. Mario Wolf

    Dieser Schweizer Lehrer, sowie ander Gutmenschen und Islamversteher und Beschwichtiger sollten sich auch die Toleranz auf der Seite des Mohammedanismus anschauen. Da müssen diese Leute nicht einmal in die Fänge der Taliban oder ähnlicher Organisation geraten. Was würde der islamophile Gutmensch sagen wen im Flugzeug sitzend, Austrian, Swiss, Lufthansa, oder so, zuerst ein Gebet aus dem Vatikan, lateinisch meinetwegen , hören würde. Und dann müsste er feststellen dass unter den Passgieren auch Musliminen, unschwer zu erkennen, aber in Begleitung, sich befinden. Und auf dem Bildschirm vor ihm würde immer die Richtung nach Rom angezeigt sein. Das gute Gewissen würde ihn sehr quälen. Eine Fantasie ? Nein eine Tatsache, nur seitenverkehrt.

  5. waldsee

    ihr freund fordert respekt.
    was meint er damit?vielleicht ein paar jahrhunderte unterschied einfach wegwischen?
    ich war immer der ansicht,daß man
    sich respekt verdienen muß.

  6. Hanna

    Leider kann ich als in meinem Land (Ö) zur “Binnen-I-Anwendung” vergatterte Frau nicht sehen, wie ich mich über die tägliche Konfrontation mit der Tatsache im Sinne von “Respekt” arrangieren soll, dass Moslems Frauen nicht als gleichwertig, sprich als unterworfen, untergeben und weniger wert betrachten als Männer und dass mir solche Männer auf Schritt und Tritt begegnen. Es leuchtet mir nicht ein, warum ich diese Religion respektieren soll. Das kann ich nicht – das kann kein Mensch, dem der jahrhundertelange Kampf der Menschen um die Gleichberechtigung der Frau etwas wert ist. Wir reden über “Ampelpärchen”, aber wir sollen uns zwischen lassen, eine Religion zu “respektieren”, die respektlos gegenüber Frau und blutrünstig ist, die Welt momentan mit Terror und Horror überzieht? So etwas kann nur einer von Männern geleiteten Regierung einfallen. (Ja, ich weiß, es gibt auch Frauen in der Regierung, aber: Von wem wurden die Gesetze gemacht, denen sie gehorchen müssen und an dem sie scheitern?) Heutzutage sollte jeder Mensch aufgefordert werden, das Buch von Elizaberh Gould “Am Anfang war die Frau” (“The First Sex”) lesen … dann würde man feststellen, wie arg die unsäglich menschenfeindlichen Anforderungen an EU-einheimische ChristInnen eigentlich sind. Man könnte Moslems durch den Anblick eines symbolhaften Kreuzes “beleidigen”? Nun, ich fühle mich als Frau tagtäglich durch den Anblick von kopftuch- und/oder schleiertragenden Frauen als offene islamische Deklaration provoziert, beleidigt und bedroht. Mir wird tagtäglich unter die Nase gerieben, dass in unserem so humanitär gestimmten Land auch Frauen der Meinung sind, dass sie selber weniger Wert als Männer haben, als Wesen, als … Alles. Das in unserem Land, in dem das Binnen-I sein muss. Ich fühle mich bis an die Grenze meiner emotionalen Belastbarkeit beleidigt und von meiner Regierung im Stich gelassen, wenn ich bei der U6-Station Neue Donau an dem Tag, an dem ich mich entspannen will, bärtige Moslems stehen sehe, die den Koran verteilen. Das ist Diskriminierung – mir gegenüber. Das ist Beleidigung. Respektlosigkeit. Das gehört geahndet. Ich denke nicht daran, etwas zu respektieren, das all meine Werten und meinen Glaubensmustern zuwidersteht, und – guess what? Ich als Einheimische, als Ureinwohnerin habe auch Rechte und Werte, die respektiert werden müssen – zu allererst von Ausländern. Und für mich sind alle AusländerInnen, die in meinem Land nicht meine Sprache sprechen. Aber manche tun es ja doch – wie neulich, junge Türken beim Alberner Hafen Musikfest, die uns mit “Drecks-Kultur! Scheiß-Österreich!” begrüßten. Würde ein Österreicher “Scheiß-Türke!” rufen, wäre er schon angezeigt. Es stimmt, was die Ausländer denken: Österreicher haben keine Eier. (Und es sei mir gestattet, dies im Sinne meiner Muttersprache so auszudrücken, ganz ohne jemanden konkret beleidigen zu wollen … halt so ein Ausdruck, nicht bös’ gemeint, wie das tägliche “Scheiß-Österreicher, wir werden euch ficken!” im 15. Bezirk, wo ich wohne. Dazu muss ich sagen: Mich nicht, denn ich wehre mich. Bin halt eine Frau. Wie am Alberner Hafen. Wo die jungen Idioten sahen, wie zornig einige Frauen wurden – und sich schleunigst verpissten, die Feiglinge, die unser Land ja soooo zu schätzen wissen. Siehe oben: “Eier”.

  7. Hanna

    Sorry, mein Kommentar ging zu früh los – er ist voller Automatik-Fehler, tut mir leid. Ich kann Deutsch.

  8. H.Trickler

    Als Schweizer darf ich es ja sagen: Die Schweizer Fahne ist eine Fehlkonstruktion. Die halbe Welt verwechselt sie mit der Fahne des Roten Kreuzes 🙁

  9. Mario Wolf

    Wieso eine Fehlkonstruktion? Die Schweiz hat es gegeben, aber das Rote Kreuz noch nicht. Ausserdem ist das Rote Kreuz eine Schweizer Erfindung. Henri Dunant war Schweizer. Oder sollte man das Kreuz in der Fahne etwas biegen, evtl. etwas grün anmalen, und die ganze Fahne nicht quadratisch, sondern länglich machen, so zu sagen ein Multi Kulti Fähnlein

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