Die Schweiz befreit den Franken

“…..Mit der steigenden Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank gegen den Maastrichter Vertrag verstoßen und Schulden aufkaufen wird, räumte die Schweiz ein, dass sie genug hat. Jetzt ist davon die Rede, dass die Europäische Zentralbank Anleihen in Billionenhöhe kaufen wird. Um die Wechselkursbindung aufrecht zu erhalten, müsste die Schweiz die Geldmenge um den gleichen Prozentsatz erhöhen, was für solch ein kleines Land eine verantwortungslose Geldpolitik wäre…..” (hier)

5 comments

  1. H.Trickler

    Bisher sind es vorwiegend ‘politisch neutrale’ Publikationen, welche die Hintergründe für den “Austritt der Schweiz aus dem Euro” korrekt darstellen.

  2. FDominicus

    Was genau sind politisch neutrale Publikationen? Ich habe mich auf meinen Blog darüber ausgelassen und in einem anderen Foren, das letzere kann man nicht neutral nennen. Da es das Forum einer Partei ist.

    Was mich wirklich stört, jetzt wird wieder nach Rechtfertigungen für die Aktion der SNB gesucht und auch gefunden. Nur, daß war doch schon vor 3 Jahren bekannt. Fakt ist auch 3 Jahre mußte sich niemand bemühen einen stärkeren CHF zu kompensieren. Und was mir auch zu sehr untergeht. Kaum jemand hat sich mal die Bilanz angeschaut und festgestellt wie unglaublich aufgebläht die Bilanz der SNB ist. Es wurden rund eine halbe Billion neue CHF erzeugt für den Aufkauf der EUR und USD.

    Was mich auch stört ist diese Art Heldenverehrung für die “tolle unabhängige” Zentralbank. Das ist doch schlicht und einfach nicht wahr. Es war vor 3 Jahren eine Notaktion heute ist es eine Notbremse.

    Was mir auch zu sehr untergeht, sind die astronomischen Verluste der SNB. Die ja allein am Tag der Freigabe zwischen 50 – 75 Mrd verlor. Und wer darf das bezahlen? Einmal darf man raten…

  3. PP

    @FDominicus
    “Was mir auch zu sehr untergeht, sind die astronomischen Verluste der SNB. Die ja allein am Tag der Freigabe zwischen 50 – 75 Mrd verlor.”

    Dem müsste man gegenüberstellen, was die Maßnahme volkswirtschaftlich (Export, Tourismus) gebracht hat. Ob sich das ausgeht?

  4. Thomas F.

    @PP
    Diese Verluste sind in Wahrheit verursacht worden in den Zeiten, als man im Gleichschritt mit den anderen Zentralbanken die Geldpresse auf Hochtouren laufen hatte und mit den frisch gedruckten Franken allerlei Schrott auf den Devisenmärkten kaufte, wie z.B. Euros. Sie werden nur jetzt durch die Bewertung sichtbar.
    Die EZB rechnet uns so eine GuV ja gar nicht erst vor…

  5. gms

    PP,

    “Dem müsste man gegenüberstellen, was die Maßnahme volkswirtschaftlich (Export, Tourismus) gebracht hat. Ob sich das ausgeht?”

    Die Zusammenhänge sind derart banal und auch ohne jedwede vertiefte Ökonomiekenntnisse trivial begreifbar, daß deren Aufdröselung das Risiko birgt, die Leserschaft zu Tode zu langweilen. Nachdem Sie aber nun mal schon explizit gefragt haben:

    1) Wechselkurse sind entweder frei und folgen Marktkräften, oder sie werden einseitig von einem besonders starken Player manipuliert.
    2) Wechsekurse bestimmen die Preise im Außenverhältnis — notabene jene für Import und Export.
    3) Wird der Markt ausgehebelt, so zahlt jemand die Rechnung hierfür.
    4) Ein von der Zentralbank künstlich tief gehaltener Kurs kommt einer Exportsubvention gleich.

    Und nun die Eine-Billion-Franken-Fragen: Hat Exportsubvention einen Preis? Wer bezahlt diesen Preis? Wie hoch sollte die optimale Exportsubvention sein? An welcher Kenngröße bemißt sich der Erfolg einer Subvention?

    Antwort: Jede Intervention eines Irrtumsmonopols (im Anlaßfall: SNB) folgt dem falschen Glauben, es gäbe a) soetwas wie einen “free lunch” und b) eine irrende Masse (alle anderen Markteilnehmer), die ohne zentralistische Übersteuerung und Eingriffe von oben einen insgesamt schlechteren Zustand herbeiführen würde.

    Ein nicht minder falsches und grassierendes Mem lautet, ein nach dem Wegfall der Intervention höherer Wechselkurs (=stärkerer Franken) würde die Wirtschaft lähmen oder gar umbringen. Mit anderen Worten: “Die Währungsspekulanten werden auf ihren Franken sitzenbleiben, wenn die Wirtschaft am Boden liegt. Offenbar wissen die nicht, was sie tun.”

    Ist das glaubwürdig? Oder ist es nicht viel mehr so, daß sich der Wechselkurs an der wirtschaftlichen Potenz des entsprechenden Währungsraumes mißt und somit auch jedes potentielle Abwürgen der Konjunktur schon eingepreist ist oder spätens mittelfristig korrekt bewertet wird? Auf der einen Seite unterstellen Linke den Spekulanten Gerissenheit und Gier, während man ihnen zugleich Dummheit nachsagt, ihre eigenen Melkkühe zu schlachten. Stringenz sieht anders aus.

    Daß ein hoher Kurs die Exporte und den Tourismus drosseln kann, ist, mit Verlaub, eine Binsenweisheit. Der Franken mag nach der Freigabe nun überteuert sein, die Vermutung jedoch ist falsch, dies würde nicht demnächst korrigiert werden, damit sich “das ausgeht”.

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