Die Rückkehr des Target-Monsters

Von | 25. Januar 2017

“….In letzter Zeit ist es eher still geworden um das Thema Target2-Verbindlichkeiten – und das, obwohl diese Taget2-Salden wieder Stände erreichen, wie wir sie zur Zeit der Finanzkrise und während der Euro-Krise im Jahr 2012 gesehen hatten. Auf die Problematik der Taget2-Salde, die im Grunde Ungleichgewichte der Kapitalstörme signalisieren, hatte zuerst Hans-Werner Sinn hingewiesen – und sich damit zunächst Kritik eingehandelt. Inzwischen aber sind die Thesen Sinns allgemein anerkannt, auch wenn es vereinzelt noch Ökonomen gibt, die meinen, das spiele keine Rolle, Zentralbanken könnten diese Ungleichgewichte irgendwie nullen – Vodoo-Ökonomie eben.

Dass dem nicht so ist, darauf hat nun am Freitag Mario Draghi höchstpersönlich hingewiesen in einem Brief an zwei italienische Abgeordnete des Europaparlaments (Marco Valli und Marco Zanni) – und dabei klar gemacht: wenn ein Land aus der Eurozone austritt, muß es zuvor seine Target2-Verbindlichkeiten restlos bezahlen:

„If a country were to leave the Eurosystem, its national central bank’s claims on or liabilities to the ECB would need to be settled in full.“   (weiter hier)

3 Gedanken zu „Die Rückkehr des Target-Monsters

  1. pippin

    In die Schuldenfalle tappen sonst immer nur die Häuslbauer. Wenn der in Konkrs geht, ist die Hütte weg im Falle von Staaten nennt man das Staatsbankrott und die Sparenden Bürger verlieren ihre Kohle. In Italien gibt es eine äußerst hohe Eigentumsquote in Form von Wohnimmobilien.

  2. Christian Peter

    Das Problem ist nicht der Euro, sondern der EU – Binnenmarkt. Im ungeschützten Wettbewerb werden die südländischen Volkswirtschaften samt Frankreich niemals wettbewerbsfähig werden. Um dies zu ändern, sollte der EU – Binnenmarkt aufgelöst werden und die Südländer hohe Schutzzölle auf Einfuhr von Waren aus dem Ausland erheben.

  3. Christian Peter

    Oder anders ausgedrückt : Handelspolitik muss in Europa wieder renationalisiert werden, daran führt kein Weg vorbei.

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