Die Schweizer zeigen ihren Eliten die rote Karte

“…….Das Votum vom Sonntag ist auch ein Votum gegen die Elite des Landes: Die Regierung, die Wirtschaftsbosse und auch die Meinungsführer der Presse, sie alle haben sich gegen die Zuwanderungsinitiative gestellt. Denn sie profitieren von den Vorteilen: Die Wirtschaft wächst, die Unternehmen können auf die riesigen EU-Arbeitsmarkt nach Gusto zurückgreifen.
Die Bevölkerung spürt indes die Probleme: Neben den Zuwanderern, die sich jedes Jahr in der Schweiz niederlassen, strömen täglich tausende Grenzgänger aus Italien, Frankreich und Deutschland ins Land. Zwar ragen überall im Land Baukräne in die Luft, aber für normalverdienende Familien ist Wohnraum in den Ballungszentren dennoch kaum mehr bezahlbar. Zumal hat die Regierung den Schweizern bei der Einführung viel geringere Zuwanderungszahlen in Aussicht gestellt, als sie jetzt seit Jahren schon zu beobachten sind……” (Treffende Analyse im “Handelsblatt“)

10 comments

  1. world-citizen

    100 Jahre lang konnte sich das einstige Armenhaus Europas an der Zwietracht der Europäer bereichern. Nun aber hat das das solidarische Europa die Möglichkeit, Konsequenz zu zeigen und die Guillotineklausel konsequent anzuwenden.
    Und es steht fest, dass die Schweiz dabei mehr verlieren würde als der Rest Europas. Im Übrigen leben mehr Schweizer in der Eu als EU Bürger in der Schweiz.
    Dennoch kann ich den Schweizern einen gewissen Respekt nicht absprechen: Eine Ablehnung von 49,9 % bei einem gleichartigen Thema würde in Österreich wohl nicht erreicht werden. Wenn die EU mit der Anwendung der Guillotineklausel konsequent bleibt, werden die 20000 vielleicht auch noch umdenken.

  2. Reinhard

    @world-citizen
    Es waren eher die üblich selbstherrlichen Drohungen der EU-Bonzen (Wenn ihr nicht entscheidet, wie wir erwarten, gibt es die Guillotine!) die diese 20000 erst aktiviert haben. Dass man die Schweizer eher aus der Reserve lockt, wenn man ihnen mit Hochmut begegnet, sollte jeder Politiker mit einem Grundgespür für Diplomatie wissen. Aber in den lichten Höhen der EU-Elite ist Diplomatie etwas, was nur noch von anderen gefordert wird.
    Die EU setzt seit Jahr und Tag auf massiven politischen Druck, wann immer Volksentscheide nicht in ihrem Sinne verlaufen. Egal ob es eine ständige Wiederholung gibt, bis das Ergebnis passt, oder Sanktionen, wenn man nicht einfach wiederholen kann. Die Brüsseler Elite sieht sich in einem neuen Rom, das seinen Provinzen vorschreibt, wie sie zu funktionieren haben ansonsten es Konsequenzen gibt.
    Dass jemand, der sich hier als “Weltbürger” geriert und die Freiheit der Völker von Grenzen und Zwang immer wieder als höchstes Ziel bejubelt, gleichzeitig dieses undemokratische zentralistische Machtgefüge in den Himmel lobt, zeigt, dass Logik nicht von jedem gleich wahrgenommen werden kann.

  3. Michael Haberler

    @Reinhard:
    Amen. Das patzige Geplapper von Schulz, Reding und Konsorten war die bestmögliche Wahlhilfe für den Blocher. “Drüberfahren” kommt in der Schweiz nicht gut – und diese autoritäre Besserwisserei – beseelt von Unfehlbarkeit der eigenen Sichtweise – detto.

    Dass dieser contentfreie Schwätzer Schulz der Nachfolger von Barroso werden könnte, lässt mich schaudern – was dabei rauskommt, lässt sich durch Betrachtung seines Kabinetts erahnen: 42 Taschlträger, davon 2 “ushers” und 2 “drivers”: http://www.europarl.europa.eu/the-president/en/html/cabinet – empire building vom Feinsten.

    Next exit Faymann..

  4. Manuel Leitgeb

    @ world-citizen
    Eine Korrektur: Es wird zwar oft behauptet, daß mehr Schweizer in der EU leben als umgekehrt, aber laut offiziellen Statistiken stimmt das nicht.
    Es leben fast 300.000 Italiener und um die 280.000 Deutsche in der Schweiz (von restlichen EU Bürgern ganz zu schweigen), dagegen leben nur knapp über 400.000 Schweizer in der EU.

  5. Thomas Holzer

    @WC
    “100 Jahre lang konnte sich das einstige Armenhaus Europas an der Zwietracht der Europäer bereichern”

    Dümmer geht es anscheinend immer.
    Nur weil die Schweizer egal ob 50,3% oder 80% oder wie viel % auch immer, sich wider die EU-Diktatur stellen, und ihren eigenen Weg, so weit wie möglich, gehen wollen, diesen alles mögliche zu unterstellen, ist einfach nur mehr peinlich. Die Schweizer haben sich nicht! bereichert, sondern die Schweiz war und ist einfach ein sicherer Hafen, den niemand gezwungen wird, aufzusuchen

  6. Christian Weiss

    @ world-citizen
    “100 Jahre lang konnte sich das einstige Armenhaus Europas an der Zwietracht der Europäer bereichern.”

    Sie sind ein ganz gewöhnlicher Rassist. Punkt.

  7. Ehrenmitglied der ÖBB

    “strömen täglich tausende Grenzgänger aus Italien, Frankreich und Deutschland ins Land.”…
    Nicht zu vergessen Österreich: da sind es zwischen 12 000 – 14 000 Grenzgänger in die Ostschweiz und Liechtenstein.
    Man muss aber genau hinschauen: es gab Zeiten (in den letzten Jahren), da haben verschieden Institutionen bis zu Sfr. 1000,- als “Kopfgeld” geboten, wenn man jemand bewegen konnte, im Sozial- oder Pflegebereich zu arbeiten – aus Vorarlberg kommend.
    Und ich spreche hier nur von Kantonen St. Gallen, Graubünden und entlang des Bodensees.
    Das hat auch dazu geführt, dass man in Vorarlberg kaum einen “Lehrerüberschuss” hart, da viele Absolventen der Pädak in Feldkirch in die angrenzenden Kantone abgewandert sind, und zwar unter Bedingungen die sie in Österreich nie akzeptiert hätten: längere Arbeitszeit, weniger Ferien etc.. aber mehr Geld.
    (und später, wenn das Hüsle gebaut war, wechselte man wieder zurück ins Ländle…)
    Aber das sind ja nicht die klassischen “Zuwanderer”, sondern nur Grenzgänger welche dringend gebraucht werden.

  8. Christian Peter

    Auch die Personenfreizügigkeit in der EU steht längst zur Disposition, denn diese hat tatsächlich niemandem etwas gebracht. Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in UK und Deutschland werden die Stimmen zur Einschränkung der Personenfreizügigkeit immer lauter, denn der Sozialtourismus wird in der EU zu einem immer größer werdenden Problem.

    http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/cameron-will-eu-personenfreizuegigkeit-einschraenken-1.18193614

  9. Christian Peter

    ‘denn sie profitieren von den Vorteilen : die Unternehmen können auf den EU – Arbeitsmarkt zurückgreifen’

    dazu bedarf es keiner Personenfreizügigkeit. Selbstverständlich kann ein Land auch ohne Zwang so viele Arbeitskräfte aus dem Ausland holen, wie es möchte.

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