Die Sache mit dem Volk

Von | 12. Oktober 2015

(GEORG VETTER) Soldaten geloben in Österreich, die Republik und ihr Volk zu schützen und mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Unsere Politiker geloben nur die unverbrüchliche Treue zur Republik. Deutsche Politiker schwören, ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden.

Das mit dem Volk ist so eine Sache. Hat sich zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und danach eine österreichisches Nationalbewusstsein – auch in Abgrenzung zum deutschen Volk – entwickelt, das mit Stolz von einem eigenständigen österreichischen Volk ausging, scheinen einige heute zurückrudern zu wollen. Sie sprechen von der „Konstruktion“ einer nationalen Identität und erinnern, wohl unfreiwillig, an Haiders Aussage von der ideologischen Missgeburt der österreichischen Nation. Aus der Ideologie des Marxismus besehen darf es eben keine Ablenkung vom Klassenkonflikt geben. Die Identitätslosigkeit manifestiert sich im Slogan „No border, no nation“.

Angesichts der flächendeckenden Beschwichtigungspolitik werden Amtsträger, insbesondere auch in Deutschland, heutzutage immer wieder an ihren Eid erinnert. Apropos deutsche Bundekanzlerin. Cora Stephan schrieb 2011 ein Buch mit dem Titel “Angela Merkel – Ein Irrtum“. Der letzte Absatz des Vorwortes lautet: Der Maulwurf aus dem Zentrum der Macht hat übrigens noch etwas anderes verlauten lassen über Angie, „die mächtigste Frau der Welt“. Es hat ein bisschen wie eine Drohung geklungen: Angela Merkel war 1990 daran beteiligt, wie die DDR abgewickelt wurde. Und so etwa, meint der Maulwurf, verlernt man nicht.

5 Gedanken zu „Die Sache mit dem Volk

  1. Thomas Holzer

    Die Sache mit dem Eid, Herr Dr. Vetter, das ist so eine Sache!
    Ich wage zu bezweifeln, daß Ihr politisches (Fehl)Verhalten von Sorge um die Bevölkerung getrieben ist

  2. Fragolin

    Irgendwie erinnere ich mich, getreu meinem Namen, mal eine Frage gestellt, aber nie eine Antwort bekommen zu haben… 🙂

  3. Hanna

    Okey dokey … dürfen’s dazu ein paar Zitate von Wolfgang Schäuble sein: (In einem Gespräch auf dem Sender Phönix vom 28.8.2011): „Ich bin bei aller krisenhafter Zuspitzung im Grunde entspannt, weil, wenn die Krise größer wird, werden die Fähigkeiten, Veränderungen durchzusetzen, größer.“
    Genau. Die Krise nähert sich dem Höhepunkt. Wenn es nach den Mächti-gen geht, so wird das Europa, wie wir es jetzt als mangel-funktio-nale “EU” kennen, demnächst nicht mehr existieren. Was statt dessen? Ein Riesenstaat mit komplett überwachten BürgerInnen. Allerdings gibt es zum Glück noch “nationale” Widerstände, mit denen die EU-MacherInnen eventuell gar nicht gerechnet haben.
    „Wir können die politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben,” meinte “EU-Vordenker” Schäuble schon vor einigen Jahren.
    Gemeint ist wohl (unter dem Mantel der offiziellen europäischen Inte-grations-Bewegung) das Ziel, dass die europäischen Staaten ihre völkerrechtliche Souveränität verlieren und die Völker in einer einheitlichen Bevölkerung oder „europäischen Nation“ aufgehen soll-ten. Die betroffenen Menschen merken es freilich nicht, getreu der Idee des Coudenhouve-Kalergi-Zeitgenossen und Mitdenkers Jean Monnet: „Europas Länder sollten in einen Superstaat überführt werden, ohne dass die Bevölkerung versteht, was geschieht. Dies muss schrittweise geschehen, jeweils unter einem wirtschaftlichen Vorwand.“ (lt. Focus 34/2010)
    Und in der New York Times vom 18.11.2011 sagte Schäuble vollends unverblümt: „Wir können die politische Union (also den “Zentralstaat” nach Coudenhouve-Kalergi) nur errei-chen, wenn wir eine Krise haben“ (E-Rundbrief Zivile Koalition 25.7.2012).

  4. Fragolin

    @Hanna
    Mein Reden. Alle glauben, jetzt zerfleddert es die EU und werden erstaunt sein, wie schnell es geht, dass es die Nationalstaaten zerfleddert und die EU als neues Reich übrig bleibt. Und diesen Herrschern ist es egal, ob ihre Untertanen Christen, Moslems oder Nudelsiebianer sind.
    Immer mehr Regierende Europas flehen Brüssel um klare Stellungnahmen und Hilfe an – warum wohl bisher vergeblich? Weil der wirkliche Retter in letzter Sekunde den Brand löscht; dann interessiert es keinen mehr, welche Rolle er beim Legen desselben gespielt hat…

  5. Fragolin

    Nachsatz zu meinem Kommentar von gestern: Habe auch diesmal nicht mit einer Antwort gerechnet.
    Und dann wundern sich sämtliche Politkasper noch, wenn von ihnen keiner mehr irgendwas erwartet außer substanzloses Blabla? Es gibt eben labernde Politiker und handelnde Politiker. Wir sind inzwischen bei einer Quote von 100% Laberern angekommen.
    Werde mir in Zukunft wohl den Konsum Vetterscher Ergüsse ersparen. Bringt nix, das Gegreine jener anzuhören, die eigentlich als Erste etwas gegen diese Missstände unternehmen sollten, aber außer bei der Sicherung der persönlichen Pfründe mit Proaktivität zurückhaltend umgehen.

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