Die Schule als Schule des Intrigierens

(JOSEF STARGL)  In einer Schule, die auf die Lebenspraxis vorbereiten will, könnten die Jugendlichen doch auch lernen, wie man ein erfolgreicher Intrigant wird. Das Erlernen der Fähigkeit zur Intrige erfordert Intelligenz, Konzentration, Selbstbeherrschung, Phantasie und Flexibilität, um allen Eventualitäten gewachsen zu sein und mit allen Situationen fertig zu werden.

Strategien müssen schnell änderbar sein, denn die Tücke der Intrige liegt in der Nichtkalkulierbarkeit ihres Verlaufes.

Die Schüler könnten in Rollenspielen als Intriganten agieren und ihre Mitschüler als Intriganten beobachten und beurteilen lernen.

Ein Intrigant ist doppelzüngig. Er bedient sich der Sprache lauterster Absichten, praktiziert die Kunst der Heuchelei und der Verstellung und versteht es, andere für sich arbeiten zu lassen/im Interesse seiner Ziele zu benutzen – während er selbst Regie führt und Handlungen inszeniert.

Die Kunst der Intrige besteht darin, keine Kunst merken zu lassen. Das Kennzeichen des „Ränkespiels“ ist eine mit dem Anschein alles Redlichen umgebene Geheimaktion.

Die Jugendlichen sollen erkennen (lernen), dass Intriganten Verstellungskünstler sind, die andere Menschen täuschen. Sie verbreiten Falschmeldungen, bespitzeln, denunzieren hinterhältig, streuen bösartige Verleumdungen, betreiben „glaubwürdigen Rufmord“ und schmieden Komplotte, wobei als anvisiertes Endziel (der in ihrer Kunst am fortgeschrittensten Intriganten) auch die „Vernichtung“ eines Feindes in Betracht gezogen wird. Den Intriganten erkennen und in seinem Agieren beurteilen lernen, kann ein Jugendlicher dann, wenn er selbst „zur Intrige erzogen wird“.

Es lebe der „Wettbewerb im Intrigieren“!

Auch zahlreiche parteipolitisch bestellte Schulleiter haben sich im „innerparteilichen Intrigantenstabel“ bewährt. Sie haben gelernt, sich mit den Mitteln der Desinformation und der Diplomatie zu behaupten. Im innerparteilichen Wettbewerb ist es wichtig, die richtigen „Seilschaften“ zu wählen, sich Gefolgschaften zu sichern und andere für sich arbeiten zu lassen.

Möglicherweise gibt es auch Schulleiter, die die Schüler mit Beispielen aus der Praxis begeistern können. Strategisch und taktisch erfahrene Schulleiter von steuerfinanzierten Weltanschauungsschulen wissen, dass die von ihnen geförderten höfischen Strukturen nicht ohne Intrigen funktionieren. Warum sollen die Schüler auf ihr „Experten-Wissen über Intrigen“ verzichten?

One comment

  1. Falke

    Das beste Beispiel aus der Praxis ist ja wohl Merkel. Ihr (politischer) Lebenslauf ist ein Muster an Intrige. Wie sie sich selber an der Macht gehalten hat, indem sie sich alle (meist weitaus fähigeren) Kokurrenten durch Intrigen vom Hals geschafft hat, kann wohl jedem Schüler als Lehrbeispiel dienen.

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