Die selektive Hysterie der Datenheuchler

“…Millionen posten Intimstes auf Facebook, regen sich aber über die Datensammler der NSA auf. Vergleiche mit der Stasi sind beleidigend und zeigen einen Mangel an politischer Unterscheidungsfähigkeit….” (Alan Posener, “Welt”)

7 comments

  1. herbert manninger

    Und nicht zu vergessen unsere linksgrünen Blog-Blockwarte, die nichtgenehme Meinungen (zB. islamkritik) im Netz aufstöbern und mit Hilfe unserer willfährigen Justiz auch strafrechtlich verfolgen lassen, idealerweise wurde (auch mit Hilfe naiv-dumpfbackiger Nichtlinker) dafür der Hetze-§ eingeführt.
    Entscheidend wäre also die Garantie der absoluten Meinungsfreiheit, der auch die Anhäufung von Datenmüll rund um eine Person nichts anhaben kann.

  2. Selbstdenker

    Wenn Leute auf Facebook intimste Details ihres Privatlebens preisgeben, ist das deren Sache.

    Daraus aber eine Ligitimierung vom millionenfachen Bruch elementarster Grundrechte ableiten zu wollen, ist – freundlich formuliert – eine rotzfreche Verdrehung.

    Wenn die Spähattacken der inneren und äusseren Sicherheit dienen sollen, stellt sich die Frage warum dazu ausgerechnet das Ausspionieren von Geschäftsgeheimnissen europäischer Unternehmen sowie das Privatleben unbescholtener Bürger im Mittelpunkt steht, während Extremisten völlig unbehelligt zu Hass und Gewalt aufrufen können bzw. teilweise sogar von den USA (Muslimbrüder) und der EU (Hamas) unterstützt werden.

    Einem Staat, der z.B. Bradley Manning für die Aufdeckung der deaströsen Kriegsführung im Irak lebenslang hinter Gitter steckt, kann man nicht uneingeschränkt trauen.

  3. Thomas Holzer

    @Selbstdenker

    Sorry, aber einem Staat, dessen Politikern und dessen Institutionen darf man NIE uneingeschränkt trauen!

  4. gms

    “…Millionen posten Intimstes auf Facebook, regen sich aber über die Datensammler der NSA auf. Vergleiche mit der Stasi sind beleidigend und zeigen einen Mangel an politischer Unterscheidungsfähigkeit….” (Alan Posener)

    Selten noch hat man zum Thema “Unterscheidungsfähigkeit” einen dümmeren Spruch gelesen.

    Bestätigten Gerüchten zufolge war der Staatssicherheitsdienst ein Produkt der DDR. Damals unter der ostentativ gesetzten Duftmarke der Demokratie (sic!) gegen den Willen der Bürger zu operieren, hält den Vergleich mit der Gegenwart allemal stand. Gut gemeint war das Vorgehen gestern wie heute. Somit rettet Poseners Sprüchlein nichtmal das beigefügte “politisch”.

    Was die weitaus relevantere logische Unterscheidungsfähigkeit anbelangt, so muß der Herr sich die Frage gefallen lassen, welcher Mentalstörung es bedarf, einem Swinger das Eintreten für die Strafbarkeit von Vergewaltigung als vermeintliche Inkonsequenz anzukreiden.

    Neben dem bedeutsamen Faktum der Freiwilligkeit, mit der abermillionen Menschen Details über ihre Intimfrisuren auf die ewigen Datenmüllhalden kippen, bleibt zu klären, weshalb ausgerechnet die von Posener verteidigten politischen Vormünder der Staatsinsassen sich lautstark für ein “Recht auf Vergessen” in die Schlacht werfen, aufdaß Facebook und Co. per Gesetz und auf Wunsch der jeweils Betroffenen entsprechende Speichermedien nachhaltig reinigen müssen.

    Ob last not least, ginge es nach Posener, all jene Bürger nicht vom Staat bespitzelt dürfen, die weder Stasi-Vergleich ziehen, noch ihren Bauchnabel im Sekundentakt in elektronische Auslagen stellen, interessiert angesichts seiner insuffizienten Unterscheidungsfähigkeit allenfalls jene, die an aktuellen Darbietungen eines Orwell’schen Neusprechs Gefallen finden.

  5. Selbstdenker

    Mit Staunen musste ich hier schon öfter lesen, dass sich “Neoliberale” zwar über die Zertrümmerung vom Bankgeheimnis (berechtigterweise) aufregen, den Datenschutz hingegen als angeblich “linkes Projekt” darstellen und zum Teil lächerlich machen (A.U.: “Datenschutz ist Täterschutz”).

    Leute, es geht hier um fundamentale individuelle Rechte. Warum dieses Feld – ureigenster liberaler Forderungen – freiwillig den “Linken” überlassen wird, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

  6. Wolf

    Dieser Herr Alan Posener ist wohl ein Büttel der amerikanischen Regierung oder des CIA, der wohl glaubt, die Europäer sind genauso bescheuert wie seine Landsleute. Dass die “Welt” überhaupt so einen Schwachsinn abdruckt, reiht sie endgültig in die letzte Reihe deutscher Publikationen.

  7. Josef Roth

    @ Selbstdenker
    Ich kann Ihnen so einigermaßen folgen, die Bemerkung zu Manning muß ich allerdings kommentieren. Snowden machte den Umfang der Datenüberwachung öffentlich. Dieser Umfang war der eigentliche Skandal, nicht die Offenlegung durch Snowden. Manning hingegen stahl Daten und verriet zusammen mit dem selbstverliebten Widerling Assange Geheimnisse, und das, ohne auf die Folgen dieses Verrates zu achten. Zwischen beiden Taten liegen Welten und die Strafe für Manning ist berechtigt.

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