Die Stunde der Schuldenmacher

Von | 25. November 2017

(C.O.) Leider wissen wir nicht, ob Frankreichs Präsident Emanuel Macron in der Nacht von Sonntag auf Montag dieser Woche eine Flasche vom besseren Champagner aus dem Keller des Pariser Élysée-Palastes hat bringen lassen, um das Scheitern der Jamaika-Koalitionsgespräche angemessen zu feiern, oder die Nachrichten aus Berlin doch nur mit tiefer Befriedigung zur Kenntnis genommen hat. Grund zu feiern hat Macron ob der politischen Entwicklung auf der anderen Seite des Rheins allemal. Denn dass die FDP, bis auf Weiteres jedenfalls, weder den Finanzminister stellen noch sonst wie mitregieren wird, ist in seinem Sinne. Ganz im Gegensatz freilich zu all jenen in Europa, die an einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik in der EU im Stile von Ex-Finanzminister Wolfgang Schäuble interessiert und deshalb skeptisch gegenüber einer Transferunion sind, in der wirtschaftlich tüchtigere Länder permanent weniger leistungsfähige oder -willige subventionieren. weiterlesen hier

4 Gedanken zu „Die Stunde der Schuldenmacher

  1. Thomas Holzer

    Aus dem Artikel: “….die an einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik in der EU im Stile von Ex-Finanzminister Wolfgang Schäuble interessiert…..”

    Nun ja, das sehe ich doch wohl etwas anders. Der Herr Schäuble hat, im Verbund mit der Frau Merkel, bewusst (EU-)Verträge gebrochen und somit der “Vergemeinschaftung” der Schulden mehr als nur Vorschub geleistet. Da von einer soliden Finanzpolitik in EU-Europa zu schreiben, halte ich für mehr als nur übertrieben.

  2. Falke

    Wenn man die Aussagen von Macron von all den blumigen Ausschmückungen und Vernebelungen befreit, wusste man von Anfang an, was er eigentlich wollte: Die aktuellen und zukünftigen Schulden Frankreichs auf Deutschland überwälzen, also genau das, was Ortner hier nochmals klar ausdrückt. Schäuble hat das wohl sofort erkannt und intern ausgeschossen, daher hat ihn Merkel vorsorglich zum Parlamentspräsidenten “entsorgt”. Und ich bin auch gar nicht sicher, ob der Ausstieg der FDP nicht in Wirklichkeit deshalb erfolgte, weil Lindner die Pläne Macrons keinesfalls mittragen wollte, für die sich Merkel – aus Dummheit oder um Deutschland noch schneller an die Wand zu fahren – so begeistert hat.

  3. Christian Peter

    Viel Unterschied wird es nicht machen, mit einem Kanzler von der CDU/CSU wird die Bundesrepublik ohnehin an die Wand gefahren. Lässt sich auch in Österreich beobachten, wo die ÖVP bereits seit 30 Jahrzehnten Korruption und Misswirtschaft betreibt.

  4. Christian Peter

    Was Länder wie Deutschland und Österreich dringend benötigen wäre der erste Regierungswechsel der Nachkriegsgeschichte, nicht Diskussionen darüber, mit welchem Partner die seit 70 Jahren ununterbrochen regierenden Altparteien CDU / ÖVP bzw. SPD / SPÖ regieren.

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