Die Strategie gegen Mitte-Rechts

Von | 14. Oktober 2013

(GEORG VETTER)  Selbst die ORF-Sendung „Im Zentrum“ am Ende dieser Woche war zur Gänze unserer Partei gewidmet. Manche in der Republik scheinen wirklich keine andere Sorgen zu haben als die Fragen nach Darlehensrückzahlungen und innerparteilicher Demokratie im Team Stronach. Würde ich beginnen, mir ernsthaft Sorgen über die innerparteiliche Demokratie in den Regierungsparteien oder gar über die finanziellen Situationen in SPÖ und ÖVP Gedanken zu machen (Stichwort: Verschuldung), wird mir wohl kaum jemand irgendeine Aufmerksamkeit schenken.

Ähnlich verdächtig steht es mit den angeblichen Wackelkandidaten der zukünftigen TS-Nationalratsabgeordneten. Wie oft ich in den letzten Tagen von mir völlig fremden Journalisten mit der völlig aus der Luft gegriffenen Frage behelligt worden bin, ob ich denn nicht zu einer anderen Partei wechseln wolle, kann ich gar nicht mehr nachzählen. Politik bedeutet offensichtlich in einem viel höheren Ausmaß als erwartet das gezielte Streuen von Gerüchten. So sehr die zu Beginn genannten Fragenkomplexe innerparteilich aktuell sind, so geheuchelt erscheint das Interesse von außen.

Allerdings gibt es tatsächlich ein strategisches Interesse daran, dem Team Stronach in der öffentlichen Wahrnehmung das Verlässlichkeitsattribut zu rauben. Da die Nationalratswahl 2013 eine Mehrheit „Rechts der Mitte“ ergeben hat, die SPÖ aber gerne weiter den Bundeskanzler stellen möchte, ist es nur natürlich , das kleinste Glied in der möglichen Variante ÖVP-FPÖ-TS nachhaltig zu beschädigen. Dieser Strategie gilt es entgegenzutreten. Meinen Beitrag hiezu werde ich jedenfalls leisten.

11 Gedanken zu „Die Strategie gegen Mitte-Rechts

  1. Anton Aushecker

    Gespannt bin ich schon auf die Auslegungen der vereinten Presse, wenn es um die Interpretation von Frau Lindners Verhalten geht. Es ist gut, dass man ihr die Hintertüre der “Ehrenfrau” offen lässt, aber sehr beschämend, dass sie diese benötigt.

  2. rubens

    Scharfer Gegenwind wird uns nicht aufhalten, wir werden die Segel entsprechend setzen.

  3. Selbstdenker

    Von der SPÖ und dem von ihr (angeblich legal) korrumpierten Boulevard-“Journalismus” hätte ich mir auch gar nichts anderes erwartet.

    Einer Partei, die über Jahrzehnte hinweg in so vielen hässlichen Affären verwickelt war bzw. ist, in der selbst rechtskräftig verurteilte Verbrecher unbehelligt in hohen Positionen verweilen und die Kontakte zu den finstersten Gestalten der Weltpolitik pflegt, traue ich so einiges zu.

    Insbesondere dann, wenn es um die Verteidigung ihrer angestammten Plätze an den Futtertrögen der Macht geht.

  4. Christian Peter

    Die Diffamierung des Team Stronach in den linken österreichischen Medien nimmt tatsächlich ein ungeheuerliches Ausmaß an. Vergleichbar ist diese Schmutzkampagne mit dem Kreuzzug gegen einen anderen Unternehmer in der Politik – Silvio Berlusconi.

  5. Carl F. Pfaffinger

    @ “Allerdings gibt es tatsächlich ein strategisches Interesse daran, dem Team Stronach in der öffentlichen Wahrnehmung das Verlässlichkeitsattribut zu rauben.”

    Selbst wenn das stimmte, so bliebe noch der Satz: Mann kann’s nur mit Dir machen, wenn man’s mit Dir machen kann!

    Das, was nach der Wahl vom TS bisher wahrnehmbar war, war die divenhafte Trotzigkeit eines alten, reichen Mannes, der, nachdem seine völlig irrealistischen Träume hinsichtlich eines erzielbaren Mandatsstandes (Stichwort: Absolute!) unsanft in der Realität landeten, nun “sein Geld” zurückwill und serienweise, vorwarnunslos und gesprächsverweigernd Mitarbeiter abschießt, die er offenbar dafür verantwortlich macht.

