Die sieben Todsünden des Journalismus

“Wir haben uns unterwerfen lassen”, sagt Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart. Mit “wir” meint er die deutschen Journalisten. In einer Rede listete Steingart am Donnerstag sieben Versäumnisse des deutschen Journalismus auf. Seine Forderung: “Weinerlichkeit ist ein für Journalisten unzulässiger Aggregatszustand.” (Die Rede hier)

9 comments

  1. Erich Bauer

    Aus dem Redetext entnommen: “…Wir haben dieselben Journalistenschulen besucht, lachen über dieselben Witze, verehren dieselben Helden, sind in der Lage kollektiv zu HASSEN (Ronald Reagan, den Kapitalismus, alle Geheimdienste) …” (Irgendwie süß: Er vergisst den World-Enemy No 1, von 2014, zu erwähnen)

    Ebenfalls aus dem Redetext: “…Im Internet haben diese Zahlenmenschen (Anm. die “Kaufleute”) ihr Waterloo erlebt. Mit dem Verschenken unserer Analysen, Reportagen und Kommentare begingen sie einen Jahrhundertfehler…”

    Hm… ich habe da so meine Zweifel, ob das Online-Redaktion-Service so drastisch den Verkauf des “Mainstream”-Printformat einschränkte. Klar, einige (zumeist immer dieselben) Poster konnten da mehr oder weniger beredt ihr Missfallen mit Artikeln durch Kommentare “digitalisieren”. Diese werden dann von “Hauspostern” (Eigentrolle 🙂 ) bekämpft. Ich glaub, so besonders gut werden die aber eh nicht entlohnt. Wie dem auch sei. Ich bezweifle, dass irgendein ein Printprodukt, welches sich dem Netz tapfer verschlossen hätte, auch nur einen einzigen “Ohnehin-Nichtleser” als Kauf-Leser verloren oder dazugewonnen hätte. Wie der Redner schon darstellte: Es sind die Journalisten, stupid…

  2. gms

    Erich Bauer,

    “Irgendwie süß: Er vergisst den World-Enemy No 1, von 2014, zu erwähnen”

    Berechtigter Einwand, wenngleich Steingart auch und insbesondere hier eine Sonderrolle einnimmt, mit der er sich wohltuend von der Masse der üblichen Verdächtigen abhebt. Und dies obwohl man ihn ob seiner Verbindungen als Transatlantiker bezeichnen könnte.

  3. Thomas Holzer

    Der Kardinalfehler der Journalisten ist, sich mit den Politikerdarstellern ins selbe Bett zu legen.

  4. Rennziege

    17. Dezember 2014 – 16:39 Thomas Holzer
    Sagt er doch eh ganz deutlich, der Gabor Steingart.

  5. Erich Bauer

    @ “…ob seiner Verbindungen als Transatlantiker…”

    Ich weiß auch keinen wirklich triftigen Grund… Warum? Aber Ronald Reagan galt auch bei den Atlantiktransen als bähh, pfui…

  6. cppacer

    Sie (die Journalisten) handeln nahezu alle nach der Maxime …..non olet.
    Niemand beisst die Hand, welche füttert.

  7. Herbert Manninger

    Belehren statt informieren, lügen, verschweigen und, wenn überhaupt, schlampig recherchieren, sich gemein mit einer Sache machen – das geht schon etliche Jahre so.

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