    Wenn vor der Wahl gebetsmühlenartig die Worte des großen Vorsitzenden Frank als Evangelium (Eu-angelion, Frohbotschaft!) verkündet wurden und seine Weisheit gepriesen, so darf es bei einem derartigen, freundlich gesagt: originellen, Verhalten besagten “Staatsmannes” nicht wundern, wenn diese Partei als Haufen eingestuft wird, bei dem man nicht weiß, ob und wie es ihn nächste Woche noch gibt. Statt Lamoyanz gegenüber der bösen Journaille wäre Stil und Programm gefragt. Beides ist nicht zu erkennen.

    Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken? Wie riecht denn dann das Schwanzende des TS? Tut mir leid: In das Eck, in dem Ihr jetzt steht, habt Ihr Euch ganz alleine und ohne jede fremde Hilfe hineingemauert. Ihr seid schlicht unwählbar geworden. Jenen Mandataren des TS, die noch Selbstachtung verspüren, kann wohl nur der Austritt aus dem merkwürdigen Verein geraten werden, wollen Sie nicht auch noch jeden guten Ruf verlieren. (Aus gleichem Grund aber nicht auch der Beitritt zu einem anderen Klub.)

  6. rubens

    Herr Pfaffinger,
    Bitte, nicht alles glauben, was in den Medien kolportiert wird. Frank Stronach ist Unternehmer und hat nach dem Wahlkampf auch Verpflichtungen und seine Familie in Kanada. Was soll daran verwerflich sein, wenn er nach Kanada fliegt. Außerdem haben die Landesparteien Darlehensverträge mit der Bundespartei abgeschlossen, die rückzuzahlen sind. So machen es auch alle anderen Parteien und siehe da, auch die verwenden dafür die Wahlkampfkostenrückerstattung. Dass er seine Partei im ersten Ausbau von oben nach unten gebaut hat, im zweiten Ausbau eine gewisse Demokatisierung einkehrt und Neuordnung durchführt, ist durchaus mit dem österreichischen Parteiengesetz im Einklang. Gegensätzliches berichten die Medien und alle Österreicher sitzen mangels Wissen dieser Lüge auf. Leider.
    Bildung wird das Wichtigste für die nächste sein, vor allem wirtschaftliche, politische und juristische Bildung.

  7. rubens

    Die gefundenen Fehler in meinem Text darf sich jeder behalten, Verzeihung. 😉

  8. gms

    Carl F. Pfaffinger,

    “Jenen Mandataren des TS, die noch Selbstachtung verspüren, kann wohl nur der Austritt aus dem merkwürdigen Verein geraten werden, wollen Sie nicht auch noch jeden guten Ruf verlieren. (Aus gleichem Grund aber nicht auch der Beitritt zu einem anderen Klub.)”

    Es ist immer wieder drollig, wenn sich Leute den Kopf anderer Menschen zerbrechen und dies vorgeblich mit Selbstachtung unterfüttern, wenn sie doch ihre eigene Achtung vor eben diesen Menschen meinen.
    Implizit konzedieren Sie, die Mitglieder des Clubs hätten abseits des von Ihnen mit Selbstachtung geschwängerten Umstandes bislang keine Fehler gemacht, müßte man ihnen andernfalls doch das Rücklegen des Mandates nahelegen. Daß aber Palamentarier als Fraktionslose einen besseren Job machen könnten, ist unbewiesen, was die Redlichkeit Ihres Ratschlages umso fraglicher macht.

  9. Rennziege

    14. Oktober 2013 – 13:17 — Carl F. Pfaffinger
    “Wie riecht denn dann das Schwanzende des TS?”
    Ts, ts! Sie müssen ein Urologe sein, der sich im Jargon seines Gewerbes ausdrückt. Ansonsten hätten Sie sich nach Stronachs Schweif erkundigt.

  10. Carl F. Pfaffinger

    @ gms

    Meine Bemerkung war nicht selbstgefällig gemeint (dazu fehlte mir auch jede Berechtigung), sondern von persönlicher Hochachtung für mir persönlich bekannte Personen getragen, die Mandatare des TS sind und die ich seit Jahren als hochanständige Menschen mit achtbaren, persönlichen Wertvorstellungen kenne. Die, die ich gemeint habe, haben mich schon verstanden. Mit dem Spott der anderen, nicht betroffenen, kann ich wohl leben.

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